Freiheit und Liebe

Die Bedeutung, welche der individuellen Freiheit im öffentlichen Leben beigemessen wird, kann kaum überschätzt werden. Viele politische und gesellschaftliche Streitthemen kann man nur verstehen, wenn man die dahinter liegende Sorge um die individuelle Freiheit sieht: Menschen wollen nicht mehr an Rollenerwartungen gebunden sein und lehnen aus diesem Grund teilweise sogar die Unterteilung in „Männer“ und „Frauen“ ganz ab. Eltern wollen sich nicht mehr an die Erziehung ihrer Kinder binden, sondern ihren eigenen Weg gehen und die Kinder fremdbetreuen lassen. Kinder wollen ihre Eltern im Alter nicht mehr versorgen sondern richten eine Pflegeversicherung ein. Die Ehe wird als archaisch atavistisches Nostalgie-Wunder betrachtet, weil Kontakte zwischen Menschen frei und ohne äußere Bindungen zustande kommen sollen. Das Ideal ist offenbar: jeder tut, was er will und lebt neben den anderen, ohne sie zu nerven.

Wer dieses Ideal teilt, strebt allerdings eine Gesellschaft ohne Liebe an, denn Liebe kennt keine Freiheit. Wer liebt, verleugnet sich selbst und sieht auf das, was dem Anderen nützt. Und wer sich Liebe wünscht, sehnt sich nach einem Opfer des Anderen. Und solange Menschen sich nach Liebe sehnen, wird es keine Ruhe in liberalen Staaten geben, selbst dann nicht, wenn ihr Konzept der Freiheit formal von allen geteilt wird! Der Wunsch nach Liebe wird niemals durch Selbstverwirklichung ersetzt werden können.

Ich meine damit gar nicht in erster Linie die natürliche Liebe zwischen Mann und Frau, Eltern und Kindern. Diese Formen der Liebe sind in uns angelegt und eine gute Basis, die selbstlose Liebe zu lernen. Aber grundsätzlich gibt es diese Formen der Zuneigung auch unter Tieren. Dadurch wird sie nicht abgewertet, aber wo außer dieser tierischen, oder natürlichen, Liebe nichts zu finden ist, vermisst man etwas. Wenn man den Eindruck hat, eine Mutter „bemuttert“ ihre Kinder, ohne auf deren Bedürfnisse zu achten, dann wird dieser Unterschied augenfällig.
Die Liebe, von der die Bibel spricht (der berühmteste Text steht in 1.Kor 13), ist eine, die steil von oben kommt, ohne einen biologischen Nutzen. Diese Liebe entspricht nicht unserer Natur und sie kann daher nicht durch menschliche Vernunft entdeckt werden, vor allem nicht durch Ethikunterricht, denn dort soll man ja gerade lernen, was man gut findet und nicht lernen, etwas gut zu finden, was ja nun ein großer Unterschied ist. Und da kein Mensch von sich aus liebt, ist jeder Ethikunterricht verflucht, das hellwache Sehnen nach Liebe zu überrennen.

5 Gedanken zu „Freiheit und Liebe“

  1. Lieber Moorwackler;
    du bist vielleicht lustig mit Deinen Thesen. Wenn ich sage, ich halte keinen Ethikunterricht, denn er sit verfliucht, was soll dann der Direx von mir denken? Hast du eigentlich schon einmal etwas von Pflichterfüllung gehört? Kannst du dir nicht vorstellen, dass man auch in Ethik ein persönl. Zeugnis geben kann oder anderer Leute Zeugnisse bringen kann, die zum Heile gefunden haben und diese als wertvoll hervorheben?
    „Diese Liebe entspricht nicht unserer Natur und sie kann daher nicht durch menschliche Vernunft entdeckt werden, vor allem nicht durch Ethikunterricht“ – ach was denn; man kann alles lehrern, da man alles bezeugen kann. Jesus hat auch verbal (mit Worten gelehrt). Wenn ich so etwas schon höre!
    ein Lehrer hat seine Brötchen zu verdienen, wie jeder anständige Mensch, kannst du vielleicht einmal herunterkommen von Deinem hohen Podest und Buße tun?

  2. Hallo Hartmut,
    versteh mich bitte nicht falsch, ich freue mich über jeden christlichen Lehrer, der dieses Fach unterrichtet und der Beitrag war auch nicht ansatzweise als Lehrerschelte gedacht. Wenn das so klang, tut es mir ehrlich leid.

