Homosexuelle als Kanonenfutter des Kulturkampfes

Lobbyisten können nicht nur die Politik, sondern sogar die Wissenschaft beeinflussen. Edward Shorter beklagt dies in seiner „Geschichte der Psychiatrie“:

„Das letzte Schlagloch auf dem wissenschaftlichen Weg der DSM-III-Verfasser (das DSM ist das amerikanische Pendant zum ICD in Deutschland. Es handelt sich um Listen abrechnungsfähiger Diagnosen bei psychischen Störungen. Anm. MW) grub die Politik. Sie waren zwar bemüht gewesen, sich an „Daten“ zu halten, wurden aber von ideologischen Lobbyisten derart belagert, dass sie sich zu einer ganzen Reihe von Konzessionen gezwungen sahen. Die langwierigen Auseinandersetzungen darüber hinterließen den Eindruck, dass hier nicht nur ein wissenschaftliches, sondern auch ein politisches Dokument geschaffen wurde. Nehmen wir zum Beispiel das Gezänk um die Homosexualität. (Im DSM-II war Homosexualität noch als sexuelle Abnormität aufgeführt.) Ein Subkomitee des DSM-III-Teams erwog die Bezeichnungen „Homodysphilie, Dyshomophilie, homosexuelle Konfliktstörung, Liebesbeziehungsstörung…und schließlich Ich-dystonische Homosexualität“. Doch weil sich das Subkomitee nicht einige werden konnte, delegierte es die Entscheidung an die Projektgruppe selbst, die beshloss, Homosexualität vollständig von der Liste zu streichen. Ein Referendum unter den APA-Mitgliedern bestätigte diese Entscheidung 1974. Was ein Jahrhundert oder länger als schwere psychische Störung galt, hatte mit einem Federstrich zu existieren aufgehört.“ (S.452f)

In den Medien schien dieses Ergebnis dann wie der letzte Stand der Forschung angekommen zu sein, denn hier gab es noch nicht einmal eine Diskussion über Homosexualität. Man hat offenbar beschlossen, alle Fälle von traumatischen Mutter- oder Vaterbeziehungen schlichtweg zu übersehen. Und an eine hitzige moralische Debatte dieses Themas kann ich mich auch nicht erinnern.

Und das eigentlich erschreckende ist: die Menschen haben diese Entwicklung mitgemacht. Und innerhalb von ca. 10 Jahren haben sie mit der gleichen Abscheu, mit der sie früher die Homosexualität betrachteten, nun auf die geblickt, welche sie verurteilen.

Das hat nichts mit wissenschaftlichem Fortschritt oder der Bewusstseinsentwicklung einer Gesellschaft zu tun. Hier geht es ganz einfach um einen Kulturkampf, in dem der einzelne Homosexuelle als Munition missbraucht wird. Ja, er wird tatsächlich missbraucht, denn wenn es wirklich darum ginge, jemandem zu helfen, hätte man die Frage nach den möglicherweise tragischen Ursachen und ihren möglicherweise eben nicht nur sexuellen Folgen stellen müssen. Sollte es nun aber einen Homosexuellen geben, der unter seiner Sexualität leidet, wird ihm heute kein Therapeut mehr helfen und falls doch wird keine Krankenkasse die Therapie übernehmen.

Noch schlimmer aber ist die Frage, wie er mit seiner Schuld umgehen soll. Nach über zehnjährigem Dauerbeschuss durch die Medien wird natürlich an dieser Stelle jeder pflichtschuldig aufheulen und die Frage an sich schon für pathologisch halten.

Aber ich bin überzeugt, dass viele Homosexuelle es besser wissen. Und diesen möchte ich sagen, dass Schuld nicht therapierbar ist. Aber sie kann vergeben werden. Gott hat seinen eigenen Sohn nicht geopfert, weil wir so anständige Menschen sind, sondern weil wir den Tod verdienen und er uns in Jesus das wahre Heil und das ewige Leben anbieten wollte um uns aus Gnade zu erretten.

27 Gedanken zu „Homosexuelle als Kanonenfutter des Kulturkampfes“

  1. Dein Kommentar ist eine ganz typische Reaktion auf politisch unkorrekte Meinungen!
    Politische Korrektheit zeichnet sich gerade dadurch aus, dass die eingefordert wird, wo es eigentlich keine sachlichen Gründe gibt, sie unterscheidet sich ja gerade von der Korrektheit im logischen Sinne.

