Bilder können Nachdenken nicht ersetzen

„Für Isabel Schayani hört das Abwägen angesichts der Bilder aus dem Flüchtlingscamp in Lesbos auf.“ Das habe ich heute mit Erstaunen in der tagesschau gelesen. So ein Urtail ist menschlich verständlich, es ist aber ein Fehlschluss, der seit dem Buch von Daniel Kahnemann über schnelles und langsames Denken auch einer breiteren Öffentlichkeit als „taboo trade off“ bekannt ist. Gemeint ist, dass z.B. eine Position schon dann falsch als falsch angesehen wird, wenn es bereits anrüchig ist, über sie nachzudenken.

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Merkels und Macrons unterschiedliche Visionen von Europa

Es vergeht kaum ein Tag ohne Kuschelbilder zwischen den beiden. Die Unterschiede werden eher quantitativ wahrgenommen, wobei Macron sich mehr für Europa einzusetzen scheint als Merkel. Diese Darstellung kaschiert allerdings die fundamentalen Unterschiede zwischen den beiden.

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Lösung für Flüchtlingskrise in Sicht

Für Flüchtlinge gibt es gute Nachrichten: in absehbarer Zeit werden sie nicht mehr an nationalen sondern an der europäischen Grenze abgewiesen. Da es weder logistisch noch rechtlich irgendwelche Vorteile bietet, ist es vermutlich viel moralischer und hilfreicher. Und selbst wenn es weder das Eine noch das Andere ist, bietet eine europäische Lösung immerhin den Vorteil, dass man die Verantwortung bis zur Unkenntlichkeit verwässern kann, was für entscheidungsschwache Menschen natürlich begrüßenswert ist. Insbesondere für Deutschland hat die faktische Abschaffung der Grenzen den Charme, dass sie sich gleich mit ihrer historischen Schuld in einem Staatengeflecht auflösen und mehr als Europäer und weniger als Deutsche sehen müssen. Auch wenn weder wirtschaftliche noch logistische oder gar moralische Gründe für eine europäische Lösung sprechen, spricht psychologisch sehr viel für sie. Allerdings kann man kaum übersehen, dass es vor allem deutsche Gründe sind, die europäische Lösungen so außerordentlich attraktiv machen. Und damit wird Europa letztlich doch wieder zu einem sehr nationalen Interesse.

Die Rolle des Westens im Nahen Osten

Seit Donald Trump Jerusalem offiziell zur Hauptstadt von Israel erklärt hat, läuft alles in geordneten Bahnen: die Hamas probt den Aufstand, der Weltsicherheitsrat mahnt ein Ende der Gewalt an, Europa stürzt sich in die Rolle des Vermittlers usw….

Schauen wir uns das Debakel mal aus der Sicht der Beteiligten an.

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Der Status der öffentlich rechtlichen Sender

Sie selbst sehen sich als „Sauerstoff für die Demokratie“, als Garanten für Qualität und Seriosität. Nein, die Beiträge seien keine Steuern sondern so etwas wie allgemein akzeptierte, fast freiwillig vereinbarte Zahlungen zum Wohle aller. Wer liest, wie der öffentlich rechtliche Rundfunk über sich selbst denkt, kommt aus dem Staunen nicht heraus.  Welche Stellung aber hat der öffentlich rechtliche Rundfunk tatsächlich? Denn eine wirkliche Abstimmung hat es über ihn in der Bevölkerung nie gegeben. Und dass eine Demokratie besser mit als ohne funktioniert, liegt vorsichtig formuliert nicht gerade auf der Hand.

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Der Rattenkönig

Unter einem Dorf hatte sich der Rattenkönig ein Reich geschaffen. Er regierte mit Gewalt und Schrecken über  Finsternis und Unrat. Eines Tages beschloss er, auch die Welt oberhalb seines Imperiums zu unterjochen und sandte regelmäßig nächtliche Stoßtrupps aus, die das Dorf durch Diebstahl und Zerstörung in große Unruhe versetzten. Nun gab es einige Katzen in dem Dorf, die mit den Stoßtrupps leicht hätten fertig werden können, allerdings waren die Katzen fett und bequem geworden. Manche hätten wohl erst einen Moment nachdenken müssen, wie man überhaupt die Krallen ausfährt. So empörten sie sich also nur und bezeichneten das Verhalten des Rattenkönigs als „absolut inakzeptabel“.

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Pädophilie in „Fack ju göhte 3“

Eine Lehrerin, die völlig stoned mit einer Schülerin knutscht (alle finden es lustig und sogar die Direktorin kann von dem pädagogischen Wert des entsprechenden Videos überzeugt werden). Dieselbe Schülerin fasst bei einem Gruppen-Selfie der Direktorin an die Brüste. Da es theoretisch denkbar ist, dass die Schülerin über 18 ist, mag das zwar alles unpassend aber möglicherweise nicht strafbar sein. Beunruhigender war in meinen Augen die Szene, in der der Hauptdarsteller auf der Toillette in einer Grundschule (!) in der Kindertoillette am Pissoir steht und dort von zwei Grundschülern gefragt wird, ob er mit ihnen „kuscheln“ möchte. Er schickt sie genervt weg und als Zuschauer fragt man sich unwillkürlich „Haben die das jetzt wirklich gesagt?“ Aber da der Film ordinär, lustig weiter geht, möchte man die Stelle am liebsten übersehen. Dass Pädophile das Kuschelbedürfnis von Kindern in ihrem Interesse umlenken möchten, ist bekannt, dass Kinder mit diesen Ideen von sich aus kommen, dürfte eher auf die Fantasie des Drehbuchautors zurück zu führen sein.

