Was können wir über das Leben nach dem Sterben wissen?

Die Antwort ist ganz einfach: Nichts. Und deshalb fallen die Antworten so unterschiedlich aus. Darauf weisen auch Atheisten gerne hin, wobei dieser Umstand keineswegs automatisch für die atheistische Vorstellung von einem Verlöschen des Geistes spricht. Wenn man keine Messdaten hat, kann man nicht einfach von dem Messwert „Null“ ausgehen. Ebenso wenig wie man aus Unwissenheit einfach behaupten kann, dass es kein fremdes Leben im Universum gibt oder keine Natur-Wirkungen, die man noch nicht kennt. Die Vorstellung von keinem Leben nach dem Tod ist also mitnichten naturwissenschaftlicher als jede andere, sondern muss in die Reihe der vielen Jenseitshoffnungen gestellt werden – von denen sie dem Buddhismus und seinem Sehnen nach dem endgültigen Verlöschen, nicht unähnlich ist.

Wieso kann ein Christ trotz der Vielzahl sich widersprechender Jenseitshoffnungen an die Auferstehung der Toten glauben?

Weil uns mit dem Neuen Testament Berichte von verschiedenen Autoren vorliegen, die uns von einem Menschen berichten, der von den Toten auferstanden ist. Und nein, es gibt keine diversen anderen Berichte, und es war auch damals nicht üblich, dass die Menschen alles geglaubt haben und die Literatur voll ist von ähnlichen Berichten. Wer dies behauptet, mag sich gerne mal auf die Suche machen.
Die Berichte sind nicht nur von mehreren Zeugen aufgeschrieben worden, sondern sie brachten ihren Autoren auch keinen Nutzen – wenn man nicht an die Auferstehung der Toten glaubt. Außer Johannes ist kein Jünger eines natürlichen Todes gestorben, sondern alle wurden verfolgt, bedroht, gesteinigt, gefoltert und schließlich getötet. Wozu hätten sie lügen sollen?

Ferner sprechen sie zu Gemeinden, unter denen es noch eine große Anzahl von Augenzeugen der Auferstehung gab. Selbst manche Nicht-Christen, die sich mit den Texten beschäftigen, sprechen verschleiernd von einer „Ostererfahrung“, ohne eine plausible Alternativerklärung für das Phänomen Urkirche anbieten zu können.

Man kann also sagen, dass die Auferstehungszeugnisse des Neuen Testamentes das sicherste Zeugnis über ein Leben nach dem Tod ermöglichen, dass überhaupt vorstellbar ist.

Wer nun nervös wird und schon überlegt, wo der Haken bei der Sache ist, sollte sich fragen, ob er dies wirklich macht, weil er so wissenschaftlich ist, oder weil er einfach jeden Gedanken vermeiden möchte, einmal vor Gott zu stehen. Wer gegen so ein Zeugnis anrennt, hat entweder sehr gute Gründe oder er hat gar keine Gründe. Er kann die Evangelien entweder ignorieren oder wird erst Frieden mit Gott finden, wenn er glaubt, dass Jesus für seine Sünden gestorben ist.
Erst dann wird der Gedanke an seine Auferstehung nicht von Angst sondern von Hoffnung bestimmt sein.

7 Gedanken zu „Was können wir über das Leben nach dem Sterben wissen?“

  1. Hexen hatten auch keinen Nutzen davon, Hexe zu sein. Hexen gab es sowieso nie wirklich.

    „Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat“

    Geschichte einfach Geschichte sein lassen, im jetzt für sich denken (ohne sich was vorplaudern zu lassen) und herausfinden, was das richtige ist…
    Ich bin grundsätzlich Agnostiker, aber ich hasse Leute, die alte Bibeltexte zitieren, um auf irgend eine „grundsätzliche“ Wahrheit hinzuweisen (z.B.: Hiob 38,2).
    Hinzufügen möchte ich, dass ich auch mein Zitat von Napoleon nicht als 100%ig wahr erachte, aber es lässt einen nachdenken, eine Sache, die heute leider nur noch selten wirklich gemacht wird.

    Was wir ganz sicher über das Leben nach dem Sterben wissen: Dass die meisten es in einem tief verbuddelten Sarg oder einer Urne verbringen.
    Warum müssen wir uns Gedanken darüber machen, was mit unserem „Geist“ bzw. mit uns passiert, wenn wir tot sind? Wir müssen unser dasein auf der Erde in dem Gedanken führen, für Dinge gerichtet zu werden, die rein nach menschlichem ermessen normiert wurden?
    Hier kommen Christen ja gerne mit dem „Nein! Es sind göttliche Normen!“. Aha, göttlich genormt muss ich meinen Vater, der mich schlägt und misshandelt, natürlich immer ehren, sonst lande ich später in der Hölle. Ich darf mir auch unter dem Wort „Gott“ nichts vorstellen, sonst lande ich in der Hölle… wahrscheinlich landen 99% der Christen in der Hölle und wenn sie dann mit Satan am Sandstrand einen Martini trinken, fragen sie sich, wie sie nur all die Jahre so dumm sein konnten.

