Der Hobbyfilmer

Bin Laden hat sich den Bart gefärbt und nach meinem ersten Eindruck auch etws geschnitten. Was will uns der populärste Hobbyfilmer der Welt damit sagen? Vielleicht, dass er gefallen möchte? Neu ist nämlich auch der deutliche Versuch, den Mainstream des Westens zu treffen: also ein bisschen Bush-Bashing, Wirtschaftskritik und Klimawandel, wobei ich bezweifel, dass er ein Gespür für Irone besitzt, sonst hätte er vermutlich gemerkt, dass man schlecht über den Klimawandel jammern kann, wenn man so großen Nutzen aus dem Verkauf von Erdöl zieht.
Er scheint also langsam zu lernen, dass der Westen stark und seine Gunst eine mächtige Waffe ist. Und erfolgreiche Vorbilder hat er ja, z.B. den tibetischen Exilkönig, der hier aber erheblich routinierter wirkt.
Meine Theorie ist, dass Bin Laden in irgendwelchen Rattenlöchern davon träumt, eines Tages auch einmal so populär zu sein, wie der Mann aus Tibet. Vielleicht wird er ja sogar zum Kirchentag eingeladen, die richtigen Themen hat er ja schon drauf. Dann kann er ebenso seine Religion in Großveranstaltungen vor andächigem Publikum verkündigen, seine politischen Ziele verfolgen und verdient sogar noch viel Geld mit Büchern. Zur Marke „Bin Laden“ sollten dann allerdings auf jeden Fall auch selbst gedrehte Homevideos gehören. Hier hat er eindeutig den Erfahrungsvorsprung.

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