    Wenn jemand politische Korrektheit nun akzeptiert hat, und jemandem begegnet, der etwas politisch unkorrektes sagt, kann er sich nur ärgern, ohne etwas erwidern zu können. Auf eine Argumentation wurde er nicht vorbereitet, weil er gelernt hat, politisch unkorrekte Positionen zu tabuisieren.

    Und beides – den Ärger und die Unfähigkeit, etwas zu erwidern – bringst du in deinem Kommentar zum Ausdruck.

  2. Hilfe,
    mehr fällt mir zu diesem Text nicht ein.
    Homosexualität ist keine Krankheit.

    Dazu: „Was ein Jahrhundert oder länger als schwere psychische Störung galt, hatte mit einem Federstrich zu existieren aufgehört.“

    Es galt auch so knapp drei- bis viertausend jahre lang als Tatsache, dass die Erde eine Scheibe ist. Mittlerweilen wissen wir es besser.

    Dieser Text ist meiner Meinung nach nicht mehr als ein verwirrt hingeschriebener Kommentar, ohne Quellen, nur gefüllt mit Hass.
    Und das finde ich irgendwie traurig, dass sich solche Menschen dann auch noch Christen nennen.

  3. Der Unterschied zwischen dem veränderten Blick auf die Welt und auf die Homosexualität besteht allerdings darin, dass es bei Letzterem allein der politische Druck der Betroffenen war, die sich erfolgreich organisieren konnten. Und so etwas darf meines Erachtens nicht die Wissenschaft bestimmen.

    Nebenbei bemerkt wusste man schon seit der Antike, dass die Erde eine Kugel ist. Das vermeintlich „mittelalterliche Weltbild“ mit der Scheibe ist eine Legende der Aufklärung.

    „Dieser Text ist meiner Meinung nach nicht mehr als ein verwirrt hingeschriebener Kommentar, ohne Quellen, nur gefüllt mit Hass.
    Und das finde ich irgendwie traurig, dass sich solche Menschen dann auch noch Christen nennen.“

    Nein, Hass habe ich gar nicht empfunden. Es war gerade meine zutiefst christliche Überzeugung, die mich entgegen allem gesellschaftlichen Druck daran festhalten lässt, dass es eine „Gräueltat“ ist, wenn Männern mit Männern oder Frauen mit Frauen Sex haben. (3.Mose 18,22; Röm 1 besonders V.27).

  4. Also „Krankheit“ wird nach meinem Lexikon als „Störung“ bezeichnet, die durch einen „Reiz“ (also nicht angeboren ist) ausgelöst ist und zu einer vorübergehenden (also reversiblen) Beeinträchtigung der phys. Funktion oder psych. Befindlichkeit führt, die von der Norm abweicht.

    Um die Homosexualität in diesem Sinne als „Krankheit“ zu bezeichnen, müsste man nachweisen, dass sie
    1. durch äußere Einflüsse ausgelöst wird (eine genetische Disposition gibt es auch für andere Krankheiten und spricht nicht gegen den Krankheitscharakter der Störung)
    2. wenistens ins Einzelfällen reversibel ist (auch bei anderen Krankheiten sind nicht alle heilbar)
    und 3. die psych. Befindlichkeit beeinträchtigt wird.

    Zu allen drei Punkten lassen sich meines Wissens Studien anführen, wobei Sie zum dritten Punkt vermutlich sagen werden, dass das überdurchschnittlich häufige Auftreten psychischer Probleme bei Homosexuellen nur durch die böse Gesellschaft entsteht.
    Hier bräuchte man also den Vergleich mit älteren Studien, die belegen, dass die Störungen insgesamt deutlich abgenommen haben, denn derzeit wird wohl kaum eine Gruppe in der Gesellschaft so positiv betrachtet, wie die Homosexuellen. Außerdem könnte man die Störungshäufigkeit mit anderen Gruppen vergleichen, die sich gesellschaftlich ausgestoßen fühlen (z.B. Neo-Nazis) und untersuchen, ob es dort vergleichbar viele Fälle von Depressionen und Selbstmorden gibt etc.
    Den Punkt kann man wohl relativ leicht aushebeln.

    Es ist ziemlich arbeitsintensiv, diese Studien zu besorgen, deswegen würde ich vorher gerne wissen, ob Sie überhaupt von den genannten Studien, die ich in Aussicht gestellt habe, überzeugt wären – sonst kann ich mir das auch sparen. Naja, vielleicht wäre es auch noch mal ein Thema für einen Blog, mal sehen.

