Worum geht es den „neuen Atheisten“ eigentlich?

Wenn man Anhänger auf den Homepages der „erleuchteten“ Atheisten („Brights“) nach den Zielen für deren aufloderndes missionarisches Engagement sucht, wird man auf die Gefahren der Religion, die Verflechtung von Religion und Staat und die mangelnde Akzeptanz der Atheisten in der Gesellschaft hingewiesen.

Aber ganz stimmig ist ihr Vorgehen nicht: wenn sie beispielsweise eine Ausstellung über religiöse Gewalt organisieren, scheint es ihnen ein Anliegen zu sein, Gewalt zu verhindern. Nur, warum gehen sie dann nur auf religiöse Gewalt ein und nicht – beispielsweise – auf atheistische Gewalt in kommunistischen Ländern. Es ist so offensichtlich, dass es schon fast albern ist, darauf hinzuweisen, aber sie sind nicht gegen Religion, weil diese vermeintlich Gewalt fördert, sondern gegen Gewalt, wenn diese religiös motiviert ist!

Damit bleibt aber die Frage: Was wollen sie eigentlich? Was stört sie an der Religion?
Geht es ihnen um Aufklärung? Sind die Erleuchteten aufrichtige Wahrheitssucher und -verbreiter?
Aber auch dann muss man klar fragen, weshalb sie sich nur für Wahrheit interessieren, die sie für geeignete Munition gegen den Gottesglauben verwenden können. Das Anliegen der Aufklärung kann also nur sekundär sein.

Wollen sie Menschen helfen?
Aber wieso bieten sie ihnen dann keine Hilfen an – zu welchem Problem sollten sie auch Hilfen anbieten? Die Erleuchteten sind sich ja vor allem darin einig, dass es keinen Gott und auch sonst keine übernatürlichen Wesen gibt. Das kann man ja sehen wie man will, aber es ist sicher nicht der Stoff, aus dem die großen Therapeuten geboren werden.
Und genau diesen Nicht-Glauben möchten sie nur verbreiten. Sie sind keine Therapeuten und wären wohl auch etwas zu provokant, um glaubwürdig als Helfer aufzutreten.

Das einzige Ziel bleibt also die Abschaffung des Glaubens an sich. Es soll nach Möglichkeit keine gläubigen Menschen geben, oder doch möglichst wenige.
Und wenn es den Erleuchteten nicht um die anderen Menschen geht, stehen sie selbst auf einmal als potentielle Interessenten da: Haben sie selbst möglicherweise etwas davon, wenn andere Menschen nicht an Gott glauben?
Zum Teil geben sie genau das ja zu: Sie wollen mehr „Akzeptanz“. Gut, klingt harmlos. Nur gehen ihre Forderungen weit über bloße „Akzeptanz“ hinaus. Der Religionsunterricht ist bisher eine Veranstaltung der Religionsgemeinschaften, die nur ihren eigenen Anhängern zur Verfügung gestellt wird und vom Schüler ab einem bestimmten Alter abgewählt werden kann.
Dagegen stellen die Atheisten einen religionskritischen Unterricht, der aber für alle Schüler verpflichtend sein soll, also auch für Nicht-Atheisten! Sie fordern also nicht, wie beispielsweise die Muslime, eine weiter Auffächerung des Religionsunterrichtes, der die gleichen Rechte auch Weltanschauungen gewährt (dann aber natürlich auch Nazis und Kommunisten und Scientology!), sondern einen atheistischen Pflichtunterricht, neben dem der herkömmliche Religionsunterricht als zusätzliches Wahlfach angeboten wird.
In der Politik geht es ihnen nicht darum, dass auch Atheisten als Politker gewählt werden dürfen, sondern darum, dass christliche Politker ihre Entscheidungen treffen, als wären sie Atheisten!

Mit einer Sorge um mehr Akzeptanz hat das einigermaßen wenig zu tun.

Dagegen spricht auch hier das Vorgehen gegen den Glauben an Gott. Es gibt kaum Homepages in Deutschland, in denen mehr über Religion, den Katholizismus, die EKD oder den Papst geschrieben wird, als auf den Seiten der Erleuchteten. Sie sind in allererster Linie zum Kampf gegen etwas ausgezogen, nicht zum Werben für etwas.
Man muss daher ganz eindeutig sagen, dass ihr genanntes Ziel von der Anerkennung eine Verkleisterung der Absichten ist: sie wollen Politik und Schule bestimmen.

Das klingt verständlich, ist es aber nicht. Wieso tun sie das, wenn sie niemandem helfen wollen, wenn es ihnen nicht um Wahrheit an sich oder um mehr Wissenschaftlichkeit an sich geht (es gäbe erheblich wirkungsvollere Mittel, die Begeisterung am wissenschaftlichen Denken und Arbeiten zu wecken)?

Wenn sie es nur für sich tun, welchen Nutzen haben sie von der Verbreitung des Atheismus? Sind sie in ihrem Unglauben irgendwo eingeschränkt? Welchen Nutzen haben sie, wenn es insgesamt weniger Glauben an einen Gott gibt?
Am Ende drängt sich die Frage auf: Ist dieser Glaube für sie ein sehr persönlicher Störfaktor? Tun sie es möglicherweise nur, weil sie Angst vor einem Glauben haben, den sie selbst nicht ganz losgeworden sind? Haben sie Angst vor Gott?
Der Apostel Paulus schreibt im Römerbrief über Menschen, die ein klares Bewusstsein für das Gericht besitzen, was sie von Gott erwarten und sich dennoch gegenseitig in ihrem gottlosen Tun bestärken und gefallen (Röm 1,18-32)

Als Christen sollten wir an so einer Stelle erkennen, was für eine mächtige Botschaft das Evangelium ist. Hier wendet Gott sich dem erschrockenen Gottesflüchter zu und bietet ihm das Heil an. Der Teufel kann den Menschen nicht mehr länger in seiner Gewalt halten und muss ihn gezwungenermaßen ziehen lassen wie der Pharao die Israeliten.

Es wäre töricht, wenn man sich als Christ auf ein politisches oder intellektuelles Gefecht beschränken würde und nicht die geistliche Not des Menschen in seiner natürlichen Angst vor Gott wahrnimmt.

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