Von der Freiheit zur Gleichheit

Vor ein paar Tagen habe ich mir ein aktuelle Geschichtslehrbuch für die Oberstufe angesehen und war erstaunt, was sich in der Geschichte seit meiner eigenen Schulzeit geändert hat: Geschichtsunterricht war für uns immer eine Art Beweisführung dafür, dass Demokratie die beste aller denkbaren Regierungsformen und überhaupt Zielpunkt der Geschichtsschreibung ist. In aktuellen Geschichtsbüchern hat Geschichte offenbar ein anderes Ziel: die Durchsetzung von „Menschenrechten“. Es ist daher nicht erstaunlich, dass in jüngeren Generationen das Pochen auf Freiheit etwas altbacken wirkt und mittlerweile nur noch von Parteien ganz am rechten Rand eingefordert wird. Eine zeitgemäße Einstellung fordert einen weitgehenden Verzicht der Freiheit zugungsten von staatlich durchzusetzenden Menschenrechten. Und da sie von Menschen gemacht sind, können sie in jeder Generation mit demselben Pathos irgendetwas Neues beinhalten.

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