Im Griff der Finanzwelt

Es ist richtig, über mögliche Interessenkonflikte von Friedrich Merz zu berichten. Aber immerhin würde er seine Ämter für seine Arbeit in der Politik (hoffentlich) ruhen lassen. Unappetitlich ist so eine Verflechtung natürlich trotzdem. Sie ist aber nicht weniger unappetitlich im Fall der Medien, die ihre Abhängigkeit von der Finanzwelt ja nie aufgegeben haben! Solange sie substantiell von Werbeeinnahmen leben, können sie ihrem Auftrag überhaupt nicht nachkommen. Solange die mächtigste Institution der westlichen Welt sich ganz offen als Prostituierte der Wirtschaft finanziert, ist das Gejammer über Nebenjobs von Politikern und erst recht über ehemalige Jobs (!) eine unerträgliche Heuchelei. Was hätte Merz in der Zeit seiner politischen Pause tun sollen? Nur Jobs bis zu einer Obergrenze anzunehmen? Oder gar nicht arbeiten und in der Wüste meditieren, um sich angemessen auf die Aufgabe vorzubereiten.

Für sein Amt wird es entscheidend sein, alle finanziellen Verbindungen konsequent zu kappen. Damit wäre er ein wunderbares Vorbild für die Medien.