Das Klima ist gerettet

Zumindest scheint es kein Problem mehr zu sein, oder wenigstens keins, über das noch diskutiert wird. Die Älteren unter uns können sich vielleicht noch an die Zeiten erinnern, als wir alle über CO2-Abgabe, Spritverbauch und CO2-neutrale Produkte nachgedacht haben, wir haben mit kleinen Eisbären auf treibenden Eisschollen mitgezittert…und jetzt? Alles vom Tisch. Kein Mensch spricht mehr darüber. Tausende von Wissenschaftlern haben für eine Änderung der Politik plädiert, Europa hat Milliarden-schwere Programme zur Rettung des Weltklimas ausgegeben, obwohl jeder wusste, dass so ein Wandel des Klimas sich schwer und wenn überhaupt nur wenig stoppen lässt. Wir haben in Filmen den Untergang der Welt verfolgt – der natürlich durch den Klimawandel eintrat – und schon die armen Holländer bedauert.
Ich bin kein Naturwissenschaftler und verstehe von Klimaforschung nicht viel. Das Einzige, was ich zu bedenken gegeben habe, war, dass es sich hierbei um ein Thema handelt, dass sich politisch sehr wirkungsvoll einsetzen lässt und das deswegen mit Skepsis verfolgt werden sollte. Es war das Lieblingsthema der Grünen, die mit einem globalen Thema ihre Position in Europa und weltweit weiter zu stärken versuchten. Das spricht weder gegen die wissenschaftlichen Ergebnisse noch dagegen, sein Auto nach Möglichkeit nicht zu benutzen. Es spielt aber sehr wohl eine Rolle für die Frage, wie massiv das Thema in die Öffentlichkeit gebracht wird.
Nun kam den Grünen allerdings die CDU dazwischen, weil Frau Merkel klug erkannt hat, dass man hier freiwillig viel politisches Potential verschenken würde und hat sich zur Gallionsfigur des Klimaschutzes gemacht. Erst haben die Grünen darüber noch ein bisschen gespottet, aber sie mussten widerwillig einsehen, dass das Thema nun verloren war – seitdem hört man davon nichts mehr.
Stattdessen haben sie ein neues profilbildendes Gebiet gefunden: die Atompolitik. Klar, ich will weder den Atommüll in meinem Garten noch in dem Garten meines Nachbarn haben. Aber ich will auch nicht tausend Windräder in der Nachbarschaft haben, ich mag keinen Übertage-Abbau, keine Kohlenbergwerke, ich finde die Gülle-Energie-Tanks hässlich, ärgere mich über Tiefsee-Bohrungen, und sämtlichen anderen Bohrungen, ich finde es furchtbar, wenn alle anfangen, ihre Häuser mit Holz zu heizen, weil das die Luft am stärksten mit einem fiesen Coctail aus Abgasen belastet und erbärmlich stinkt…das einzige Mittel zur Energiegewinnung, das ich mag, sind Solarzellen. Und – oh Wunder – die Grünen werben vor allem damit. Wunderbar. Nur weiß jeder, dass man mit Solarzellen den Energiebedarf selbst bei sparsamer Lebensweise nicht annähernd decken kann. Die Atomenergie ist für Umwelt und Klimaschutz am besten, die Nachteile liegen leider ebenso auf der Hand: das unkalkulierbare Risiko, das der Restmüll birgt und die gesundheitlichen Risiken eines GAUs, der zwar mit den modernen AKWs immer unwahrscheinlicher aber nie auszuschließen ist. Eine Lösung habe ich auch zu diesem Thema nicht anzubieten, aber fallsl jemand sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen möchte, sollte er seine Tageszeitung oder – noch wichtiger – seine Wochenzeitung ignorieren und sich solide und etwas beständigere Quellen wählen als politische Informations-Plattformen.

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