Schulmassaker-Standardposting: Diesmal in Winnenden …

… gerade hörte ich im Radio von einem Schulmassaker in Winnenden … ohne es zu wissen … um wieviel wollen wir wetten dass es sich WIEDER um einen Täter handelt, der METAL hörte und KILLERSPIELE spielte?
Meine Frage an Dich lautet: Was wollen wir gemeinsam gegen diese Hasskultur … man kann auch sagen gegen diese Hassindustrie unternehmen?

http://blog.theocons.de/index.php/seuche-des-boesen-amok-laeufe-an-schulen [21.11.07]
Meine Prognose von damals:

„ok weiter … Denken wir mal 8 Jahre weiter … Meine Prognose: diese Amokläufe werden immer häufiger und brutaler, weil dieser Medien/Justiz-Komplex – anstatt durchzugreifen – die Täter zu Opfern macht und weil man unfähig ist die Wurzeln des Übels herauszureißen. Die Folge: Verdrängung … Aufgabe … Gewöhnung. Hurra, wir kapitulieren! Wir leben in einer Gesellschaft, die hochausgebildete Eliten dafür bezahlt für alle gesellschaftlichen Probleme Lösungen zu entwickeln. Ich will jetzt gar nicht eingehen auf liebevoll elaborierte Präventionsmodelle gegen Jugendgewalt von gut bezahlten deutschen Sozial-Ingenieuren. Meiner Meinung nach sind die meisten von ihnen blind für die wahren Ursachen der Amokläufe … blind weil sie unfähig sind in ihrem alles umarmenden Verständnis das Prinzip der Rebellion zu verurteilen, denn sie entstammen ja häufig selbst dem Zeitalter der Jugendrevolte und verklären diese autobiographisch …
Meiner Meinung nach liegen die Ursachen in dem Kult der Jugend-Rebellion, im exorbitant wachsenden Medienkonsum der Jugendlichen der immer stärker von dem Global Player Hassindustrie dominiert wird. Dies geschieht Hand in Hand mit einer Hinführung der Jugendlichen zu der Sphäre des Okkulten.
Schon im Rahmen der Reflexion zu den Ereignissen in Erfurt haben einige Journalisten sich mit diesem neuen Industriezweig auseinandergesetzt, der sich in den letzten Jahren in jugendlichen Subkulturen entwickelt hat, aber zunehmend auch die „Normalos“ in unserer Nachbarschaft erreicht. Zu dieser Hassindustrie gehören neben extremen Metalspielarten (Death Metal, Black Metal etc.), gewaltverherrlichenden und oft okkulten Communities auch große Teile der Computerspielindustrie. Hier sind vor allem die Ego-Shooter-Spiele und Okkult-Spiele zu nennen. … “

Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger

http://www.stern.de/politik/panorama/:Christian-Pfeiffer-Killerspielen-Die-Spiele-Psyche/587888.html
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,194999,00.html
http://www.forumromanum.de/member/forum/forum.php?action=std_show&entryid=1019859242&USER=user_638&threadid=2

Schulmassaker-Standardposting: Diesmal in Winnenden …

14 Gedanken zu „Schulmassaker-Standardposting: Diesmal in Winnenden …“

  1. Hallo!

    Ich empfinde es, offengestanden, als zynisch, geschmacklos und abstoßend, sich jetzt einen Tag nach so einem schrecklichen Vorfall hinzustellen und zu sagen, „ich hatte ja schon immer Recht“ (zumal über die Hintergründe bei weitem noch nicht alles bekannt ist und vieles eher ein Gerücht darstellt statt wirkliches Wissen).

    So sehr eine Diskussion um die von Dir angesprochene „Haßindustrie“ notwendig ist, so sehr sollte es sich – nicht einmal 24 Stunden nach dem Geschehen! – eigentlich verbieten, dieses lediglich zu einem weiteren unter anderen zu machen. Die Menschen, die gestern ums Leben gekommen sind, sind nicht einfach weitere Opfer unter anderen. Der Täter, der dabei selbst sein Leben gelassen hat, ist nicht einfach nur ein Täter neben anderen.

