Der Islam und die Dreieinigkeit

Bekanntlich findet der Koran scharfe Worte gegen die Lehre von der Dreieinigkeit:

„Ungläubig sind wahrlich, die da sprechen: „Allah ist der Dritte von Dreien“; es gibt keinen Gott als den Einigen Gott. Und wenn sie nicht abstehen von dem, was sie sagen, wahrlich, so wird die unter ihnen, die (weiter) dem Unglauben huldigen, eine schmerzliche Strafe ereilen.“ (Sure 5,74)

Hinzu kommt, dass selbst unter Christen vielen diese Lehre eine Last zu sein scheint, die eher widerwillig als begeistert bekannt wird und recht wenig mit dem Glauben zu tun zu haben scheint. Es ist also höchste Zeit für eine kleine Reputation der Lehre von der Dreieinigkeit:

Zunächst muss man allerdings den Kritiker kritisieren, denn Mohammed hatte offenbar nur ein oberflächliches Verständnis vom Christentum und sich im Hinblick auf die Dreieinigkeit mindestens in zwei Punkten geirrt:
Erstens redet er immer von drei Göttern und löst das Paradoxon dieser Lehre billig in seinem Sinne auf. Nein, es handelt sich um EINEN Gott und drei Personen, die alle Gott sind, ohne dass der Verehrung des einen Gottes etwas genommen würde. Man kann dies unlogisch finden und darauf verweisen, dass Gott sich unserer Logik bedienen müsste, man kann es für unbiblisch erklären, aber man kann es nicht einfach ignorieren.
Zweitens ist Maria keine Person der Dreieinigkeit.

„Und wenn Allah sprechen wird: „O Jesus, Sohn der Maria, hast du zu den Menschen gesprochen: „Nehmet mich und meine Mutter als zwei Götter neben Allah“?, dann wird er antworten: „Heilig bist du. Nie konnte ich das sagen, wozu ich kein Recht hätte.“ (Sure 5,116)

Darauf angesprochen versuchen Muslime bis heute Christen zu erklären, dass Maria ja irgendwie doch zur Dreieinigkeit gehöre, weil sie so verehrt werde. Aber ganz im Ernst: Maria hat noch nie, zu keiner Zeit, in keiner Sekte zur Dreieinigkeit gehört. Die drei Personen, die als Gott verehrt werden waren immer der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Daneben hat sich leider ein Marienkult und eine bunte Heiligenverehrung entwickelt, die in der Tat kritikwürdig sind, aber eindeutig nichts mit der Lehre von der Dreieinigkeit zu tun haben – und strenggenommen unterscheiden auch Katholiken, zwischen der Verehrung Gottes und der Verehrung Marias und der Heiligen, die sie in ihrem Verständnis nicht anbeten.
Hätte Mohammed sich die Mühe gemacht, sich mit christlicher Theologie und Frömmigkeit zu beschäftigen, dann hätte er sowohl die Dreieinigkeit als auch den Marienkult als auch die Heiligenverehrung anprangern können. Aber seine tatsächliche Version lässt sich nicht anders als durch Unkenntnis erklären.

Im folgenden habe ich einen Auszug aus dem Artikel „Dreieinheit“ aus biblipedia kopiert:
„“Dreieinheit“, „Trinität“ oder „Dreieinigkeit“ ist eine theologische Gottesbezeichnung. Mit dem Begriff der D versucht man den schwer zu begreifenden Umstand zu benennen, dass es einen Gott gibt aber drei Personen Gott sind: nämlich Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der Heilige Geist. Der biblische Beweis der D wir also durch den Nachweis erbracht, dass jede der genannten Personen in der Bibel wirklich als Person und als Gott betrachtet wird und dass es nur einen einzigen Gott gibt.
Zum Nachweis der Gottheit einer Person zeigt man, dass sie entweder einer Verehrung gewürdigt wurde und werden durfte, die nur Gott zusteht und dass sie göttliche Attribute besitzt. Zum Nachweis des Personseins verweist man beispielsweise auf ihr Reden oder Empfinden.
Ferner geht es um die Frage, wie die drei Personen sich zueinander verhalten („ontologische“ Trinität) und welche Bedeutung sie für uns haben („ökonomische“ Trinität).

