Design News

Als Konzernchef weiß man heute, dass man nicht gleichzeitig positive Quartalsergebnisse und Entlassungen von Mitarbeitern verkünden darf. Selbst wenn es dem Konzern gut geht, muss man entweder auf den globalen Konkurrenzdruck verweisen oder die Herausforderungen der technischen Entwicklung usw. Warum? Weil zwei Informationen bei dem Leser zu einer Argumentationskette verknüpft werden. Der Leser/Hörer denkt in diesem Moment nicht über „Design News“ nach, also über die Möglichkeit, aus der Fülle an Nachrichten eine beliebige Informationskette anzulegen, sondern begnügt sich mit der Frage „Stimmt die Information?“ Kann er die Frage bejahen, akzeptiert er auch die Argumentationskette.

Für Medien gehört es zum ganz normalen Handwerkszeug, Nachrichten zu arrangieren. Fake News mögen ein Mittel der Schwachen sein, die mit einzelnen Nachrichten Aufmerksamkeit erzeugen wollen und dafür die Wahrheit schlicht fälschen. Die mächtigen Medienvertreter haben aber nahezu ein Monopol auf die Informationen und können wesentlich mehr Einfluss durch Design als durch Fake News nehmen.

Will eine Zeitung die Grünen unterstützen, werden Themen verstärkt in die Berichterstattung aufgenommen, die einerseits als typisch grün wahrgenommen werden und eine hohe Akzeptanz haben. Das betrifft sicher nicht solche Gedankenspiele der Grünen zum bedingungslosen Grundeinkommen oder zum Gendermainstreaming in Schule und Kindergarten, wohl aber Klima und Umweltschutz (zwei Themen die übrigens nichts miteinander zu tun haben). Am Klima hat sich nicht viel in den letzten Monaten geändert, politisch stehen nicht mehr Entscheidungen an als sonst, trotzdem ist Klimapolitik und Luftreinheit auf einmal ein zentrales Thema geworden, seid die Grünen in Umfragen so stark zugelegt haben, dass sie Aussicht auf eine Regierungsbeteiligung haben.

Wenn über die AfD berichtet wird, sollte man im Anschluss am besten über die steigenden Anzahl von Anschlägen auf Holocaust-Gedenkstätten berichten.

Eine andere Möglichkeit für Design News bieten Attribute. Vergewaltigt eine Frau mit ihrem Mann eine Frau, ist das ein Bericht über die Bosheit der Menschen (langweilig) oder über das Leben in Kleinstädten (sozial schon interessanter). Vergewaltigt ein Mann eine Frau, war es die Tat eines Mannes (und nicht mehr eines Kleinstädters). War der Mann Buddhist, war es ein Beispiel für Gewalt in Religionen. War er ein Muslim, dann ein Beispiel für monotheistische Religionen, war er Katholik, dann ein Beispiel für das Christentum und war er Freikirchler, dann war es ein Beispiel für das Wesen von Freikirchen (und nicht für Kleinstädter).

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