Der Mythos von der sexuellen Revolution

Die 68er feiern sich selbst: der Spiegel hat seine letzte Ausgabe dem Thema gewidmet und der Stern beginnt gleich eine ganze Serie zum Thema. Dass diese beiden Zeitungsgiganten sich immer noch mit dem Flair der jugendlich machtlosen Proteste zu umgeben versuchen, wäre vermutlich peinlich, wenn man sich nicht daran gewöhnt hätte.
Da in diesem Zusammenhang oft von der „sexuellen Revolution“ die Rede ist (und weniger von der absurd hohen Anzahl von Scheidungen, Abtreibungen, Drogentoten, Gewalt, Aids, Teenagerschwangerschaften, Dauererotisierung des öffentlichen Lebens und der Vernachlässigung der Kinder) möchte ich hier nur auf diesen Punkt eingehen.
Also: Haben die 68er trotz der katastrophalen Bilanz wenigstens den Sex verbessert?

Auch wenn die Zeitungen darüber wenig berichten, gibt es Studien, die genau dieser Frage nachgegangen sind:

http://www.welt.de/print-wams/article118396/War_die_Ehe_in_den_fuenfziger_Jahren_aufregender_als_heute.html

Den folgenden Link habe ich hereingenommen, weil er noch mal mit Studien belegt, dass die scheinbar spießige Einrichtung der Ehe der sicherste Weg zu regelmäßigem Sex ist:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,445767,00.html

Die Revolution war ein Ausbruchsversuch aus einem Gefängnis, dass möglicherweise gar kein Gefängnis war. Und heute haben viele Menschen offenbar nicht mehr sondern weniger Sex. Dieser Umstand mag etwas erstaunen, weil wir subjektiv überall von Sex umgeben sind. Aber es ist eben kein wirklicher Sex sondern eine Fülle von Pseudoangeboten. Jeden Tag sehe ich an hundert Litfasssäulen, Partyeinladungen und Reiseanbietern Frauen, die scheinbar kurz vor dem Orgasmus nur darauf warten, dass irgend ein Passant kommt und…
Aber die nüchterne Wahrheit ist – jaja, die meisten werden es schon geahnt haben: diese Frauen wollen gar nichts von den Passanten. Sie kriegen Geld dafür, dass sie so aussehen, als täten sie es.
Ich bin wirklich erstaunt, dass sie die Deutschen so etwas gefallen lassen und ihr wirkliches Sexualleben gegen ein Leben in ständiger unerfüllter Gier eintauschen.
Wenn das mal keine missratene Revolution ist…

Und hier noch etwas zu einem beliebten Feindbild der 68er. Denn schlimmer als die Ehe ist für sie nur „Kein Sex vor der Ehe“:
http://de.answers.yahoo.com/question/index?qid=20070305133620AAqtCrt

Ein Gedanke zu „Der Mythos von der sexuellen Revolution“

  1. Was hat das denn mit der sexuellen Revolution zu tun? Ziel der sexuellen Revolution war doch nicht die kapitalistische Vermarktung mehr oder weniger nackter Frauen in der Werbung!
    Gerade die 68er waren doch gegen solche kapitalistischen Auswüchse!

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