Joschka Fischer und „Die Rückkehr der Geschichte“

Eine Neuerscheinung auf dem schnelllebigen Marktplatz des politischen Buches darf man sich als echter theocon in den nächsten Tagen nicht entgehen lassen … Joschka Fischer: „Die Rückkehr der Geschichte“.
Laut der Rezension im Handelsblatt widmet sich Fischer erst nach viel Balsam für die amerikanische Seele seinem Baby Europa … Die Rezensionen lassen überraschenderweise vermuten, dass Fischer sich trotz aller Kritik an Neokonservativen wie G.W. Bush und Wolfowitz in Stilfragen und Nebensächlichkeiten sich in diesem „politischen Testament eines Aussenministers“ offensichtlich als überzeugter Transatlantiker in die Annalen der Geschichtsschreibung eingehen will. Die Welt am Sonntag behauptet amüsanterweise sogar kühn: Joschka Fischer ist ein Neokonservativer.

Sei es, wie es sei … Das wichtigste Paradigma der Welt nach dem 11. September 2001 findet sich in voller epischer Breite in Fischers neuem Buch: Nach den Weltkriegen und dem Sieg über den Faschismus und Kommunismus befindet sich der freie, demokratische Teil der Welt nunmehr in einem Krieg mit einer dritten Form des Totalitarismus, dem „Djihad-Totalitarismus und Fischer sieht erfreulicherweise die USA als den „entscheidenden strategischen Gegenspieler“ aller dieser Mächte des Bösen.
Die Lektüre dieses Buches scheint sich also ausgezeichnet zur Verteidigung der amerikanischen Aussenpolitik insbesondere gegen undifferenzierte Angriffe der Bush-Hasser-Fraktion zu eignen. Fischer ist ja gerade in deren Augen schon fast eine Art säkularer Polit-Heiliger. Also in den zukünftigen Disputen nicht lange fackeln … kurz den Ex-Aussenminister Fischer zitieren und weiter … 🙂

Mit freundlichen Grüssen
wanderprediger

P.s: Ach so … da war ja noch was … was sagt Fischer nun zur Europäischen Union? Roger Köppel bringt es in der Welt folgendermassen auf den Punkt: „Der Außenminister glaubt nicht an Verträge nach dem Vorbild des alteuropäischen Kräftegleichgewichts souveräner Nationalstaaten. Ihm schwebt eher eine Art Globalisierung der Europäischen Union vor, also die Verbreitung der postnationalen Idee geteilter Souveränitäten. Man könnte auch sagen: Fischer will ein großräumiges politisches Wohngemeinschaftsmodell, in dem sich möglichst viele Völker versammeln sollen, um das allgemeine Konfliktrisiko zu vermindern. Wie bei allen Wohngemeinschaften wird am Ende allerdings auch in dieser Konzeption nicht deutlich, wer am Ende wofür die Verantwortung trägt.“

Joschka Fischer und „Die Rückkehr der Geschichte“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.