    Das einzige, was Christen davon abhält, die Möglichkeit einer Nicht-Existenz nach dem Tod in Betracht zu ziehen, ist die Furcht vor diesem Zustand. Man flüchtet sich in den Gottesglauben und ein Leben nach dem Tod, den Glauben an Vergebung für Taten, die erst durch diesen Glauben Vergebungsbedürftig geworden sind.
    Wenn man akzeptieren kann, dass man stirbt und dann ganz einfach „weg“ ist, lebt man nicht in Angst um das danach, sondern im jetzt, in seinem Leben. Man möchte gut leben und anderen Gutes tun, weil man weiss, dass es für uns alle kein danach gibt.
    Ich brauche keinen Glauben um zu erkennen, wann ich Schlechtes und wann Gutes tue. Ich bereue wenn ich unbegründet Schlechtes tue, aber ich bete nicht um Vergebung.
    Ich brauche allein die Erkenntnis, dass ich Mensch bin und mit Menschen lebe, um richtig zu handeln.
    Humanismus eben, der einzige Glaube, den Menschen haben sollten.

    Gruss Jinxy

  2. Na, du bist ja ein origineller Agnostiker: du weißt nichts über das Leben nach dem Tod, weißt nichts über Geschichte, aber das hält dich nicht davon ab, bei Bedarf eben doch etwas über Geschichte zu wissen und immerhin sicher genug zu sein, um auch allen anderen ihr Wissen abzusprechen und „akzeptierst“, dass du nach dem Tod einfach weg bist. Das klingt doch stark nach einer Überzeugung, wenn du mich fragst.

    Und am Ende kommst du zu dem Ergenis, dass es eigentlich genau eine Weltanschauung gibt, die Menschen haben sollten, nämlich deine.

    Das ist ziemlich schräg!

    Du gibst zu, dass der Glaube an Gott mit dem Glauben an ein Gericht über alle Menschen zusammen hängt, und behauptest, die Christen würden aus Angst vor dem Verlöschen an Gott glauben. Was werden die Menschen dann erst ausdenken, um die Angst vor der Hölle los zu werden. Wusstest du, dass Atheisten sich früher bewusst verbrennen ließen, um eine Auferstehung zu verhindern? – natürlich ein naives Unterfangen.

    Gruß
    Moorwackler

  3. Hallo,

    über Geschichte wissen wir doch das ein oder andere, sicher auch Jinxy. Ich finde nicht, dass man ihn deshalb mit einem Ad Hominem-„Argument“ angreifen sollte. In der Reaktion von Moorwackler auf Jinxy erkenne ich ausserdem ein fehlendes „b“ in „Ergebnis“. Das von zwei Leerzeilen umgebene „Das ist ziemlich schräg!“ mit dem Ausrufezeichen weist auf eine gewisse Erregung und Geschwindigkeit des Schreibens hin.
    Aus dem Engagement von Moorwackler, hier seine Auffassung zu verbreiten und seiner Reaktion auf Jinxy wage ich zu folgern, dass Moorwackler Angriffe auf sein Weltbild, seinen Glauben als Angriff auf seine Persönlichkeit empfindet.
    Dazu kann ich sagen, dass ich erfahren habe, dass man tiefe existentielle Erfahrungen eben nicht mit den Beschreibungen aus einer Religion verwechseln oder auch nur vermischen sollte. Kleine Zwischenfrage: Wie kommt es, dass fast immer gerade die Religion gewählt wird, in deren Kulturkreis man sich gerade befindet?
    Vielmehr sollte man alles, was man erlebt, lernt und erfährt, prüfen. Leider kann man das als Kind oder Heranwachsender noch nicht so gut wie als älterer Mensch. Wir haben auch nie ausgelernt, aber genau das sollte man im Laufe seines Lebens erkennen und sich immer der Vorläufigkeit seines Wissens und Erfahrungen bewusst sein. Schon als Baby sind wir offen und lernen begeistert.
    Dass wir nie alles wissen können bedeutet aber auch nicht, dass wir nichts wissen können. Wir können beliebig viel lernen, wenn wir nur wollen und nicht aufhören zu suchen. Es lohnt sich, nicht die Begeisterung für die Welt, für sich und für das Wissen und Empfinden zu verlieren. Wir sollten unser Wissen und unsere Möglichkeiten nicht unter einen Schemel stellen.
    Wenn hier behauptet wird, wir können nichts über das Leben nach dem Tod wissen, dann frage ich: Woher wissen wir das?
    Moorwackler führt die Bibel an, Jinxy nicht.
    Ich behaupte: Der Grund, warum Moorwackler den Berichten der Bibel glaubt, besteht darin, dass er gewisse persönliche Erfahrungen gemacht hat, aus denen er einmal folgerte, dass da „was dran“ ist. Dazu kam in Folge selektive Wahrnehmung, und schließlich glauben ja so viele dran, dann muss doch wirklich was dran sein.
    Solange Gott oder Jesus nicht persönlich Moorwackler erschienen sind und sich auch als solche vorstellten, gibt es aber nicht wirklich einen Grund für Moorwackler, der Bibel zu vertrauen, sondern es ist vielmehr der Wunsch, der dahinter steht. Welcher Wunsch das genau ist, würde ich gerne noch diskutieren, um der Sache näher zu kommen.
    Und selbst wenn man der Überzeugung ist, dass einem Jesus erschienen ist (und nicht etwa Satan in Jesusgestalt), dann kann man immer noch eine im Gehirn begründete organische Ursache nicht ausschließen, und das wäre immer noch sehr viel naheliegender als die Annahme von übernatürlichen Wesen.

