Das Klima vor der Wahl

Ob die Temperatur steigt oder nicht, ist eigentlich keine Frage der politischen Einstellung. Und auch Größen wie die Durchschnittstemperatur im Laufe des Jahres oder über mehrere Jahre hinweg kann man gefahrlos messen. Wenn es um die Ursachen geht, ist Lage schon nicht mehr so einfach, denn auf der einen Seite hat praktisch alles, was auf der Welt passiert, auch Einfluss auf das Klima, wie das gerne strapazierte Beispiel mit dem Schmetterlingsflügel zeigt, andererseits macht genau diese Komplexität es auch so schwierig, klare Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge zu beschreiben. Und immer dann, wenn Zusammenhänge unklar werden, spielen politische Einstellungen auf einmal doch eine Rolle. Nur so ist zu erklären, dass die Antwort auf die Frage, ob sich das Klima vor allem durch den Einfluss des Menschen verändert, stark von der Parteizugehörigkeit abhängt (Quelle: tagesschau.de). Man wundert sich daher auch nicht mehr, dass es dem Klima gerade in Wahljahren immer ganz besonders schlecht zu gehen scheint. Wenn die Menschen die Grünen schon nicht freiwillig wählen, dann doch gefälligst aus Angst. Leider hat die Erfahrung mit den Grünen gezeigt, dass sie sich immer nur dann für Umwelt und Klima stark gemacht haben, wenn sie in der Oppositionsrolle waren. Der einzige grüne Ministerpräsident ist längst ein vehementer Automobil-Verteidiger geworden, und dort, wo die Grünen mitregieren durften, sind Themen wie Gendermainstreaming, Stärkung einer matriarchalen Familienkultur und Sexualisierung von Kleinkindern auf einmal viel wichtiger als der Umweltschutz. Die Grünen haben leider seit dem Beginn ihrer Geschichte zwei Seiten: ihre grüne Seite zeigen sie nur in der Opposition und im Wahlkampf. Ihre eigentlichen Absichten zeigen sie leider immer erst, wenn sie tatsächlich an Gesetzen mitwirken dürfen. Sie sind damit schlicht eine Mogelpackung.

Die Diesel-Werbe-Affäre

Eigentlich ist die Affäre um manipulierte Abgaseinrichtungen bei VW und anderen Konzernen jetzt erst in die entscheidende und interessanteste Phase gekommen, denn jetzt geht es um die Frage der Entschädigungen. Eigentlich gäbe es Grund, darüber zu berichten. Eigentlich. Aber für die Medien ging es von Anfang an um etwas anderes, denn ins Rollen kam die Affäre genau dann, als VW sich entschloss, seine Werbeausgaben von den traditionellen Kanälen wie Fernsehen und Zeitschrift ins Internet zu verlegen. Das konnten die großen Medienkonzerne natürlich nicht hinnehmen und wärmten ein Thema auf, dass jedem Eingeweihten schon seit Jahrzehnten bekannt war – auch den Medien. Mittlerweile hat VW wieder zurück gerudert und wirbt fast im Dauereinsatz im Fernsehen. Kein Wunder also, dass das Thema wieder sehr schnell zur Ruhe gekommen ist. Für die Medien ist das Thema damit abgehandelt.

Daten und Fakten

Kaum etwas scheint die Deutschen so zu beunruhigen wie die Sicherheit ihrer Daten und die Sorge vor Fake-News. In diesem Beitrag geht es um die Bedeutung dieser beiden Begriffe in der Naturmystik, denn ohne sie lässt sich kaum erklären, weshalb über ihren Missbrauch so leidenschaftlich debattiert wird.

In der Naturmystik gilt der menschliche Geist als die Größe in der Natur, die fehlgeleitet werden kann und dadurch den Kontakt zur Natur verliert. Der Mensch ist dann fremdbestimmt und benimmt sich daneben, fühlt sich aber auch irgendwie gespalten. Für den Umgang mit anderen Menschen ist diese Sichtweise natürlich eine Bürde, weil jede Aussage eines Menschen potentiell vom natürlichen Weg ablenkt. Eine naturmystische Gesellschaft benötigt daher einen Weg, um menschliche Aussagen in einen Stand zu erheben, in dem sie den Wert einer Naturtatsache haben, und genau das sind die sog. „Fakten“. Als Fakten werden in der Naturmystik Aussagen klassifiziert, die für einen anderen Menschen zur Natur werden (sollen).

