Zum Thema: „Satanisten glauben nicht an Satan“

Hi BMer, Hi interessierte Laien, Hi posers united,
hier kommt die Antwort auf einige eurer netten Postings zum Thema „Satanisten glauben doch gar nicht an Satan“ … Am besten ist es natürlich, Euch einfach zu ignorieren. Nun habt Ihr mir hier allerdings wirklich nette Postings gewidmet und irgendwie hab ich dann doch ein paar Minuten meiner kostbaren Zeit investiert, um Euch hier mal aus einer kleinen RetroCollage meine Sicht zu erklären … und vor allen Dingen natürlich wie ich Euch sehe … Ich erlaube mir, Eure freundliche Zustimmung vorausgesetzt, Euch einfach zu Duzen …

OK los gehts … Natürlich hast Du recht, wenn Du glaubst, dass ich mich Euch gegenüber ziemlich überlegen fühle. Aber nicht durch meinen eigenen Verdienst, sondern dadurch, dass ich als wiedergeborener Christ die Gnade habe, das Geheimnis Gottes zu erkennen, das Christus ist, in welchem verborgen liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis. [Kolosser 2,2-3]

Ich erkläre es Dir gerne. Du und die meisten BlackMetaller und natürlich auch fast alle Satanisten, die was auf sich halten … Ihr alle glaubt selbstverständlich gar nicht an Satan als Person. Und gerade intellektuelle B-Metaller wie Du legen ganz besonders großen Wert auf den Zusammenhang von individuellem Protest und der Symbolik des Bösen. Auf die Methaphorik des Destruktiven und Satanischen hat ja Baudelaire schon vor Jahrhunderten hingewiesen. In Die Litaneien Satans [hast Du doch sicher gelesen … ] erscheint „Satan“ als letzte Zuflucht der Unterpriveligierten. Wenn Ihr den Teufel als kulturelle Symbolisierung sozialer Verhältnisse begreift, dann wird in Euren Augen mit den satanischen Symbolen das Aufständische, die Rebellion, das die Ordnungen sprengende und die Macht an sich reissende Moment symbolisiert. Der Teufel ist für Euch die archaische Metapher für den sozialen Aufstand. In diesem Sinn ist die BlackMetaltypische Symblik des Bösen [NumberOfTheBeast, Pentagramme etc.], des Todes und des Extremen und das „Prinzip Satan“ mit der Quasi-Wiederbelebung einer archaisch-religiösen Metapher Ausdruck für eine unbesiegbare und unkontrollierbare anarchische Gegenkraft gegen die moderne Ordnung und die unbeeinflussbaren, fernen Machtorganisationen und „Unterdrückungsstrukturen“.
Das idealisierte „Prinzip Satan“ als Freund und Helfer der Unterdrückten und Verstoßenen, als Trost der Armen und Verurteilten – so arbeiten die Gehirne der B-Metaller. Im Prinzip ist ja die gesamte Heavy-Metal-Kultur sehr stark im Kontext des sich auflösenden proletarischen und subproletarischen Milieus angesiedelt, in den Subkulturen der Arbeiterjugendlichen, den „maskulin orientierten“ Subkulturen, die in der Tradition der Halbstarken, Rockern, Fussballfan und Straßencliquen stehen …
… Aber ich schweife ab:
Das Problem was ihr aus meiner Sicht habt ist dabei Folgendes: Ihr idealisiert Satan als eine Art „Prinzip der Rebellion“
… ABER …
seid blind für die REAL EXISTIERENDE GEISTLICHE WELT. Ihr seid blind dafür, dass Menschen, die sich der dunklen Seite hingeben, wahrhaftig von den dunklen Wesenseinheiten dieser geistlichen Welt umsessen und noch schlimmer besessen sein können. Satan existiert in dieser Welt und er hat Macht. Black Metal gibt ihm Macht über junge Menschen … denn sie geben ihm Anrecht auf ihr Leben.
Natürlich ist das für Euch nicht greifbar, der Glaube an Jesus Christus rangiert bei Euch so ungefähr auf dem selben Level wie der Glaube an den Weihnachtsmann. Es ist, als wenn Ihr in einem Bungalow wohnt und Euch will jemand was vom Keller und vom Dachgeschoß erzählen … OK ich weiss von mir wollt Ihr es nicht hören, aber vielleicht lasst Ihr es Euch einfach von Head dem Ex-Gitarristen von Korn [PostNuMetal] erzählen [-> http://www.headtochrist.com/ ] oder von Alice Cooper [Ausschnitte aus einem Interview mit der Münchner Abend-Zeitung ] …

AZ: Seit wann sind Sie Christ?
Alice Cooper: Ungefähr neun Jahre. Ich war mein ganzes Leben Alkoholiker, aber all die Autos, Häuser, Frauen, Drogen: Am Ende bleibt Dir nichts. Ich trinke nicht mehr und in der Kirche habe ich gefunden, worum es geht: unsere Beziehung zu Gott, nicht zu Dingen.

AZ: Was ängstigt Sie noch?
Alice Cooper: Der Amoklauf an der Columbine-Highschool in Littleton und die Tatsache, dass es das Böse gibt. Es hieß: Die Musik ist schuld, es waren die Filme, die Computerspiele. Aber wie können Sie und ich solche Spiele spielen und nicht zu Mördern werden? Wo kommt diese Mordinstinkt her? Er kommt von einem viel dunkleren Ort in der Seele. Man mag das für altmodisch halten, aber ich glaube, diese Jungs waren vom Satan besessen.

AZ: Ist Satan nicht eine allegorische Figur?
Alice Cooper: Der Satan tut nichts, der Satan macht Vorschläge. Er ist ein großartiger Verkäufer.

AZ: Haben Sie ihn getroffen?
Alice Cooper: Nein, aber ich weiß, wer er ist. Ich weiß, was die Bibel über ihn sagt: Er ist der schönste Engel des Himmels. Der Song „Give me this“ auf dem Album dreht sich um ihn. Er fragt: Wünschst du dir nicht alles zu haben? Und dann fordert er einen auf, niederzuknien und ihn anzubeten. Es gibt nur einen, der das nötig hat. Satan erscheint nicht als Monster, der Satan verkleidet sich als Verführer.

AZ: Ist Satan in Littleton als Rock’n’Roll erschienen?
Alice Cooper: Warum sollte er sich nur auf Rock’n’Roll verlassen? Alles was einen denken lässt, man sei wichtiger als Gott, ist Satan.

AZ: Kann Rockmusik überhaupt etwas bewirken?
Alice Cooper: Wenn Musik sagt „Geht raus und tötet, geht raus und zerstört“, dann stimmt damit etwas nicht. Aber die meisten Kids sind klug genug, um sowas zu erkennen.

… gutes Schlußwort

In diesem Sinne
Euer wanderprediger

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