Psychotherapeuten fordern Killerspiel-Verbot!!!

Hallo,
Die Deutsche Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie fordert ein Verbot gewalthaltiger Computerspiele. Die Therapeuten bezichtigen Medienwirkungsforscher, der Spielebranche zu nahe zu stehen. In der Anlage erhaltet Ihr die Presseerklärung u.a. mit Tipps für Eltern, wie sie brutale Computerspiele erkennen und ihre Kinder davor schützen können. Brutale Computerspiele zerstören das Mitgefühl, daher: Schenkt keine Killerspiele … und schon gar nicht zu Weihnachten!!!
Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger

Pressemitteilung 28.11.2007
Psychotherapeuten fordern das Verbot von Computerspielen, in denen Jugendliche für das Töten und Foltern von Menschen belohnt werden. Solche Spiele werden zunehmend verharmlosend als „Ballerspiele“ vermarktet. Der Begriff „Medienkompetenz“ dient dafür häufig als Deckmantel – Kinder und Jugendliche brauchen heute „Medienbildung“.

Köln: Computerspiele haben Umfragen zu folge zu Weihnachten Hochkonjunktur und sind ein Riesengeschäft für die Hersteller. Für die zumeist jugendlichen Nutzer sind gewaltfördernde Spiele entwicklungspsychologisch eine Katastrophe – so die Erfahrungen vieler Fachkräfte der Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie (GwG) aus psychotherapeutischen Beratungsstellen und schulpsychologischen Diensten. Die GwG ist der größte europäische Fachverband für Psychotherapie und Beratung. Sie fordert jetzt, gewaltverherrlichende Spiele gesetzlich zu verbieten, damit der Grundkonsens einer humanen Gesellschaft erhalten bleibt.

„Killerspiele sind wie Landminen für die Seele“, sagt Elke Ostbomk-Fischer, Hochschuldozentin und GwG-Mitglied. „Die Medienverwahrlosung junger Menschen hat in den vergangenen Jahren ein derart erschreckendes Ausmaß erreicht, dass die politisch Verantwortlichen umgehend handeln müssen, bevor eine ganze Generation von Kindern und Jugendlichen vom Strudel der Gewalt mitgezogen wird.“ Elke Ostbomk-Fischer ist damit im Einklang mit führenden Kriminologen und medienkritischen Wissenschaftlern. „Manche dieser Spiele sind menschenverachtend und grundgesetzwidrig. Daher sollte ihre Herstellung und Verbreitung strafbar sein.“

Immer mehr immer jüngere Kinder verlieren ihr natürliches Mitgefühl, wenn sie stunden- und tagelang in brutalste Action-Welten eintauchen, in denen das Zerstören und Töten als Spaß und Faszination erlebt wird. Insbesondere Jungen sind häufig davon betroffen. Sie verhalten sich dann zunehmend aggressiv und sind für soziale Regeln des menschlichen Miteinanders kaum noch zu gewinnen. Eine wachsende Zahl Jugendlicher verbringt mehr Zeit mit suchtfördernden PC-Spielen als in der Schule. „Viele Eltern fühlen sich angesichts der medialen Übermacht zunehmend hilflos und verzweifelt. Oft werden sie von ihren Kindern als rückständig abgekanzelt, wenn sie auf entsprechende Geschenkwünsche skeptisch reagieren“, sagt Karl-Otto Hentze, Psychotherapeut und Bundesgeschäftsführer der GwG. Internetversierte Kinder überreden ihre Eltern dann häufig mit Argumenten, die im Internet von Wissenschaftlern verbreitet werden, die der Computerindustrie nahe stehen.

Was sind Killerspiele?
Laut „Bundesratdrucksache 2007-0001-0100/ 76-07“ sind es „Spielprogramme, die grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen darstellen und dem Spieler die Beteiligung an dargestellten Gewalttätigkeiten solcher Art ermöglichen.“ Solche Spiele wurden ursprünglich für das US-Amerikanische Militär als Kriegssimulationen entwickelt. Sie haben den Zweck, bei Soldaten die Tötungshemmung abzubauen und ihre „Killer-Effizienz“ zu erhöhen. Der amerikanische Militärpsychologe David Grossman warnt eindringlich, dass diese Methode der Konditionierung auf Gewalt ganz genauso bei Kindern und Jugendlichen wirkt, wenn sie solche gewaltorientierten Programme intensiv spielen.

„Medienbildung“ statt „Medienkompetenz“
Den Begriff „Medienkompetenz“ haben die Spielehersteller längst vereinnahmt. Die Konzerne finanzieren Forschung und Fortbildungsprojekte für „mehr Medienkompetenz“. Sie haben natürlich ein Interesse daran, ein gesetzliches Verbot von Killerspielen zu verhindern. Einige Experten unterstützen sie dabei mit Argumenten wie z. B. „Verbote reizen nur“… (Das würde allerdings genauso für die rote Ampel gelten, für Diebstahl und sogar für Mord.) Eine weitere Strategie ist es, Computerspiele als „Kulturgut“ aufzuwerten. „Medienkompetenz“ in diesem Sinne fördert die genaue Kenntnis von Spieletypen, Geräten und technischen Details. Töten und Gewalt könne hierbei als „ästhetische Konvention“ akzeptiert werden.