    Gruß,
    Siegbert

  4. Hallo Siegbert,

    deine psychologischen Deutungsversuche in Ehren, aber Erregung beim Schreiben ist ein ziemlich unspezifisches Symptom. Wenn man daraus etwas schließt, wird man nicht mehr als seine eigenen Unterstellungen entdecken.
    In diesem Fall ist die Erregung eigentlich nicht verwunderlich, und ich habe ausdrücklich auf das hingewiesen, was mich etwas fassungslos gemacht hat…

    2. Das „Ad-Hominem-Argument“ habe ich in meinem Kommentar nicht gefunden, was meinst du damit?

    3. Bevor du anfängst zu raten, wie ich dazu komme, die Bibel für Gottes Wort zu halten, könntest du auch einfach fragen. Oder hört die Neugier da bei dir schon auf? Du schiebst hier einen Schwall von Mutmaßungen, straßenpsychologischen Deutungen und Unterstellungen vor dir her. Das empfinde ich, von allen höheren Ansprüchen wie Wissenschaftlichkeit und Redlichkeit einmal abgesehen, einfach als unhöflich.

    4. Wenn du den Text aufmerksam gelesen hättest, hättest du gemerkt, dass ich die biblischen Berichte hier gerade nicht als Gottes Wort vorausgesetzt, sondern sie als historische Dokumente ernst genommen habe. Der Witz des Beitrages bestand gerade darin zu zeigen, dass es sich um Berichte handelt, an denen man nicht ohne Gewalt vorbei kommt. Die Befangenheit liegt bei dem, der ihnen nicht glaubt.

    5. Wieso sind „im Gehirn begründete organische Ursache“ „noch sehr viel naheliegender als die Annahme von übernatürlichen Wesen“?
    Hast du das jetzt einfach so behauptet, oder sehe ich das Argument jetzt nur gerade nicht? Die synchrone organische Ursache bei vielen Menschen gleichzeitig ist immerhin ziemlich unwahrscheinlich.

    6. Zu deiner „kleinen Zwischenfrage“: „Wie kommt es, dass fast immer gerade die Religion gewählt wird, in deren Kulturkreis man sich gerade befindet?“
    Die Antwort kannst du dir vermutlich schon denken. Ich glaube an die Bibel als Gottes Wort, weil die meisten Deutschen die Bibel für Gottes Wort halten und an die Auferstehung von den Toten und das ewige Leben glauben. Die meisten Deutschen setzen ihre ganze Hoffnung auf das Erlösungswerk Christi und ziehen den biblischen Schöpfungsbericht der Evolutionstheorie vor. Das habe ich so mehr oder weniger einfach übernommen.
    Wie sieht es aber mit deinem Glauben aus? Der kommt für mich jetzt auch nicht gerade überraschend und ist mir in dieser Form schon unzählige Male begegnet, d.h. das Thema betrifft dich mehr als mich.
    Die eigentliche Frage, die du damit aufgeworfen hast, habe ich damit allerdings nicht beantwortet, denn es ist ja wirklich so, dass die meisten Menschen einfach von dem überzeugt sind, was ihnen von klein auf beigebracht wurde. Ist vielleicht ein eigenes Blogthema wert, mal sehen…

    Moorwackler

  5. Hallo Moorwackler,

    was lange währt, wird endlich gut! 🙂

    Zu 1: Ja, ich habe unterstellt und geraten. Siehe dazu Nr. 3.

    Zu 2: „Na, du bist ja ein origineller Agnostiker“ klingt so, als würdest Du einem kleinen Kind auf den Kopf tätscheln. Du hättest aber einfach schreiben können, dass Du Jinxys Argumente originell findest anstatt ihn durch Verniedlichung klein zu machen und damit – wahrscheinlich einfach aus dem Gefühl heraus – zu versuchen, seine Argumente auch klein und ungefährlich erscheinen zu lassen.

    Zu 3: Das habe ich bewusst etwas provokativ geschrieben, damit ich möglichst eine Reaktion erhalte: Entweder es stehen tiefe persönliche Erlebnisse hinter Deiner Bekehrung, dann antwortest Du, weil ich recht hatte. Oder es ist nicht so, dann antwortest Du, weil ich nicht recht habe.
    Aber es sollte sowieso IMMER PERSÖNLICH sein, wie man zum Glauben kommt. Alternativ wäre ja nur eine Zwangsverordnung möglich, aber das würde ich nicht als Bekehrung betrachten.
    Also entschuldige bitte, wenn ich unhöflich war. Ich habe es so geschrieben, gerade weil ich neugierig bin und Antwort wollte. Wenn ich Dich einfach direkt gefragt hätte, hätte die Gefahr bestanden, dass Du einfach Nein sagst.
    Darf ich Dich also fragen, wie Du an den Glauben gekommen bist?

