Die Motive der Einwanderungspolitik

Es gibt mindestens fünf Gründe dafür, Ausländer aufzunehmen:
1. Man benötigt Arbeitskräfte.
2. Man benötigt Know How.
3. Man benötigt Nachwuchs.
4. Man will helfen.

Am häufigsten wird allerdings der 5. Grund übersehen: Man will die Gesellschaft in eine bestimmte Richtung formen.
Und dieser Punkt ist vielleicht der interessanteste, weil hier das meiste Potential für Streit begraben liegt.

Im Parteiprogramm der CDU wird die Nächstenliebe als Grund genannt (Punkt 4), wobei ich nicht beurteilen kann, ob dieses Motiv in politischen Alltag besonders ernst genommen wird. Aber er verdient besondere Beachtung, weil er der einzige Grund ist, der von Umständen unabhängig ist. Zeit für Nächstenliebe ist immer, auch wenn es gerade weder Ansehen noch Nutzen bringt.

Wenn man aber im Parteiprogramm der Grünen, auf ihrer Internetpräsenz und in Interviews liest, merkt man schnell, dass für die Grünen der 5. Punkt sogar sehr zentral ist, wenn nicht das Hauptanliegen. Sie betonen immer – häufig als erstes – die Notwendigkeit, „Vielfalt“ zu schaffen und die „Akzeptanz verschiedener Religionen und Kulturen“. Das kann man wohl ungezwungen so übersetzen: Das Ziel grüner Einwanderungspolitik ist vor allem die Relativitierung des christlichen Erbes.

Das klingt für manchen vielleicht sogar weltoffen, ist es aber nicht. Denn man will natürlich nur die Religionen der Anderen relativieren. Und damit bei Ausländern auch keine falschen Erwartungen geweckt werden, will man zufünftig von „Multikultureller Demokratie“ sprechen, meint damit aber erheblich mehr, als das Bekenntnis zum Wahlrecht. Frau Künast „denkt“ hier auch an die „Stellung der Frau“, die ja eigentlich nur dann etwas mit Demokratie zu tun hat, wenn Frauen vom Wahlgang mit Gewalt abgehalten werden. Es ist wohl kaum übertrieben, hinter diesen Beispielen noch mehr zu vermuten, möglicherweise das ganze Repertoire grüner Religion, der sich alle verpflichten müssen.

Von einer christlichen Partei würde ich mir neben den ersten drei Punkten wünschen, dass hier Punkt 4 verwirklicht wird und man sich nicht aus Anbiederung an bestimmte Wählergruppen zu einem restriktiveren Ausländerrecht hinreißen lässt.
Die Bibel ist hier sehr eindeutig: Gott schützt den Fremden und unterstellt ihn wie alle anderen auch den Geboten Gottes.

2Mo 22,20 Die Fremdlinge sollst du nicht bedrängen und bedrücken; denn ihr seid auch Fremdlinge in Ägyptenland gewesen.
2Mo 23,9 Die Fremdlinge sollt ihr nicht unterdrücken; denn ihr wisst um der Fremdlinge Herz, weil ihr auch Fremdlinge in Ägyptenland gewesen seid.

Ebenso eindeutig ist die Bibel in ihren Forderungen:
2Mo 12,49 Ein und dasselbe Gesetz gelte für den Einheimischen und den Fremdling, der unter euch wohnt.
3Mo 18,26 Darum haltet meine Satzungen und Rechte und tut keine dieser Gräuel, weder der Einheimische noch der Fremdling unter euch –
3Mo 19,10 Auch sollst du in deinem Weinberg nicht Nachlese halten noch die abgefallenen Beeren auflesen, sondern dem Armen und Fremdling sollst du es lassen; ich bin der HERR, euer Gott.

Im Prinzip ist es nichts anderes als die Einwanderungspolitik der Grünen – zu der sie jetzt langsam finden. Mit allerdings einem Unterschied: eine christliche Politik würde natürlich nach christlichen Maßstäben Einwanderungspolitik betreiben und nicht nach den Maßstäben der Grünen.

Und wer weiß: vielleicht gibt es ja eine große Erweckungswelle in der arabischen Welt und das Christentum wird eher von furchtlosen, konsequenten Geschwistern aus dem Iran befruchtet.
Schon möglich, dass die Grünen dann ziemlich schnell das Interesse an Einwanderern verlieren…

Sollte dieser Fall eintreten, den niemand ausschließen kann, der die Kraft Gottes kennt, müssen wir uns aber auf jeden Fall vor der Heuchelei der Grünen hüten, die zwar multikulturelle Gesellschaft predigen aber selbst in bürgerlichen Gegenden wohnen, ihre Kinder von der Außenwelt abkapseln (in Kindertagesstätten in die nur Politikerkinder dürfen), ihre Kinder im Ausland zur Schule auf Eliteschulen schicken und sich in der Partei selbst auf ein paar Quotenvorzeigetürken beschränken.

Denn Nächstenliebe bedeutet auch, etwas auszuhalten und sich auch zu denen zu stellen, die eben nicht immer nur eine Bereicherung für mein Leben bedeuten.

Interview mit Renate Künast:

http://www.renate-kuenast.de/themen/integration/multikulturelle_demokratie_integration_und_religion/

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