Medien sorgen sich um Falschmeldungen – bei den anderen

Falschmeldungen scheinen gerade viele Journalisten zu beunruhigen. Falschmeldungen in den Social Media. Wohlgemerkt. Hinter dem edlen Ansinnen, für die Wahrheit einzutreten, verbirgt sich ein ganz schlichter Machtkampf zwischen den eingesessenen Presse-Konzernen und den einschlägigen Plattformen, in denen öffentliche Meinung heute gebildet wird. Seit Jahren wird daher der Druck durch die deutsche Wahrheitspresse auf Facebook und Konsorten erhöht, „Falschmeldungen“ sowie „Hass-Reden“ zu löschen.

In der Praxis führt das regelmäßig dazu, dass Meldungen, die dem linken politischen Spektrum zugeordnet werden können, eher erhalten bleiben als konservative bis rechte Meldungen. Das könnte daran liegen, dass politisch links orientierte Menschen weniger zu Hass und Lüge neigen. Wer die Meldungen zu der Wahl von Donald Trumg verfolgt hat, wird eines Besseren belehrt. Und als Wolfgang Schäuble mit dem Gedanken an einer Erhöhung der KFZ-Steuer gespielt hat, um die immensen Kosten durch Deutschlands soziales Engagement zu decken, fragte sich ein Kommentator, „wann den mal jemand über den Deich kippen kann“. Kommt so ein Vorschlag aus der falschen Richtung, wird er schnell zum Mordaufruf stilisiert. Der o.g. Kommentar wurde von Facebook übrigens auch nach Aufforderung eines anderen Teilnehmers nicht gelöscht. Fakt ist: Hass gibt es links und rechts. Lügen vermutlich ebenso, wobei die Diskussion darüber, was eine Lüge oder Halbwahrheit ist, oft schwer von weltanschaulichen Motiven zu trennen ist. Hat Trump wirklich Clinton mit Gewalt gedroht? Er hat vorgeschlagen, ihre eigenen geplanten Waffengesetze auch auf sie selbst anzuwenden, d.h. ihre Security zu entwaffen. Das war ein provokanter aber naheliegender Vorschlag, und sein Hinweis darauf, „das könnte gefährlich werden“, war kein Aufruf zur Gewalt sondern eine schlichte Tatsache. Auch bei jedem anderen Konkurrenten hätte Clinton nicht auf ihre bewaffnete Security verzichtet. Die Wochenzeitung DIE ZEIT fasste dieses Argument in einer Schlagzeile zusammen: „Trump deutet erneut Gewalt gegen Hilary Clinton an“

Dieses grammatisch sinnlose Aussage einer „angedeuteten“ Gewalt ist vor dem Hintergrund der tatsächlichen Aussage – Hetze. Die FAZ wurde noch deutlicher mit ihrer Frage „Ruft Trump zur Waffengewalt gegen Clinton auf?“ Die Antwort lautet: nein. Trump hat auf eine Gefahr hingewiesen, die offensichtlich auch aus Clintons Sicht real war.

Die Menge der Beispiele ließe sich beliebig vermehren, nicht zuletzt, wenn man das Verschweigen von wichtigen Ereignissen hinzu zählt.

Fakt ist, dass weder das Alter des Mediums noch seine politische Ausrichtung Garant für Wahrheit und Anstand sind.

Daher gibt es keinen Grund die Meinungsfreiheit von Privatpersonen stärker zu kontrollieren als die von Journalisten. Übrigens gibt es auch keine rechtliche Handhabe, denn in unserem Grundgesetz ist die Meinungsfreiheit ebenso wichtig wie die Pressefreiheit.

 

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