Die Grünen und das Thema Integration

Heute wurde eine 30-Jahre-alte Aussage von Helmut Kohl in den Medien veröffentlicht. Er hatte seinerzeit gesagt (und das nachträglich bestätigt), er wolle die Zahl der Türken in Deutschland halbieren. Die tagesschau zitiert dazu den türkischstämmigen Bundestagsabgeordneten Memet Kilic (Grüne) wie folgt: „Die Enthüllung von Helmut Kohls Gedanken mag neu sein, jedoch sind diese Gedanken seit Jahrzehnten die Linie der Unionsparteien.“

Der Artikel endet mit diesem Statement, d.h. der Leser soll diesen Satz als letztes Wort im Gedächtnis behalten: das Zitat sei zwar alt aber nach wie vor typisch für die CDU.

Stimmt das? Davon abgesehen, dass Kohl dieses Vorhaben nie umgesetzt hat, mag es stimmen, dass die CDU und ihre Wähler Ausländern und Einwanderung traditionell ablehnender gegenüber stehen als linke Parteien. Wenn man sich aber die Wählergruppen beispielsweise der Grünen näher ansieht, entdeckt man Erstaunliches: sie gehören zu den reichsten Wählergruppen überhaupt und setzen sich vor allem aus Beamten, Selbstständigen und Freiberuflern zusammen und bewohnen daher die teuren Gegenden der Großstädte. Dort ist der Anteil an Einwanderern aber gerade gering. Sie leben in den schicken Vororten, fahren im Premium-Wagen ihre Kinder zu Schulen, auf denen jeder Lehrer gerne unterrichten würde, und träumen davon, ein bisschen wild und alternativ zu sein, aber natürlich nur „im Geheimen“ – wie die kleine Lotta in den Kinderbüchern von Astrid Lindgren sagen würde. „Im Geheimen“ kann sie auch schon Radfahren und geht schon zur Schule und hat auch blaue Augen.

Dass also wirklich „ALLE“ gefordert sind (Großdruck im Original), wie es auf der Homepage der Grünen zum Thema „Integration“ heißt, stimmt daher sicher nicht.

Um auf das Kohl-Zitat zurück zu kommen, sieht es für mich so aus, als lehne die CDU Einwanderer mit dem Mund ab, die Grünen hingegen mit den Füßen.

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