Weltjugendtag und Papstbesuch

Der Papst wurde gestern abend von einem seiner ehemaligen Studenten, der mittlerweile Pilot geworden ist mit einer Lufthansamaschine wieder nach Rom zurückgebracht. Und die Million Jugendlicher Pilger macht sich ebenfalls auf die Heimreise. Viele weltliche Journalisten haben jetzt ein Problem … Die Begeisterung der Jugend der Welt für den erzkonservativen Papst aus Deutschland ist für sie einfach nicht nachvollziehbar. Daher liest man in all diesen Artikeln auch wieder die gleichen Begriffsversatzstücke, wie „Pop-Ikone Benedikt XVI.“, „Eventkultur“ und „Paatiee“-Stimmung … All diese hilflosen Erklärungschiffren einer WElterklärergeneration, die es gewohnt ist der Welt ihre eignen postmodernen Ideologien als die Grundlinien des Zeitgeistes auszulegen. Dies findet man nicht nur in Zeit und Spiegel sondern auch in der konservativen Welt.

In der evangelikalen Welt hat der Papst deutlich gepunktet. Stand zu Beginn der Woche noch die Ablassdiskussion und die Notwendigkeit die Gründe für die Reformation gerade zum Papstbesuch hier hochzuhalten, so zieht doch das Flaggschiff evangelikaler Berichterstattung eine positive Bilanz des Papstbesuchs. Nach einem fassungslosen Abstecher der idea-Leute auf der einzigen evangelischen Gegenveranstaltung, wo es den Veranstaltern anscheinend vor allen Dingen darum ging zu vermittlen, dass die evangelische Kirche sich vor allen Dingen über ein positives Verhältnis zur Homosexualität definiert … Kommen sie zu folgenden Schluss: „Das Gesamtereignis Weltjugendtag hat indessen keineswegs nur Kritik verdient. So positiv wie in den vergangenen Tagen wurde gerade über die katholische Kirche schon seit Jahren nicht mehr berichtet. Als Joseph Ratzinger noch Chef der römischen Glaubenskongregation war, galt er als theologischer Wadenbeißer und wegen seiner dezidiert konservativen Ansichten als rückwärtsgewandter „Panzerkardinal“. In Köln war Benedikt Liebling der Massen. Selbst die Musik- und Sexpostille für Jugendliche „Bravo“ brachte ein großes Poster mit dem Konterfei des Pontifex Maximus heraus. Ratzinger hat sich diese Popularität nicht erarbeitet, er hat sie von seinem Vorgänger Johannes Paul II. ererbt. Wie sein Vorgänger nutzt er sie, um die Menschen für den Glauben an Gott zu begeistern. Überraschend dürfte es für deutsche Journalisten gewesen sein, wie stark sich die jugendlichen Besucher auch mit den ethischen Positionen des Papstes identifizierten. Viele junge Frauen und Männer bekräftigten vor Fernsehkameras und Radiomikrophonen, daß sie wie der Papst außerehelichen Sex genauso für falsch halten wie Kondome. Der von der kritischen Initiative „Kirche von unten“ angezettelte Streit um die Kondomfrage fand kaum statt. Offenbar schüttelt eine nachkommende Generation die auch im Katholizismus verbreitete Liberalität wieder ab. Das Bemühen der Veranstalter, den Weltjugendtag nicht auf eine Megaparty zu reduzieren, gab dem Kölner Großereignis deutlich mehr Tiefe, als man sie etwa bei deutschen Katholikentagen oder Evangelischen Kirchentagen erlebt. Selten verloren sich Vorträge in politische Banalitäten, häufig wurde nach den Auswirkungen der christlichen Botschaft auf das persönliche Leben gefragt.“
Weltjugendtag und Papstbesuch

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