Joschka Fischers Abschied und sein Rat an die CDU …

Hallo und guten Tag auch,
wie jeder weiss, habe ich zu den GRÜNEN ein besonders gespaltenes Verhältnis, denn wie ebenfalls jeder weiss: Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche! 🙂
Obwohl ich mittlerweile die rettenden theokonservativen Ufer erreicht habe, kann ich mich trotz immer kleiner werdender inhaltlicher Übereinstimmung dem Charisma eines Joschka Fischers immer noch nur schwer entziehen. Er war ein wichtiger Teil meiner politischen Kindheit und Jugend und hat mich über die Jahre hinweg sehr beeinflusst. Daher möchte ich auch zu seinem offiziellem Ausstieg aus den Führungsämtern nochmal eine der wenigen noch verbleibenden Meinungsübereinstimmungen mit ihm betonen: Seine Einschätzung zum Wahldesaster der Union, welche er in seinem historischen Abschiedsinterview in der TAZ [-> http://www.taz.de/pt/2005/09/23/a0142.nf/text „Das rot-grüne Kapitel, das meine Generation geschrieben hat, ist unwiderruflich zu Ende“ ] zum Besten gab.

TAZ: Wir haben es mit zwei Volksparteien zu tun, die nicht mehr in der Lage sind, Mehrheiten für sich zu organisieren. Führt diese fehlende Bindungskraft, diese generelle Zerfaserung der Parteienlandschaft, zu italienischen Verhältnissen?
Fischer: Ich bin da nicht so pessimistisch. Bleiben wir mal bei der CDU und Angela Merkel. Sie hat gravierende Fehler gemacht. Frau Merkel wollte der CDU ihre Seele rauben: ihr soziales Selbstverständnis. Die Christdemokratie ist ja keine konservative Partei. Das Element der christlichen Soziallehre spielte immer eine entscheidende Rolle. Kohl hat das noch verstanden. Frau Merkel jedoch hat sich auf einen konservativen Modernisierungskurs verengt und die vielen kleinen Leute vergessen. So bleibst du keine Volkspartei.
TAZ: Sie machen sich Sorgen um die Union?
Fischer: Vielleicht verstehe ich das alles besser als Frau Merkel, weil ich aus einer katholischen, christdemokratischen Flüchtlingsfamilie komme. Für meine Eltern war es auf Grund ihrer Religion und Herkunft völlig undenkbar, SPD zu wählen. Aber sie waren eben auch kleine Leute – und die können mit einer kalten Politik, wie sie sich Angela Merkel vorstellt, nichts anfangen. Und genau deswegen ist sie mit ihrem Versuch einer neokonservativen Wende gescheitert. Wäre sie damit durchgekommen, hätten wir eine andere Republik gehabt. Haben wir aber nicht.

Bei aller bösartigen, unfairen und nicht zuletzt ungerechtfertigten Dämonisierung von Prof. Kirchhof durch Rot-Grün … Da haben sie aber mal den Nagel so richtig auf den Kopf getroffen Herr Fischer! Genau diese kalte Durchökonomisierung der deutschen Konservativen ohne irgendwelche Bezüge zu christlichen Werten oder zur christlichen Soziallehre habe ich während des Wahlkampfes auch schon beklagt [-> http://www.theocons.de/index.php/a/2005/08/01/p170 ].
Natürlich stehen wir vor riesigen ökonomischen Probleme, die endlich angegangen werden müssen. Aber zur Zeit dreht sich bei den Konservativen wirklich alles nur noch um die Ökonomie …und es ist eine rein neoliberale Ökonomie. … Was wir hier meiner Meinung nach in Deutschland brauchen, ist eine Umsetzung des Konzepts des „Compassionate Conservativism“ [=mitfühlender Konservativismus -> http://www.welt.de/data/2000/08/05/575359.html ] auf die Deutschen Verhältnisse. Ein Konservativismus, der wieder soziales Engagement und Mitgefühl für die Armen hochhält. Ich habe über Amazon eine Originalausgabe von Marvin Olasky´s Klassiker „Compassionate Conservativism“ [-> http://www.amazon.com/gp/reader/B00005ARY9/ref=sib_dp_pt/102-9224362-3947347 ] bestellt und werde gerne darüber berichten 🙂
Mit freundlichen Grüssen
wanderprediger
Joschka Fischers Abschied und sein Rat an die CDU …

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