Grüne wollen Therapie an sexuellen Empfindungen verbieten

Wie die Welt am 23.3.2013 berichtet, wollen die Grünen Therapieangebote zunächst für Kinder und Jugendliche verbieten, die das Ziel hätten, die sexuelle Identität zu ändern. Wer nur ein wenig Ahnung von politischen Abläufen hat, weiß natürlich, dass es sich dabei um eine Salamitaktik handelt, bei der die eigenen Interessen scheibchenweise durchgesetzt werden. Natürlich gibt es sehr wenig Fälle, in denen Jugendliche mit diesem Anliegen in Therapien kommen, aber wenn dieses Gesetz einmal durch ist, ist der nächste Schritt, nämlich das Verbot für jeden Menschen, seine sexuelle Identität zu ändern, ebenfalls nur noch ein kleiner Schritt und es wäre darüber hinaus unlogisch, ihm nicht zu zu stimmen, wenn man das erste Gesetz bereits gebilligt hat. Es wäre also politische Naivität, sich durch die Formulierung des Gesetzesentwurfes in dem Glauben zu wiegen, es gehe um den Jugendschutz.

Zweitens ist die Formulierung denkbar dämlich gewählt, denn tatsächlich könnte auch ein Therapeut angezeigt werden, der einen Jugendlichen therapeutisch dabei hilft, eine latente homosexuelle Neigung auszuleben. Natürlich wird ein Befürworter des Gesetzes darauf hinweisen, dass dann ja nur die wahre Identität unterstütz und damit eigentlich keine Konversion erfolgt sei. Aber was ist, wenn ein Therapeut bei einem Homosexuellen ein latentes und weckbares Interesse am anderen Geschlecht feststellt? Christen gehen ja gerade davon aus, dass es sich bei der Homosexualität gerade nicht um eine ererbte Neigung handelt, sondern dass sie neben genetischen auch sehr stark von der Umwelt verursacht ist. Aber selbst, wenn man die Umwelteinflüsse leugnet, wäre es für den Außenstehenden nicht klar zu entscheiden, welche Form von Sexualität denn nur wirklich vorliegt, wenn jemand unter seiner Neigung leidet und das Gefühl hat, da stimmt irgendetwas nicht. Wieso wird pauschal allen homosexuellen Empfindungen die größere Echtheit unterstellt oder sie seien das wahre Selbst der Person?

Und wie rechtfertigt man dann die Therapie an Kinderschändern? Prominent geworden sind ja gerade Fälle, in denen die Täter gebeten haben, sie weg zu sperren, weil sie ihre Sexualität einfach nicht mehr im Griff hatten. Und natürlich gibt es auch die frechen Triebtäter, die ihre Neigungen ebenfalls als sexuelle Identität ausgeben. Und warum sollten sie das nicht tun? Solange dieser politisch und biologisch unscharfe Begriff verwendet wird, kann ihn jeder zu seinen Zwecken verwenden. Welche sexuelle Empfindung könnte dann nicht als „Identität“ ausgegeben werden? Für Therapeuten entsteht durch diese Formulierung ein erhebliches Risiko, angezeigt zu werden, wenn sie weniger populäre sexuelle Varianten therapieren, weil es im Zweifelsfall auch dafür immer Befürworter gibt, die schon die Therapie dieser Variante per se als Diskriminierung empfinden. Solange der Begriff nicht geklärt ist, muss man davon ausgehen, dass faktisch jede sexuelle Empfindung als Identitätsstiftend geadelt wird.

Es entsteht aber ein weiteres Problem, denn wenn man sexuelle Empfindungen so sehr schützt, fragt man sich natürlich auch, ob dasselbe nicht auch für Religionen gilt. Sollte ein Therapeut einen Christen ermutigen, seinen Zweifeln nachzugehen, und ihn zum Atheismus führen? Wieso werden die einen so geschützt und die anderen nicht? Könnte man glatt als Diskriminierung empfinden.

Und nicht zuletzt stellt sich die Frage: Wieso muss das ein Parlament diese Entscheidungen treffen? Welchen Schaden richten diese Therapien an, von denen Volker Beck spricht? Die Selbstmordrate ist auch unter unbehandelten Homosexuellen extrem hoch, wird von der Fachliteratur aber durchgehend auf die negative Haltung der Gesellschaft zurück geführt. Bislang habe ich keine Studie gesehen, dass sich die Selbstmordrate durch christliche Therapieangebote (denn um solche geht es ja in der Regel) diese Quote erhöht hätten. Und auch wenn Volker Beck das gerne anders hätte gibt es eben Berichte von Menschen, die sehr froh waren, eine Therapie in Anspruch nehmen zu können.

Nach der derzeitigen Gesetzeslage, besteht für homosexuell empfindenden Menschen die Freiheit, ob und welche Therapieform sie wählen. Das würde sich in einer rot-grünen Regierung sehr schnell ändern – und mit Sicherheit nicht nur für Kinder und Jugendliche.

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