Wie die Süddeutsche Zeitung gegen das Christentum kämpft

In dem Artikel „Methoden an evangelischer Privatschule“ vom 19.10.2012 lässt die Süddeutsche Zeitung eine Journalistin (wichtig, denn bei Frauen ist die Beißhemmung geringer, und daher wurden in der Vergangenheit regelmäßig Frauen mit solchen Artikeln losgeschickt) indirekt ein Verbot des Christentums fordern. Es geht in dem Plädoyer, das im Gewand eines Berichtes über eine einzelne christliche Privatschule daher kommt, um die Kritik an Christen, für die die Bibel maßgeblich ist, die an Himmel und Hölle glauben, an Gott und den Teufel, an Gott den Schöpfer und an eine christliche Sexualethik (gerade das geht natürlich gar nicht). Natürlich verbietet sie nicht direkt und ausdrücklich das Christentum, weil sie sonst ein Fall für den Verfassungsschutz wäre, aber wer den Artikel aufmerksam liest, merkt, dass es keine andere Deutungsmöglichkeit gibt, als das Verbot des Christentums:

Der Artikel endet mit der drohend in der Schwebe gelassenen Zielsetzung des Vereins „Die Wende“, der sich die „geistig-kulturelle Erneuerung Deutschlands“ vorgenommen habe. Interessant ist, wie dieses Zitat rhethorisch eingebettet wird: Der Schulleiter „musste zugeben“ (wie ein Ganove, der beim Handtaschenklau erwischt wurde), dass er auch Vorsitzender dieses Vereins ist, was offenbar in den Augen der SZ kritikwürdig ist. Oder anders gesagt: die SZ vertritt die Meinung (in einem Bericht), dass Christen keinen Einfluss nehmen dürfen. Es wäre also naiv zu glauben, es gehe wirklich um diese Schule.

Nun könnte man vermuten, dass die SZ nur verhindern möchte, dass Christen öffentlichen Einfluss ausüben können, wobei diese Forderung schon seltsam genug ist. Sollen Christen keine Politiker werden? Sollen sie nicht wählen? Sollen sie keine Lehrer werden und keine öffentlichen Ämter bekleiden? Selbst wenn man diese kruden Forderungen stellen würde: es geht in dem Beispiel gar nicht um die Öffentlichkeit, sondern um eine private, kirchliche Schule! Das Christentum darf also auch dann nicht innerhalb der Kirche verkündet werden, wenn die Gefahr besteht, dass auch Nicht-Christen dort ihre Kinder hin schicken. Geht es also nur um die Frage der Deklaration? Würde es der Autorin des Artikels genügen, wenn ab sofort die Schule deutlicher sagen würde, dass sie als christliche Bekenntnisschule auf den Grundlagen der christlichen Bekenntnisse steht? Wie überraschend. Nein, es geht ihr nicht um den Namen der Schule, sondern um die Inhalte.

Aber sind diese Inhalte nicht wirklich dunkel und bedrohlich für Kinder? Ehrlich gesagt weiß ich natürlich nicht, was genau dort mit welchen Schwerpunkten gelehrt wird. Aber da die Autorin beispielsweise Harry Potter so gut findet, dass es auch eigentlich nicht richtig erlaubt zu sein scheint Harry Potter schlecht zu finden, empfehle ich jedem, diese Bücher mal zu lesen und dann mit dem zu vergleichen, was in christlichen Kirchen zu dem Thema Hölle gesagt und geschrieben wird – gerne in den konservativsten theologischen Büchern! Christen müssen von dem Gericht Gottes reden, ebenso wie von seiner Liebe und seinem Erbarmen, sie müssen vom Tod reden und vom ewigen Leben. Das gehört zum Lehren nach christlichen Bekenntnissen.

Aber: Schüler sollen grundsätzlich nicht nach christlichen Bekenntnissen unterrichtet werden – auch nicht in der Kirche.

Nun könnte die Autorin natürlich sagen, dass es ja auch andere Formen des Christentums gebe, und dass diese Spielart irgendwie – nun ja – extrem sei. Dann wäre es aber für alle hilfreicher weil klarer, wenn sie einfach erzählen würde, welche Formen des Christentums sie denn zu erlauben gedenkt. Soweit ich sehe müsste es ein Christentum ohne Sünde und stellvertretendes Sühnopfer sein (das hängt direkt mit der Lehre von der Sünde und dem Gericht Gottes zusammen), ohne Himmel und Hölle, ohne Sexualethik, ohne Kritik an Zauberei und Hexerei, ohne den Glauben an Gott als den Schöpfer und ohne Bibel (zumindest dürfen Christen nicht ernst nehmen, was darin steht). Leider sagt sie nicht, wie dieses Christentum aussehen würde, ich hätte es zu gerne erfahren.

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