Der Krieg um die nächste Generation

Die Diskussion um die Krippenplätze dreht sich in Deutschland um die Frage, ob Frauen eher arbeiten oder ihre Kinder betreuen sollten.
Ich möchte hier nur auf einen Nebeneffekt der staatlichen Kinderbetreuung hinweisen, der in diesem Zusammenhang wohlweislich nicht thematisiert wird: wer Kinder betreut, prägt!

Neben den Einflüssen aus Medien und Politik (die Schule ist politisch so stark bestimmt, dass ich sie hier nicht eigens aufführen musste) dürfte ein maßgeblicher Teil der Prägung nach wie vor durch die Erziehung stattfinden. Die Arbeit der Eltern ist also die direkte Konkurrenz zu Medien und Politik. Sie muss daher zum Feindbild jedes engagierten Gesellschafts-Verbesserers werden.

Der ehemalige Generalsekretär der SPD, Olaf Scholz, erklärte in einem Interview mit dem Deutschlandfunk am 03.11.2002: „Wir wollen die Lufthoheit über die Kinderbetten erobern!“

Aus diesem Grund ist es nicht denkbar, den Eltern finanziell die Freiheit zu ermöglichen, zwischen verschiedenen Lebensentwürfen zu wählen. Kinder müssen in öffentliche Erziehungsanstalten.
Das tückische an diesem Punkt ist die Tatsache, dass Politik und Medien hier an einem Strang ziehen:
Die Medien liefern die Schreckensmeldungen aus den Familien und halten die Schreckensmeldungen aus Kinderheimen oder Kindertagesstätten klein. Hier nur ein paar Fundstücke aus dem Internet:
http://www1.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/nds888.html
http://www.papa.com/paPPa-Forum/viewtopic.php?p=56788&sid=72ab6eb1961f8ade53b609b3ffa6268d

Bei diesen Berichten muss man berücksichtigen, dass hier in der Regel die Eltern auf den Missbrauch aufmerksam werden, was in Kinderheimen beispielsweise nicht funktioniert. Wer entdeckt den Missbrauch, wenn die Kinder den größten Teil des Tages nur mit den Mitarbeitern der „Kinderkrippe“ verbringen? Hier haben keine Nachbarn ein Auge auf die Entwicklung der Kinder und die Eltern nur noch sporadisch Zeit. Dazu kommt die Frage, ob die Kinder sich ihren Eltern überhaupt noch in den wenigen gemeinsamen Zeiten ihren Eltern so öffnen können, damit solche Verletzungen überhaupt ans Licht kommen!

Trotzdem haben die Medien es geschafft, beim Thema „Gewalt gegen Kinder“, die Eltern in den Blick zu rücken.

Die Politik nimmt diesen Ball dankbar auf und hat jetzt ein Gesetz auf den Weg gebracht, nach dem es den Jugendämtern schon auf den ersten Verdacht durch Nachbarn möglich sein soll, sich in die Familie einzuschalten. Bislang brauchte das Jugendamt dafür handfeste Gründe.

Hier geht es nicht um die Frage, ob man „links“ oder „rechts“, christlich, konservativ, liberal oder anarchistisch ist, sondern allein darum, ob man bereit ist, seine Freiheiten auch gegen den geballten Willen von Medien und Politik zu behaupten.

Eine Erklärung der Fossilabfolge

Die Abfolge der Fossilien erlaubt mit Einschränkungen einen Blick auf die Entwicklung der Fauna und Flora in einer bestimmten Gegend.
Für Kreationisten sind diese Funde scheinbar schwer zu erklären, weil man (wie es nach der Evolutionstheorie auch zu erwarten wäre) auf den unteren Schichten die eher niederen Lebewesen und auf den höheren Schichten auch zunehmend höher entwickelte Lebewesen findet.

Ich möchte hier eine  kreationistische Erklärung dieses Befundes vorstellen:
Gott gebot den Tieren im Wasser und in der Luft (Gen 1,22) sich zu vermehren und Luftraum und Meer zu füllen. Ein ähnliches Gebot erhalten später auch die Menschen und es galt vermutlich auch für die Landtiere.
Daraus darf man wohl schließen, dass nicht nur die Menschen, sondern auch die ganzen Tiere in Kleinstpopulationen (auch nur jeweils ein Pärchen?) erschaffen wurden. In den folgenden Jahren verbreiteten sich Tiere und Pflanzen auf der ganzen Erde. Wenn dieses Szenario stimmt, kann man die Schichtenfolge soweit ich sehe, sehr leicht erklären, denn es gibt bei so einer Ausbreitung verschiedene bekannte Gesetzmäßigkeiten:

Ein Lebewesen kann nur dort überleben, wo es Nahrung findet. Das bedeutet, ein Gebiet wird immer zuerst von Pflanzen, dann von Tieren besiedelt, dann von Tieren, die Tiere fressen, und dann erst von Tieren, die auch große Tiere fressen. Die Schichtenfolge ist zunächst einfach eine Abfolge der Nahrungskette.

