Sind Sie wissenschaftlicher als der Kreationismus? Testen Sie jetzt!

Kreationisten sind Christen, die aufgrund eines Bibeltextes eine herrschende wissenschaftliche Theorie anzweifeln. Und egal, wie gut ihre Argumente sind und wie schwach die Argumente ihrer Gegner, ihnen bleibt immer der Makel, ihre Position letztlich auf einen Bibeltext zu gründen. Denn kein Kreationist behauptet, er habe den Schöpfungsbericht mit wissenschaftlichen Methoden selbst entwickelt. So ist es, und das kann ich als überzeugter Kreationist auch nicht leugnen.

Allerdings glaube ich, dass dieses Vorgehen nicht typisch für Kreationisten ist. Hier ein paar Beispiele:

Nach allem, was die Wissenschaft sagen kann, erreichen Frauen in einem Intelligentest durchschnittlich einen etwas niedrigeren Punktwert als Männer. Dass sie dennoch durchschnittlich einen IQ von 100 haben, liegt einfach daran, dass ihr IQ anders berechnet wird als der IQ der Männer. D.h. die IQ-Werte lassen immer nur Aussagen über die Intelligenzverteilung innerhalb eines Geschlechtes erkennen, weil man die Möglichkeit, über die Einflüsse des Geschlechtes auf die Intelligenz etwas sagen zu können, nicht bieten möchte. Aber Fakt ist: Frauen erreichen auf einer Tabelle für Männer durchschnittlich niedrigere IQ-Werte.
Ist das ein Schlag für den Feminismus? Eine richtige Feministin wird bis zum Umfallen dabei bleiben, dass da irgendwelchen geheimen Deprivationsmechanismen im Ergebnis durchgeschlagen seien, auch wenn man diese noch nicht als Faktor herausrechnen kann. Irgendwann werde die Wissenschaft schon beweisen können, dass Frauen eben doch nicht dümmer seien, sondern sogar ganz im Gegenteil, o.ä….
Und theoretisch kann diese Feministin natürlich recht haben. Nur faktisch widerspricht sie aufgrund ihrer Weltanschauung einer wissenschaftlichen Erkenntnis.

Zweitens gibt es Wunder, die historisch so gut bezeugt sind, wie überhaupt irgendetwas historisch bezeugt sein kann. Wird ein Atheist dies von seinem Glauben abbringen? Nein, er wird zur Not alle Standards der Geschichtswissenschaft über Bord werfen um an der Überzeugung festzuhalten: es gibt nichts Außer- und nicht Über-natürliches. Und wenn man ihn direkt an einem Wunder teilhaben ließe, dass allen Naturgesetzen widerspräche, dann würde er darauf verweisen, dass wir ja noch nicht alles über die Natur wüssten. Und ist der Einwand berechtigt? Natürlich, denn niemand kann das Gegenteil beweisen. Aber faktisch widerspricht auch er aufgrund seiner Weltanschauung einer wissenschaftlichen Erkenntnis.

Und der Evolutionsbiologe selbst ist keinen Deut besser: es gilt als ein Naturgesetz, dass Leben nur aus Leben entsteht. Etwas anderes ließ sich noch nie, auch nicht im Ansatz, experimentell nachweisen. Dennoch gehen alle Evolutionsbiologen davon, dass sich das erste Leben auf unerklärliche Weise aus anorganischem Material entwickelt haben muss (gut, es gibt ein paar, die auf den Einfluss Außerirdischer zurückgreifen, oder sogar *staun* auf den Einfluss Gottes…).
Und die bekannte Metapher von der Evolutionstheorie als „Mosaik“, dem noch ein paar Steinchen fehlen, verschleiert nur unvollkommen die Tatsache, dass die Mechanismen der Evolution keineswegs die Entwicklung der Biodiversität befriedigend erklären können. Hier gibt es bis heute viel Uneinigkeit unter Biologen. Aber das hindert sie nicht daran, ihre Theorie zu verteidigen.
Und ist es theoretisch nicht denkbar, dass sie noch auf Entdeckungen stoßen, mit denen man wieder leichter einen Entwicklungsabschnitt mit den Mechanismen der Evolution erklären kann? Natürlich, aber faktisch halten Evolutionsbiologen derzeit wider besseren Wissens an ihrer Theorie fest und leben z.T. von Erkenntnissen, die sie noch nicht gemacht haben.

Fazit: Niemand ist dem „Stand der Wissenschaft“ ausgeliefert. Und dieses Recht möchte ich an dieser Stelle in aller Bescheidenheit auch für den Kreationismus in Anspruch nehmen.

Die Artikel auf theocons, die sich mit der Evolutionstheorie aus einandersetzen und u.a. eine Erklärung der Fossilabfolge vorstellen, finden Sie hier.

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