Heilungsritus von Martin Luther entdeckt

Hallo liebe Geschwister,
leider wird ja in unseren evangelischen Landeskirchen kaum noch das Krankengebet nach Jakobus 5,13ff [-> http://www.bibel-online.net/buch/59.jakobus/5.html#5,13 ] geschweige denn die Krankensalbung praktiziert. Grundsätzlich war ich immer der Meinung, dass schon Martin Luther diesbezüglich sehr „nüchtern“ gewesen sei. Bei meinen Recherchen zu einem „Heilungs“-Vortrag aus biblischer Sicht habe ich jetzt aber auf eine Art verschütteten „Heilungsritus“ bei Martin Luther entdeckt. [-> http://www.healingrooms-hanau.de/resources/luther-heilungsgebet.html ] Dieser Text, den Ihr in der Anlage zu diesem Posting findet, wird auch in zusammengefasster Form erwähnt in dem sehr empfehlenswerten Buch „Wenn Gott nicht heilt“ von dem „Landeskirchler“ Roland Scharfenberg, mit dem ich mich zur Zeit hauptsächlich auf den Vortrag vorbereite. Letztendlich handelt es sich bei dem Luther-Text um einen Brief an den Pfarrer Schulze zu Belgern, in dem Luther genau erklärt, wie sich der Pfarrer einem „unheilbar“ erkrankten Gemeindemitglied gegenüber verhalten sollte.
Kaum ein evangelischer Pfarrer wird heutzutage diese Anweisung Luthers noch kennen. Wer möchte, kann daher über -> http://www.gemeindeatlas.de die E-Mail seines Pastors raussuchen und ihm diesen „Heilungsritus“-Brief von Luther zumailen.
Bitte gebt in Eurer E-Mail auch die genaue Quelle des Luther-Briefes an:
Luther, Martin. „An den Pfarrer Schulze zu Belgern“. Dr. Martin Luthers sämtliche Schriften 21b. Hg. Joh. Georg Walch. St. Louis: Concordia, 1904 3172-73

Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger [ http://www.youtube.com/watch?v=TsPh_8Dxl3E ]

Dem würdigen Ern. Schulzen, Pfarrer zu Belgern, meinem günstigen, guten Freund. Gnade und Friede im Herrn und Jesus Christus!

Ehrwürdiger Herr Pastor!
Es hat mir der Schösser zu Torgau und der Rath zu Belgern zugeschrieben und vor die Frau Hans Kornerin gebeten, ihr guten Rath und Trost zu geben, damit ihrem Manne möchte geholfen werden. Nun weiss ich wahrlich keinen weltlichen Trost, und wo die Ärzte nicht Hülffe wissen, so ist es gewiss nicht eine schlechte [d.h. gewöhnliche] Melancholie, sondern vielmehr ein versuchlicher Angriff des Teufels, dem man durch Gebete des Glaubens in der Kraft Christi begegnen muss. So machen wir es und pflegen es so zu machen. Es war nämlich hier ein Schmuckkästchenmacher so (wie Herr Korner) vom Wahn ergriffen. Den haben wir durch das Gebet in Christus geheilt. Darum mach es bitte folgendermaßen: Gehe hin zu ihm mit dem Hilfsprediger und zwei oder drei guten Männern – du in der gewissen Zuversicht als Inhaber des öffentlichen geistlichen Amtes und als Ortspastor -, lege ihm die Hände auf und sprich: „Friede sei mit dir, lieber Bruder, von Gott, unserem Vater, und vom Herrn Jesus Christus!“ Danach bete mit vernehmlicher Stimme über ihm das Glaubensbekenntnis und das Vaterunser. Zum Abschluss sage dann: „Gott, allmächtiger Vater, der du zu uns gesagt hast durch deinen Sohn:, Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn ihr den Vater um etwas in meinem Namen bittet, so gibt er es euch‘- und ein ander mal durch ihn uns geheissen und genötigt hast zu beten: ,Betet und empfanget‘, ebenso Psalm 50,15: ,Rufe mich an am Tage der Trübsal, und ich reiße dich heraus, und du verherrlichst mich‘ -, darum beten wir unwürdigen Sünder auf das Wort und den Befehl deines Sohnes zu deiner Barmherzigkeit mit aller Kraft unseres Glaubens: würdige diesen Menschen, dass du ihn von allem Übel befreist und das Werk Satans in ihm zerstörst zur Ehre deines Namens und zum Wachstum des Glaubens und der Heiligen durch denselben unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen.“

Dann gehe weg, lege ihm die Hände auf und sage noch einmal: „Die Zeichen, die denen, die da glauben, folgen, sind diese: auf die Kranken legen sie die Hände, und es geht ihnen gut.“ Dieses wiederhole bis zu dreimal täglich. Außerdem bete im Gemeindegottesdienst von der Kanzel, bis Gott erhört. Wir vereinigen uns ganz und gar in Fürbitte und Gebet mit aller unserer Glaubenskraft unaufhörlich in Gott. Lebwohl! Einen anderen Rat habe ich nicht, der ich bin – usw. 1545

Heilungsritus von Martin Luther entdeckt

3 Gedanken zu „Heilungsritus von Martin Luther entdeckt“

  1. Gern befolge ich Ihren Rat, Pfarrern diesen Brief auszugsweise zu übersenden!! Gute idee! – „Heilungs“-Vortrag – wann haben sie vor, diese abzuhalten? Wenn es für mich nicht zu weit ist,wäre ich gerne kommen! Frdl. Grüße –Büchersatpler

  2. Hallo Bücherstapler,
    der Vortrag findet am Montag in der Nähe von Potsdam statt. Wenn Ihnen das zu weit und zu kurzfristig ist maile ich Ihnen gerne das Manuskript zu.
    Mit freundlichen Grüßen
    wanderprediger

  3. Guten Tag, Herr Doktor! Besten Dank für die prompte Reaktion! Ja, mailen Sie mir dies Manuskript zu + Erlaubnis, es für den persönl. Gebrauch ablichten zu dürfen, wir leben hier zwar nicht in einer lutherischen Hochburg, aber auf diese Art und Weise lerne ich lutherische Pfarrer kennen und ihre Ansicht.

    Freundlichst
    Ihr Buchstapler

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.