Das Tempo, mit dem die Pädophilen die Gesellschaft in dieser Frage vor sich her treiben, ist verblüffend.

Pädophilie auf der „Paris Photo 2017“

Die Paris Photo gilt als eine der bedeutendsten Messen für Fotografie. 2017 wurden in einem der Hauptgänge großformatige Fotos von nackten Kindern gezeigt, die allerdings nach meinem Kenntnisstand nirgendwo in der Berichterstattung besprochen wurden. Hat niemand sie gesehen? Oder wollte sich niemand -und schon gar nicht in der Kunstszene – als prüde outen, indem er als Erster darauf hinweist? Als Schachzug war die Platzierung natürlich genial, denn Kunst kann kaum kritisiert werden, selbst wenn es sich um schlichte Kinder-Akte handelt ohne erkennbaren künstlerischen Anspruch handelt.

Pädophilie im ARD – Bericht vom 2.1.2018

Und weiter geht es mit Berichten über fragwürdiges Vorgehen gegen Pädophile: heute berichtet der ARD über das Vorgehen Polens, eine Liste von schwerstkriminellen Pädophilen im Internet frei zugänglich zu machen. Das Urteil wird netterweise gleich mitgeliefert, denn die Schlagzeile heißt „Polen stellt Pädophile an den Pranger“. Am Ende wird noch mal darauf hingewiesen, dass Polen nationalistisch sei und von der EU ein Sanktionsverfahren eingeleitet wurde. Eine Debatte über die Abwägung der Interessen von potentiellen Opfern und den Persönlichkeitsrechten der Täter wird nicht angestoßen sondern beendet. Der Ton wird also bereits ausgesprochen scharf, denn nun steht bereits das äußerste Mittel im Kampf um die gesellschaftliche Anerkennung der Pädophilie zur Verfügung: eine nationalistische Regierung kämpft gegen Pädophile. Besser konnte es für die Pädophilen nicht kommen.

Pädophilie im ARD – Tatort „Stau“

Der ARD hat sich im Kampf um die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften sehr engagiert, jetzt scheint er die Pädophilie-Debatte ins Rollen zu bringen. Wie von mir voraus gesagt, beginnt es mit Fällen falscher Verdächtigungen, wie z.B. im Tatort „Stau“. In der Folge geht es um die Frage, warum ein 14jähriges Mädchen kurz nach dem Geschlechtsverkehr blutend am Straßenrand liegt. Die Geschichte entpuppt sich als reichlich konstruiert: sie hatte einfach Sex mit ihrem Freund (17) und geriet unmittelbar im Anschluss in einen Streit mit ihm, weil er meinte, es lohnt sich nicht, nach ihrem entlaufenen Hund zu suchen, was sie natürlich doch tat und prompt angefahren wurde. Durch dieses sicher reichlich alberne Szenario war es erst möglich, den Verdacht des Missbrauchs aufkommen zu lassen. Nein, eigentlich brauchte man dafür noch widersprüchliche Zeugenaussagen, für die  ein 3jähriger Junge als Zeuge genommen wurde. Immerhin war es auf diese Weise möglich, eine Geschichte um eine begründete aber fälschliche Vermutung aufzubauen. Im Verlauf der Suche wurden dann gleich 3 Männer verdächtigt, die natürlich ganz zu unrecht, als pädophil aktenkundig geworden sind. Am Ende löste sich also alles in Wohlgefallen auf, und niemand hatte wirklich Grund, an der Folge Anstoß zu nehmen. Allein die schlecht konstruierte Geschichte lässt die Frage aufkommen, ob der Zuschauer möglicherweise bewusst nicht allgemein gegen Vorurteile sensibilisiert werden sollte, sondern ein neues Vorurteil lernen sollte: bei dem Vorwurf der Pädophilie muss man gaaanz vorsichtig sein!  In juristischen Fragen ist genaues Hinschauen sicher wichtig, allein die Häufigkeit, mit der solche Fälle konstruiert werden, führt zu einer routinierten Vorwegnahme des Urteils, weil der Zuschauer glaubt, aus Erfahrung sagen zu können, dass an solchen Vorwürfen ja meistens nichts dran ist. Und genau mit diesen psychologischen Mitteln wurde auch die Bereitschaft vorbereitet, Homosexualität nicht zu verurteilen. Und wo sich die geforderte Bereitschaft nicht einstellt, hilft dann erfahrungsgemäß die gesellschaftliche Ächtung nach.