    Meine Skepsis richtete sich nicht so sehr gegen den Versuch, über Ethik zu reden und etwas über Gottes Willen zu lehren (was sollte sonst gutes Verhalten sein?), sondern gegen die Zielsetzung des Faches, wie es in den Lehrplänen vorgeschrieben ist: z.B. in dem Lehrplan Ethik für das Land Hamburg ist das Ziel vorgegeben, der Schüler solle einerseits die gesellschaftlichen Werte von Grundgesetz und Landesverfassung voraussetzen (darüber nachzudenken und zu urteilen steht einem Schüler offenbar nicht zu). Andererseits sollen seine eigenen Empfindungen und Wünsche etc. wahrgenommen, „thematisiert“ und in allen denkbaren Formen verarbeitet werden. Einen Raum für die Lehre des doppelten Liebesgebotes, das weder von der Gesellschaft als Konsens anerkannt noch von den Schülern gewünscht wird, existiert so weit ich sehe nicht.

    Wenn du also als Lehrer Zeugnis geben möchtest oder die Schüler gutes Verhalten lehren willst, dann wird dein Direx vermutlich auch nicht begeistert sein, sofern es sich nicht um eine christliche Schule handelt.

    Allerdings bleibt die Frage offen, was man dann als christlicher Lehrer mit dem Auftrag, Ethik zu unterrichten, macht – und dazu habe ich bisher tatsächlich nichts Hilfreiches angeboten…

    An dieser Stelle vielleicht nur soviel: ignoriere den Lehrplan, sofern er nicht einklagbar ist. Du musst natürlich für die Abi-Vorbereitung bestimmte Themen behandeln, aber du musst nicht die langfristigen Ziele des Lehrplanes damit verfolgen.

    Und wenn das Grundgesetz oder die Landesverfassung von Gottes Wort abweicht, was mir derzeit noch nicht der Fall zu sein scheint, muss sie auch kritisiert werden können. Wieso sollten nur Politiker am Grundgesetz herumbasteln dürfen?
    Denn wenn der Staat nichts Absolutes mehr über sich anerkennt, wird er selbst absolut. In Deutschland haben wir das schon mal durchgespielt.

    Gruß
    Moorwackler

  3. Da muss man vorab wohl an Herrn Staatspräsident Prof. Köhler schrieben. Wenn man ihn hinter sich weiß, kann mn auch nicht entlassen werden.
    Hansruedi Stutz aus der Schweiz (bereits mehrfacher Großvater) meint in http://www.intelligente-schoepfung.ch (Schweiz):
    a) Es gibt keine normgebende Instanz für eine absolute Ethik im konsequent evolutionären Rahmen – im Gegenteil: Die Werte ändern sich. Evolutionstheoretisch gedacht ist alles recht, was im Dasein ist, denn das hat sich durchgesetzt und als tauglich erwiesen. (4)
    b) Weil es in der Evolution keine definitiven Normen gibt, gibt es auch keine Sünde, keine Verantwortung, kein Ziel. Sünde in evolutionärer Sicht ist unverschuldete Unfähigkeit.
    c) Wenn Gott durch Evolution geschaffen hat, so ist er auch für die Sünde verantwortlich.

    Das aber an Schulen zu lehren, wo die Ev.-Lehre immer noch als ziemlich normativ gelehrt wird, dazu gehört nota bene viel Mut. Ob ich diesen aufbringe, weiß ich nicht, momentan jedenfalls offengestanden nicht. – Einstweilen liebe Grüße aus Unterhaching
    sendet

    Dein Hartmut

  4. Wie Prof. Gitt in seinen Veranstaltungen immer wieder zeigt, ist die Evolutionslehre Darwins DER große Irrtum des 20. Jahrhunderts. Die Materie kann sich doch nicht vervielfältigen! Das ist „wissenschaftlich“ erwiesen. Hinter den Werken der Schöpfung sehen wir GENIALE Konzepte. Z.B. ist der Kopf und die Muskulatur eies Buntspechts so konstruiert, daß er keine Gegirnerschütterung bekommt. Schlußfolgenrdes Denken kommt an den Punkt, zu behaupten: “ Ein genialer Schöpfer hat dies alles erdacht und gemacht.“ Bei den sogen. „Naturvölkern“ finden wir ja auch dieses Wissen! Menschen, die drüben weit im Dschungel leben, haben von „Wissnschaft“nie etwas mitbekommen, doch sie glauben dennoch nicht an einen Stein oder Baum, denn sie wissen duchrch Schlußfolgerung dahin zu glauben: es muß ein Schöpfer sein, der das geschaffen hat“ – nicht verführt durch die Lehren der Evolution! Missionare haben es dann einfach, dass sie ihnen Gott bezeugen, der sich durch Abraham, Mose und v.a. Jesus Christus geoffenbart hat. Diese Menschen nehmen die Botschaft dankbar an.

  5. über die Such-Funktion von theocons kanns du ja mal ein bisschen stöbern. Es gibt hier einige Artikel, die sich mit Evolution und Darwinismus beschäftigen.
    Besprich doch im Unterricht mal mit den Schülern die Geschichte vom „Monster mit den gelben Augen“ 😉
    Ist eine kleine Analogie auf den Darwinismus.

    Gruß
    Moorwackler

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