Kaum eine Lehre im Christentum hat soviel Widerspruch erfahren wie die Lehre von der D, zuallererst innerhalb der Kirche bis heute aber auch von Nichtchristen, die es als Beleg für das widersprüchliche Gottesbild der Bibel sehen. Aber auch für viele Christen, die sich mit der Lehre von der D arrangiert haben, ist sie oft ein unbeliebtes Thema, über das wenig gepredigt und noch viel weniger gesprochen wird.
Das Erstaunliche daran ist aber, dass sie im persönlichen Glaubensleben der Christen eine ganz natürliche und große Bedeutung spielt, die aber nicht bemerkt wird: Für jeden Christen ist es ganz natürlich, Gott im Himmel zu glauben und seine Erwartungen eben darauf zu richten. Der Friede mit Gott beruht gerade auf dem Wissen, dass der Mensch Jesus gleichzeitig Gottes Sohn ist und so für uns ins Mittel treten konnte. Wir müssen unseren Blick also nicht als Sünder direkt auf Gott richten, sondern können in Jesus einen Menschen wie wir verehren, weil er eben Gott ist. Und Christen leben in dem Bewusstsein, dass Gott nicht nur im Himmel ist, sondern auch bei ihnen und in ihrem Herzen wirkt und sie tröstet und ihnen hilft, bis zum Ende durchzuhalten, und eben diese Aufgabe erledigt der Heilige Geist. Und ein wahrer Trost ist es nur, weil der Heilige Geist selbst Gott ist und eben nicht nur eine Kraft oder eine irdische Person, sondern voll und ganz Gott, der bei uns ist.

Die Lehre von der D ist also ein integraler Bestandteil des christlichen Glaubens, und sie wird nur kompliziert, wenn man versucht, sie zu entschlüsseln. Sie ist so wichtig, dass man sie sogar dort in Karikaturen wiederfindet, wo sie eigentlich gar nicht gelehrt wird. Denn die Lücke, welche die D hinterlässt, wird immer gefüllt. Als Beispiel möchte ich hier nur auf den Islam eingehen, weil das Judentum als zweite Monotheistische Religion sich ganz offen zu dem Gottesknecht bekennt und ihn noch erwartet: Im Islam rückt der „Prophet“ Mohammed in eine Ehrenstellung, die einem Menschen schlichtweg nicht zusteht. Als Mohammed das Ärgernis einer der menschlichen Vernunft nicht zugänglichen D aus der Welt schaffen wollte, brachte er seine Anhänger in die Lage, direkt und ohne vorherige Sühne vor Gott zu treten. Und seine Anhänger beweisen bis heute, dass ihnen diese Stellung nicht möglich ist, denn sie nahmen die Person des Propheten in ihr Bekenntnis hinein (z.B. in das Glaubensbekenntnis des berühmten Theologen al-Ghazali)! Vor diesem Hintergrund mutet es wie eine unfreiwillige Ironie an, dass das kürzeste Glaubensbekenntnis des Islam einerseits die Einheit und Einzigkeit Allahs bezeugt und dann gleich den Mohammed als Propheten bekennt: „Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Gott gibt, und Muhammad ist sein Prophet.“ [man muss sich nur mal vorstellen, Christen würden in ihrem Bekenntnis immer wieder bezeugen „Elia ist sein Prophet“ o.ä. Tatsächlich erscheint im christlichen Glaubensbekenntnis an der zweiten Stelle das Bekenntnis zu Gottes Sohn, der aber nicht zu unrecht geehrt wird, weil er eben nicht nur Mensch sondern auch Gott ist., Anm. MW]
An die Stelle des Heiligen Geistes sind die fünf Säulen des Islam getreten. Sie dienen alle dazu, durch feste Zeiten, Handlungen und Worte, wenigstens für einen kurzen Moment oder die Dauer einer Pilgerreise sich der Zugehörigkeit zum Heiligen zu versichern. Eine ähnliche Funktion kann man im Benutzen des Gebets-Teppichs sehen, der ein aus der Umwelt herausgelöster heiliger Ort darstellt, der den Menschen die fehlende Nähe Gottes ersetzt.“

Daher hier noch mal die Kurzversion der Lehre von der Dreieinigkeit in den Worten Jesu:

„Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben.
Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.
Spricht die Frau zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen.
Jesus spricht zu ihr: Ich bins, der mit dir redet.“
(Joh 4,23-25)

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