Bei dem Begriff Daten ist es genau anders herum: Während bei Fakten der menschliche Geist zur Natur wird, machen Daten Natur zu Geist. Wenn Daten über Menschen gesammelt werden, steht dahinter die Beobachtungsposition eines Naturwissenschaftlers, der mit stochastischen Mitteln arbeitet. Das Verhalten eines Menschen wird dann nicht als Ergebnis eines geistigen Prozesses gedeutet sondern als natürliches Geschehen, auch wenn dieses sich für den einzelnen so anfühlen mag, als habe er eine Entscheidung frei getroffen. Dass man z.B. eine bestimmte Partei wählt, liegt nicht an weltanschaulichen Gründen sondern z.B. an dem Hormon-Coctail im Blut des Wählers (z.B. ob es mehr männliche oder weibliche Sexualhormone enthält). Es scheint eine Funktion des Geistes zu sein, dahinter steckt aber ein rein natürliches Geschehen, und dieser Glaube drückt sich im Begriff der „Daten“ aus.

In beiden Begriffen geht es also um das Persönlichste eines Menschen, nämlich das Menschsein selbst und die Frage nach der Freiheit des Menschen. Beide Begriffe kennzeichnen den Übergang zwischen menschlicher Freiheit und Naturnotwendigkeit. Daher ist die Sorge um den Missbrauch an diesen empfindlichen Stellen auch so verständlich. Wenn jemand Daten sammelt, kann er sie auch nach den Regeln eines entfremdeten und damit böswilligen Geist missbrauchen und zur Manipulation und Beherrschung der Menschen einsetzen. Und wenn man Fakten fälschen kann oder gar die Möglichkeit einer alternativen Sichtweise nur denkbar macht, dann steht am Ende der Vertrauensverlust in jede Debatte und die völlig Isolation des Menschen, der jeden Versuch einer verbindlichen Aussage aufgegeben hat.

Das Tragische ist dabei, dass die Naturmystik nicht ohne diese Begriffe auskommt, so umkämpft der Umgang mit ihnen auch sein mag. Die Sorge um den Datenmissbrauch spricht nämlich nicht grundsätzlich dagegen, dass Daten erhoben werden. Möchte der Mensch sich nämlich wirklich und konsequent als Teil der Natur sehen, kann er auch wie jeder andere Bereich der Natur nach naturwissenschaftlichen und daher auch stochastischen Methoden erforscht werden. Er muss also einerseits dem Blick auf sich selbst als Teil der Natur zustimmen, und möchte aber doch gleichzeitig die Kontrolle darüber haben, welche Daten denn in die Untersuchung einfließen dürfen. Das ist aus wissenschaftlicher Sicht natürlich nicht zulässig, und spätestens hier zeigt sich, dass die Naturmystik letztlich in einem Widerspruch gefangen ist, der sich vielleicht an kaum einer anderen Stelle so klar zeigen lässt: Gerade der Umstand, dass der Mensch bewusst eine bestimmte Form des Verhaltens zu seiner Umwelt wählen kann, macht ihn zu einer Größe, die eben nicht nur Teil der Natur ist sondern die geeignet ist, die Natur zu beherrschen. Eben diese Fähigkeit gehört zu seiner Natur. Will der Naturmystiker aber aus der Position des Herrschers heraus kommen und nur Teil der Natur sein, wird er aber zum Beherrschten, was er ebenfalls nicht möchte. Die Lösung könnte nur darin bestehen, die Naturwissenschaften selbst aufzugeben, also das Herrschen selbst zu unterbinden, aber sie sind die einzige Zugangsform zur Natur, die nicht unter dem Generalverdacht steht, dass der menschliche Geist auch schon den Zugang zur Natur versperrt. Die Naturwissenschaften bieten ja gerade vermeintlich intersubjektive Werkzeug eder Naturbetrachtung an und spielen daher in der Naturmystik als Korrektiv gegen die Einflüsterungen des menschlichen Geistes eine entscheidende Rolle. Aus diesem Grund bleibt der Naturmystiker gefangen in seiner Angst vor Kontrolle und der Ergebenheit in sein Schicksal als beherrschter Natur.

Design News

Als Konzernchef weiß man heute, dass man nicht gleichzeitig positive Quartalsergebnisse und Entlassungen von Mitarbeitern verkünden darf. Selbst wenn es dem Konzern gut geht, muss man entweder auf den globalen Konkurrenzdruck verweisen oder die Herausforderungen der technischen Entwicklung usw. Warum? Weil zwei Informationen bei dem Leser zu einer Argumentationskette verknüpft werden. Der Leser/Hörer denkt in diesem Moment nicht über „Design News“ nach, also über die Möglichkeit, aus der Fülle an Nachrichten eine beliebige Informationskette anzulegen, sondern begnügt sich mit der Frage „Stimmt die Information?“ Kann er die Frage bejahen, akzeptiert er auch die Argumentationskette.

