Compassionate Conservatism: Attraktiv für Konservative- und für Links-Evangelikale

Hallo,
zur Abwechslung möchte ich diesmal einen kleinen e-Mail-Disput zu dem Text 2007: Deutschland auf dem Weg zur „Christian Coalition“? veröffentlichen, der zeigt, wie wir Christen doch immer auch beeinflußt von den politischen Ideen des Zeitgeists sind … Was natürlich auch auf mich selber zutrifft! Gespräche zwischen den beiden „Lagern“ können hier vielleicht gelegentlich heilsam sein.
Die Diskussion zeigt mir, daß es in Zukunft verstärkte Diskussionen zwischen konservativen Evangelikalen und Links-Evangelikalen geben muß. Ich denke die Auseinandersetzung mit dem hier schon häufiger besprochenen Compassionate Conservatism, dessen Wurzeln sich auch in Rick Warrens P.E.A.C.E-Plan wiederfinden könnte für beide Seiten sehr interessant sein.
MfG wanderprediger

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hallo du wanderprediger,
wenn dein name programm ist, weißt du auch, daß es in der heiligen schrift heißt, daß jedes volk die regierung erhält, die es verdient hat. sicherlich könnte in diesem unserem lande einiges besser laufen, aber bestimmt auch einiges wesentlich schlechter. die einzige frage, die sich mir an dieser stelle stellt, ist ob es unsere aufgabe sein sollte sich mit polemik und politik zu befassen oder eher dem auftrag unseres herrn nachzukommen, der in Matthäus 28, 18 beschrieben ist. die welt wird von satan und seinen jüngern regiert, worin sich satan in erster linie duch ignoranz und lieblosigkeit in der welt ausdrückt. solange aber es den menschen nicht möglich ist zu erkennen, dass ihr einziges heil in der weltregierung christies besteht, werden sie auch nicht verstehen, daß es die liebe unter den menschen ist, die einen wahren dauerhaften durchbruch bringen kann und muß. es hilft niemandem, wenn man sich über detailfragen streitet und dabei in der sache unssachlich wird. es ist bestimmt ein wesentlicher aspekt, dass abtreibung mord ist, jedoch das ignorieren der tatsache, daß jede minute irgendwo auf der welt ein kind verhungert, ein junges mädchen zur prostitution gezwungen wird oder diverse heilbare krankheiten weitere todesopfer fordern, nur weil es wichtiger ist kriege für öl zu führen und gegen vermeindlichen terrorismus durch islamisten, ist total unverschnörkelt genau der gleiche mord – mord durch wegsehen, mord durch ignoranz, mord durch lieblosigkeit. hier die moralkeule zu schwingen und sich tatsächlich einzubilden, daß mit einer weiteren christlichen partei alles besser wird, halte ich persönlich für groben unfug

also bleib dran mein lieber wanderprediger und versuche zu ergründen wie wir die königsherrschaft christies auf erden erlangen.

Sei gesegnet
XXXXXXXXXXXXXXXXX

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Hallo Bruder,
Ich danke dir für Deine ausführliche e-mail.
Ich denke wir sind uns in der Hauptsache einig … Bei uns prallen jedoch auch ideologisch Welten aufeinander. Ich selber komme aus der linksradikalen Generation der 80er Friedensbewegung, proEmanzipation proHomoEhe proWeltrevolution proAntiamerikanismus etc. you name it … Erst als ich wieder zu Jesus zurückgefunden hatte verblassten die linken Meme meiner Jugend so langsam und die Bibel wurde die Basis meiner Bewertung …
Mittlerweile bin ich im lager der wertkonservativen Renegaten angelangt 🙂
Es geht ja nicht darum die Lieblingsthemen der konservativen Evangelikalen wie „Anti-Abtreibung“, „Anti-Homoehe“ gegen die Lieblingsthemen der Links-Evagelikalen „Anti-Hunger“, „Anti-Frauenausbeutung“, „Anti-Aids-Kampagnen“ auszuspielen, sondern Christen in der Politik („Suchet der Stadt Bestes“ … „Betet für die Obrigkeit“ etc.) sollten sich in beiden Richtungen engagieren und von mir aus auch in beide Richtungen die Moralkeule schwingen.
Ich denke Jesus hätte hier keine ideologischen Scheuklappen bei seinen Jüngern geduldet. Wir sollten uns jedoch auch untereinander liebevoll zurechtweisen dürfen, was dir im übrigen in Deiner Mail an mich schon hervorragend gelungen ist.
Damit auch Du in den Geschmack einer solch liebevollen Zurechtweisung kommen kannst möchte ich dich darauf hinweisen, dass Du anscheinend einen intensiven Kontakt mit dem Virus des Anti-Amerikanismus hattest [„nur weil es wichtiger ist kriege für öl zu führen und gegen vermeindlichen terrorismus durch islamisten, ist total unverschnörkelt genau der gleiche mord“]. Ich möchte Dir jetzt nicht vorschreiben, wie du bzgl. Amerika und George W. Bush zu denken hast … Du sollst auch nicht meine Meinung oder die von Derek Prince oder Rick Joyner übernehmen … aber ich möchte Dich bitten, dass Du mit dieser Frage zu Jesus Christus gehst und Ihn um Rat fragst. Diese platten Antiamerikanismen wirtst Du von ihm sicherlich nicht hören!
Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger

Compassionate Conservatism: Attraktiv für Konservative- und für Links-Evangelikale

Ein Gedanke zu „Compassionate Conservatism: Attraktiv für Konservative- und für Links-Evangelikale“

  1. >> Wir sollten uns jedoch auch untereinander liebevoll zurechtweisen dürfen, was dir im übrigen in Deiner Mail an mich schon hervorragend gelungen ist.
    Nun ja, lieber ‚wanderprediger‘, das ist ja sehr linde ausgedrückt!
    Was den PEACE-Plan Warrens anlangt, sollten wir noch genauer untersuchen, was er meint, und zu welchen Zugeständnissen er bereit ist. Ich bin eher skeptisch; ich kann nicht einfach annehmen, R.W. ist „einer von uns“. Auch Calvary Chapel äußerte Distanz zu E.Ch.-Lehren, obwohl Calvary keine „konventionelle Kirche“ ist und von vorneherein für die Kontextualisation des Evg. an die nächste Generation eingetreten ist.

    In folgendem Papier beziehen sie Position:

    2.Petr. 2, vers 1 besagt, „But there were false prophets also among the people, even as there shall be false teachers among you, who privately shall bring in damnable heresies, even denying the Lord that bought them, and bring upon themselves swift destruction.“…. We see a tendency toward this in what is commonly called the „Emergent Church“ teachings. Some of the concerns that we have are with the speculations and positions that they are suggesting:

    1. That Jesus is not the only way by which one might be saved. It seems that they are postulating a broader Tor and a broader Weg in den Himmel …
    2. The soft peddling of hell as the destiny for those who reject the salvation offered through Jesus Christ. There are suggestions of universalism in their teaching, that all will ultimately be saved.
    3. We have difficulty in their touchy-feel relating to God. Where the experience of certain feelings become the criteria for truth rather than the word of God….
    5. We do not believe that we should seek to make sinners feel safe and comfortable in church….
    6. Should we seek to condone what God has condemned, such as the homosexual lifestyle?….
    8. The great confusion that exists in the divergent positions of the Emergent Church results from their challenging the final authority of the Scriptures. “ […]

    Hat man erst einmal keine letztgültige Autorität mehr, dann werden die Ideen von Herrn und Frau Belebig ebenso gültig wie desjenigen, der danach kommt, das ist nicht hilfreich, sondern endet in völliger Verwirrung und in Widersprüchen.
    Hier noch einige Aussprüche von Warren, die uns zu denken geben sollten:
    „Heute gibt es nicht mehr so viele Fundamentalisten mehr. Ich weiß nicht, ob sie’s schon wissen: sie sind inzwischen solch eine Minderheit, so sehr viele sind in Aerika nicht geblieben …“ – „… das Wort ‚Fundamentalist‘ stammt in Wirklichkeit aus einem Manifest, das in den 1920ern verfaßt wurde und „The Five Fundamentals of the Faith“ hieß. Und es ist sehr gesetzliche, enge Sicht des Christseins.“ Zitat Rick Warren, May 2005

    Januar 2006 O-Ton Warren: [Fundamentalismus ist] „einer der größten Feinde des 21. Jhdts..“ „Muslim fundamentalism, Christian fundamentalism, …. sie kamen alle aufgrund von Fucht zstande, aus Furcht voreinander“. (www.lighthousetrailsresearch.com/newsletterjanfeb06.htm)
    Nun, ich bin und bleibe Fundamentalist (siehe blog!
    Allerbeste Grüße aus Unterhaching vom
    buchstapler

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