Noch mal zum Klimawandel

In einem „nano-Spezial“ zum Thema „Klimawandel“ verteidigte der Sender 3Sat noch einmal die hinlänglich bekannte These. U.a. kamen Forscher zu Wort, die sich beklagten, ihnen werde vorgeworfen, politisch motiviert zu argumentieren. Der Vorwurf ist für einen Forschern zweifellos ärgerlich. Aber da dieses Thema tatsächlich ein Politikum geworden ist und die Hauptakteure Politiker sind, kann man als Laie auch nicht ohne weiteres diesen Bereich ausblenden.
Und da Wissenschaftler zu einem großen Teil vom Geld der Politik leben, haben sie – ohne dass man hier besonders kriminelle Absichten unterstellen muss – ein natürliches Interesse an politischer Aufmerksamkeit. Besonders anfällig sind hier natürlich Bereiche, die kaum sichere Prognosen zulassen, denn hier bleibt immer ein Spielraum in dem man sich seriös bewegen kann. Auf diese Weise können leicht auch 2000 Wissenschaftler gefunden werden, die unterschreiben, dass sich das Klima in einer ganz bestimmten Weise entwickeln wird – während sie noch nicht einmal das Wetter für den nächsten Tag sicher voraussagen können…
Andererseits gibt es handfeste politische Motive, nicht an den Klimawandel zu glauben und seine Gefahren herunter zu spielen.

Was soll man als Laie nun glauben? Zunächst einmal scheint es über verschiedenen Punkten Einigkeit zu geben:
1. Das globale Klima ist heute wärmer als zu irgendeiner anderen Zeit, in der Menschen auf dem Planeten leben.
2. Der Mensch erhöht den Anteil des CO2 in der Atmosphäre.
3. Ein Abschmelzen der Polkappen führt zu einem Anstieg des Meeresspiegels wodurch Lebensraum für Menschen verloren geht.
4. Der Prozess der Klimaerwärmung lässt sich nicht stoppen sondern nur dämpfen bzw. herauszögern.
5. Der Anstieg der CO2-Konzentration lässt sich nicht durch Aufforstung stoppen, weil ein Baum genau die Menge, die er in seinem Leben an CO2-bindet bei seiner Zersetzung wieder abgibt. Wirklich abbauen lässt sich das CO2 nur, indem man es entweder in verdichteten Tanks unter der Erde lagert oder indem man künstlich Ökosysteme so manipuliert dass sie in größerem Maße CO2 binden und (beispielsweise im Meer) so einlagern, dass es nicht mehr durch Zersetzung vollständig frei wird. Welche Auswirkungen dies aber auf die marinene Ökosysteme haben würde, ist bisher noch unklar. Eigentlich bleibt derzeit nur die Lösung mit den unterirdischen Tanks.
6. Mit Atomkraftwerken könnte man den CO2-Ausstoß um die gewünschte Menge reduzieren. Gegen die Nutzung der Atomkraftwerke wird eingewandt, dass diese nicht mit nachwachsenden Rohstoffen betrieben werden und daher keine dauerhafte Lösung darstellen. Aber ist nicht auch das Problem „nicht dauerhaft“? Die CO2-Konzentration entsteht ja durch die Nutzung fossiler Brennstoffe, und die gehen ja angeblich bereits zur Neige. Das restliche CO2 kann ohnehin nur nachwachsenden Rohstoffen entnommen werden.

Also man kann sicher sagen, dass es sich nicht um eine Katastrophe handelt (eine Katastrophe wäre eine unheilbare globale Grippe-Epidemie) und schon gar nicht um eine aufhaltbare. Und erneuerbare Energien sind keineswegs der einzige Ausweg.
Und was man nicht vergessen darf: durch den enormen Kostenanstieg durch die geplanten Maßnahmen zur CO2-Reduktion wird das Geld an anderen Stellen fehlen – z.B. beim Umweltschutz!

Unklar sind die Fragen
1. welchen Anteil das anthropogene CO2 an der Klimaerwärmung hat,
2. welche Auswirkungen eine globale Erwärmung auf die Erde hat (wo entstehen möglicherweise Wüsten, wo entstehen möglicherweise neue Lebensräume für Pflanzen – auch diesen Effekt kann man beobachten. Denn wo mehr Wärme ist, gibt es auch mehr Verdunstung, die wiederum zu Abkühlungen und mehr Niederschlag führt. Ein erhöhter CO2-Gehalt fördert darüber hinaus das Pflanzenwachstum, was wiederum zur CO2-Bindung führt, Verdunstung und Abkühlung etc.)
3. ob der Mensch die Erwärmung durch CO2-Reduktion wirkungsvoll beeinflussen kann (das CO2 ist hinter dem Wasserdampf, der zwei Drittel der Klimagase ausmacht, nur das zweitwichtigste Klimagas und der Mensch hat an diesem Anteil wiederum nur einen Anteil von 3%, von denen wiederum nur ein kleiner Teil politisch verhandelbar ist).

Ich persönlich halte alle möglichen Szenarien für denkbar und würde mich nicht gegen erneuerbare Energien aussprechen (z.B. weil ich eine Religion hätte, die grundsätzlich erneuerbare Energien ablehnt 😉 ).
Aber die These vom Klimawandel mit seinen politischen Implikationen ist in sich an so vielen Stellen fragwürdig, und die Motive der Politik so durchschaubar (und damit leider auch die der Wissenschaft), dass sich bei mir noch nicht so recht Katastrophenstimmung einstellen will. Wenn die Klimatologen aus dieser Sache nicht mit einem Imageschaden herausgehen wollen, der wohl in 100 Jahren nicht zu reparieren ist, dann sollten sie auf jeden Fall auch deutlich machen, an welchen Stellen sie der Politik widersprechen müssen – und sei es nur in Randaspekten und in differenzierenden Ergänzungen. Und genau das vermisse ich zur Zeit.

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