    Zu 4: In der Geschichtswissenschaft ist es in der Tat praktisch unmöglich, unbefangen und subjektiv vorzugehen. Trotzdem muss man es versuchen.
    Auch in der Betrachtung der biblischen Überlieferungen.
    Du hast im Text geschrieben: „Und nein, es gibt keine diversen anderen Berichte, und es war auch damals nicht üblich, dass die Menschen alles geglaubt haben und die Literatur voll ist von ähnlichen Berichten. Wer dies behauptet, mag sich gerne mal auf die Suche machen.“
    Dazu empfehle ich als Einstieg das Buch von Frank Fabian „Die größten Lügen der Geschichte“, mit dem ein gutes Gefühl für die Gefahren bei der Geschichtswissenschaft geweckt wird. Es wurde in der neueren Geschichtswissenschaft nämlich erkannt, dass man die zur Verfügung stehenden Quellen bisher meist zu unkritisch hergenommen hat. Z. B. gehen alle Berichte von Cäsars Kriegen, die wir haben, auf einen von ihm bezahlten Schreiber zurück, wodurch wir ein heldenhaftes Bild von Cäsar vermittelt bekommen haben, unterstützt vom gegenseitigen Abschreiben und unkritischen Übernehmen von „Fakten“ zwischen den Geschichtsforschern. Es gibt aber durchaus die Möglichkeit, die Fakten stärker zu berücksichtigen, z. B. die Anzahl der Toten, und welche Folgen bestimmte Ereignisse für die verschiedenen Gesellschaftsschichten hatten. Auch können durch das Wissen um die Entstehung und die Umstände der Quellen Rückschlüsse auf die wahrscheinlich tatsächlich stattgefundenen Ereignisse gezogen werden, natürlich immer nur insoweit, wie man das Umfeld plausibel rekonstruieren kann.
    Was konkret die Ereignisse, die im Neuen Testament beschrieben werden betrifft, hat man festgestellt, dass KEIN EINZIGES Element nicht schon in anderen Kulturkreisen (hauptsächlich Griechen, Inder, Römer, Perser) vorkam. Als Quelle dazu nenne ich wieder das Buch von Frank Fabian, wo die wesentlichen Elemente und deren Herkunft aufgeführt werden. Wer es genauer wissen will, findet in den dortigen Literaturangaben sicher genügend Material, man muss also selbst gar nicht so sehr suchen.

    Du hast geschrieben:
    „Die Berichte sind nicht nur von mehreren Zeugen aufgeschrieben worden, sondern sie brachten ihren Autoren auch keinen Nutzen – wenn man nicht an die Auferstehung der Toten glaubt.“
    Es wäre zwar sehr interessant, aber es ist leider kein Text überliefert, der von einem Zeugen der damaligen Geschehnisse um Jesus stammt. Auch hier verweise ich auf das oben angegebene Buch, das die entsprechenden Quellenangaben enthält.
    Der vermeintlich vordergründig nicht erkennbare Nutzen der vermeintlichen Autoren lässt sich auch nicht aufrechterhalten. Es genügt ja schon die starke Wunschvorstellung nach einem wuntertätigen Erlöser. Dazu noch die religiöse Gemeinschaft, in der man seine selektive Wahrnehmung noch verstärkt und immer neu bestätigen kann.

    Du hast geschrieben:
    „Außer Johannes ist kein Jünger eines natürlichen Todes gestorben, sondern alle wurden verfolgt, bedroht, gesteinigt, gefoltert und schließlich getötet. Wozu hätten sie lügen sollen?“
    Lügen ist hier vielleicht das falsche Wort. Lügt man, wenn man selbst an die Lüge glaubt? Juristisch z. B. betrügt man auch nur dann, wenn man nicht selbst an das hinter seinem Betrug stehende System glaubt, etwa bei Wahrsagern und Kartenlegern.
    Daher: Auch Du „lügst“ nicht, wenn Du die in der Bibel überlieferten Texte anders interpretierst als die Geschichtswissenschaft. Du bist Dir aber sicher bewusst, dass Du den Inhalt Deines Textes nicht erfolgreich in einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlichen könntest, weil Deine Interpretationen nicht belegt sind. Du sagst Dir eben, dass Belege vielleicht noch gefunden werden oder für immer verlorengegangen sind, aber es muss sie gegeben haben. Das ist möglich, und wir sind fast alle daran interessiert, mehr herauszufinden.