Ein zweites Gesetz lautet, dass niedere Tiere (am unteren Ende der Nahrungskette) tendenziell eine schnellere Vermehrungsrate haben als höhere Tiere. Dies liegt wohl vor allem an der oft höheren Geburtenfolge und den zahlreicheren Nachkommen. Das führt in der konventionellen Landwirtschaft auch zu dem Problem, dass nach dem Versprühen von Insektiziden, sich zuerst die niederen Tiere und erst mit deutlicher Verzögerung ihre Fressfeinde wieder erholen. Zum Anderen mag es an dem größeren Nahrungsangebot für niedere Tiere liegen als für höhere.
Ein dritter Effekt dürfte die Kraft des Wassers sein, dass viele Lebewesen einfach in den großen Meeresströmungen einfach verteilte. Daraus folgt aber nicht nur, dass man tendenziell im Meer die ältesten Lebewesen finden dürfte, sondern auch, dass sich das Leben an Land anhand der Küsten ausgebreitet hat. Hier werden zunächst nur Tiere erfolgreich gewesen sein, die ihre Nahrung auch im Wasser finden – also Amphibien. Erst dann konnten sich auch andere Landtiere niederlassen, die sich von den Amphibien ernährten. usw.

Diese Erklärung ist möglicherweise sogar besser als die Erklärung durch eine Entwicklung. Sie erklärt nämlich einerseits das plötzliche Auftreten einer Tierart, was die Evolutionstheorie vor arge Erklärungsnöte stellt. Zweitens erklärt sie Verteidigungsmechanismen der niederen Tiere gegen Fressfeinde, die man in der jeweiligen Schicht noch gar nicht findet. Z.B. muss man sich doch fragen, weshalb die Trilobiten sich mit einem derart aufwändigen Panzer umgeben, obwohl sie anfänglich die größten Tiere zu sein scheinen. Klar, man kann das mit dem „Monsterwurm“ erklären, der sich wegen seiner fehlenden Hartteile leider nicht nachweisenlässt, man muss es aber nicht.

Ein möglicher Einwand lautet, dass man die sukzessive Ausbreitung der einzelnen Tiergruppen nicht anhand ihres Vorkommens in den Schichten nachvollziehen kann. Aber dieser Einwand lässt sich recht einfach entkräften: wenn wir von einer Räuber-Beute-Beziehung ausgehen, benötigt der Räuber immer eine Menge an Beutetieren, die weit über der eigenen Populations-Stärke liegt. Gehen wir von dem Szenario aus, dass Gott die Menschen und Tiere in einen Garten gesetzt hat, von wo aus sie sich verbreitet haben, dann fanden z.B. räuberische Amphibien praktisch unbegrenzte Ausdehnungsmöglichkeiten. In dieser Situation gab es daher keinen Grund, sich in Herden oder anderen sozialen Verbänden zusammen zu schließen, denn Gruppen sind kostenintensiv und lohnen sich nur in Konkurrenz-Situationen oder Druck durch Predatoren. Die günstigste Strategie bestand daher in einer möglichst dünnen Besiedlung der ganzen Welt. Für einen Predator bedeutete dies aber, dass die optimalen Beutetiere noch nicht in einer ausreichend hohen Konzentration vorlagen. Hat ein Löwe also ein Gnu gefressen, gab es im Umkreis von ein paar hundert Kilometern keine Gnus mehr und er musste sich wohl mit Kleinsäugern begnügen. Irgendwann waren die ökologischen Nischen des Gnus dann besetzt und die Wahrscheinlichkeit für den Löwen auf ein Gnu zu treffen deutlich gestiegen. Dadurch hat sich die Ernährungssituation des Löwen erheblich verbessert, weil Kosten und Nährwert bei Kleinsäugern für ihn sehr ungünstig sind. Die Besiedlung eines bislang unbesiedelten Gebietes wäre also gar nicht als geografische Ausbreitung denkbar sondern als schrittweise Verdichtung der ökologischen Nischen. Auch hier mag die Rückkehr des Wolfes den Prozess veranschaulichen: er traf in Deutschland auf ein Paradies, in dem es keinen anderen Beutegreifer in seiner Größe gibt und hat sich in wenigen Jahren in fast ganze Deutschland ausgebreitet. Ausgebremst wurde er wohl nur durch die teilweise sehr dichte Besiedlung und Jäger. Unter optimalen Umständen hätte der Wolf sich vermutlich in wenigen Jahren in ganz Europa ausbreiten können, also nach geologischen Maßstäben schlagartig. Erst nach und nach kommt es zu der Notwendigkeit, größere Rudel zur Revierverteidigung zu bilden und sich mit kleineren Revieren zu begnügen.

Widersprüchliche Schöpfungsberichte?

Ein häufig erhobener Vorwurf gegen die Glaubwürdigkeit des Schöpfungsberichtes ist, dass es ja eigentlich zwei gebe, die sich zu allem Überfluss auch noch zu widersprechen scheinen:

Nach dem ersten Schöpfungsbericht erschafft Gott die Pflanzen am dritten und die Menschen am sechsten Tag, also eindeutig nach den Pflanzen. Im zweiten Schöpfungsbericht beginnt die Schöpfung mit dem Menschen, und es wird ausdrücklich gesagt, dass noch keine Pflanzen gemacht wurden.

Wie löst man das Problem? Man löst es wie jedes Problem, indem man es ernst nimmt:
nehmen wir mal an, der zweite Schöpfungsbericht sei tatsächlich völlig unabhängig vom ersten entstanden und erzähle etwas völlig anderes, dann erhalten wir nach den Kritikern der Berichte etwa folgendes Bild: Gott erschuf den Menschen. Aber da es noch keine Pflanzen gab, musste er ihn zunächst im Matsch abstellen, bis der Garten fertig war.

