Medienklüngel

Anne Will und Miriam Meckel sind also ein Paar. Für die Presse scheint das interessant zu sein, weil prominente Paare immer interessant sind und wenn es sich um homosexuelle handelt um so mehr. Ich will an dieser Stelle gar nicht darauf eingehen, dass die beiden Frauen gegen Gottes Gebote verstoßen – das werden sie nach dem Tod selbst erleben.

Die Beziehung ist für mich ein Anlass, auf die Verflechtung von Politik und Medien in Deutschland hinzuweisen, denn Frau Meckel war 2001 bis 2002 u.a. Regierungssprecherin von Wolfgang Clement, allerdings ohne SPD-Mitlgied zu werden. Das ist eine Form von Privatleben, die durchaus auch die Öffentlichkeit etwas angeht, und nicht nur wegen des moralisch desaströs schlechten Vorbildes.
Denn diese Beziehung macht die Arbeit Anne Wills unglaubwürdig, so wie auch die Ehe zwischen einem Vorstandsmiglied und dem Aufsichtsratsvorsitzenden die Arbeit beider diskreditieren würde. Allerdings geht es in dem zuletzt genannten (fiktiven) Fall nur um Geld, aber im Journalismus geht es um Macht und Meinungen. Wie soll man einen Bericht von Frau Will über die CDU in der nächsten Wahlkampfphase ernst nehmen können, wenn sie sich schon vorher öffentlich in so große Nähe zu der SPD begeben hat?

Und dabei ist dieses Beispiel noch nicht einmal das Schlimmste. Gerade die ZEIT hat mittlerweile zwei gescheiterte SPD-Politiker in ihrem Mitarbeiterstab, wobei Naumann sogar Herausgeber ist und zeitweise Chefredakteur war.

Das bekannteste und vermutlich extremste Beispiel von Distanzverletzung zwischen Medien und Politik dürfte die bis heute bestehende Beteiligung der SPD an der Frankfurter Rundschau sein.

„Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten musste die Frankfurter Rundschau 2003 vom Land Hessen durch eine Landesbürgschaft unterstützt werden. Es wurde ein Investor gesucht. Anfang Mai 2004 übernahm die SPD-eigene Medienholding DDVG 90 % der Anteile am Druck- und Verlagshaus als Herausgeberin der FR. Begleitet wurde dies durch eine heftige öffentliche Diskussion, da die Zeitung nun zu den wichtigsten SPD-Medienbeteiligungen gehört. Führende SPD-Politiker betonten, man wolle eine der wenigen linksliberalen Tageszeitungen Deutschlands erhalten und es werde kein Einfluss auf die Redaktion ausgeübt. Auch nach der Übernahme bezeichnet sich die Frankfurter Rundschau als „Unabhängige Tageszeitung“.“ (Wikipedia)

Während also Lehrerinnen verboten wird, ein Kopftuch zu tragen (unter dem Beifall der Medien) und jeder nervös schluckt, wenn ein Präsident gleichzeitig zu Bibelstunden geht, scheint sich niemand an der Schamlosigkeit des Medienküngels zu stören, der eine der wichtigsten Aufgaben in einer Demokratie lähmt und der Lächerlichkeit preisgibt.

2 Gedanken zu „Medienklüngel“

  1. Der Pharisäer stand für sich und betete so: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie diese Anne Will. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme.

  2. Was geht denn der Öffentlichkeit das Privatleben von Anne Will an?
    Und was haben denn nun Kopftuch tragende Lehrerinnen damit zu tun?
    Und es wird doch auch kein Präsident daran gehindert zu Bibelstunden zu gehen!
    Wo sind da eigentlich die Zusammenhänge?

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