Den Flüchtlingen jetzt Asyl zu gewähren, wäre das Dümmste, was man machen kann

Es ist gut, Menschen in Not zu helfen. Aber es ist schlecht, politisches Handeln an Bildern auszurichten. Die ganze Debatte um den Richtigen Umgang mit den Flüchtlingen kam ja auf, weil die Medien über erfolgreiche und gescheiterte Überfahrten der Flüchtlinge berichtet hatten. Nur um diese Flüchtlinge, die also europäische Küsten erreicht hatten, geht es, und geht es nicht um die Menschen in den jeweiligen Heimatländern – also nicht um ihre Frauen, nicht um ihre Kinder und auch nicht um ihre alten Eltern. Es war eine Debatte über Bilder, also nur über das Elend, das man gerade im Fernsehen verfolgt hat.

Wenn Deutschland jetzt den Flüchtlingen Asyl gewährt, hätte das folgende Konsequenzen:

  1. Die Geschäfte der Menschenhändler würden gestärkt, ausgebaut, teurer und brutaler (je mehr Tote, desto mehr Hilfe gibt es ja von Europa)
  2. In den Heimatländern wird der Anteil der Armen und Schwachen immer größer, weil die Jungen und Kräftigen lieber nach Europa fliehen.
  3. Dadurch werden den Ländern die wichtigten Arbeitskräfte für einen wirtschaftlichen Aufbau des Landes entzogen.

 

Wer wirklich Menschen vor ihrer Regierung schützen will, muss entweder militärisch eingreifen und eine neue Regierung einsetzen – was vermutlich derzeit kaum jemand in Europa will – oder Einreisebedingungen schaffen, die von allen bewältigt werden können. Sich auf die Flüchtlinge an den eigenen Küsten zu konzentrieren, würde nur bedeuten, die Hürden grausam hoch zu legen, denn die ungeschriebene Regel lautet dann: man will ja helfen, aber nur denen, die stark genug sind, in einer Nussschale das Meer zu überqueren. In der Sache wäre es grausam, in den Bildern stünde man hingegen als Wohltäter da, denn die zeigen nicht das Elend der Zurückgebliebenen, sondern die europäischen Ärzte und Menschrechtsorganisationen. Es ist also kein Ausdruck von Mitgefühl, sondern von dem Wunsch nicht grausam zu erscheinen und damit eine lupenreine Medienmoral. Ob es in der Linken oder bei den Grünen wirklich eine Mehrheit gäbe, regelmäßig Schiffe in Afrika anlegen zu lassen, die jeden aufnehmen, der mitfahren möchte, bezweifle ich, auch wenn dadurch wirklich Hilfe für alle möglich wäre. Aber die Alternative, erst mal nur den erfolgreichen Flüchtlingen zu helfen, verschlimmert die Lage wie gezeigt nur und dient bestenfalls dem Image Europas.

Und natürlich dem Image der Grünen, die gerade auf der Suche nach einem neuen Thema sind. Die Flüchtlinge werden zwar kaum legale Arbeitsmöglichkeiten in Europa erhalten, da die Arbeitslosenquote in den südlichen Ländern sehr hoch ist. Aber immerhin durften sie heute die Grünen sehr glücklich machen. Simone Peter konnte vor laufenden Kameras jedem der (sehr wenigen) Flüchtlinge persönlich die Hand schütteln und hat manche sogar wie einen alten Freund am Rücken gerubbelt – oder eher wie ein Kind? Eine andere Frau legte während der ganzen Veranstaltung einem der jungen Männer von hinten die Hand auf die Schulter, was dem offenbar gar nicht so recht war, aber wehren konnte er sich ja schlecht. Wie der weitere Abend verlaufen ist, also nachdem die Kameras abgeschaltet waren, kann ich nur vermuten. Vielleicht ist Frau Peter noch mit ein paar der Männer essen gegangen oder hat sie in der Parteizentrale übernachten lassen. Vielleicht wurden sie auch einfach mit Bussen wieder in ihr Flüchtlingscamp zurück gefahren. Aber wie gesagt, wer weiß das schon, wenn die Kameras es nicht aufzeichnen?

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