    Zu 5: Visionen wie Jesuserscheinungen spreche ich die Realität nur insofern ab, als es sich um Beweise für Übersinnliches handeln soll, aber nicht in der Weise, dass sie tatsächliche Vorgänge im Gehirn sind. Letztlich findet wohl alles, was wir denken und fühlen, eine materielle Entsprechung im Gehirn (schließlich sind wir aus Materie aufgebaut), damit auch der Glaube. Oder wie würdest Du den Glauben vom Denken und Fühlen trennen?
    In meiner Behauptung gehe ich einfach von der Erfahrung aus. Ich bin bisher noch keinem übernatürlichen Wesen begegnet, hätte aber nichts dagegen. Sicher würde das mein Weltbild verändern, aber Erkenntnis ist mir das Höchste. Wer will schon gerne sich und andere betrügen? Trotzdem wird oft nicht in erster Linie nach Erkenntnis und Wahrheit gestrebt. Oder würdest Du bestreiten, dass Du Deinen Glauben höher einstufst als Erkenntnisse, falls es zur Entscheidung zwischen diesen Wahlmöglichkeiten käme?

  6. Oh, ich sehe, dass ich gerade noch einen Punkt übersehen habe. Das hole ich jetzt nach.

    Zu 6:
    a) Ich bin baff. Ich hatte nicht erwartet, auf diese Frage wirklich diese entwaffnend ehrliche Antwort von Dir zu erhalten, sondern daß Du versuchen würdest, die Wahrheit oder Einzigartigkeit der christlichen (welcher genau?) Religion gegenüber anderen Religionen durch Argumente herauszustellen. Stattdessen sagst Du einfach, Du hast den Inhalt Deines Glaubens „so mehr oder weniger einfach übernommen“. Das bedeutet aber, daß Du etwas ganz anderes glauben würdest, wenn Du entsprechend woanders geboren und aufgewachsen wärst! Du kannst jetzt zwar antworten, dass Du dann eben etwas Falsches glauben würdest und nicht um die Unwahrheit Deines Glaubens wüsstest, aber dass trotzdem das, was Du jetzt glaubst, wahr ist und eben nicht die andere Religion.
    Das hinkt aber daran, dass Dein anders aufgewachsenes Ich, wenn man es fragen würde, dasselbe von seiner Religion mit der gleichen Überzeugung sagen würde. Deshalb frage ich mich, ob Du der Tragweite Deiner Aussage bewusst warst.

    b) Du hast geschrieben:
    „Wie sieht es aber mit deinem Glauben aus? Der kommt für mich jetzt auch nicht gerade überraschend und ist mir in dieser Form schon unzählige Male begegnet, d.h. das Thema betrifft dich mehr als mich.“
    Meinen Glauben kann ich vielleicht am besten durch seine Entwicklung beschreiben: Aufgewachsen bin ich im schwäbischen Pietismus mit einem etwas jüngeren Bruder bei zwei sehr lieben Eltern, die ich als Menschen sehr hoch achte. Ich kenne kaum Menschen, die ehrlicher und aufrichtiger leben bzw. gelebt haben und strebe danach, ihrem Beispiel an Menschlichkeit und Wärme zu folgen. Meine Eltern haben und hatten viele enge Beziehungen zu Menschen und Kreisen rund um Pietismus und Evangelikale in Baden-Württemberg und darüber hinaus (Philadelphia-Verein in Leonberg, „Die Arche“ in Möttlingen, Bad Liebenzeller Mission, Missionswerk „Der Weg zur Freude“, Reinhard Bonnke, „Die Norweger“, BGG in Stuttgart (zumindest bei deren Anfängen), Methodisten), wodurch ich auch persönlich mit vielen Leuten dort bekannt und befreundet bin.
    Ich muss dazusagen, dass ich aber schon als kleines Kind befremdet war, auf bestimmte Fragen wie die, was mit den kleinen Kindern passiert, die sterben, bevor sie bekehrt sind, keine befriedigende Antwort erhalten habe (in dem Fall war „Gott wird das schon recht machen“ für mich nicht wirklich befriedigend). Als Jugendlicher hat mich das erst mal nicht weiter betroffen. Interessierter an Religion wurde ich durch das Aufkommen existentieller Fragen als wiederholt unglücklich Verliebter (ich war ziemlich verklemmt, einfach schon als Typ Mensch würde ich mich als sehr schüchtern, brav und introvertiert bezeichnen, der jedoch inzwischen gelernt hat, mehr aus sich herauszugehen).
    Der Glaube, den ich damals gewonnen habe, sah kurzgefasst in Gott die unabdingbare Existenz von Prinzipien der Wahrheit, die ich hauptsächlich als Offenheit, Persönlichkeit, Liebe identifiziert hatte. Als Sinn des Lebens erkannte ich die Annahme des Lebens. Jede Art von Bewusstseinsbeschränkung (z. B. Verdrängung jeder Art, Selbstbetrug) ist eine Entfernung vom Leben. Leben bedeutet Wirklichkeit, Erleben mit allen Sinnen in aller Tiefe der Sinne, auch Bewusstmachung. Die Annahme von Wert erschafft erst den Wert. Andersherum: Wer sich dafür entscheidet, den Sinn nicht zu erkennen, erkennt ihn auch nicht, und dann gibt es ihn auch nicht.
    Nach dem langen harten Kampf um dieses neue Überzeugungssystem machte ich erst einmal keine neuen Erkenntnisse und konnte einfach nur leben.
    So ging es viele Jahre, bis mich ein Homöopathieartikel in einer kostenlosen lokalen Werbezeitung wiederholt gestört hat, der bestimmte quantenmechanische Erkenntnisse dazu missbraucht, die Esoterik der Homöopathie glaubhafter erscheinen zu lassen. Daraufhin habe ich mich mit Pseudowissenschaften, deren Argumente und Argumentieren allgemein beschäftigt. Schon bald entdeckte ich die Techniken von Aberglauben an einer unerwarteten Stelle: beim Glauben. Plötzlich erfuhr ich ein fast explosionsartiges Anwachsen von Erkenntnissen. Ich erfuhr, was es mit „Immunisierung gegen Kritik“ auf sich hat und schämte mich schon fast dafür, dass ich selber in die frechsten Fallen getappt bin, obwohl ich immer auch kritisch war. Aber ich brauchte einfach noch einen kleinen Anstoß, um aus den selbstgebauten Mauern herauszufinden.
    Die frohe Botschaft lautet: Es gibt eine Wahrheit, und wir können mehr erkennen als wir uns zunächst vorstellen, wenn wir ehrlich darum bemüht sind und uns nicht von Ängsten oder Überheblichkeit leiten lassen, genau wie in der Wissenschaft (die ja auch viel erkennt).