    Umgekehrt gilt aber auf jeden Fall, dass die Streichung der Homosexualität aus dem Diagnosekatalog nicht durch Studien sondern allein durch politischen Druck zustande kam.

    Vielleicht eine Bemerkung noch:
    Ich habe Homosexualität als Krankheit und Sünde bezeichnet. Hier muss ich etwas genauer werden:
    Einen anderen Menschen zu töten ist Sünde. Ständig den Drang zu verspüren, andere Menschen zu töten, ist eine Krankheit.
    Ähnlich ist es m.E. auch mit der Homosexualität.

  5. der einzige, der „schuld“ auf seinen schultern trägt, ist der verfasser dieses unglaublich schrägen beitrags, da es absolut inhuman ist und er vermutlich einen kompletten bibel-kollaps erlitten hat. derbe schräg.

    please call 911 – mit ner gehirntransplantation kann man da vielleicht noch was retten.

  6. @hophnung
    „please call 911 – mit ner gehirntransplantation kann man da vielleicht noch was retten.“

    O.K., vermutlich habe ich dich nicht in deiner charmantesten Minute erwischt, aber im Ernst: wir haben gar kein so unterschiedliches Gehirn. Und wir sind beide Menschen, die dem gleichen Schulsystem entlaufen sind, die in etwa die gleichen Nachrichten im Fernsehen verfolgen und möglicherweise sogar ungefähr die gleichen Fakten zum Thema „Homosexualität“ kennen.
    Und trotzdem liegen unsere Positionen so weit auseinander, dass du den Eindruck hast, mir helfe nur eine Gehirntransplantation.

    Was macht dich in deiner Position so sicher? Beide Positionen sind gleich weit voneinander entfernt.

  7. deine argumentationskette ist nicht meine welt und ich bin müde. abseits von fragen wie die, was mich meiner position so sicher macht, möchte ich aber doch noch was sagen: du bist diskriminierend. ich weiss, du merkst es nicht.
    genauso wenig wie die hexenverfolger im mittelalter wussten, dass frauen mit roten haaren keine hexen sind. und vor ein paar jahrzehnten so viele nicht wussten, dass juden nicht das übel dieser welt sind. oder dass schwarze genauso viel wert sind wie weisse.

    es ist diskriminierend schwule und lesben therapieren zu wollen. es gibt nichts zu therapieren. sie sind gesund und ein teil von dieser welt wie du und ich. ich hoffe, du wirst das irgendwann sehen. ich frage mich wirklich, ob du nichtmals merkst, wie viele leute du vermutlich mit diesem text verletzt hast. aber dein gott wirds schon wieder richten.

    ach ja..du hast mich an einem guten tag erwischt. auf diskriminerungen gehe ich gern noch viel heftiger ab.

  8. Moooment mal. Habe ich das richtig gelesen? Homosexualität soll eine Sünde sein?
    Eine Krankheit? Ähem. Eine Krankheit ist generell auf einen schädlichen Einfluss zurück zu führen, ob Bakterienbefall, Virenbefall oder ein traumatisches Erlebnis. Moorwackler, bitte liefere erstmal eine hieb- und stichfeste Beweiskette über den Zusammenhang zwischen einem traumatischem Erlebnis und dem Auftreten von Homosexualität. Bitte mit Quellenangabe und Untermauerung durch andere Quellen, also einen 100%tigen wissenschaftlichen Nachweis, ansonsten ist dein Artikel nichts als heisse Luft aus einem leeren Kopf. Jeder Depp kann Theorien in die Welt blasen, ein intelligenter Mensch ist in der Lage, diese zu untermauern. Dies ist deine Gelegenheit festzustellen, auf welcher Seite du stehst.

    Und noch als Anregung: Warum hat dein Gott uns so geschaffen, wie wir sind (Dein Gott ist ja allmächtig.), wenn er dann von uns verlangt, uns dafür zu rechfertigen und gegen unsere Natur zu leben. Das würde ich nicht unbedingt unter der Kategorie „Gott ist unfehlbar.“ einordnen.