    Ich bin jetzt noch schockiert von dem, was sich gestern ereignet hat – bin ich doch selbst einmal gerade 20 Kilometer entfernt vom Ort des Geschehens jahrelang zur Schule gegangen und nannte Winnenden einen meiner Nachbarorte. Und dann lese ich hier so etwas. Bei aller sachlichen Diskussionswürdigkeit: bitte – ein bißchen mehr Sensibilität, zumal auf einem Blog, das die Vorsilbe „theo“ trägt!

    Um dann vielleicht doch auch auf die sachliche Seite zu kommen: ich finde es billig, hier jetzt ein Phänomen – das der „Haßindustrie“ – gegen andere Phänomene auszuspielen und beiläufig schon beinahe abfällig von „Sozial-Ingenieuren“ zu sprechen. Erinnerung: zu diesen gehören nicht nur Politiker (und auch unter diesen gibt es nicht nur solche, die ihre Aufgabe als reinen „Job“ verstehen), sondern auch Sozialarbeiter, Pädagogen etc. Viele von ihnen haben nicht nur ein bißchen den Ingenieur gespielt, sondern leidenschaftlich und den ihnen anvertrauten Menschen zugewandt sich den Hintern aufgerissen. Ich weiß nicht, ob Dir klar ist, was ein Sozialarbeiter verdient.

    Mag sein, daß auch im gestrigen Fall Shooterspiele, Horrorfilme und eine bestimmte Musikkultur (die ich nicht einfach nur „Black Metal“ und „Death Metal“ betiteln würde – das sind zunächst einmal nur Stilbeschreibungen, keine Aussagen über Inhalte) eine große Rolle gespielt und die Hemmschwelle für so eine Tat massiv herabgesetzt bzw. vielleicht sogar zusätzlich zur ihr motiviert haben. Aber bitte: das persönliche Bedürfnis nach einfachen, allzueinfachen Antworten entbindet einen nicht von der Verantwortung, auch nach den weniger offensichtlichen Hintergründen zu fragen:

    Warum ist ein Kerl in dem Alter unter Umständen mehr damit beschäftigt, virtuell zu ballern, statt Freundschaften zu pflegen? Warum tut sich eine Schulklasse unter Umständen leichter damit, einen Gleichaltrigen kollektiv als „Loser“ abzustempeln, statt sich auch ein bißchen zur aktiven Integration berufen zu fühlen? Es ist einfach unredlich, hier Ursache und Wirkung zu verwechseln. Als ich in diesem Alter war, gab es noch keine Ballerspiele – aber „Loser“ gab es reichlich.

    Wer hier den Vorwurf erhebt, man wolle damit den Täter zum Opfer machen, der schwingt sich auf zu einem scheinbar über alle Dinge erhabenen Standpunkt. Auch Du bist ein Teil dieser Welt, der an seinem Platz Verantwortung trägt und dieser nicht immer gerecht wird.

    Wir brauchen nicht das Feindbild des puren Bösen, des Täters, der nicht erst zum Täter geworden ist, sondern dieses pure Böse rein verkörpert. Was wir brauchen, sind vor allem Menschen, die trotz der Fassade eines solchen „Bild-Zeitungs-Hochglanz-Schurkens“, aber auch trotz der Fassade einer angeblich potentiell erreichbaren makellosen Gesellschaft, nicht die Augen vor dem verschließen, was ihnen und uns allen gemeinsam ist: der Makel der Sünde.

    Aus einer solchen Perspektive heraus ließe sich mit weniger Schwarz-Weiß-Malerei, dafür aber mit umso mehr Feingespür und Demut zum Wohl der Menschen und der Welt reden und handeln.

    Und bevor wir das tun: laßt uns beten.