  7. Hallo Siggi,

    „…wahrscheinlich einfach aus dem Gefühl heraus – zu versuchen, seine Argumente auch klein und ungefährlich erscheinen zu lassen.“

    „wahrscheinlich aus dem Gefühl heraus…“ Für mich ist es jetzt schwierig, mich gegen solche Vermutungen zu wehren, denn wenn ich es tue, festige ich nur deine Einschätzung, dass du mit therapeutischem Blick Gedanken bei mir offen legst, die ich selbst mir nicht eingestehen kann. Wie soll man auf so etwas reagieren? Indem ich jetzt meinerseits dir unterstelle, dass du aus dieser überlegenen Positionen des Therapeuten eine Ansicht in sicherer Entfernung hältst, die dir wiederum gefährlich werden könnte? Aber wieso sollte ich so unverschämt sein?

    „Wenn ich Dich einfach direkt gefragt hätte, hätte die Gefahr bestanden, dass Du einfach Nein sagst.
    Darf ich Dich also fragen, wie Du an den Glauben gekommen bist?“

    So wie es vermutlich bei jedem Glauben zu unterschiedlichen Anteilen ist: irgendwie setzt sich alles, was wir wissen aus dem zusammen, was wir von Eltern bestimmten Lehrern und Büchern gelernt haben. Ist das, was wir als Kinder von Eltern lernen nun grundsätzlich vertrauenswürdiger als das, was wir von selbstgewählten Lehrern oder aus Büchern lernen? Oder ist es grundsätzlich mit mehr Misstrauen zu sehen?

    „Es gibt aber durchaus die Möglichkeit, die Fakten stärker zu berücksichtigen, z. B. die Anzahl der Toten, und welche Folgen bestimmte Ereignisse für die verschiedenen Gesellschaftsschichten hatten.“

    Dann sieh dir mal an, welche Auswirkungen die Auferstehung hatte! Ich habe mit einem bibelkritischen Theologen mal gesprochen der zwar durch seine Bibelkritik den biblischen Texten nicht glaubte. Aber er kam irgendwie zu dem Ergebnis: wenn man sich ansieht, was aus dieser kleinen Bewegung wurde, also mit den gleichen Personen, dann muss es da irgendetwas gegeben haben. Diese „Ostererfahrung“ wie Theologen es etwas kryptisch nennen, ist m.W. tatsächlich beispiellos und könnte mit der tatsächlichen leibhaftigen Auferstehung Jesu doch so leicht erklärt werden.

    „Was konkret die Ereignisse, die im Neuen Testament beschrieben werden betrifft, hat man festgestellt, dass KEIN EINZIGES Element nicht schon in anderen Kulturkreisen (hauptsächlich Griechen, Inder, Römer, Perser) vorkam.“