Es ist wohl ziemlich offensichtlich, dass man den Text natürlicherweise niemals so lesen würde. Jeder liest ihn so, dass Gott den Menschen in einen fertigen Garten stellt, einen Garten also, der vor dem Menschen erschaffen wurde.

Nun werden die Kritiker natürlich darauf hinweisen, dass in Gen 2,5 ausdrücklich steht, dass „all das Gesträuch“ nicht gesprosst war, bevor die Erschaffung des Menschen berichtet wird.
Der Einwand ist ziemlich leicht zu entkräften, denn hier wird doch offensichtlich eine Begründung und keine Reihenfolge genannt. Also weil es noch nicht geregnet hatte und weil es noch keinen Menschen gab, hatte Gott die Pflanzen noch nicht wachsen lassen.
Der Mensch war also der Grund für die Entstehung der Pflanzen, auch wenn diese strenggenommen drei Tage früher entstanden.

Das Problem entsteht also nur, wenn man sich künstlich doof stellt.

Ist die Natur stinkesauer auf uns?

Wieso wird die Klimalüge so gerne geglaubt? Gibt es nicht genug Unsinn und genug unausgegorene Theorien, mit denen man die Leute unterhalten kann? Weshalb ist gerade die Theorie vom Klimakollaps so beliebt?
Man kann dies sicher nicht mit ihrer Qualität erklären (vgl. die entsprechenden Beiträge von Wanderprediger). Man kann es auch nicht mit einer konkreten Furcht erklären, denn wie soll denn das Horrorszenario aussehen? Große Landstriche stehen unter Wasser. Aber das ist ja nur dann ein Problem, wenn sie sehr schnell unter Wasser stehen, und das Abschmelzen der Pole kann man wohl kaum als ein besonders schnelles Ereignis bezeichnen. Also schade um das Land, aber ich kann mir durchaus Schlimmeres vorstellen. Z.B. ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Leser dieser Zeilen an Lungenkrebs stirbt, der von Feinstaubpartikeln ausgelöst wurde, erheblich größer, als die Gefahr in einer apokalyptischen Sturmflut zu ertrinken. Aber obwohl dieser Zusammenhang meines Wissens sehr gut belegt ist, hat man dieses Thema als „Hysterie“ abgetan.
Wieso also der Klimakollaps?

Ich werde versuchen zu zeigen, dass diese Angst viele Merkmale einer verdrängten Gottesfurcht besitzt:

Grundsätzlich unterscheidet sich eine Strafe von einer Folge durch ihren personalen Ursprung. Also wir werden von Personen aber nicht von Sachen bestraft.
Die Strafe richtet sich an den Willen, die Folge hängt nur von der Handlung des Menschen ab.
Strafe lässt sich durch eine Änderung des eigenen Willens also eine Läuterung der Einstellungen möglicherweise abwenden, z.B. durch Bittgebete, demonstrative Sühne, Opfer oder Ehrerbietung. Bei Folgen funktioniert das nicht. Folgen sind unerbittlich.
Die Änderung des Willens oder allgemeiner der Haltung ist im Hinblick auf die Strafe absolut entscheidend. Eine Folge kann nur durch entsprechende Änderungen der Handlung abgewendet werden, der Wille an sich ist vollkommen unerheblich.
Strafe enthält immer ein unwägbares Moment, weil sie in keinem naturwissenschaftlich strengen oder völlig klar erkennbaren Zusammenhang zur Schuld steht, sondern von dem Willen dessen abhängt, der straft.

Je klarer man die Unterschiede zwischen Folge und Strafe erkennt, desto leichter fällt es auch zu erkennen, wie sehr viele moderne Ängste eigentlich Ängste vor Strafen sind, was hier nur anhand des Themas Umweltschutz und dies anhand des Parteiprogrammes der Grünen von 2002 gezeigt werden soll:

Umweltschutz ist für die Autoren des Parteiprogrammes nicht nur eine Frage, welche Schäden wodurch hervorgerufen werden, welche Konsequenzen dies hat und wie man politisch rational dagegen vorgehen kann, sondern es ist zuallererst eine Frage des „Bewusstseins“:

„Wir Bündnisgrünen verdanken unsere Entstehung als politische Kraft vor allem dem erwachenden Bewusstsein, dass die natürlichen Lebensgrundlagen durch industriellen Raubbau und überschießenden Ressourcenverbrauch gefährdet werden.“ (S.24)

Was hat denn die Bedrohung der natürlichen Lebensgrundlagen mit dem „Bewusstsein“ zu tun? Entweder sind die Grundlagen bedroht oder sie sind es nicht.
Normalerweise würde man naturschonendes Verhalten etwa so beschreiben:
Person A wünscht sich den Zustand B, aber nicht den Zustand C, der leider mit B zusammen hängt. Da sie die Folgen von C vermeiden möchte, unterlässt sie auch B.

Nun gehen die Grünen aber weiter und sagen:
Person A wünscht sich den Zustand B und schon das muss sich ändern! Die Person muss also nicht nur gut informiert werden und rational entscheiden, sondern sie muss ihre Haltung ändern, und genau an diesem Punkt verlassen die Grünen eindeutig die Umweltpolitik.

