Eine Alternative zum Mindestlohn

Braucht man überhaut eine Alternative zum Mindestlohn? Ja, weil die Erfahrungen in Ländern, die ihn bereits seit Jahren eingeführt haben, bestenfalls schwache positive Wirkung auf den Arbeitsmarkt zeigten, aber auch nur dann, wenn er sehr moderat (d.h. niedrig) ausfällt. Je höher der Lohn ist, desto mehr Arbeitsplätze werden gestrichen, weil sie nicht lukrativ sind. Was die Befürworter des Mindestlohn-Modells nämlich übersehen, ist die Tatsache, dass der Staat niemanden dazu verpflichten kann, Arbeitsplätze zu schaffen. Ein hoher Mindestlohn hilft einem Teil der Beschäftigten, einen anderen Teil macht er arbeitslos. Eine guten Artikel gibt es zu dem Thema wie oft auf Wikipedia.

Da Löhne aber nicht nur Kosten sondern auch Lebensgrundlage von Menschen sind, kann man ihre Höhe auch nicht einfach dem Markt überlassen. Wenn der Preis für vegetarische Würstchen wegen der geringen Nachfrage so tief fällt, dass sich die Produktion nicht mehr lohnt, ist das egal, aber wenn der Lohn eines Arbeiters zu weit gedrückt wird, ist das nicht egal.

Ein sinnvoller Eingriff des Staates wäre, sich selbst einen Mindestlohn vorzuschreiben und gleichzeitig eine Beschäftigungsgarantie zu bieten. Dadurch würde er dem Markt Arbeitskräfte entziehen und gleichzeitig die Kosten für Hartz IV sparen. Ein weiterer Nebeneffekt wäre, dass Schwarzarbeitern die zeitliche Grundlage entzogen wird, ohne dass sie kontrolliert werden müssten (was ebenfalls wieder Geld spart). Aber der wichtigste Vorteil wäre, dass niemand mehr Geld erhielte, der nicht bereit ist, dafür zu arbeiten (was voraussetzt, dass er arbeiten kann).

Niemand müsste dann in einem Bereich arbeiten, in dem er weniger verdient als beim Staat, der wiederum keine hohen Fantasie-Löhne beschließen könnte, weil er das Geld selbst nicht hat. Und wer bereit ist, einen niedrigeren Lohnn zu akzeptieren, weil ihm dafür die Arbeit mehr Spaß macht – während der Ehepartner vielleicht mehr verdient – kann dies ebenfalls tun. Diese Fälle sind nämlich nicht so selten, wenn man an die vielen freiwilligen Helfer denkt, die Pferde pflegen oder nebenbei in einem kleinen Geschäft arbeiten.

 

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