  2. Hi theolobias,
    dieses Posting bringt meine Meinung zu diesem Thema auf den Punkt. Ich werde es den Amoklauf-Verstehern immer und immer wieder unter die Nase reiben …
    Es ist schon bezeichnend, mit welcher Hysterie die „Sucher nach dem Warum“ hinter den Massakern jetzt Killerspiel- und Gewaltvideoverbote als eine Ursache kategorisch ablehnen. Wir haben hier in Deutschland echte Denkverbote innerhalb der Inteligenzia … und eines ist die Möglichkeit Retabuisierung in unserer Gesellschaft zu thematisieren.
    Mein Protest dagegen ist das permantete Verbreiten dieses Postings nach jedem neuen Massaker!
    Punkt!
    MfG wanderprediger

  3. Ich habe in den vergangenen Tagen viel in Talkshows, Nachrichtensendungen, Artikel und Kommentare hineingeschaut und stelle fest: in 90 Prozent davon wird sich ausführlich darüber beklagt, daß jetzt wieder jeder kategorisch gegen Gewaltspiele und -videos wettert und eine Verschärfung des Waffengesetzes gefordert wird. Dagegen habe ich bis jetzt genau diese Forderungen noch kein einziges Mal so vernommen. Ist ja auch klar: jeder will intellektuell ausgewogen sein und als Mensch ohne Scheuklappen gelten, da kann man sich solche Tabuforderungen nicht erlauben.

    Wo also, bitteschön, sind denn die ganzen von Dir genannten schlimmen Hysteriker? Könnte es sein, daß vielleicht auch Du zu den 90 Prozent gehörst, die sich über ein imaginäres Gegenüber aufregen, gegen das sie ach so reflektiert wettern? Wenn ich Deinen Artikel lese, stelle ich dann allerdings fest, daß ausgerechnet Du die „Haßindustrie“ zu den Ursachen (!) solcher Amokläufe zählst, also selbst im höchsten Maße ein Schwarz-Weiß-Denken propagierst. Insofern kann ich Deinen Beitrag alles andere als durchdacht nennen.

    Und davon abesehen: ich finde ihn – in dieser zeitlichen Nähe zum Geschehen – nach wie vor geschmacklos. Sorry, aber für ein Portal, das doch eigentlich auf dem Boden des Evangeliums Beiträge liefern will, geht so etwas für mich einfach nicht.

  4. @Tobias,
    vielen Dank für Dein wunderbares Posting … ganz genau das habe ich doch gemeint!!! Ist Dein Denken schon so stark vom System infiziert, dass Du das nicht mehr wahrnimmst?
    Du schreibst:
    „in 90 Prozent davon wird sich ausführlich darüber beklagt, daß jetzt wieder jeder kategorisch gegen Gewaltspiele und -videos wettert und eine Verschärfung des Waffengesetzes gefordert wird.“
    Du bringst es voll auf den Punkt, wenn Du die Diskrepanz beschreibst, mit der in den Arenen der Intelligenzija (Talkshows etc.) mit den Sturmgewehren des common sense gegen jeden in Stellung gegangen wird, der es jetzt wieder wagen könnte Verbotsforderungen für Gewaltspiele bzw. -videos aufzustellen und dem realen Mangel an dieser Verbotsposition bei den Akteuren im Medienbetrieb, die sich noch trauen würden eine solche Retabuisierung zu fordern!!! Denn … wie ich schon sagte: Wir leben in einer Medikratie der politisch-korrekten Denkverbote.
    Und die einleuchtende Begründung für diese Denkverbote lieferst Du ja auch gleich anschaulich mit. Du schreibst:
    „Ist ja auch klar: jeder will intellektuell ausgewogen sein und als Mensch ohne Scheuklappen gelten, da kann man sich solche Tabuforderungen nicht erlauben.“
    Besser kann man die ungeschriebenen Disziplinierungsgesetze des postmodernen Zeitgeistes nicht beschreiben.
    Aber wieso sollten gerade wir Christen uns diesem Zeitgeist unterjochen?

    Eine Gewissensfrage mal an Dich: Stell Dir vor, Du bist Gast in solch einer Talkshow. Thema … sagen wir mal … christlicher Fundamentalismus … erst geht es darum wie erfreulich es ist, dass der Einfluß von George W. Bush und den US-Evangelikalen endlich durch die Lichtgestalt Obama eingegrenzt wurde und Du kannst Dich damit profilieren, indem Du glaubhaft machst wie sehr gerade Du als überzeugter gläubiger Christ an dieser Situation gelitten hast usw. alle sind auf Deiner Seite Du bist der Liebling des Abends … dann stellt man Dir plötzlich aus heiterem Himmel die Frage, ob man nicht eigentlich Johannes 14,6: „Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; NIEMAND kommt zum Vater denn durch mich.“ aus der Bibel streichen sollte, weil es eine der Haupt-Wurzel für den christlichen Fundamentalismus sei?
    Was antwortest Du?