    Das Buch klingt ganz interessant, ich werde mal sehen, ob ich es irgendwo kostenlos ausleihen kann.
    Dass alle „Elemente“ in anderen Kulturen vorher – und wie ich behaupte: schon immer! – enthalten waren, habe ich an anderer Stelle gerade als Argument dafür herangezogen, dass Gott sein Wissen unter den Menschen so weit lebendig gehalten hat, dass kein Mensch ohne Entschuldigung ist. Alle wussten genug von seiner Herrlichkeit und Ewigkeit und hätten ihn als Gott verehren und ihm Dank darbringen müssen. Und alle haben ein klares Bewusstsein dafür, dass sie schuldig sind und Vergebung brauchen. Ich vermute mittlerweile, dass jeder Mensch, egal aus welchem Kulturkreis er kommt, die zentrale Botschaft des Evangeliums ohne große Einführungen verstehen kann. Du wirst die Sehnsucht nach dem ewigen Leben in anderen Kulturen finden, den Gedanken an Opfer, an Schuld, sogar an den Sohn Gottes oder einen göttlichen Menschen, der für die Menschen ins Mittel tritt! All dies führt dazu, dass man den Menschen mit dem Evangelium die Lösung DES großen Problems der Menschheitsgeschichte bringt und keineswegs ein Problem, dass man erst schaffen muss, wie das manchmal dem Christentum vorgeworfen wird.
    Jesus und die Autoren des NT legen übrigens größten Wert darauf zu zeigen, dass Jesus keine neue Religion erfunden hat, sondern der verheißene Messias ist – also nur die Schriften des Alten Testamentes erfüllt, nicht aber wie der Koran beispielsweise, ersetzt.

    „Es wäre zwar sehr interessant, aber es ist leider kein Text überliefert, der von einem Zeugen der damaligen Geschehnisse um Jesus stammt.“

    Die ältesten Textstücke des Markusevangeliums entstanden in einer Zeit, in der die meisten Jünger Jesu noch lebten, nämlich etwa 40 nach Christus. Da wäre jemand, der etwas völlig anderes erfindet, nicht bekannt geworden mit seinen Phantasien.

    „Der vermeintlich vordergründig nicht erkennbare Nutzen der vermeintlichen Autoren lässt sich auch nicht aufrechterhalten. Es genügt ja schon die starke Wunschvorstellung nach einem wuntertätigen Erlöser.“

    Lies dir die Berichte einfach noch mal durch: sehen so Wunschvorstellungen aus? Wer seine Wünsche über die Fakten regieren lässt, wird wenig Bemühen um eine präzise Darstellung der Ereignisse zeigen. So wie diese Berichte geschrieben sind, stelle ich mir einfach niemanden vor, der sich einfach seinen Phantasien hingibt. Dort wird beschrieben, wie der Tod amtlich von den Römern festgestellt wurde, das Begräbnis Jesu und die beschämende Reaktion der Jünger. Auch die Beschreibungen von den ersten Begegnungen passen einfach nicht zu dem, was eine „starke Wunschvorstellung“ diktieren würde. Wenn man schon einen starken Wunsch unterstellt, dann müsste es auch eine Wunschvorstellung sein mit allem was dazu gehört. Und als solches kann man die Auferstehungsberichte einfach nicht verstehen. Wieso hätten sich die Jünger wünschen sollen, so peinlich zu reagieren?

    „Dazu noch die religiöse Gemeinschaft, in der man seine selektive Wahrnehmung noch verstärkt und immer neu bestätigen kann.“

    Die ersten Berichte erzählen von Kontakten von Einzelpersonen, nicht von Erscheinungen der Gemeinde.

    „Du bist Dir aber sicher bewusst, dass Du den Inhalt Deines Textes nicht erfolgreich in einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlichen könntest, weil Deine Interpretationen nicht belegt sind.“

    Doch sind sie, aber sie würden in der Wissenschaft trotzdem nicht ernst genommen werden, weil jede Zeit ihre Muster hat, nach denen sie Argumente gewichtet. Zu bestimmten Zeiten gäbe es kein besseres Argument als den Beleg aus den alten Schriften. Zu anderen Zeiten könnte man nicht besser argumentieren als durch das philosophische Streitgespräch (was in der Wissenschaft bei allem Respekt auch keinen mehr interessiert). In wieder anderen Kulturen muss ein Argument vielleicht in einer kunstvollen Form dargestellt werden, damit es ernst genommen wird oder als Fabel formuliert werden. In unserer Zeit ist die Wissenschaft ein ziemlich Technik-lastiger Betrieb geworden. Mit einer schlechten Untersuchung, an deren Ende Zahlen stehen, wird man eher ernst genommen, als mit allen anderen Gründen zusammen genommen. Selbst wenn eine These durch den Alltag evident erscheint, in sich schlüssig ist, zu allen Zeiten so vertreten wurde, würde man ihr „misstrauen“ und meint damit, dass sich diese Argumente an Untersuchungen messen lassen müssen. Ich bin nicht wissenschaftsskeptisch und halte von Untersuchungen sehr viel. Aber es gibt nun mal auch Untersuchungen, die einfach schlecht gestrickt sind und keine brauchbaren Ergebnisse liefern. Das Problem ist in meinen Augen, dass trotzdem selbst eine schlechte Untersuchung mehr zählen würde als beispielsweise Überlieferung oder Alltagsweisheit, Logik… Das meine ich mit gesellschaftlichen Mustern, nach denen Argumente gemessen werden.
    Ich bin also davon überzeugt, dass nichts von dem, was ich hier schreibe, an einer Universität jemanden interessieren würde. Aber ich bin ebenso davon überzeugt, dass die Argumente sehr stark sind, und dass sie wirklich stärker sind als alle Gegenargumente.