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Moderne Diktaturen unter dem Deckmantel des Umweltschutzes

Ich erinnere mich noch dunkel an die ersten Erfahrungen der Menschen mit den Grünen: sie fühlten sich irgendwie betrogen. Gewählt hatten sie eine Partei, die sich für den Wald einsetzt, bekommen haben sie eine Partei im Parlament, die offenbar gegen alles ist, was Menschen als Familie kannten. Darüber hinaus bot sie einen Schutzraum für Pädophile und viele hielten wohl aus weltanschaulichen Gründen offenbar auch nicht viel von Körperpflege. Und jetzt? Treten sie wieder als Schützer von Walen und Delphinen auf und als Retter des Welt-Klimas. Ich will ihnen gar nicht absprechen, dass ihnen diese Themen auch wichtig sind – wer will schon eine Überfischung der Meere? Bisher, und das heißt eben auch in der Zeit, als sie mitregieren konnten, hatten allerdings gesellschafts- und  familienpolitische  Themen immer den Vorrang. Wer sich darüber wundert, hat die politische Seite der Naturmystik nicht verstanden:

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Im Griff der Finanzwelt

Es ist richtig, über mögliche Interessenkonflikte von Friedrich Merz zu berichten. Aber immerhin würde er seine Ämter für seine Arbeit in der Politik (hoffentlich) ruhen lassen. Was hätte Merz in der Zeit seiner politischen Pause eigentlich tun sollen? Nur Jobs bis zu einer Obergrenze anzunehmen? Oder gar nicht arbeiten und in der Wüste meditieren, um sich angemessen auf die Aufgabe vorzubereiten.

Für sein Amt wird es entscheidend sein, alle finanziellen Verbindungen konsequent zu kappen. Damit wäre er ein wunderbares Vorbild für die Medien, die ihre unappetitliche Abhängigkeit von der Wirtschaft in Form von Werbeeinnahmen und Rabatten nie aufgegeben haben.

Blassgrün

Der Aufstieg der Grünen wird derzeit mit großem Beifall der Medien verfolgt. Ob sie bald schon einen Kanzler stellen? Wie können sie Volkspartei sein, ohne sich so zu nennen? Und welche großartigen Eigenschaften dieser Partei sind ausschlaggebend für ihren Erfolg? Fragen über Fragen. Wer in Deutschland wissen möchte, wie politischer Erfolg  funktioniert, kommt um Angela Merkel nicht herum. Sie hat die Politik in Deutschland revolutioniert, und sie konnte das, weil sie in einer Diktatur zur Schule gegangen ist. Als öffentlich bekannt wurde, dass sie in der DDR als Kommunistin bereits erfolgreiche erste Gehversuche in der Politik unternommen hatte, fragten sich einige Konservative besorgt, ob sie immer noch eine heimliche Kommunistin sein könnte. Das halte ich für Unsinn. Sie war ganz einfach immer genau das, was ihr half, an die Macht zu kommen. Bei Bedarf eben auch Kommunistin. Nach der Wende ging sie einfach in die größte Partei des Westens, weil man dort die besten Chancen hat, Kanzler zu werden. Gleichzeitig bot ihr die größte Partei den Vorteil, dass es sich um eine konservative Partei mit einer konservativen Wählerschaft handelte. Wäre die größte Partei damals eine linke Partei gewesen, hätte sie es schwerer gehabt. Aber konservative Wähle neigen eben auch zu einem konservativen Wahlverhalten, d.h. sie bleiben ihrer Partei treu, weil sie irgendwie das vage Gefühl haben, dass sie immer noch eher zu ihren Interessen passt als andere. Etwas Neues probiert man nicht aus. Mit dieser – sorry – dämlichen Wählerschaft an Bord konnte Merkel ihre Politik fast beliebig weit nach links ausdehen und dort die linken Wechselwähler einsammeln, während die Stammwähler die Zähne knirschten – und ihr trotzdem weiter treu blieben. Mit dieser Taktik erreichte Merkel in ihren besten Zeiten fast die absolute Mehrheit. Aber nicht nur die Stammwähler im eigenen Lager stöhnten über diese Entwicklung, auch die linken Parteien mussten hilflos zusehen, wie ihnen ein Kampfplatz nach dem anderen entzogen wurde. Wie soll man sich gegen einen körperlosen Feind wehren?

