Wie fit ist die Evolutionstheorie?

Die älteren unter uns ( 😉 ) kennen vielleicht noch die Geschichte von der Entstehung des Lebens aus Bakterien, die sich durch Mutation und Selektion immer weiter verändert und entwickelt haben, bis daraus die uns heute bekannte Vielfalft der Lebensformen entstanden ist.
Das war wissenschaftlicher Konsens und in Schule und Universität wurden diesem Modell entsprechend Lebensbäume auf Overheadfolien projeziert. Man spottete ein bisschen über den Kreationismus des 19. Jahrhunderts und war glücklich. Die Theorie galt als so gut wie bewiesen, denn es fehlten bestenfalls noch ein paar „Mosaiksteine“, ach was sage ich: MosaiksteinCHEN!

Diese Zeit geht jetzt langsam aber sicher zu Ende, was man als Otto-Normal-Mediennutzerr am besten daran erkennt, dass der Ton gegen Kreationisten auffallend scharf wird und nichts mehr von dem überlegenen Spott vergangener Zeiten besitzt. Es soll sogar Europapolitiker gegeben haben, die den Kreationismus als Gefahr für die Menschheit einstufen wollten.

Wer sich mit dem Thema etwas beschäftigt, ahnt auch, woher diese Nervosität kommt:
Ein Grund ist, dass der Kreationismus gelernt hat. Mittlerweile sind sich Kreationisten einige darin, dass man sich mit der Konstanz der Arten weit aus dem Fenster gelehnt hat und etwas in die biblischen Texte hineingelesen hat, was dort nicht steht. Das muss natürlich auch in Zukunft um so mehr zur Vorsicht mahnen, dass man nicht Dinge verteidigt, die man sich ausgedacht hat. Der moderne Kreationismus kann viele Funde sogar besser erklären als die Evolutionstheorie.

Dazu kommt, dass der Stammbaum des Lebens, wie er in der Biologie gelehrt wird, immer schlechter zur Evolutionstheorie passt. Und selbst wenn man ihn als Stammbaum weiter darstellt, aber die gestrichelten Linien einmal weglässt, also die Tierarten, die man gerne gefunden hätte aber auch nach über Hundert Jahren nicht finden konnte, dann ähnelt der Stammbaum auffallend dem Grundtypenmodell der Intelligent Designer!

Dazu kommt, dass dieses Baummodell eigentlich nur noch für Propagandazwecke verwendet wird und in der Wissenschaft so nicht mehr vertreten wird. Es ist einfach zu kompliziert geworden, was man nur schlecht dadurch kaschieren kann, indem man dem Baum jetzt noch Wurzeln malt, um die Vielfalt der Bakterienstämme darzustellen. Allein dadurch geht der Witz der Evolution aus einem Urlebewesen verloren. Hinzu kommt aber, dass der Baum immer mehr wirre Äste hat, was man sich bei einem Baum ja gerade noch vorstellen kann. Ärgerlicher dürfte es da schon sein, dass diese Äste auch wieder zusammenwachsen können!

Man kann die Auflösung dieses geliebten Bildes der Evolutionisten mit einem Schmunzeln beobachten. Grund sind die gewonnenen Kenntnisse in der Molekularbiologie. Bisher hat man Tiere, die ähnlich aussahen für verwandt erklärt. Diese Verwandschaft müsste sich dann logischerweise auch im Erbgut wiederspiegeln, aber hier warten die Lebewesen regelmäßig mit Überraschungen auf.

Den Vorschlag der Kreationisten, hierin vielleicht doch eher Hinweise auf einen gemeinsamen Plan als eine Abhängigkeit zu sehen, lehnt man derzeit noch entschieden ab.

Ein weiteres Problem ist das Wissen um die Entwicklung der Lebewesen im Mutterleib. Hier kann man beobachten, aus welchen Bereichen sich die einzelnen Organe entwickeln, und dann sichere Rückschlüsse auf den Weg einer Entwicklung ziehen, wenn es ihn gegeben hätte. Z.B. kann man sehen, dass das Auge des Menschen sich aus dem gleichen Gewebe entwickelt, wie das Gehirn. Die Haut entsteht aus anderen Teilen. Wenn es also eine Entwicklung des Auges gegeben hätte, dann müsste sie sich aus einem Teil des Gehirnes entwickelt haben und nicht, wie das noch bis heute in Biologiebüchern (wider besseres Wissen!) gelehrt wird, aus lichtempfindlichen Hautzellen. Letzteres hätte man sich ja noch irgendwie vorstellen können. Aber wieso sollte sich im Gehirn ein Auge entwickeln? Kreationisten haben diese Schwierigkeiten alle benannt, finden aber derzeit noch kein Gehör.

Man muss sich also ernsthaft fragen, welchen Vorzug die Evolutionstheorie gegenüber dem modernen Kreationismus noch hat. Sie wird offen als Instrument einer atheistischen Weltanschauung gebraucht, was mir niemand geglaubt hat, bevor nicht die „Erleuchteten“ selbst mit diesem Thema aufmarschiert wären. Sie war schon immer Teil einer Weltanschauung, aber jetzt ist es für jeden offensichtlich. Hierin unterscheidet sie sich also nicht vom Kreationismus.
Sie hat keine grundsätzlich überlegene Erklärungskraft für die Fossilfunde. Und damit schwindet ihr letzter Pluspunkt!

Ihr einziges Talent ist die kurzzeitige Prognose von Populationen. Und hier gilt: je kürzer die Zeitabstände, desto besser die Prognose. Ein Biologe kann also mit einiger Sicherheit sagen, wie sich der Genpool einer Rentierherde verändern wird, wenn sich die Nahrungsbedingungen ändern. Das ist ohne Frage eine Leistung, die ihr auch niemand nehmen kann, die allerdings auch bewirkt, dass viele Biologen den Eindruck haben, dass sie überall um sich herum Evolotion wahrnehmen und gerade zu beobachten können. Aber das was sie sehen, bestreitet auch kein Kreationist, und es hat, wenn sie ehrlich sind, ziemlich wenig mit Evolution zu tun, aber viel mit natürlicher Züchtung von Varietäten.
Die beiden stärksten Waffen der Evolutionstheorie, nämlich die Fossilfunde und die wissenschaftliche Authentizität, sind verschwunden.

Ich bin gespannt, wie lange sich eine Theorie in der Öffentlichkeit halten kann, die es in dieser Form schon längst nicht mehr gibt…

Hier noch ein paar (teilweise kostenpflichtige) Links:

http://www.spektrumverlag.de/artikel/826327
http://www.weltexpress.info/index.php?artikel_id=60430&lan=de&rubrik=42
http://www.christliche-autoren.de/evolution.html
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/256672/

Ein Gedanke zu „Wie fit ist die Evolutionstheorie?“

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