„Um eine “atheistische Missionierung” ist es uns nicht bestellt“

Dieses Zitat stammt von der Homepage der Organisatoren der atheistischen Buskampagne, die in mehreren Städten Europas zu sehen war. Nach eigenen Angaben haben sie ca. 15-20 Millionen Menschen „erreicht“ (ich dachte, das wäre frommes Vokabular?). Ist die Kampagne nun eine Mission oder nicht? Da „Mission“ einen Auftraggeber voraussetzt, der die Missionare eben „sendet“, kann eine atheistische Kampagne nie eine Mission sein. Allerdings kann ein Atheist kaum jemandem Mission vorwerfen, weil er nicht an die Sendung glauben kann. Aus seiner Sicht handelt es sich bei Mission ebenfalls nur um eine Kampagne – wenn auch auf aus seiner Sicht falschen Voraussetzung. In Berlin wurde die Buswerbung der Atheisten nicht genehmigt, weil dort überhaupt keine religiöse oder weltanschauliche Werbung zugelassen werden soll. Es scheint, als würde den Atheisten niemand ihre Ablehnung der Missionierung abnehmen.

Dabei geht es keineswegs nur um eine begriffliche Spitzfindigkeit, denn wie der Artikel über die medialen Angriffe auf die missionierende Bibelschule Brake zeigt, scheint die Empörung über die Vorstellung, dass junge Frauen ihr Leben für die Mission riskieren, allemal größer zu sein als ein Mord.

Nun muss uns die Meinung in den Medien als Christen nicht besonders interessieren, denn Mission ist ein Auftrag der Kirche, und fragt naturgemäß nicht danach, ob sie mit offenen Armen erwartet wird. Aber es sei an dieser Stelle doch der Hinweis erlaubt, dass gleiches Recht für alle gelten muss. Und demnach kann sich niemand ehrlich über die systematische Verbreitung von Lehren aufregen, der einer Gruppe angehört, die dies selbst praktiziert. Die Atheisten haben vermutlich mit ihrem Spruch wirklich kaum jemanden überzeugt, aber sie haben uns immerhin die Steilvorlage geliefert, und sich als missionierende Weltanschauung präsentiert. Auch wenn sie in der Kurzform ihrer Werbung keine Argumente gebracht sondern nur andeutungsweise auf die Wissenschaft verwiesen haben, schießen sie doch in der Literatur aus vollen Rohren. Dort wird explizit gegen alle anderen Weltanschauungen und Religionen argumentiert, polemisiert und bisweilen auch diskreditiert und gewarnt.

Und nur um das mal klar zu stellen: Christen müssen sich nicht darauf beschränken, auf die Angriffe von Atheisten zu reagieren, sondern dürfen selbstverständlich wie jede andere Gruppe auch, ihren Glauben verbreiten.

Nebenbei bemerkt: Auch der Buddhismus ist selbstverständlich missionierend.

Wie wäre das Urteil der Presse wohl ausgefallen, wenn Journalisten im Jemen ermordet worden wären? Oder wenn die Frauen am Aufbau einer Mädchenschule mitgewirkt hätten, an der sie predigen, dass Frauen ihren Männern nicht gehorchen müssen? Oder wenn atheistische Entwicklungshelfer die Menschen darüber „aufklären“, dass es keine Geister gibt und man frisch sprudelndes Wasser deswegen bedenkenlos trinken kann und dafür ermordet worden wären?

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