Medienbildung schließt Herzensbildung ein
„Medienbildung“ dagegen schließt Herzensbildung mit ein. Grundlage ist die eindeutige Orientierung an den ethischen Konventionen der Menschenrechte. Leitbild und Maßstab ist dabei das Grundgesetz. „Medienbildung“ fördert eine mitmenschliche und kooperative Umgangskultur.
Ohne kritische Schulung ist es schwierig, pädagogisch sinnvolle Ratschläge von verkaufsfördernden Ratschlägen zu unterscheiden.

Bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil:
Folgende Fragen helfen Ihnen, ein Computerspiel selbst zu beurteilen:

Kommen in dem Spiel Personen oder Wesen vor,
die andere entwürdigend behandeln?
die anderen ihre Rechte nehmen oder sie aus ihrem Zuhause verjagen?
die anderen ihr Eigentum rauben oder ihr Zuhause zerstören?

Werden in dem Spiel Personen oder Wesen
bedroht und in große Angst versetzt?
absichtlich Schmerzen zugefügt?
gefoltert oder mit Folter bedroht?
Gliedmassen abgehackt?
stranguliert oder wird ihnen das Genick gebrochen?
durch Waffen verletzt?
durch gezielte Kopfschuss getötet oder durch Bomben zerfetzt?

Gibt es in dem Spiel noch andere Beispiele von unmenschlichen und grausamen Handlungen? Werden solche Handlungen
als Erfolg bewertet?
als Spaß dargestellt?
mit Anerkennung belohnt?

Fehlen in dem Spiel deutliche und realistische Hinweise
auf das Unrecht der grausamen Taten?
auf das Leiden der Personen, denen etwas Grausames angetan wird?
auf Konsequenzen, mit denen die Täter zur Verantwortung gezogen werden?

Fehlen in dem Spiel gewaltfreie Lösungsmöglichkeiten?
Fehlen Anregungen für Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme und soziale Verantwortung?
Fehlen Beispiele, bei denen das Verhindern von Gewalt als Leistung anerkannt wird?

6. Wäre Ihr Kind, bei diesem Computerspiel selbst die Person, die anderen etwas Bösartiges und Grausames antut und damit Erfolg hat?
Wenn Sie mehrere Fragen mit „Ja“ beantworten müssen, dann überlegen Sie genau, was Ihr Kind bei diesem Spiel lernen wird.

Wie können Eltern und pädagogische Fachkräfte ihre Kinder vor brutalen Computerspielen schützen?
Versuchen Sie in den Bereichen, die Ihnen für Ihr Kind wichtig sind, ein gutes Vorbild zu sein.
Hinterfragen Sie kritisch Argumente, die für gewaltverherrlichende Medien sprechen. Achten Sie dabei auf Ihr eigenes Gefühl und Ihren Menschenverstand. Vertrauen Sie nicht den Altersangaben auf den Spieleverpackungen. Der Jugendschutz reicht hier nicht aus.
Computerspielen kostet viel Geld und Zeit. Oft wird die Anschaffung von Geräten und Zubehör notwendig. Lassen Sie sich nicht drängen, mehr Geld auszugeben, als es Ihre finanzielle Situation erlaubt.
Beobachten Sie, wie Ihre Kinder mit Medien umgehen. Dies ist einfacher, wenn ein PC gemeinsam in einem zentralen Raum genutzt wird. Gleiches gilt auch für den TV.
Zeigen Sie Interesse an dem, was Ihr Kind lernt, erlebt und empfindet.
Begleiten und unterstützen Sie Ihr Kind beim Einüben in die modernen Medien. Sie bemerken dadurch auch rechtzeitig, wenn Ihr Kind an Internetseiten und Spiele gerät, die Sie für ungeeignet oder sogar für gefährdend halten.
Sprechen Sie mit Ihrem Kind offen über mögliche Probleme. Machen Sie Ihrem Kind keine Vorwürfe, es hat diese Inhalte nicht erfunden.
Ein „gutes Gespräch“ bedeutet: Alle Beteiligten bemühen sich aufrichtig, die Sichtweise der anderen zu verstehen. Dazu gehört
– sich gegenseitig zuhören,
– ausreden lassen,
– Äußerungen nicht abwerten oder lächerlich machen.

Diese Regeln sollten auch dann gelten, wenn Sie Spiele nicht erlauben können, weil diese z. B. in grober Weise gegen die Menschenwürde verstoßen und Ihren Erziehungszielen entgegenwirken.
Wenn Sie nicht mehr weiterwissen und sich große Sorgen um Ihr Kind machen, können Sie Hilfe und Unterstützung einer Beratungsstelle in Anspruch nehmen.

Ansprechpartner für die Medien:
Elke Ostbomk-Fischer, Hochschuldozentin, Telefon: 02263/4997
Karl-Otto Hentze, Psychotherapeut, Telefon: 0221/9259080
Ursula Reinsch, Pressearbeit: Telefon 0221/686010

Psychotherapeuten fordern Killerspiel-Verbot!!!

Ein Gedanke zu „Psychotherapeuten fordern Killerspiel-Verbot!!!“

  1. Wenn diese Killerspiele eine Ursache für Gewaltbereitschaft sein sollen, müßte dann nicht noch viel mehr verboten werden?
    Wie wäre es in diesem Zusammenhang z.B. mit:
    – Boxkämpfe
    – Western
    – Kung Fu-Filme
    – Krimis
    – Kriegsfilme
    und vieles mehr?
    Würde dadurch die Welt friedlicher? Doch wohl kaum!

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