„Aber Nachhaltigkeit ist mehr als technische Innovation: Sie hat auch eine kulturelle Dimension. Sie beinhaltet auch, dass wir Werte schätzen, die keinen Preis haben: den Wert naturnaher Landschaften, die Vielfalt der Flora und Fauna, die Bedeutung freier Zeit, selbstbestimmter Tätigkeit und eines aktiven kulturellen und sozialen Lebens.“ (S.29)

Der Mensch soll eben nicht mehr nur sein Verhalten ändern, sondern das veränderte Verhalten auch besser finden als das alte. Er soll den „Wert“ dieser Dinge schätzen lernen.
Nun könnte man noch vermuten, dass dies ein wenn auch völlig überzogener Versuch ist, letztlich doch das schonende Umgehen mit menschlicher Umwelt zu sichern. Aber gerade diesem Verdacht wird in der Präambel ausdrücklich entgegen gehalten:

„Der Schutz der Natur und ihrer Lebensformen ist auch um ihrer selbst willen geboten.“ (Aus der Präambel)

Man kann also das Anliegen, eine veränderte Haltung zu bewirken ganz klar von dem Anliegen unterscheiden, die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten. Beides sind zwei ausdrücklich nebeneinander stehende Ziele.
Und eben die Bedeutung des Sinneswandels lässt erahnen, dass nun die Folgen der Naturzerstörung eher als Strafe gesehen oder zumindest doch empfunden werden. Es klingt also vermutlich nicht zufällig religiös, wenn die Autoren von einem „erwachenden Bewusstsein“ sprechen.

Das zweite Kriterium war die Unwägbarkeit der Strafen. Die ganz konkreten Schäden scheinen im Grundsatzprogramm der Grünen nicht halb so interessant zu sein, wie die vage apokalyptischen Schilderungen, die in überhaupt keinem erkennbaren Zusammenhang mehr stehen:

„Die klimaverändernden CO 2Emissionen nehmen weltweit trotz aller gegenteiliger politischer Proklamationen weiter zu. Anhaltendes Bevölkerungswachstum, Armut und Landflucht, ebenso wie ein rücksichtsloser Industrialisierungskurs münden in einen bedrohlichen Raubbau an der Natur. Menschliche Kurzsichtigkeit führt mehr und mehr zu Naturkatastrophen wie Dürren, das Voranschreiten der Wüstenbildung oder die Häufung von Überschwemmungen und schweren Stürmen.“(S.25)

Was genau bewirkt denn jetzt die beschriebenen Katasthrophen? Es gibt ja wohl kaum Überschwemmungen wegen der Armut. Hier hat man sich noch nicht einmal die Mühe gemacht, verständlich zu sein und es bleibt irgendwie nur eine vage Angst zurück. Gerade dieser vage Zusammehang von Ursache und Wirkung ist ein typisches Element der Strafe.

Sieht man sich den Text näher an, kann man sogar erkennen, wer hier vermutlich straft:
Der Text nennt erstens eine Reihe von menschlichen Vergehen. Diese „münden“ angeblich alle in einem „Raubbau an der Natur“. Der Natur wird also etwas gegen ihren Willen entrissen, was ihr gehört. Das ist das eigentliche Vergehen in dem alle anderen Umweltsünden zusammengefasst werden!
Den zweiten Teil mit der Liste der Katastrophen kann man dann kaum anders als eine Strafe der Natur lesen.
Wissenschaftlich enthält dieser Abschnitt also kaum eine einzige auch nur verständliche Aussage, aber er erklärt sich ganz leicht, wenn man eine urreligiöse Furcht vor der Natur unterstellt.

Und diese Furcht wiederum lässt sich leicht als eine verschobene Gottesfurcht erklären. Denn die Natur ist keine Person, sie ist niemandem gram und straft natürlich auch nicht – und sie vergibt auch nicht. Die Angst vor Strafe wir daher bleiben, solange ein Mensch nicht Frieden mit Gott gefunden hat. Kein politisches Engagement in Partei oder NGO und keine Verehrung der Natur wird die Angst bezwingen.

Erziehen durch Strafe oder durch „logische Konsequenzen“?

Elternratgeber scheinen sich heute darin einig zu sein, dass Kinder nicht mehr „bestraft“ werden, sondern dass man sie mit den „logischen/natürlichen Konsequenzen“ vertraut macht.
Also: Wenn ein Kind sich weigert, sich die Zähne zu putzen, darf es auch keine Süßigkeiten mehr essen.
Gut, strenggenommen wäre die natürliche Konsequenz, die Zähne verfaulen zu lassen. Man ahnt schon, dass auch die vermeintlichen Konsequenzen selbstverständlich Strafen sind. Und auch wenn man seine Kinder bestraft, gehört es zu einer guten Erziehung, die Kinder, je nach Entwicklungsstand, über die Gründe für bestimmte Verbote oder Forderungen zu informieren – also ihnen beispielsweise den Nutzen des Zähneputzens zu erklären. Darin unterscheidet sich die „Konsequenz“ nicht von der Strafe.

Es geht eigentlich um die Frage der Autorität: man möchte heute vermeiden, dass Kinder lernen, sich Autoritäten unterzuordnen. Also sie sollen etwas nicht tun, weil andere das wollen, sondern weil sie selbst so ihren eigenen Willen besser erfüllen können. Sie sollen nicht zu guten Menschen, sondern zu cleveren Egoisten werden.