  9. „Gott hat seinen eigenen Sohn nicht geopfert, weil wir so anständige Menschen sind, sondern weil wir den Tod verdienen und er uns in Jesus das wahre Heil und das ewige Leben anbieten wollte um uns aus Gnade zu erretten.“

    Und warum hat uns dein Gott so schlecht und unwürdig erschaffen? Um sich selbst dran aufzugeilen, wie gnädig er ist?
    Ich brauche keine Hilfe und keine Rettung. Das kann ich selbst.

  10. Selbst im Bilblischen Zeitalter gab es schon Schwule, Lesben, Huren und Verurteiler wie Du einer bist.
    Auch Jesus wusste davon, wollte sie aber nicht Heilen, sondern nahm sie an wie sie waren. Eine solche Einstellung sollte uns Christen Vorbild sein. Haben wir nicht alle Homophile Gefühle. Oder ist Euch jede Umarmung Zu Mann/Frau unangenehm? Übt Euch bitte in Toleranz! Dies wäre eine echte Steigerung an Nächstenliebe.

    Ps; nicht alles was anders ist ist krank
    lg

  11. @hawyli
    was ich nie kapiert habe ist die ursache der homophobie. liegt das am neid auf die von homosexuellen frei ausgelebte sexualität und andersartigkeit? irrationale angst davor, selbst homosexuell zu sein?
    hm, das fast alle katholischen priester homosexuell sind, habe ich mir von einem schwulen priester bestätigen lassen. der hat gesagt, noch nicht mal auf dem Christopher Street Day geht es so hoch her, wie bei kirchlichen Treffen, wenn schon ein paar Liter Prosecco geflossen sind 😉
    Was solls, die Priester sind auch nur Menschen.

  12. @HinRichter
    Homosexualität ist nach Röm 1 eine Strafe Gottes für eine gottlose Gesellschaft. Für Christen ist das Aufleben der Homosexualität in westlichen Kulturen keine Überraschung. Das bedeutet aber nicht, dass es für den Einzelnen keine Möglichkeit gibt, zu Gott umzukehren – davon handeln dann die nächsten Kapitel des Römerbriefes…

    Deine Überlegungen zur Entstehung von „Homophobie“ kann ich hier etwas abkürzen: ich bin gar nicht homophob. Ich verurteile die Sünde eines Homosexuellen nicht mehr als meine eigene und kann mich nicht über euch stellen. Aber was als „Sünde“ zu bezeichnen ist, hängt nicht von meinen persönlichen Gefühlen oder Einstellungen sondern allein von Gottes Wort ab. Danach werde ich ebenso wie ihr beurteilt. Und Sex zwischen Männern oder zwischen Frauen ist Gott ein Gräuel.

    Gruß
    MW

  13. @hophnung
    „deine argumentationskette ist nicht meine welt und ich bin müde. abseits von fragen wie die, was mich meiner position so sicher macht, möchte ich aber doch noch was sagen: du bist diskriminierend. ich weiss, du merkst es nicht.“

    Wenn du wieder ausgeschlafen bist, kannst du es mir ja vielleicht doch noch erklären, ich warte gespannt.

    „ich frage mich wirklich, ob du nichtmals merkst, wie viele leute du vermutlich mit diesem text verletzt hast.“

    Und das, obwohl ich weder ausfallend wurde, jemandem „Hirntransplantationen“ empfohlen habe 😉 oder für irgendwelche Grausamkeiten plädiert habe. Woher kommt diese empfindliche Reaktion auf die nüchtern vorgetragene religiöse Überzeugung, dass Homosexualität eine schwere Sünde ist? Das ist ein eigenartiges Phänomen…

    „ach ja..du hast mich an einem guten tag erwischt. auf diskriminerungen gehe ich gern noch viel heftiger ab.“

    Sag mir bescheid, wenn du dich über die Diskriminierung von Ansichten jenseist deiner Welt mal so richtig aufregst, dann bin ich beeindruckt. Sonst könnte nämlich leicht der Eindruck entstehen, du hättest einfach ein Problem mit Weltanschauungen, die von deiner abweichen.

    Gruß
    MW

  14. oookay, einen moment:
    1. warum „euch“? ich bin selbst nicht homosexuell, aber das nur anbei.
    2. du verurteilst also die „sünde“ der homosexuellen? hat jesus nicht gesagt „richtet nicht, auf dass ihr selbst nicht gerichtet werdet“? wenn du ein wahrer christ bist, solltest du einsehen, dass dir solche urteile nicht erlaubt sind. als mensch ist dein horizont viel zu begrenzt, um urteile zu fällen. nach christlicher ideologie steht nur eurem gott das recht zu zu richten, weil er als einziger weiss, was in jedes menschen kopf umherspukt. ergo: wenn du es dir rausnimmst, homosexuelle als „sünder“ zu klassifizieren, machst du dich der gotteslästerung schuldig. also halte deine seltsamen gedanken zurück und mach dir mal lieber sorgen über deine arrgoanz. in der bibel wurden schon leute für weniger überheblichkeit verdammt. ich würde mal sagen: deine seele steht auf dem spiel.

