NPD-Ziel Kulturhoheit über deutschen Mainstream

Die Rechtsextremisten im Allgemeinen und die NPD im Besonderen streben meiner Meinung nach eine Art Kulturhoheit über den deutschen Mainstream an. Dabei handelt es nicht nur um Verstärkung von mehr oder weniger latent vorhandenen ausländerfeindlichen Tendenzen in der bundesrepublikanischen Gesellschaft oder den Einbruch in bisher vollkommen unerschlossene Jungwählerpotentiale mit rechtslastiger Gothic oder Black-Metal-Musik. Mittlerweile gibt es sogar Allianzen zwischen Nazis und Islamisten !!!

Sehr einfach lässt sich zur Zeit in Deutschland ein dumpfer Nährboden für Antiamerikanismus seitens der Neuen Rechten instrumentalisieren.
Dieser Nährboden wird vorbereitet wenn deutsche Journalisten etwa George W. Bush und die USA klischeehaft beispielsweise auf Titelbildern, in Karrikaturen und Artikeln dämonisieren, anstatt fundiertere sachliche Kritik zu üben. Der Rechtsextremismus sieht hier eine riesige Chance auf Zustimmung in der breiten Bevölkerung und argumentiert dementsprechend. So behauptete ein Landtagsabgeordneter der NPD im Januar 2005, die USA trügen die Schuld am 2. Weltkrieg, und versuchte so, sich die in der Bevölkerung verbreitete Ablehnung der Militäreinsätze der USA für rechtsradikale Propaganda zunutze zu machen. Auch wenn Rechtsextreme gegen Bombardierungen deutscher Städte im 2. Weltkrieg demonstrieren, nutzen sie solche Stimmungslagen, und stellen so die Befreiung vom Faschismus durch Alliierte als Verbrechen dar.
Rechtsextreme, die meist einfach den nationalsozialistischen Antiamerikanismus unverändert weiterführen, versuchen auch immer häufiger, den Holocaust durch Verweis auf Verbrechen in der frühen amerikanischen Geschichte (etwa an den Indianern) oder auf Hiroshima zu relativieren (Revisionismus).
Es ist meine Beobachtung hier auf Jesus.de dass genau diese Kulturstrategie greift. Sehr häufig kommen diese oben genannten Argumentationsweisen genau dann, wenn man auf die deutsche Schuld am 2. Weltkrieg und Holocaust sowie die Demokratisierung Deutschlands durch die USA angesprochen wird …
Einige hier sind auf dem gleichen Argumentationsniveau wie die Rechtsextremisten ….
Weitere Hinweise in der Anlage …

Mit freundlichen Grüssen
wanderprediger

http://www.maxeiner-miersch.de/standp2004-08-11a.htm
In Magdeburg wurde der Protestzug vorige Woche von rund 100 Neonazis und Rechtsradikalen angeführt. Jeder, der die Pamphlete von linken Antiglobalisten und Nationalisten einmal nebeneinander legt, wird mühelos eine erhebliche Schnittmenge entdecken. Bis hin zum Friedensthema. „Für Frieden! Gegen US-Kriege!“, klebte die NPD in München. Bei aller Friedensliebe bringen beide Bewegungen viel Verständnis für islamistischen Terror auf. Sie interpretieren ihn als Verteidigung der moslemischen Identität gegenüber dem westlichen Kapitalismus und Kulturimperialismus.

Nur die Aktivisten selbst und die zahlreichen mit ihnen sympathisierenden Medienleute wollen das Offensichtliche nicht sehen. Sie setzen ihre Antifa-Scheuklappen auf und verschanzen sich hinter Opas politischem Lagerdenken, um die peinlichen Parallelen nicht wahrnehmen zu müssen. Doch die Parolen beider Bewegungen sind immer häufiger nicht nur ähnlich, sondern identisch. „Arbeit statt Profite!“ lautet ein Slogan der NPD. Horst Mahler, die Inkarnation dieser Konvergenz, erklärte „Die Globalisierungsfalle“, ein Kultbuch der Antiglobalisten, zur „Pflichtlektüre für jeden Patrioten.“ Der antiwestliche Eiferer, der von der RAF zur NPD wanderte, schreibt: „Der Feind aller Völker der Welt ist der Krake, das anonyme Geflecht des globalen Spekulationskapitals.“ Das könnte so in jeder Attac-Broschüre stehen. Würden die antiwestlichen Bewegungen von rechts und links zusammenwachsen, müssten sie keinen Schwenk vollziehen, sondern könnten weitermachen wie bisher. Schon heute bedienen sie sich wahllos bei jedem Ideologiesegment, das sich gegen Freihandel und offene Grenzen, gegen Amerika und Israel einsetzen lässt.