Die Erziehung zur Unterordnung unter die Autorität der Eltern ist also ein erster Schritt fort vom natürlichen Egoismus hin zu der zunächst dunklen Erkenntnis, dass es außer dem eigenen noch andere Willen gibt!

Insbesondere in der christlichen Erziehung spielt das eine wichtige Rolle: die Kinder sollen lernen, dass es nicht nur andere Interessen außer den eigenen gibt, sondern dass Gott unbedingter Gehorsam zu leisten ist. Sie sollen lernen, ein Leben in der Hingabe an Gott zu leben und nicht Gott auch noch als weiteres Mittel zur Bedürfnisbefriedigung betrachten.

Worum geht es den „neuen Atheisten“ eigentlich?

Wenn man Anhänger auf den Homepages der „erleuchteten“ Atheisten („Brights“) nach den Zielen für deren aufloderndes missionarisches Engagement sucht, wird man auf die Gefahren der Religion, die Verflechtung von Religion und Staat und die mangelnde Akzeptanz der Atheisten in der Gesellschaft hingewiesen.

Aber ganz stimmig ist ihr Vorgehen nicht: wenn sie beispielsweise eine Ausstellung über religiöse Gewalt organisieren, scheint es ihnen ein Anliegen zu sein, Gewalt zu verhindern. Nur, warum gehen sie dann nur auf religiöse Gewalt ein und nicht – beispielsweise – auf atheistische Gewalt in kommunistischen Ländern. Es ist so offensichtlich, dass es schon fast albern ist, darauf hinzuweisen, aber sie sind nicht gegen Religion, weil diese vermeintlich Gewalt fördert, sondern gegen Gewalt, wenn diese religiös motiviert ist!

Damit bleibt aber die Frage: Was wollen sie eigentlich? Was stört sie an der Religion?
Geht es ihnen um Aufklärung? Sind die Erleuchteten aufrichtige Wahrheitssucher und -verbreiter?
Aber auch dann muss man klar fragen, weshalb sie sich nur für Wahrheit interessieren, die sie für geeignete Munition gegen den Gottesglauben verwenden können. Das Anliegen der Aufklärung kann also nur sekundär sein.

Wollen sie Menschen helfen?
Aber wieso bieten sie ihnen dann keine Hilfen an – zu welchem Problem sollten sie auch Hilfen anbieten? Die Erleuchteten sind sich ja vor allem darin einig, dass es keinen Gott und auch sonst keine übernatürlichen Wesen gibt. Das kann man ja sehen wie man will, aber es ist sicher nicht der Stoff, aus dem die großen Therapeuten geboren werden.
Und genau diesen Nicht-Glauben möchten sie nur verbreiten. Sie sind keine Therapeuten und wären wohl auch etwas zu provokant, um glaubwürdig als Helfer aufzutreten.

Das einzige Ziel bleibt also die Abschaffung des Glaubens an sich. Es soll nach Möglichkeit keine gläubigen Menschen geben, oder doch möglichst wenige.
Und wenn es den Erleuchteten nicht um die anderen Menschen geht, stehen sie selbst auf einmal als potentielle Interessenten da: Haben sie selbst möglicherweise etwas davon, wenn andere Menschen nicht an Gott glauben?
Zum Teil geben sie genau das ja zu: Sie wollen mehr „Akzeptanz“. Gut, klingt harmlos. Nur gehen ihre Forderungen weit über bloße „Akzeptanz“ hinaus. Der Religionsunterricht ist bisher eine Veranstaltung der Religionsgemeinschaften, die nur ihren eigenen Anhängern zur Verfügung gestellt wird und vom Schüler ab einem bestimmten Alter abgewählt werden kann.
Dagegen stellen die Atheisten einen religionskritischen Unterricht, der aber für alle Schüler verpflichtend sein soll, also auch für Nicht-Atheisten! Sie fordern also nicht, wie beispielsweise die Muslime, eine weiter Auffächerung des Religionsunterrichtes, der die gleichen Rechte auch Weltanschauungen gewährt (dann aber natürlich auch Nazis und Kommunisten und Scientology!), sondern einen atheistischen Pflichtunterricht, neben dem der herkömmliche Religionsunterricht als zusätzliches Wahlfach angeboten wird.
In der Politik geht es ihnen nicht darum, dass auch Atheisten als Politker gewählt werden dürfen, sondern darum, dass christliche Politker ihre Entscheidungen treffen, als wären sie Atheisten!

Mit einer Sorge um mehr Akzeptanz hat das einigermaßen wenig zu tun.

Dagegen spricht auch hier das Vorgehen gegen den Glauben an Gott. Es gibt kaum Homepages in Deutschland, in denen mehr über Religion, den Katholizismus, die EKD oder den Papst geschrieben wird, als auf den Seiten der Erleuchteten. Sie sind in allererster Linie zum Kampf gegen etwas ausgezogen, nicht zum Werben für etwas.
Man muss daher ganz eindeutig sagen, dass ihr genanntes Ziel von der Anerkennung eine Verkleisterung der Absichten ist: sie wollen Politik und Schule bestimmen.