  15. @HinRichter
    Du verwechselst das „Urteilen“ mit dem „Richten“. Die Zuschauer eines Gerichtsprozesses können zu dem Urteil kommen, „Sabotage ist verboten“. Aber jemanden wegen Sabotage zu verknacken ist Sache des Richters. Er drückt durch sein Gerichts-Urteil 1. seine erhobene Stellung aus und wendet 2. ein allgemeines moralisches Urteil auf einen Menschen an, indem er ihn eines bestimmten Vergehens für schuldig SPRICHT. Ein vergleichbares Verhalten wäre bei jedem anderen Menschen tatsächlich ein Zeichen von Arroganz und Selbstüberhebung.
    Im Alltag liegen diese beiden Funktionen allerdings oft dicht nebeneinander und es ist oft nur eine Frage des Tonfalls oder der undurchdringlichen Motive, ob sich ein Mensch des Richtens schuldig gemacht hat.

    Wenn mein Beitrag so klang, als überhöbe ich mich über die Homosexuellen, dann ist das tatsächlich eine schwerwiegende Kritik, die ich nicht leicht von der Hand weisen kann. Denn ich darf mich nicht über sie erheben und sie schuldig sprechen.
    Aber das Urteil, Sex unter Angehörigen des gleichen Geschlechts ist Sünde, ist davon nicht betroffen.

  16. @jochen
    Okay, ob das Sünde ist oder nicht, kannst du für dich selbst ja sehen wie du willst.
    In der Theologie ist halt nichts wirklich sicher, da es eine reine Geisteswissenschaft ohne Möglichkeit von Beweisen ist.
    Und Meinungen über die Natur der Sünde gibt es so viele wie es Theologen gibt.

  17. @HinRichter
    Dieses Bild von Geistes- und Naturwissenschaften ist leider typisch für unseren Kulturkreis geworden, aber es ist falsch:
    eine geisteswissenschaftliche Aussage ist nicht weniger sicher als eine naturwissenschaftliche. Die sicherste Wissenschaft überhaupt ist neben der Mathematik (die strenggenommen gar keine Naturwissenschaft ist, sondern dort nur häufiger verwendet wird) die Logik! Und alle Argumente der Geisteswissenschaften müssen sich an den Regeln der Logik überprüfen lassen. Man kann moralisch argumentieren, man kann die behauptete Aussage eines Textes mit Argumenten belegen und Sprache analysieren. Unsicherheiten entstehen durch das begrenzte Wissen, aber sowohl der menschliche Geist als auch die Natur wird gleichermaßen von handfesten Ursachen bewegt.
    Es gibt also keinen grundsätzlichen Unterschied zwischen einem Meteorologen, der das Klima nicht vorhersagen kann und einem Psychologen, der das Verhalten eines Gefangenen nicht vorhersagen kann.
    Aber die Unsicherheit eines Meteorologen würdest du wohl kaum als Argument dafür anführen, dass man in den Naturwissenschaften immer nur zu unsicheren Ergebnissen kommt.
    Sowohl die Natur- als auch die Geisteswissenschaften kennen mehr oder weniger gut bewährte Thesen und Theorien.

    Und zu der These, dass die Bibel die Homosexualität verurteilt, findet man eine unglaublich breite Übereinstimmung. Sie ist bei weitem klarer und stärker als die These von der genetischen Disposition!
    Die Versuche mancher kirchlicher Homosexueller, die entsprechenden Texte umzudeuten, werden zwar von einem starken gesellschaftlichen Willen gestützt, aber sind letztlich eine langatmige Totalkapitulation vor dem Versuch, einen Text zu verstehen.
    Bisher ist eine Diskussion zu diesem Thema noch immer auf die Frage hinaus gelaufen, welche Rolle die Bibel im Christentum spielt. Ich würde es sehr begrüßen, wenn in irgendeinem Blog das Thema mal theologisch diskutiert wird, vielleicht mache ich das demnächst mal.