    Mit freundlichen Grüßen
    wanderprediger

    P.s: Das Konzept der sog. Haßindustrie wurde nicht von mir sondern von einem der klügsten politisch-inkorrekten Köpfe Deutschlands entwickelt, sein Name lautet Frank Schirrmacher, seines Zeichens Herausgeber der FAZ … und noch was: Gegen Verschärfung von Waffengesetzen haben die Machthaber der politisch-korrekten Diskurse noch nie besonders hohe gehabt …

  5. „Und bevor wir das tun: laßt uns beten.“ Wenn wir es nur tun würden!
    – Die Sozialarbeiter und Pädagogen kämpfen gegen eine Medienlandschaft an, der alles, aber auch alles gleichgültig ist, die sogar noch über so etwas lachen.
    Freundlichen Gruß
    Hartmut

  6. Daß ich Dein Anliegen offensichtlich nicht auf Anhieb durchschaut habe, muß nicht unbedingt daran liegen, daß ich vom Sysetm infiziert wäre – es könnte auch sein, daß Du Dein Anliegen nicht deutlich gemacht hast. Zumindest war es für mich nicht deutlich.

    Was Du hier machst, ist ja nichts anderes, als den „Zeitgeist“ bzw. die Political Correctness generell als evangeliumswidriges Phänomen von Gleichschaltung hinzustellen – ohne überhaupt erst zu überprüfen, ob denn nicht gewisse derart politically correct transportierte Inhalte unter Umständen doch richtig sein könnten. Wo Du also „der Intelligenzia“ ideologische Motivation unterstellst, argumentierst Du selbst zutiefst ideologisch. Was die Mehrheit sagt, kann ja keinesfalls zutreffend sein, nicht wahr? Die Wahrheit muß ja Proprium einer kleinen Herde sein, sonst wäre sie nicht mehr wahr, oder?

    Sorry, ich lasse mich von solchen Schwarz-Weiß-Schubladisierungen nicht beirren und bleibe lieber im Sattel, als von der anderen Seite des Pferdes hinunterzufallen.

    Ich kann durchaus etwas gegen das Phänomen der Political Correctness an sich haben und dennoch in aller evangelischen Freiheit im Einzelfall Zustimmung äußern, wo ich es für angemessen halte. Und so halte ich es nun einmal für einen Kurzschluß, „die Haßindustrie“ als Ursache für solche Geschehnisse zu betrachten und so zu tun, als würde ein Killerspiel- und Waffenverbot wesentlich etwas ändern. Ich denke, ich habe ausführlich deutlich gemacht, inwiefern ich dennoch ein dickes Problem mit dieser „Industrie“ habe. Ich wüßte darüber hinaus auch nicht, wann es einmal eine Epoche gegeben haben sollte, in der die Jugend nicht in irgendeiner Art und Weise Rebellion geübt hätte – das nur einmal am Rande.

    Deine „Gewissensfrage“ an mich bestätigt mich leider nur in meiner Feststellung, daß Du Dich in dieser Sache selbst am liebsten im Rahmen ideologischer Gleichschaltung bewegst: sie ist entweder rhetorisch, oder aber eine Fangfrage, oder aber beides zusammen. Ich sehe deshalb auch keinen Sinn darin, ernsthaft darauf zu antworten. Kannst Du Dir überhaupt vorstellen, daß es wirkliche, echte Christen gibt, die in manchen Dingen (und das vom Evangelium her!) zu differenzierteren, vielleicht sogar ganz anderen Antworten kommen als Du?

  7. @Hartmut: Da gebe ich Dir recht, ja. Ich habe die Berichterstattung ebenfalls als überwiegend reißerisch, geschmacklos und sensationsgeil erlebt – mit einem Maß an geheuchelter Betroffenheit, die mir schon physisch wehgetan hat. Es gab aber, Gott sei Dank, auch ein paar eindrückliche Ausnahmen.

