Die Linke

Wieviele mögen bei der Parteigründung der Linken gedacht haben „Endlich gibt es wieder eine Partei, die meine Interessen ernst nimmt und mir ein hohes Grundeinkommen sichert“. Andere hatten vielleicht eine höhere Besteuerung von großen Unternehmen im Sinn, aber ich bezweifel doch ernsthaft, dass die Wähler der Linken langfristig enteignet werden wollten. Aber eben hierzu, und vor allem zur Enteignung „kleinen und mittleren Eigentums“ bekannte sich der Landesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Dieter Dehm, wie die FAZ berichtet.
Die FAZ bezieht sich dabei auf einen Text von Dehm aus dem Jahre 2001:
Dehm erklärt hier, inwiefern und weshalb der Kommunismus gescheitert ist und wie ein moderner Kommunismus aussehen sollte. Er möchte bei dem nächsten Anlauf noch für längere Zeit das kapitalistische Wirtschaften kleiner und mittlerer Betriebe zulassen, aber, wenn ich ihn richtig verstehe, dies als Vorlauf für einen in ferner Zukunft liegenden richtigen Kommunismus sehen, in dem es dann überhaupt kein privates Eigentum mehr gibt. Durch diese Vorbereitung der Menschen, sollen die genannten „Ängste vor Enteignung“ abgebaut werden, indem man zunächst nur die großen Betriebe und Konzerne verstaatlicht.

Sollte es Wähler geben, die wirklich genau das, also ihre eigene Enteignung, wollten, dann möchte ich sie an dieser Stelle ohne jede Ironie darauf hinweisen, dass das kommunistische Ideal im privaten Rahmen m.W. auch in der BRD verwirklicht werden kann. Es steht jedem frei, sich in einer Kommunität zusammen zu schließen und einfach mal auszuprobieren, wie gut man ohne privates Eigentum zurecht kommt. Wer aber sein Eigentum behält und die Eigentumslosigkeit propagiert, ist ein Heuchler. Und wenn sich jemand schon selbst nicht überzeugen kann, wieviel weniger wird er ein ganzes Land überzeugen. Es ist daher in der Heuchelei der Grund für die Diktatur gelegt. Und Kommunismus, der auf der politischen Ebene erst beginnt, ist immer Heuchelei.

3 Gedanken zu „Die Linke“

  1. Gerade daß ein Dr. Diether Dehm, der,als erfolgreicher Songschreiber für Musiker wie Klaus Lage, Joe Cocker, Ute Lemper und weitere sowie als Autor verschiedenster Fernsehformate selbst zum Multimillionär geworden ist, solche Weisheiten von sich gibt, ist an scheinheiliger Verlogenheit nicht mehr zu überbieten. Hier trifft wieder mal die alte Weisheit zu: Links reden, rechts leben!

  2. Das ist ja eine tolle Argumentation!
    Nur weil Diether Dehm selbst recht wohlhabend ist, darf er also kein soziales Gewissen haben, darf sich nicht für seine armen und entrechteten Mitmenschen einsetzen? Gleiche Polemik erfolgte doch auch schon mal gegen Oskar Lafontaine!
    Euch stört es also, daß es noch Menschen gibt, die nicht nur an sich denken und dabei anderen nichts gönnen? Im Gegensatz zu all den Wirtschaftsbossen und Politikern der neoliberal-globalkapitalistischen Blockparteien, die selbst immer mehr zusammenraffen, den Hals nie voll bekommen, deshalb den Armen auch noch alles, was ihnen verblieben ist, wegnehmen wollen!
    Und dabei wird dann mal wieder von den Kommunisten gesülzt! Die angeblich alle enteignen wollen! Die den Leuten angeblich alles wegnehmen wollen? Doch was wollen die denn im Rahmen von Verstaatlichungen den Leuten wegnehmen? Die Messer und Gabeln aus dem Küchenschrank? Die Hemden und Unterhosen aus dem Kleiderschrank? Sollen die denn verstaatlicht werden? Da sieht man doch was hier für ein Blödsinn verzapft wird!
    Dabei sind es doch die neoliberal-globalkapitalistischen Blockparteien, die eine Enteignung betreiben!
    Früher waren es in Deutschland die Juden, die ihrer Häuser und Wohnungen enteignet, ihrer elementarsten Grundrechte beraubt und in den Hungertod getrieben wurden! Heute sind es die HartzIV-Opfer! Daß es noch zu keiner Endlösung des HartzIV-Problems gekommen ist, liegt doch nur daran, daß man noch keine außenpolitisch vertretbare Alternative zu Zyklon B gefunden hat!

  3. Ehrlich gesagt frage ich mich aber auch bei Harz IV Empfängern, weshalb sie nicht versuchen, Gütergemeinschaften zu bilden. Auf diese Weise ließe sich theoretisch viel kostengünstiger wirtschaften. Wieso muss so ein Ideal, wenn es denn wirklich so erstrebenswert ist, unbedingt vom Staat organisiert werden?

    Moorwackler

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