  18. Ich selbst sehe jede Art von Wissenschaft als ein von Fehlern behaftetes Konstrukt, daß verwendet wird, um die unbewiesene Existenz der Welt um einen herum zu strukturieren.
    Ergo halte ich von Naturwissenschaften genausowenig wie von Geisteswissenschaften, wenn man sie als Basis einer Weltsicht verwendet, nicht als Werkzeug.
    Das Problem mit der Bibel ist, daß es keinen Originaltext gibt, der sich einwandfrei als dr Ursprung der „Wahrheit“ identifizieren lässt.
    Hunderte von Menschen haben übersetzt, gekürzt, selbst interpretiert, ´Kapitel sind verloren gegangen, Meinungen haben sich geändert,usw. usw.
    Die Logik sagt, daß die heutige Bibel ein verstümmeltes Machwerk ist, das nicht als Basis einer Debatte dienen kann.
    Gäbe es einen Originaltext, sozusagen die älteste aller Bibeln, und wären darin schwulenverdammende Passagen zu finden, wäre cih durchaus bereit, das zumindest als Diskussionsgrundlage zu akzeptieren.
    Derzeit ist es so, daß Homophobiker der alten zeit den Homophobikern der neuen Zeit Munition liefern für ihre haltlose Paranoia.
    Wie gesagt: Warum sollte ein omnipotenter, unfehlbarer Gott uns „nach seinem Ebenbilde“ erschaffen, wenn wir uns dann für unsere Natur, unsere Vorlieben, unsere Gedanken und unsere Bedürfnisse rechtfertigen und verantworten müssten. Das wäre ein Beweis der Fehlerhaftigkeit Gottes und damit ein Gegenbeweis seiner Existenz.
    Das ist mein Problem mit dem Christentum. Ich bin ich, wer immer mich geschaffen hat, wollte mich genau so, wie ich bin, mit allen Fehlern, ohne Bedauern oder Scham. Denn wenn es einen barmherzigen Gott gibt, wird er schon Bescheid wissen, warum wir welchen Weg gehen und wird es genau so gewollt haben.

  19. „Das Problem mit der Bibel ist, daß es keinen Originaltext gibt, der sich einwandfrei als dr Ursprung der „Wahrheit“ identifizieren lässt.
    Hunderte von Menschen haben übersetzt, gekürzt, selbst interpretiert, ´Kapitel sind verloren gegangen, Meinungen haben sich geändert,usw. usw.
    Die Logik sagt, daß die heutige Bibel ein verstümmeltes Machwerk ist, das nicht als Basis einer Debatte dienen kann.“

    Ich stimme dir hier in fast jedem Punkt zu, aber ich komme trotzdem zu einem anderen Ergebnis, wieso?
    Weil es gerade die Eigenart der Bibel ist, dass sie ganz Menschenwort und ganz Gotteswort ist, ebenso wie Jesus ganz Mensch und ganz Gott ist. Deshalb gab es zur Zeit Jesu ebenso wie heute Menschen, die auf die menschliche Seite verwiesen, um gegen die göttliche zu argumentieren („wir kennen doch sogar die Eltern von Jesus, wie kann dieser sagen, er komme aus dem Himmel?“ oder „Wir können doch den menschlichen Entstehungsprozess der Bibel mit den Händen greifen, wie um alles in der Welt soll diese Schrift Gottes Wort sein?“).
    Aber diese scheinbar vernünftige Sicht, muss die göttliche Seite ausblenden. Es gab nämlich auch andere, die gefragt haben „Aber wie kann ein Mensch solche Wunder tun?“ oder „Wie können biblische Autoren in die Zukunft sehen?“ oder „Wieso erfüllt die Bibel keines der Merkmale einer normalen menschlichen Schrift: insbesondere, dass normalerweise irgendein Mensch durch die Schrift in ein gutes Licht gerückt wird?“
    Sowohl für Jesus als auch für die biblischen Texte gilt es, sich nicht an der Niedrigkeit zu stoßen.
    Im Islam sieht das anders aus: hier wird der Text als direktes Diktat Allahs verstanden und jeder Hinweis auf seine Bearbeitung und inhaltliche Schwächen (derer es im Koran nur so wimmelt, lies das mal!) ist ein direkter Angriff auf die Lehre von der Heiligkeit des Koran.