    Mögen „die Medien“ lachen: ich bete trotzdem. 🙂

  8. Du schreibst: „Ich kann durchaus etwas gegen das Phänomen der Political Correctness an sich haben und dennoch in aller evangelischen Freiheit im Einzelfall Zustimmung äußern, wo ich es für angemessen halte.“
    Wieder eine Gemeinsamkeit, so halte ich das auch. Beispielsweise entdecke ich bei mir selber einen ausgeprägten Hang zum „politisch korrekten“ Umgang mit den Themen Hitler, Ausschwitz und vor allen Dingen Israel! Ich würde allerdings auch hier keine Tabus und Denkverbote akzeptieren …

    Weiter schreibst Du: „Und so halte ich es nun einmal für einen Kurzschluß, „die Haßindustrie“ als Ursache für solche Geschehnisse zu betrachten und so zu tun, als würde ein Killerspiel- und Waffenverbot wesentlich etwas ändern. Ich denke, ich habe ausführlich deutlich gemacht, inwiefern ich dennoch ein dickes Problem mit dieser „Industrie“ habe. Ich wüßte darüber hinaus auch nicht, wann es einmal eine Epoche gegeben haben sollte, in der die Jugend nicht in irgendeiner Art und Weise Rebellion geübt hätte – das nur einmal am Rande.“

    Als erstes möchte ich Dich bitten, dass Du Dir die beiden Artikel zum Thema Haßindustrie erst nochmal in Ruhe durchliest und Dir dann nochmal überlegst, ob diese Position nicht aus christlicher Sicht ihre Berechtigung hat:

    1. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.04.2002, Nr. 100 / Seite 47
    FRANK SCHIRRMACHER: Die Hassindustrie
    Eine Emotion wird Ware: Das Internet gibt Mördern das Gefühl, nicht alleine zu sein.
    archiviert unter: http://www.mediengewalt.de/_arc/pre/faz/004-14.htm

    2. Der Spiegel, 06.05.02
    Lars-Olav Beier, Jörg Blech, Christoph Dallach, Ansbert Kneip, Helmut Sorge und Martin Wolf: „Die freie Hasswirtschaft“
    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,194999,00.html

    Keiner behauptet, dass diese Hasskultur der EINZIGE Faktor für die Amokläufe sei, aber ich weiss nicht wie man als Christ der Meinung sein kann, dass diese Gewalt-Orgien dem unsere Jugend in den Medien ausgesetzt ist, auf Dauer keine negativen Auswirkungen haben würde.

    Übrigens hast Du Dich vor der Talkshow-Frage gedrückt … Na ist der Zeitgeist doch nicht so harmlos?
    😉

    Mit freundlichen Grüßen
    wanderprediger

  9. Hallo wanderprediger!

    Den Schirrmacher-Artikel kannte ich auch schon vor dieser Diskussion, insofern gibt es nichts an meinen Äußerungen, was ich aufgrund dieser Lektüre revidieren müßte.

    Und, nein: ich habe mich vor Deiner Talkshow-Frage nicht gedrückt. Ich habe begründet, warum ich darauf nicht antworten werde. Ich habe so viel Respekt vor mir selbst, um dieses rhetorische Fangfragen-Spielchen zum Zwecke Deiner Selbstbestätigung nicht mitzuspielen. Lies dazu einfach noch einmal den letzten (Ab-)Satz meines vorhergehenden Kommentars. Du magst diesen Umstand nun meinetwegen dem „Zeitgeist“ zuschreiben, um Dich besser zu fühlen – bitteschön. Den sachlichen Kern meines Einwandes berührst Du damit nicht einmal von ferne.

    Ich bin raus aus der Diskussion; es ist gesagt, was zu sagen war.

    Viele Grüße,

    Tobias 🙂

  10. Hi Tobias,
    Du darfst gerne immer wiederkommen. Vielleicht kannst Du ja dann beim nächsten Mal sogar auch mal auf ein Argument eingehen.
    Ich werde jetzt jedenfalls erstmal Deinen schönen linksevangelikalen Blog hier auf Theocons.de verlinken!