Das klingt verständlich, ist es aber nicht. Wieso tun sie das, wenn sie niemandem helfen wollen, wenn es ihnen nicht um Wahrheit an sich oder um mehr Wissenschaftlichkeit an sich geht (es gäbe erheblich wirkungsvollere Mittel, die Begeisterung am wissenschaftlichen Denken und Arbeiten zu wecken)?

Wenn sie es nur für sich tun, welchen Nutzen haben sie von der Verbreitung des Atheismus? Sind sie in ihrem Unglauben irgendwo eingeschränkt? Welchen Nutzen haben sie, wenn es insgesamt weniger Glauben an einen Gott gibt?
Am Ende drängt sich die Frage auf: Ist dieser Glaube für sie ein sehr persönlicher Störfaktor? Tun sie es möglicherweise nur, weil sie Angst vor einem Glauben haben, den sie selbst nicht ganz losgeworden sind? Haben sie Angst vor Gott?
Der Apostel Paulus schreibt im Römerbrief über Menschen, die ein klares Bewusstsein für das Gericht besitzen, was sie von Gott erwarten und sich dennoch gegenseitig in ihrem gottlosen Tun bestärken und gefallen (Röm 1,18-32)

Als Christen sollten wir an so einer Stelle erkennen, was für eine mächtige Botschaft das Evangelium ist. Hier wendet Gott sich dem erschrockenen Gottesflüchter zu und bietet ihm das Heil an. Der Teufel kann den Menschen nicht mehr länger in seiner Gewalt halten und muss ihn gezwungenermaßen ziehen lassen wie der Pharao die Israeliten.

Es wäre töricht, wenn man sich als Christ auf ein politisches oder intellektuelles Gefecht beschränken würde und nicht die geistliche Not des Menschen in seiner natürlichen Angst vor Gott wahrnimmt.

Homosexuelle als Kanonenfutter des Kulturkampfes

Lobbyisten können nicht nur die Politik, sondern sogar die Wissenschaft beeinflussen. Edward Shorter beklagt dies in seiner „Geschichte der Psychiatrie“:

„Das letzte Schlagloch auf dem wissenschaftlichen Weg der DSM-III-Verfasser (das DSM ist das amerikanische Pendant zum ICD in Deutschland. Es handelt sich um Listen abrechnungsfähiger Diagnosen bei psychischen Störungen. Anm. MW) grub die Politik. Sie waren zwar bemüht gewesen, sich an „Daten“ zu halten, wurden aber von ideologischen Lobbyisten derart belagert, dass sie sich zu einer ganzen Reihe von Konzessionen gezwungen sahen. Die langwierigen Auseinandersetzungen darüber hinterließen den Eindruck, dass hier nicht nur ein wissenschaftliches, sondern auch ein politisches Dokument geschaffen wurde. Nehmen wir zum Beispiel das Gezänk um die Homosexualität. (Im DSM-II war Homosexualität noch als sexuelle Abnormität aufgeführt.) Ein Subkomitee des DSM-III-Teams erwog die Bezeichnungen „Homodysphilie, Dyshomophilie, homosexuelle Konfliktstörung, Liebesbeziehungsstörung…und schließlich Ich-dystonische Homosexualität“. Doch weil sich das Subkomitee nicht einige werden konnte, delegierte es die Entscheidung an die Projektgruppe selbst, die beshloss, Homosexualität vollständig von der Liste zu streichen. Ein Referendum unter den APA-Mitgliedern bestätigte diese Entscheidung 1974. Was ein Jahrhundert oder länger als schwere psychische Störung galt, hatte mit einem Federstrich zu existieren aufgehört.“ (S.452f)

In den Medien schien dieses Ergebnis dann wie der letzte Stand der Forschung angekommen zu sein, denn hier gab es noch nicht einmal eine Diskussion über Homosexualität. Man hat offenbar beschlossen, alle Fälle von traumatischen Mutter- oder Vaterbeziehungen schlichtweg zu übersehen. Und an eine hitzige moralische Debatte dieses Themas kann ich mich auch nicht erinnern.

Und das eigentlich erschreckende ist: die Menschen haben diese Entwicklung mitgemacht. Und innerhalb von ca. 10 Jahren haben sie mit der gleichen Abscheu, mit der sie früher die Homosexualität betrachteten, nun auf die geblickt, welche sie verurteilen.

Das hat nichts mit wissenschaftlichem Fortschritt oder der Bewusstseinsentwicklung einer Gesellschaft zu tun. Hier geht es ganz einfach um einen Kulturkampf, in dem der einzelne Homosexuelle als Munition missbraucht wird. Ja, er wird tatsächlich missbraucht, denn wenn es wirklich darum ginge, jemandem zu helfen, hätte man die Frage nach den möglicherweise tragischen Ursachen und ihren möglicherweise eben nicht nur sexuellen Folgen stellen müssen. Sollte es nun aber einen Homosexuellen geben, der unter seiner Sexualität leidet, wird ihm heute kein Therapeut mehr helfen und falls doch wird keine Krankenkasse die Therapie übernehmen.

Noch schlimmer aber ist die Frage, wie er mit seiner Schuld umgehen soll. Nach über zehnjährigem Dauerbeschuss durch die Medien wird natürlich an dieser Stelle jeder pflichtschuldig aufheulen und die Frage an sich schon für pathologisch halten.