    „Ich bin ich, wer immer mich geschaffen hat, wollte mich genau so, wie ich bin, mit allen Fehlern, ohne Bedauern oder Scham.“

    Angenommen es wäre so: eine Religion behauptet von Gott, dass sein Wille identisch ist mit allem was passiert. Das klingt irgendwie ganz vernünftig (und in gewisser Weise stimmt es sogar, man unterscheidet in der Theologie zwischen Gottes „souveränem“ Willen – alles was passiert – und seinem „moralischen“ Willen – alles, was er von den Menschen erwartet), aber es ist unbefriedigend.
    Denn die Welt ist kein Paradies, und was nützt mir das Wissen, dass Gott es eben so will? Und wie könnte Gott unsere Hoffnung auf das ewige Leben richten, wenn wir diese Welt als Gottes Willen ansehen sollen?

    Du siehst also, dass das Gesetz Gottes und die Verheißung seines Reiches direkt zusammen hängen.
    Oder anders gesagt: bevor wir Teil seines Reiches werden können, müssen wir erst einsehen, dass wir Teil des Problems dieser Welt sind.

  20. @Moorwackler

    Eine Frage habt ihr alle noch nicht beantwortet:

    Warum sollte ein Homosexueller Schuld empfinden?
    Gegenüber wem sollte er sich schuldig fühlen?

    Ich kenne nun einige Homosexuelle, aber mir ist noch keiner begegnet, der sich permanent schuldig gefühlt hätte. Auch jene nicht, die Mitglieder der katholischen Kirche sind.

    Außerdem steht doch irgendwo geschrieben, dass der christliche Gott ein liebender Gott ist, kein rächender wie z.B. der jüdische, zumindest behaupten das die Christen…
    Also, warum sollte Gott Menschen dafür strafen, dass sie LIEBEN, sei es platonisch oder physisch?
    ICh möchte jetzt nicht wie ein 68iger klingen, aber wie gesagt, dass leuchtet mir nicht ein. Offensichtlich empfinden Homosexuelle Liebe, genauso wie Heterosexuelle, also wo ist der Unterschied?

    Das ist eine ganz pragmatische Frage, unabhängig von jeder moralischen Diskussion der letzten Jahrzehnte, auf die du Bezug nimmst.
    DIese Frage basiert lediglich auf dem christlichen Grundsatz der Liebe.
    Da wird gefordert „Liebet eure Feinde“, warum sollen wir nicht erstmal der Partner unserer Wahl lieben?

    Und wo steht bitte klipp und klar, dass homosexueller Sex für Gott ein Gräuel ist? Sieh dir die geschichtliche Fehldeutung Onans an, wie er im den letzten beiden Jahrhunderten (vor 1968) verunglimpft wurde. Masturbation führt zur Bestrafung durch Gott, ja ja, aber eigentlich wenn du mal genau liest, dann merkst du, wofür er eigentlich bestraft wurde… (Und ein Tipp, es ist nicht der Coitus interruptus, also von wegen „Er ließ seinen Samen auf die Erden fallen etc.“)

    Wenn du wenigstens sagen würdest, dass du die Homosexuellen bedauerst, weil sie Gottes Segen entgehen, ihm missfallen, wie auch immer, dass könnte man mit gutem Willen noch mit Größe verwechseln, das was du aber hier schreibst ist, ohne dich beleidigen zu wollen, aber das du hast dich schlicht verrannt.

  21. Der letzte Satz muss korrenkt heißen:

    […] verwechslen, aber mit dem, was du hier schreibst, hast du dich, ohne dich beleidigen wollen, schlicht verrannt.

  22. Hallo Suko,

    die biblischen Texte, die sich mit der Homosexualität beschäftigen werden hier diskutiert:

    http://blog.theocons.de/index.php/homosexualitaet-in-der-bibel-version-1#more1774

    Dort setze ich mich mit einem Buch von einer Frau auseinander, die sich selbst als Christin versteht und die Stellen entsprechend anders deutet. Du kannst dir selbst ein Bild von der Qualität der Argumente machen, denn auch ihr Text ist kostenlos im Internet erhältlich und auf der genannten Seite verlinkt.

    Zu der Frage, ob Gott ein liebender Gott ist: ja, ganz sicher. Deswegen wird er jedem mit offenen Armen entgegen gehen, und ihn in sein Reich aufnehmen, der von seinen sündigen Wegen wieder zu ihm umkehrt.

    Gruß
    Moorwackler

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