    Mit freundlichen Grüßen
    wanderprediger

  11. Hallo Ihr Lieben,
    gerade höre ich im Radio, dass die Angehörigen von fünf bei dem Amoklauf in Winnenden erschossenen Schülerinnen einen offenen Brief an Herrn Köhler, Frau Merkel und Herrn Öttinger gerichtet haben und tiefgreifende Veränderungen in unserer Gesellschaft fordern. Ihr könnt ihn in der Anlage zu diesem Posting lesen.
    Ich muss sagen, dass ich diesen Brief mit seinen Forderungen nach Verschärfung der Waffengesetze, drastischer Reduktion der Gewalt im Fernsehn, mehr Jugendschutz im Internet -speziell Einführung von Kontrolle und Zensur von Internetforen und Chaträumen bzgl. gesellschaftbedrohenden (Gewalt-)Diskussionen – und das Verbot von Killerspielen sehr begrüße.
    Die Trauernden wollen wissen an welchen Stellen unsere ethisch-moralischen und gesetzlichen Sicherungen versagt haben und stellen diese Frage auch an uns!
    Wie antworten wir?
    Mit freundlichen Grüßen
    wanderprediger

    http://www.winnender-zeitung.de/indexWI.php?&kat=347&artikel=82
    Offener Brief

    Sehr geehrter Herr Bundespräsident Köhler,
    sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel,
    sehr geehrter Herr Ministerpräsident Oettinger,

    die Trauer und die Verzweiflung nach dem Verlust geliebter Kinder, Frauen und Männer sind noch überall gegenwärtig. Insbesondere bei uns, den Angehörigen. Der Gedanke, warum es ausgerechnet unsere Liebsten getroffen hat, und wie es überhaupt zu dieser Tat kommen konnte, wird uns unser Leben lang begleiten. In unserem Schmerz, in unserer Hilflosigkeit und in unserer Wut wollen wir aber nicht untätig bleiben. Deshalb wenden wir – die Familien von fünf getöteten Schülerinnen – uns an die Öffentlichkeit.
    Wir wollen, dass sich etwas ändert in dieser Gesellschaft, und wir wollen mithelfen, damit es kein zweites Winnenden mehr geben kann.

    Schusswaffen und Sport

    Wir wollen, dass der Zugang junger Menschen zu Waffen eingeschränkt wird. Die derzeitige gesetzliche Regelung ermöglicht die Ausbildung an einer großkalibrigen Pistole bereits ab dem 14. Lebensjahr. Bedenkt man, dass ein junger Mensch gerade in dieser Zeit durch die Pubertät mit sich selbst beschäftigt und häufig im Unreinen ist, so ist die Heraufsetzung der Altersgrenze auf 21 Jahre unerlässlich.

    Grundsätzlich muss die Frage erlaubt sein, ob der Schießsport nicht gänzlich auf groß-kalibrige Waffen verzichten kann. Bis in die achtziger Jahre hinein genügten unseres Wissens nach den Sportschützen kleinkalibrige Waffen. Bis heute sind die olympischen Wettkämpfe auf Luftdruck- und Kleinkaliberwaffen beschränkt.

    Sollte aus Gründen, die wir nicht kennen, der Verzicht auf großkalibrige Waffen nicht möglich sein, so muss die Schusskapazität verringert werden. Bei der Jagd sind die Magazine der automatischen Waffen auf maximal 2 Schuss begrenzt. Warum nicht auch beim Sport?

    Der Gesetzgeber hat die Vergabe von Waffenbesitzkarten und die daraus entstehenden Verpflichtungen, wie z. B. die Aufbewahrung von Waffen und Munition, vollständig geregelt.
    Die zu erwartenden Strafen bei Verstoß gegen die entsprechenden Gesetze erfüllen aber nicht ihren Zweck. Eine Ordnungswidrigkeit wird eher wie ein Kavaliersdelikt betrachtet. Der Gesetzgeber muss Verstöße gegen das geltende Waffenrecht deutlicher und stärker ahnden.

    Medien: Fernsehen

    Wir wollen weniger Gewalt im Fernsehen. Das Fernsehen, als noch wichtigste Informations- und Unterhaltungsplattform, hat einen sehr großen Einfluss auf die Denk- und Gefühlswelt unserer Mitbürger. Das Fernsehen setzt heute die ethischen und moralischen Standards. Wenn wir es zulassen, dass unseren Mitbürgern weiterhin täglich Mord und Totschlag serviert werden, ist abzusehen, dass die Realität langsam, aber stetig dem Medienvorbild folgen wird. Von den Sendern muss verlangt werden, dass sie ein ausgewogenes Programm anbieten und die Zurschaustellung von Gewalt reduziert wird. Eine „Gewaltquote“, der Anteil von Sendungen mit Gewalt in Relation zur Gesamtsendezeit pro Sender, sollte eingeführt werden.

