Antworten auf die „Systemfrage“

Die neue Partei „Die Linke“ hat angekündigt, die „Systemfrage“ zu stellen. Das gehört zunächst mal zu ihrem Aufgabengebiet.
Die interessantere Frage ist eher: wird das schon wieder eine Sozialismus-Diktatur, bei der die Grundidee der Einkommensgleichheit nur für die gilt, die sich nicht wehren können?

Der Hinweis auf die SED ist zur Beantwortung der Frage auf Dauer ermüdend, weil niemand sicher sagen kann, ob Gysi und Co sich vielleicht wiklich von der Arbeitsweise der DDR-Partei verabschiedet haben. Vielleicht haben sie jetzt, so zu sagen in der Fremde, ganz neu zum Sozialismus in seiner Urform zurück gefunden. Aber wie bekommt man das vor der nächsten Bundestagswahl heraus? Sich lautstark als der bessere Anwalt der Armen zu profilieren, solange man nichts zu sagen hat, ist schließlich keine Kunst.

Es gibt ein ganz einfaches Mittel herauszufinden, welches System, oder welche Form des Sozialismus die „Linke“ anstrebt: man muss nur klug beobachten, wie Sozialismus in der Partei selbst gelebt wird.
Also:
Werden alle gleich bezahlt (der Vorstand wie die Reinigungskräfte)? Werden Nebeneinkünfte fair (d.h. für Sozialisten „gleichmäßig“) unter allen Parteimitgliedern verteilt?
Beuten sie Journalisten bei ihren Buchveröffentlichungen aus, indem die Journalisten die Hauptarbeit leisten und die Politiker das dicke Geld kassieren? Oder klarer: Wer erhielt letztlich wieviel von Lafontaines 400 000 Euro, die er für sein Buch „Mein Herz schlägt links“ erhielt?

Der Eifer, mit dem beispielsweise Gysi und Lafontaine sich um ihre Einkünfte bemühen, legt den Verdacht nahe, dass sie möglicherweise ein durchaus eigennütziges Interesse an diesen Geldern haben und nicht unbedingt daran denken, diese mit anderen zu teilen. Der „Südkurier“ schrieb in einem Artikel über die Nebeneinkünfte der Abgeordneten:

„Anders Gregor Gysi, der neben seiner Tätigkeit im Bundestag noch reichlich Zeit für andere Belange mitbringt. Der Links-Politiker ist gefragter Redner. Da darf man bei der Auswahl der Vortragsorte nicht wählerisch sein. Vom Deutschen Theater bis zur DZ Bank in Frankfurt hält er sein Publikum in Bann, gegen Bezahlung. Er berät die Burda-Zeitschrift „Super Illu“ (mindestens 7000 Euro), außerdem betreute er 2006 noch sechs Mandanten als Anwalt.“

Quelle: http://www.suedkurier.de/nachrichten/seite3/art1798,2675853

Lafontaine lässt sich ebenfalls nichts entgehen:
http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,364423,00.html

Bevor die „Linke“ die Systemfrage überhaupt stellen konnte, haben ihre profiliertesten Mitglieder sie möglicherweise für sich selbst schon beantwortet.

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