Das ganze ist nicht neu. Auch zwischen den Weltkriegen predigten Kommunisten, Faschisten und Nationalsozialisten die Abschottung der Grenzen gegen fremde Waren, ausländische Unternehmen und Einwanderer. Sie waren damals ziemlich erfolgreich damit, weil nationalkonservative Eliten ihre ökonomischen Irrtümer teilten. Der internationale wirtschaftliche Integrationsprozess, der durch den ersten Weltkrieg ohnehin unterbrochen war, wurde fast völlig zum erliegen gebracht. Wirtschaftkrisen und Armut waren die Folge. Heute ist die Situation nicht so dramatisch. Aber die protektionistischen Trugschlüsse, der Regulierungsglaube und die Verteufelung alles Amerikanischen reichen weit über das Umfeld von Attac und NPD hinaus.

http://www.vsp-vernetzt.de/soz/0123042.htm
Mahler hatte kurz nach den Anschlägen [vom 11.September 2001 wp.] eine Erklärung veröffentlicht, in der er die Angriffe als „eminent wirksam und deshalb rechtens“ bezeichnete. Und Mahler zeigt exemplarisch, was deutsche Neonazis mit radikalen Islamisten verbindet: Antiamerikanismus und offener Antisemitismus, der in der Globaliserung ein jüdisches Projekt zur Unterjochung der Völker sieht. Die Angriffe markierten „das Ende des Amerikanischen Jahrhunderts, das Ende des globalen Kapitalismus und damit das Ende des weltlichen Jahwe-Kultes, des Mammonismus“. Dem „Vernichtungskrieg der Globalisten gegen die Kulturen der Völker“ sei „jetzt erstmals auf amerikanischem Boden eine militärische Niederlage beigebracht worden“. Die Attentäter nannte der Mann, der sich selbst als „Gedankenkrieger“ sieht, „opferbereite Krieger“, die „die Macht des Geldes gebrochen hätten“. Für die Opfer der Anschläge hatte er dagegen nur Hohn übrig — er bezeichnete sie als „Kollateralschäden“.

http://www.rbb-online.de/_/kontraste/beitrag_jsp/key=rbb_beitrag_1237925.html
USA selber schuld? Antiamerikanismus bei Links- und Rechtsextremen
Linksextreme wie rechtsextremen Demonstranten sind sich nach den Anschlägen in den USA in vielerlei einig – in ihren Friedens-Forderungen, im Auftreten und vor allem in ihrem Antiamerikanismus: Die Extreme überschneiden sich.
Wenn Deutsche den Frieden so sehr lieben – kann man eine Gänsehaut kriegen. Bewegte Menschen, die eigentlich ideologisch sehr weit auseinander stehen – klingen mit einem Mal unheimlich ähnlich: „Sowas kommt von sowas“.
Ein bisschen mit schuld? Das hatten wir schon mal. Waren die Juden nicht auch ein kleines bisschen mit schuld, damals? Da ist es wieder: dieses verräterische „Aber“. Menschen umzubringen ist ja nicht richtig, aber… da waren doch der Vietnamkrieg, die CIA in Chile und Nicaragua.
Die Zahl der Toten stand noch nicht annähernd fest – da kamen schon die ersten Frontberichte aus den ideologischen Schützengräben. Links außen? Rechts außen? Kaum zu unterscheiden, mussten Carolin Walter, Steffen Mayer und Jan Eggers feststellen. Menschenverachtung verbindet.
Gestern in Berlin: Die Rechtsextremen marschieren für „Frieden für Deutschland“. So steht es zumindest auf den Transparenten. Friedensbewegte Rechtsradikale?

„Demonstrieren Sie für Frieden?“
Demonstrant:
„Halt’s Maul!“

Nur die Führer der Rechten sagen es ganz offen – hinter den Friedensparolen steckt Hass auf Amerika.

Steffen Hupka, Rechtsextremist:
„Ich wünsche der USA den Tod als Macht in der Welt.“

Nach den Attentaten in den USA – Hohn von den Rechtsextremisten. Sie haben das alte Feindbild Amerika wieder hervorgeholt. Der US-Imperialismus sei an allem schuld. Auch am Terror in New York.

Steffen Hupka, Rechtsextremist:
„Dort wurde genau der imperialistische Staat USA angegriffen, der immer dieses Elend in der Welt verbreitet hat und immer noch verbreitet.“

Seitenwechsel – eine linke Friedensdemo vor zwei Wochen – auch hier das gleiche Feindbild: das imperialistische Amerika. Die wahren Terroristen sind die USA.

Demonstrant:
„Es muss Schluß sein mit dem amerikanischen Imperialismus, auch mit dem amerikanischen Terror. Das ist richtig.“

Die islamistischen Terroristen seien die eigentlichen Opfer. Die USA selbst hätten sie zur Tat getrieben. So sehen es viele Linke.

Kristian Glaser, PDS Hamburg:
„Diese zynischen Verzweiflungstaten, mit denen wir es jetzt in den Vereinigten Staaten zu tun hatten vor 14 Tagen, zeigen ja, dass das, was die Vereinigten Staaten gesät haben, jetzt mit doch erheblicher Heftigkeit zurückschlägt.“

Und da treffen sich Links- und Rechtsextreme. Denn NPD-Chef Udo Voigt sieht es genauso.