Aber ich bin überzeugt, dass viele Homosexuelle es besser wissen. Und diesen möchte ich sagen, dass Schuld nicht therapierbar ist. Aber sie kann vergeben werden. Gott hat seinen eigenen Sohn nicht geopfert, weil wir so anständige Menschen sind, sondern weil wir den Tod verdienen und er uns in Jesus das wahre Heil und das ewige Leben anbieten wollte um uns aus Gnade zu erretten.

Trennung von Staat und…

Muss man Staat und Kirche trennen? Es ist natürlich nicht erstaunlich, wenn Nicht-Christen das wünschen – das ist ihnen ja auch völlig unbenommen.

Die interessantere Frage ist, wie man als Christ selbst dazu stehen sollte. Denn das Problem ist keineswegs trivial, schließlich gab es in der Zeit der ersten Christen weder den erkennbaren Wunsch noch die Möglichkeit, politisch mitzumischen. Wenn man sich über Christ und Politik Gedanken macht, muss man also unweigerlich auf das AT zurückgreifen, wobei man immer fragen muss, ob diese Prinzipien im NT angewandt werden können.

Ich möchte daher zunächst doch versuchen, das NT heranzuziehen:
Da ist zunächst die Aufforderung, in seinem Stand, oder Beruf, zu bleiben (1.Kor. 7,17-24). In den Beispielen geht es zwar nicht um Politik, aber das Prinzip geht über die Beispiele hinaus: Es ist immer eine Gefahr, dass Menschen, die Christen geworden sind, sich ihrer irdischen Pflichten auf einmal entbunden oder zu Höherem berufen fühlen. Sie sind vielleicht versucht, ihren Ehepartner zu verlassen, sehen sich nicht mehr zum Gehorsam gegenüber ihren Vorgesetzten verpflichtet und wähnen sich schon im Himmel. Und diese Haltung hat tatsächlich einen guten Grund! Wir sind dieser Welt tatsächlich gestorben und sollen uns nicht mehr vor Menschen fürchten.
Dass wir doch unserem Alltag verpflichtet bleiben liegt nicht an unserem bürgerlichen Empfinden, sondern an der Furcht vor Gott. Daher nennt Paulus unsere Pflichten unsere „Berufung“, um anzuzeigen, dass Gott es ist, der uns in dieser Welt an einen bestimmten Platz gestellt hat – und sei es als Sklave eines bösen Herrn!

Mit der gleichen Begründung werden Christen auch zum Gehorsam gegenüber der Obrigkeit angehalten: Gott hat sie eingesetzt und Gehorsam gegen die Obrigkeit ist Gehorsam gegen Gott.

Man kann also durchaus mit dem NT zeigen, dass christlich politisches Engagement schnell an Grenzen stößt. Es wäre beispielsweise ausgesprochen unpassend, wenn Christen mit Sitzblockaden o.ä. versuchen würden, christliche Werte in der Politik durchzusetzen. Es wäre so unanständig, als wollten sie Druck auf Handwerker oder Künstler ausüben, nach christlichen Maßstäben zu wirtschaften. Gott wird jeden zur Rechenschaft ziehen, der nicht zur Ehre Gottes in seinem Beruf gelebt hat – auch die Politiker. Politik ist nicht unser Verantwortungsbereich, solange es nicht unser Beruf ist.

Und das ist nicht verboten. Natürlich darf ein Christ, der ernsthaft sein Gewissen geprüft hat, auch Politiker werden. Denn wenn Gott die Obrigkeit einsetzt, kann es schwerlich eine Sünde sein, Obrigkeit zu sein.

Es gibt aber auch Formen von legitimer und gebotener Einmischung: Erstens ist Einmischung legitim, wenn die Form gewahrt wird. Wenn eine Regierung die Möglichkeit der Petition gewährt, Demonstrationen erlaubt und sich vom Bürger wählen lässt, gibt es keinen Grund, diese Möglichkeiten nicht auch zu nutzen. Aber hier muss man den feinen Übergang wahren, von der stillen, ordentlichen Form der politischen Äußerung hin zum politischen Druck, der eine unzulässige Einmischung darstellt (Berufsverletzung).
Zweitens ist Einmischung geboten, wenn es um den Schutz anderer Menschen geht. Spr. 24,11f wird man kaum nur auf das AT beziehen können: „Rette die, die zum Tode geschleppt werden; und die zur Schlachtung hinwanken, o halte sie zurück!
Wenn du sagst: Siehe, wir wussten nichts davon! – ist es nicht so: der die Herzen prüft, er merkt es, und der auf deine Seele achthat, er weiß es? Er vergilt dem Menschen nach seinem Tun.“

Spätestens, wenn es um das Leben anderer Menschen geht, ist Einmischung auch gegen den Willen und gegen die Gesetze des Staates nötig. Aber nur soweit, das Leben der anderen geschont wird. Der Ungehorsam ist aber auch geboten, wenn es um die Verbreitung des Evangeliums geht. In diesem Zusammenhang steht auch der Satz „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“.
Ein Recht zum aktiven Widerstand gegen die Obrigkeit sehe ich hierin nicht.

Man kann also sagen: Nicht-Politiker müssen sich aus der Politik heraushalten. Aber Christen gehorchen der Obrigkeit nicht aus Menschenfurcht, sondern aus Gottesfurcht. Und die Gottesfurcht setzt auch die Grenzen des Gehorsams.