    „Letztlich findet wohl alles, was wir denken und fühlen, eine materielle Entsprechung im Gehirn (schließlich sind wir aus Materie aufgebaut), damit auch der Glaube.“

    Nicht nur im Gehirn, sondern auch im Bauch, im Blut, in der Haut. Wie du von dort zu den Auferstehungsberichten kommst, ist mir aber immer noch nicht klar.

    „Oder wie würdest Du den Glauben vom Denken und Fühlen trennen?“

    Gar nicht: wir sollen Gott mit unserem ganzen Herz, mit unserem ganzen Verstand und aller unserer Kraft lieben, und unseren Nächsten wie uns selbst.

    „In meiner Behauptung gehe ich einfach von der Erfahrung aus.“

    So so, das ist aber auch nicht wissenschaftlich, oder? Das ist das zweite Muster: Wissenschaft muss heute atheistisch sein, d.h. Erklärungen müssen davon ausgehen, dass es keinen Gott gibt. Eine noch so absurde Theorie, die ohne Gott auskommt (Massenpsychose, Außerirdische…) zählt immer noch mehr als die beste, die von der Existenz Gottes ausgeht. Wenn jemand von einer Erfahrung berichtet, einen Engel gesehen zu haben, wäre das unwissenschaftlich. Wenn jemand sagt, er hahe noch keinen Engel gesehen, glaubt ihm das jeder und es klingt irgendwie vernünftig.

    „Ich bin bisher noch keinem übernatürlichen Wesen begegnet, hätte aber nichts dagegen. Sicher würde das mein Weltbild verändern, aber Erkenntnis ist mir das Höchste.“

    Bisher kämpfst du mit allen Bandagen (wie gesagt auch sehr unfairen psychologischen, wie ich oben schon geschrieben habe…).

    „Oder würdest Du bestreiten, dass Du Deinen Glauben höher einstufst als Erkenntnisse, falls es zur Entscheidung zwischen diesen Wahlmöglichkeiten käme?“

    So schlicht stellt sich die Frage nie. Es gibt in jedem Weltbild mehr oder weniger zentrale Elemente. Manche lassen sich leichter ersetzen als andere. Andere rühren schon viel tiefer, z.B. wenn ein Atheist Berichte über Geister liest, muss er sie, so unwahrscheinlich seine Erklärungen sind, als psychologische Phänomene wegdeuten, weil er sonst kein Atheist mehr sein könnte. Er darf auch keine grundsätzlichen Zweifel an der Evolutionstheorie aufkommen lassen, weil sein Weltbild dann auf einmal auf wackeligen Füßen stünde.
    Wäre es denn das Beste, immer dem aktuellen Stand der Wissenschaft bedingungslos zu glauben? Wenn der aktuelle Stand der Wissenschaft dem entspräche, was du als „Erkenntnis“ bezeichnest, wäre das wünschenswert – und tatsächlich wird das im philosophischen Pragmatismus auch so gesehen. Aber ich habe schon angedeutet, dass Erkenntnis mehr Quellen kennt als die Wissenschaft. Und dazu zähle ich zu einem großen Teil das normale alltäglich Wissen um banale Zusammenhänge. Die Weisheitsliteratur in der Bibel ist ein Muster dafür, wie Weisheit Erkenntnis aus dem Alltag und der Natur schöpft.
    Zu dem Thema gäbe es hier noch viel zu sagen, aber mein Kommentar ist ohnehin schon viel zu lang…

    „Ich bin baff. Ich hatte nicht erwartet, auf diese Frage wirklich diese entwaffnend ehrliche Antwort von Dir zu erhalten“

    sorry, war ironisch gemeint 🙂
    Natürlich glaubt tatsächlich kaum jemand in Deutschland an die Auferstehung Jesu, an die Bibel als Wort Gottes etc… ich wollte damit nur deutlich machen, dass das von dir angesprochene Problem nicht nur das Christentum betrifft, sondern auch – und in Deutschland vor allem! – den Mainstream-Atheismus. Wer in Deutschland die normale staatliche Schule besucht und an der Uni studiert und glaubt, was er hört, kann eigentlich nur Atheist oder Agnostiker werden. Die Christen sind mittlerweile die Gegenkultur. Es ist also etwas grotesk, dass gerade wir immer darauf hingewiesen werden, dass wir ja nur dem Glauben unserer Kultur anhängen.
    Und auch aus deiner persönlichen Geschichte zieht sich der Pietismus deiner Eltern noch in deinem gegenwärtigen Weltbild durch, soweit ich das sehen kann. Spricht das jetzt dafür oder dagegen? Ich gebe dir recht, wenn du meinst, dass solche Beobachtungen uns skeptisch gegenüber dem machen sollten, was wir übernommen haben. Aber entweder es führt zu einem billigen Bekenntnis, dass man irgendwie ja offenbar nichts wissen kann. Oder man versucht, sich und anderen Rechenschaft über seinen Glauben oder Unglauben abzugeben.

    „Die frohe Botschaft lautet: Es gibt eine Wahrheit“

    darf man fragen, wie die lautet?

    Mit freundlichen Grüßen
    Moorwackler

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