Was muss man bei politischen Aktionen gegen Islamkritiker beachten?

Der FIlm „Unschuld der Muslime“ sorgt in Deutschland und weltweit für Empörung, weil er weltweit für Empörung sorgt. Und genau das ist das Problem. Natürlich muss jeder Staat, dem der Frieden unter den Bürgern etwas bedeutet, gegenseitige Beschimpfungen und Schmähungen soweit in Grenzen halten, dass einerseits die kritische Auseinandersetzung möglich aber unnötige Verletzungen vermieden werden. Wenn man aber für den Frieden Grundrechte der Bürger substantiell beschneidet, muss man drei Regeln beachten:

1. Die Regeln müssen für alle gelten und nicht bestimmte Gruppen bevorzugen oder benachteilgen. Bevor man also mit der Forderung kommt, die öffentliche Vorführung des Filmes zu verbieten, muss man sich sehr genau Rechenschaft darüber ablegen, für welche Christentums-feindlichen Filme dies genau so gelten müsste (z.B. „Das Leben des Brian“?). Ich bin weder für das Verbot des einen wie des anderen Films. Wichtig ist nur, dass der Maßstab für alle klar, vermittelbar, einheitlich und fair ist.

2. Man darf durch ein Verbot nicht die Gewalt fördern. Die öffentliche Aufregung über den Film entstand ganz offensichtlich erst, als es Tote gab. Auch wenn dann noch so feierlich das Ende der Gewalt gefordert wird, belohnt man mit Verboten zu diesem Zeitpunkt diejenigen, die sich am meisten über Beleidigungen aufregen oder eben am gewalttätigsten sind.

3. Wenn man glaubwürdig für die Grenzen der Freiheit eintreten möchte – wofür es in Deutschland immer schnell Gründe zu geben scheint – muss man ebenso deutlich auch auf den Schutzraum der Freiheit hinweisen. Es wäre also beispielsweise dringend an der Zeit, sich öffentlich hinter die kritischen Islamwissenschaftler zu stellen, die durchaus im Koran eine Sammlung von mehreren Einzelschriften sehen.

 

In Zukunft muss eine Reaktion der Politik unmittelbar auf das Erscheinen des Filmes erfolgen – und auf keinen Fall erst nach den Protesten! Und diese Grenze muss gegen beide Seiten begründet und konsequent verteidigt werden.

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