    Die Zeiten, in denen Kinder und Jugendliche fernsehen, sollten generell gewaltfrei sein.

    Medien: Computerspiele

    Wir wollen, dass Killerspiele verboten werden. Spiele, ob über Internet oder auf dem PC, die zum Ziel haben, möglichst viele Menschen umzubringen, gehören verboten. Gleiches gilt für alle Gewalt verherrlichenden Spiele, deren Aufbau und Darstellung sehr realistisch sind und bei denen viel Blut fließt.

    Medien: Chatrooms und Foren

    Wir wollen mehr Jugendschutz im Internet. In der virtuellen Welt werden heute anonym und gefahrlos Gedankengänge artikuliert und diskutiert, die eine Bedrohung für unsere Gesellschaft darstellen. Wie diese Aktivitäten eingedämmt werden können, wissen wir nicht. Es darf aber nicht sein, dass sich junge Menschen anonym gegenseitig aufhetzen und zu Gewalteskalationen auffordern.

    Berichte über Gewalttaten

    Wir wollen, dass der Name des Amokläufers nicht mehr genannt und seine Bilder nicht mehr gezeigt werden. Am aktuellen Beispiel von Winnenden zeigt sich, dass die derzeitige Berichterstattung durch unsere Medien nicht dazu geeignet ist, zukünftige Gewalttaten zu verhindern. Auf nahezu jeder Titelseite finden wir Namen und Bild des Attentäters. Diese werden Einzug finden in unzählige Chatrooms und Internet-Foren. Eine Heroisierung des Täters ist die Folge.

    Bei Gewaltexzessen wie in Winnenden müssen die Medien dazu verpflichtet werden, den Täter zu anonymisieren. Dies ist eine zentrale Komponente zur Verhinderung von Nachahmungstaten.

    Aufarbeitung der Vorgänge in Winnenden und Wendlingen

    Wir wollen, dass die Tat aufgeklärt und aufgearbeitet wird. Das Warum der Tat wird sicher nie vollständig geklärt werden können. Wichtiger für die Angehörigen und unser aller Zukunft ist die Frage: Wie konnte es geschehen? Wir wollen wissen, an welchen Stellen unsere ethisch-moralischen und gesetzlichen Sicherungen versagt haben. Dazu gehören auch das Aufzeigen der persönlichen Verantwortung und die daraus folgenden – auch juristischen – Konsequenzen.

    Familie Kleisch
    Familie Marx
    Familie Minasenko
    Familie Nalepa
    Familie Schober
    Familie Schweitzer

  12. Kölner Aufruf gegen Computergewalt

    Im Rahmen meiner Recherchen zum Thema Killerspiele bin ich auf einen computerspielekritischen sog „Kölner Aufruf gegen Computergewalt“ vom Dezember 2008 gestoßen (s. Anlage), der offenbar trotz prominenter (Erst-)Unterzeichner wie beispielsweise Prof. Dr. Manfred Spitzer von der Universität Ulm oder Prof. Dr. Christian Pfeiffer vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen in den Mainstreammedien kaum Beachtung gefunden hat. Er hat für meine Begriffe einen etwas hysterisch-pazifistischen Zungenschlag [„Der Spielraum unserer Kinder und Jugendlichen entspricht der Wirklichkeit des Kampfes von Soldaten in den völkerrechtswidrigen Kriegen z.B. im Irak und in Afghanistan.“ au weia!! :-))] , aber trifft im Kernthema und vor allen Dingen in der Darstellung des massiven Einflusses der Spiele-Lobby meist ins Schwarze.
    Mit freundlichen Grüßen
    wanderprediger

    http://www.gwg-ev.org/cms/cms.php?textid=1384

  13. obwohl ich nicht bestreite dass hinter mancher musik und manchen spielen auch gewisse „Haltungen“ (ich will ja das Wort „Dämonen“ nicht ständig gebrauchen;-) ) stecken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.