Was meint Volker Beck eigentlich?

Volker Beck nahm seinen Vorwurf, Meisner sei ein „Hassprediger“ teilweise zurück, ergänzte aber, Meisner gehöre zu den „Menschen, die den rechten Glauben über die Rechte der Menschen stellen“.

Was bedeutet das? Entweder versteht man „Rechte“ im juristischen Sinne, dann hieße der Satz: Man darf bestehendes Recht nicht kritisieren. Dass dies mit Sicherheit nicht so gemeint ist, sieht man daran, dass Beck sich selbst an Demonstrationen beteiligt, die gegen bestehende Gesetze gerichtet sind! In seiner Partei fände er für so eine Position vermutlich auch keinen Rückhalt.

„Recht“ kann hier also nur soviel bedeuten wie, „Etwas, dass ich gerecht finde“, genau mit diesem subjektiven Beiklang, den das Wort hat, denn Grüne berufen sich meines Wissen nicht auf eine höhere Moral o.ä. sondern halten die gerade für verhandelbar.

Wenn Beck das meinte, dann bedeutet der Satz: Niemand darf seine Ethik über meine stellen. In diesem Fall geht es allerdings nicht um eine Ethik, sondern um ein Gebot Gottes, Herr Beck selbst betrachtet Meisners Haltung offenbar nicht als persönliche Marotte, sondern als Teil dessen „rechten Glaubens“. Und Herr Beck muss wissen, dass es der Glaube an Gott ist. Er erwartet also, dass jemand, der an Gott glaubt, eine menschliche Ethik über die Gebote Gottes stellt. Mit den Worten von Frau Roth könnte man Beck aufgrund so einer Äußerung sicher als einen „durchgeknallten Oberfundi“ bezeichnen, aber weshalb sollte ich Herrn Beck beleidigen?

Ob Herr Beck selbst hier geltendes Recht verletzt hat (Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, der Schutz der Würde von Herrn Meisner etc…), werden andere prüfen müssen.
Tatsache bleibt aber, dass mit dieser Äußerung einmal mehr deutlich wurde, dass die Partei der Grünen nicht nur für Christen, sondern für jeden Anhänger einer Religion, nicht wählbar ist.

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