Aber hat Merkel nicht auch für Positionen gekämpft? Als politische Schülerin hat sie wie gesagt die Mechanik der Macht in einer Diktatur kennen gelernt. Und ein erfolgreicher Diktator weiß, dass man mit Gewalt allein auf Dauer nicht herrschen kann. Man muss ausreichend Lügen streuen, um den Menschen das Selbstbild zu ermöglichen, nicht aus Angst sondern aus Überzeugung die Unterdrückung zu akzeptieren. Das wichtigste Werkzeug in einer Diktatur ist daher neben der nackten Gewalt das Propagandaministerium. Die erste Frage, die sich ein Politiker stellen muss, der in einer Diktatur politisch zur Schule gegangen ist und nun in einer westlichen Demokratie erfolgreich sein möchte, lautet: Wo ist hier das Propaganda-Ministerium? Vermutlich bedeutet es einige Umgewöhnung, bis man sich daran gewöhnt hat, dass das Propagandaministerium ähnlich der ehemaligen Zentralbank von der Politik autonom agieren kann. Aber man kann sich darauf einstellen. Die Inhalte werden eben jetzt von den staatlichen Medien vorgegeben und denen hat man gewissenhaft Folge zu leisten. Und für diese Positionen muss man u.U. auch kämpfen. Aber wer die Medien im Rücken hat, kann nicht verlieren.

Die Säulen der Regierung sind also eine ideen-, kraft-, kontur- und charakterlose Politik unter einer devoten Hingabe an die Medien. Und eine fett gewordene, träge Wählerschaft.

Der Witz ist dabei, dass Angela Merkel durch den Raubzug auf linkem Terrain die politische Linke gestärkt hat! Denn sie hat auch diese Parteien jeder Kontur beraubt und insbesondere die Grünen ausgesprochen blass aussehen lassen. Was hat man hier um Positionen gekämpft und doch immer nur Pannen produziert. Dann ist es ziemlich still geworden. Dann kam der große Glücksfall für die Linke: der Erfolg der AfD! Jetzt gab es eine große Wählerschicht, die irgendwie nicht rechts wählen wollte, aber keine Lust mehr auf die große Koalition hat. Diese neue etablierte linke Wählerschicht funktioniert ähnlich wie die alte konservative Elite, sie schaut nicht mehr genau hin und wählt ebenso „grob links“ wie man vorher „grob konservativ“ gewählt hat. Und das funktioniert aus einer Kombination aus dem historischen Erbe und der aktuellen Konturlosigkeit, bei der gleichzeitigen absolut verpflichtenden Hingabe an die Medien. Und natürlich gehört auch hier eine fett gewordene Wählerschaft dazu, der es reicht, einem Lager anzugehören, von dem man früher mal überzeugt war.

Man kann also sagen, dass zuerst Merkel den linken Parteien die Themen geklaut hat. Jetzt ist die Ideenlosigkeit der größte Trumpf der Grünen. Blassgrün ist einfach schick.

Formulierungskünste der Medien

Der Begriff „Abtreibung“ ist bereits sehr technisch. Es gibt weder einen Akteur noch ein Opfer. Nur ein Geschehen. Es ist eine ärztliche Technik, bei der etws sprachlich in Fluss gebracht wird. Aber natürlich kann man nicht ganz ohne Kopfkino diesen Begriff verwenden, so dass auch er kaum noch verwendet wird. Heute wird eher davon gesprochen, dass „Frauen in Notsituationen behandelt werden“ oder „medizinische Unterstützung“ erhalten.

In dieser flauschigen Begriffswelt war es natürlich unerträglich, von dem Oberhaupt der Katholischen Kirche Worte wie „Auftragsmord“ zu hören.

Als ersten Schritt für eine ehrliche Auseinandersetzung fordere ich daher Klarheit: sagt was ihr meint und versteckt eure Ansichten nicht hinter Floskeln. Und hebt endlich das Verbot auf, Bilder der Opfer zu zeigen!

Dürfen Eltern ihre Kinder töten?

Der Linken scheinen die sinnvollen Themen auszugehen, deswegen diskutieren wir jetzt eben auch diese Frage: Dürfen Eltern ohne Angabe von Gründen auf Kosten der Krankenkasse ihre Kinder töten lassen?

Die derzeitige Rechtslage sieht vor, dass das möglich ist, die Eltern sollten sich allerdings nicht länger als 3 Monate Zeit mit der Entscheidung lassen. Im römischen Reich war es der Pater familias, der über das Leben seiner Kinder gleich nach der Geburt entschied und ein Kind, dass keine Gnade fand, wurde kurzerhand geötet oder ausgesetzt, wo es den sicheren Tod durch Unterkühlung ausgesetzt war.

Heute ist es die Mutter, die formal die Entscheidung trifft, wobei es genug Fälle gibt, in denen Frauen vor allem von den Vätern des Kindes massiv unter Druck gesetzt werden, um ihre Kinder abtreiben zu lassen. Bei einer Spätabtreibung ist das Kind oft bereits voll überlebensfähig und wird entweder vom Arzt erwürgt oder einfach schreiend liegen gelassen, bis es an Unterkühlung stirbt. Genau wie im römischen Reich, nur dass es jetzt formal die Mater familias ist, von der die Entscheidung juristisch ausgehen muss.