Die Bedeutung der Gruppe in der nachchristlichen Gesellschaft

Der Hauptkritikpunkt an der Enthaltung Deutschlands, sich am Lybien-Krieg zu beteiligen, gründet in dem Umstand, dass Deutschland damit allein stehe und sich isolieren könnte.
Der Hauptärger über den Irak-Krieg wurde zumindest angestachelt, als klar wurde, dass Amerika unter Bush einen Krieg, den es für richtig hält, notfalls auch ohne Partner durchzieht.

Da jetzt auch grüne Politiker ganz offen für einen Kriegseinsatz der Bundeswehr sind, wird deutlich, wie sehr gerade diese beiden Punkte ins Gewicht fallen, denn alles, was an trauriger Kriegsphilosophie während des Irakkrieges über deutsche Medien ventiliert wurde, scheint auf einmal weit weg zu sein.

Gibt es im Land der Philosophen absolut kein Bewusstsein mehr für Ethik? Wird die Frage, was richtig und falsch ist mittlerweile so hemmungslos an der Gruppe orientiert, dass Philosophen nur noch die moralischen Steigbügelhalter der Massenlaune sind? Ja, und streng genommen waren sie nie etwas anderes. Eine atheistische Ethik tritt zwar immer im Namen der Vernunft auf und klingt so feierlich und eingängig, dass das Christentum dagegen erst recht unpassend erscheint. Nur leider ändert sich das, was man gerade für Vernunft gehalten hat, nicht nur regelmäßig (das könnte man ja noch für eine kluge Anpassung halten), sondern offensichtlich regiert hinter der vernünftigen Fassade schlicht der Wahnsinn des Gruppendrucks, und bisweilen so schnell, dass man kaum noch hinterher kommt.

Atheisten weisen gerne darauf hin, dass sie durchaus zu Ethik fähig sind, und das ihre Ethik sogar viel moderne ist und daher besser in eine moderne Welt passt. Das Problem ist nur, dass sich genau in dieser Anpassungsfähigkeit auch die Schwäche zeigt: eine Ethik, die immer dem Willen der Gruppe schmeichelt, wird zwar immer beliebt sein, aber nie eine Gesellschaft korrigieren können. Und was nützt eine Ethik, die angepasst werden kann? Sie nützt durchaus! Aber nur der Mehrheit. Jeder wird also bestrebt sein, niemals, nicht ansatzweise oder auch nur dem Verdacht nach, einer Minderheitenmeinung anzugehören. Genau darin liegt die einzige wirkliche Gefahr einer Demokratie: der Absturz in die Pöbelherrschaft, der nicht mehr mit Argumenten beizukommen ist. Argumente setzen aber ein geistiges Fundament voraus, das der Gesellschaft voraus geht.
Wenn es aber dazu gekommen ist, kann man sich den Weg über die Ethik sparen, weil ohnehin immer die Gruppe recht hat. Eine Ethik, die sich anpasst, ist nutzlos, man kann sie kaum ernsthaft als Ethik bezeichnen. Es lobt auch niemand ein elastisches Maßband, dass man immer der aktuellen Kopfform anpassen kann, so dass alle den gleichen Kopfumfang haben.
In Deutschland ist dieser Maßstab des Christentums nicht mehr akzeptiert und an seine Stelle ist die Angst getreten, in der Gruppe blöd aufzufallen.
Spätere Generationen werden diesen Druck noch mehr zu spüren bekommen, weil sie von den ersten Monaten an in einer Gruppe aufgewachsen sind, in der ihr Wert davon abhängig gemach wird, wie gut sie in der Gruppe zurecht kommen. Das glauben Sie nicht? Bezahlte Erzieherinnen möchten vor allem unanstrengende Kinder haben. Die Begeisterung für individuelle Fähigkeiten der Kinder, wie man sie von Eltern kennt, wird man dort nur mit viel Naivität voraussetzen dürfen.
Aber gerichtet wird ein Volk nicht von anderen Völkern, sondern von dem Wort Gottes, das schärfer ist als jedes zweischneidige Schwert. Ob ein Krieg gerecht ist oder nicht, entscheiden nicht die UN, nicht die NATO und noch nicht einmal die Grünen, sondern es muss sich am Wort Gottes messen lassen.

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