Warum dürfen Homosexuelle sich nicht therapeutische Hilfe holen?

In Therapien werden Menschen Menschen, die unter ihren religiösen Vorstellungen leiden, ermutigt, sich davon abzuwenden und werden bei dem Prozess begleitet. Andere leiden unter pädophilen Neigungen, weil ihre Gefühle nicht mit ihren Werten übereinstimmen. Wieder andere leiden aus denselben Gründen unter der zwanghaften Sucht, zu stehlen. Wieder andere leiden unter ihrem Essverhalten, und ihrem grüblerischen Wesen. Auch sexuelle Abweichungen werden durchaus therapiert. Z.B. kann jemand, der von Gegenständen sexuell stimuliert wird (sexueller Fetischismus), sich deswegen behandeln lassen – muss er aber nicht. Wenn sich ein Mensch unwohl mit seiner Sexualität fühlt, darf er sich therapeutisch behandeln lassen. Auch, wenn dieses Gefühl hochgradig mit seinen Wertvorstellungen zusammen hängt.

Die einzige Ausnahme sind Homosexuelle. Wenn ein Therapeut einen Homosexuellen behandelt, der freiwillig zu ihm kommt und ihn freiwillig darum bittet, seine homosexuelle Neigung zu ändern, droht ihm oder ihr der Entzug der Approbation.

Der typische Einwand, dass die Probleme ja nicht durch die sexuelle Neigung sondern durch die Gesellschaft entstehen, scheitert aus mehreren Gründen:

Erstens akzeptiert man mit diesem Vorwurf stillschweigend die Tatsache, dass unsere Vorstellung von „abweichendem“ Verhalten selbstverständlich ethisch und weltanschaulich bedingt ist. Nun hat sich unsere Gesellschaft aber eigentlich auf die Fahnen geschrieben, diese Entscheidung dem Individuum zu überlassen.

Zweitens ist es durchaus erlaubt und erwünscht, einen Menschen zu helfen, zu einer vermeintlich unterdrückten homosexuellen Neigung zu stehen. Dahinter steht die Vorstellung, dass die wahre Form der Sexualität von einer falschen, äußerlich aufgezwungenen überdeckt wird. Wenn es möglich ist, eine Neigung durch äußeren Druck zu ändern oder zu überdecken, gilt das natürlich auch in der anderen Richtung. Wenn eine Junge jahrelang vergewaltigt worden ist und später bei dieser Form der Sexualität bleibt, darf man dann nicht fragen, ob da möglicherweise von außen etwas erzwungen wurde? Und wenn ein Junge von einem Mann von klein auf sexuell benutzt wurde, kann er dann nicht genau so bei dieser Form der Sexualität bleiben, auch wenn er darunter leidet? Aus welchem Grund verweigert man ihm die Hilfe?

Wäre die hohe Selbstmordrate unter Homosexuellen allein durch den gesellschaftlichen Druck erzeugt, hätte sich drittens die Situation in den letzten Jahren dramatisch ändern müssen.  Es gibt keine gesellschaftliche Gruppe, die eine vergleichbar mächtige Lobby hat, wie die homosexuellen und mit ihrem Einfluss sämtliche Medien und die europäische Politik beherrschen. Es gibt keine öffentliche negative Äußerung zur Homosexualität, der nicht umgehend scharf widersprochen wird. Es gibt Therapiemöglichkeiten, wenn sie trotzdem Begleitung wünschen und trotzdem ist die Selbstmordrate um ein Vielfaches höher als bei Heterosexuellen. Und wie sieht es bei Pädophilen aus? Ihre Neigung ist ja (erfreulicherweise noch) nicht akzeptiert. Aber ich habe noch nie gelesen, dass es unter ihnen vergleichbar hohe Selbstmordraten gäbe. Wer also allein die Gesellschaft dafür verantwortlich machen möchte, hat nicht genau genug hingesehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.