Udo Voigt, NPD, Berlin: „Wer Wind sät, wird Sturm ernten. Wenn man die imperialistische Politik der USA in den letzten fünfzig Jahren vergleicht. Wenn man sieht wie viele Städte sie, angefangen in Deutschland bis hinzu Belgrad, Tripolis und Bagdad, mitten im Frieden bombadiert haben, dann gibt es eben irgendwann auf eine solche Politik eine Antwort.“

Das soll die Antwort sein – auf amerikanische Politik. Die USA – der Weltpolizist. Wenn er eingreift – ist er Imperialist. Wenn er nicht eingreift – ist er menschenverachtend.

Amerika – immer schuld? Der Historiker Heinrich August Winkler kennt diesen Reflex.

Heinrich August Winkler, Historiker:
„Amerika gibt einen bequemen Sündenbock ab für die äußerste Linke wie für die äußerste Rechte. Denn die Vereinigten Staaten von Amerika sind die letzte verbliebene Weltmacht. An wen oder gegen wen sollte man sich denn mit solchen Kampfparolen wenden, wenn nicht in erster Linie an die Vereinigten Staaten.“

Der American Way of Life – weltweit. Den wollten Rechts- wie Linksextreme immer schon bekämpfen. Eine einfache Formel – die Amerikaner sind für das ganze Elend der Welt verantwortlich. Und das neue Schlagwort dafür – Globalisierung.

Stefan Bornost, „Linksruck“:
„Es gibt eine direkte Verbindung zwischen den Terroranschlägen und dem Zustand der Welt, die die Anti-Globalisierungsbewegung auf den Plan gerufen hat. Die Opfer der Globalisierung schlagen zurück. Das ist zwar sehr verkürzt, aber ich glaube, darum geht es im Kern.“

Und wieder sind sich linke und rechte Extremisten einig.

Horst Mahler, NPD:
„Die Probleme kommen auf den Tisch und da werden die Globalisten verlieren und die Völker werden siegen.“

Heinrich August Winkler, Historiker:
„Also auch bei den Nationalsozialisten konnten wir ja beobachten, dass sie bestimmte linke Rituale ja ganz bewusst übernehmen, umfunktionieren für ihre Zwecke, bis hin zu Liedern der Arbeiterbewegung. Aber vor allem auch was die sozialistische Rhetorik angeht.“

Rechte Demonstranten:
„Solidarität mit Palästina!“

Rechte demonstrieren, und es klingt, als wären Linke unterwegs. Revolutionäre linke Slogans in rechter Hand.

Von rechts:
„Hoch die nationale Solidarität!“

Und hier von links:
„Hoch die internationale Solidarität!“

Auch in ihrem Zynismus treffen sich die Extremisten. Sie unterscheiden zwischen Opfern im World Trade Center und im Pentagon.

Der Rechtsextreme Christian Worch hat mit bestimmten Opfern kein Mitleid.

Christian Worch, Rechtsextremist:
„Wer im Pentagon arbeitet, der arbeitet in einer Kriegsmaschine, der arbeitet in einem Kriegsministerium, möchte ich einmal sagen, und muß demzufolge auch damit rechnen, dass selbst in Zeiten formellen Friedens er möglicherweise Opfer einer militärischen oder quasi-militärischen Aktion werden könnte.“

Geteiltes Mitleid auch von links außen.

Demonstrant:
„Wenn die amerikanischen Militärs angegriffen würden und es da kommt, dann wäre es noch mal eine andere Sache.“

Sympathie hegen Linke wie Rechte für die vermeintlichen Motive der islamistischen Terroristen. Denn schließlich haben sie alle denselben Gegner – die USA. Was nicht ins linke beziehungsweise rechte Weltbild passt, wollen sie nicht sehen – auch nicht bei Terroristen:

Heinrich August Winkler, Historiker:
„Man will im Grunde unsere politische Ordnung, unsere Gesellschaftsordnung, unsere Werteordnung liquidieren. Darum ging es den Terroristen. Und davon sollten die extremen Linken und Rechten nicht abzulenken versuchen. Sie werden es weiter tun, aber ich denke, dass diesen Versuchen nicht sehr viel Resonanz beschieden sein wird.“

Doch Linke und Rechte kämpfen weiter um die Vorherrschaft auf der Straße und vor allem um die gleichen Slogans. Die Linken haben es nur noch nicht bemerkt.

Demonstrant:
„Wir haben einen Spruch: wer Wind sät, wird Sturm ernten.“

Udo Voigt, NPD, Berlin:
„Habe ich den Spruch geprägt: Wer Wind sät, wird Sturm ernten.“

„Diesen Spruch: Wer Wind sät, der wird Sturm ernten, den benutzt zur Zeit auch die NPD.“
Demonstrant:
„Tatsächlich? Ja , die übernehmen gerne Sachen, aber …“

Tatsächlich: vereint im Antiamerikanismus – die unheimliche neue deutsche Allianz.

NPD-Ziel Kulturhoheit über deutschen Mainstream

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