Eine Predigt

Einmal beschlossen einige Blumen, sich nicht mehr zur Sonne hin zu wenden. Sie erklärten den anderen Blumen: „habt ihr noch nicht bemerkt, dass eigentlich die Erde uns trägt und Leben gibt? Wenn wir uns zur Sonne strecken, entfernen wir uns nur von der Erde und werden dem Boden fremd.“ Die anderen Blumen sagten: „aber seht ihr nicht, dass ihr ganz verbogen seid? Und eure Blätter werden schon blass.“ Da antworteten die modernen Blumen: „Das liegt nur daran, weil IHR uns ein schlechtes Gewissen macht. Die Natur hat vorgesehen, dass wir im Boden nach dem Leben suchen, nicht im Himmel. Die Erde können wir fühlen, sie enthält die Nährstoffe, die Sonne ist weit weg.“

Mit dieser bösen Rede verführten sie vor allem viele der jungen Blumen. Die Alten sahen es mit großer Traurigkeit. Aber es schien, dass die Blumenwiese sterben würde. Ein paar der alten Blumen versuchten, sich bei den Jungen beliebt zu machen und senkten ebenfalls ihre herrlichen Blüten zur Erde, und nach einer Weile stand nur noch eine kleine Gruppe aufrecht am Rand der Wiese.

Als der Bauer kam, um seine Wiese zu sehen, blieb ihm fast das Herz stehen: „Hier ist ja alles grün!“ Gegen Ende des Tages war die nutzlose Wiese abgemäht. Nur eine kleine Gruppe am Rand ließ der Bauer stehen.

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