Und jede Obrigkeit tut gut daran, sich nicht darüber zu ärgern, sondern sich ihrer Berufung vor Gott bewusst zu werden und sich von Gottlosen Beratern fern zu halten.
„Man entferne die Schlacken aus dem Silber, so gelingt dem Goldschmied ein Gerät.
Man entferne den Gottlosen vom König, so steht sein Thron fest durch Gerechtigkeit.“ (Sprüche 25,4f)

Wo das nicht geschieht und eine gottlose Regierung herrscht, steht ihr Thron bestenfalls fest durch Gewalt und Schrecken, aber nicht durch Gerechtigkeit. Und wenn die Geschichte etwas gelehrt hat, dann dies.
Denn bisher endeten alle atheistischen Revolutionen ausnahmslos in Diktaturen.

Vegetarismus und Menschenwürde

Es gibt verschiedene Gründe, kein Fleisch zu essen: manche Menschen vertragen es nicht, manche mögen es nicht, manche mögen die Art nicht, wie bei uns Tiere gehalten und geschlachtet werden oder fürchten sich vor übertragbaren Krankheiten.

Meistens ist mir der Vegetarismus aber mit einer anderen Begründung vorgestellt worden: mit einer Polemik gegen die christliche Trennung zwischen Tier und Mensch. Nur durch diese Trennung wird dem Menschen seine herausgehobene Würde gesichert und gleichzeitig der Fleischgenuss erlaubt.
Lehnt man diese Trennung ab, wird der Mensch zu einem von vielen Tieren und manche Zeitgenossen überbieten sich geradezu darin, ihn im Wert immer weiter unten in der Skala zu sehen (z.B. unter den Bakterien, weil die schon so alt und erfolgreich sind etc.). Unter anderen Tieren sei es aber nicht mehr möglich, andere „Mitgeschöpfe“ einfach aufzuessen.
Das klingt chic, ist es aber nicht. Denn wenn die Scheu, Tiere zu essen, so begründet wird, verliert man jeden Grund für Menschenwürde! Das darf man nicht vergessen.
Es gibt dann nur zwei Möglichkeiten:
Entweder schätzt man alle Lebewesen gleich wert oder man bemisst ihren Wert nach irgendwelchen Eigenschaften.
Wenn alle Lebewesen gleich wertvol sind, muss man sich umbringen. Denn in jeder Sekunde verenden Bakterien in meinem Magen, während ein Mensch durch seinen Tod vielen Bakterien zur Nahrung dienen kann. Es wäre also grob unmoralisch, am Leben zu bleiben, einem Leben, das so viele andere Leben kostet.
Faktisch wählen daher alle (noch lebenden) Gegner der Menschenwürde den zweiten Weg und unterscheiden sich nur in der Wahl der Eigenschaften, die sie für besonders schützenswert halten. Die Einen schützen die Leidensfähigkeit, die Anderen nur Lebewesen mit Augen …
Alle Eigenschaften haben gemeinsam, dass der Wert eines Menschen von bestimmten Eigenschaften abhängt und ein Mensch also seinen Wert verlieren kann. Was ist nämlich mit Menschen, die keine Augen haben, kein Bewusstsein entwickeln (zumindest nach allem, was man sagen kann), mit Menschen ohne Augen ohne erkennbaren Willen zum Leben? Darf man sie nun töten? Die Antwort müsste für den überzeugten Gegner der christlichen Menschenwürde klar lauten: ja, selbstverständlich.

Es gibt natürlich noch eine andere Möglichkeit: man vermeidet jede Wertzuweisung. Nur ist die Menschenwürde dann erst recht obsolet.

Nach dem dritten Reich hat man aus einem tiefsitzenden Schrecken über die Gräueltaten der Nazis die Menschenwürde in der Verfassung verankert; leider ohne sie zu begründen. Und dieses Versäumnis rächt sich, denn jeder Schrecken verfliegt und es war nur eine Frage der Zeit, bis spätere Generationen diese Menschenwürde ablehnen, deren religiöse Grundlagen keinen Rückhalt in der Bevölkerung mehr hatte.

kommiggezz in fenseeeehn?

Der G8-Gipfel ist zu Ende, und alle sind zufrieden: die Politiker sowieso, aber auch alle Demonstranten. Peter Wahl von „attac“ nannte die Blockaden einen vollen Erfolg. Aber wie kann eine Blockade ein Erfolg sein, wenn sie nichts blockiert?
Auch Greenpeace war zufrieden, obwohl sie bei ihrem Versuch, eine Petition zum Strand zu bringen, erwartungsgemäß kläglich gescheitert sind.

Worin der Erfolg besteht ist klar: es geht um Medienwirksamkeit. Für Greenpeace sind Schlauchboot-Einsätze schon immer ein wirkungsvolles Mittel gewesen, öffentliches Interesse zu gewinnen (was sich dann in hochschnellenden Spendeneinnahmen wiederspiegelt). Das Ergebnis ist dabei völlig egal, es geht um die Nummer „hilfloser Aktivist kämpft für gute Sache“.
Und Peter Wahl nannte als Grund für den Erfolg, dass „Bilder um die Welt gingen“.

Man mag das als gegeben hinnehmen, als Spielregeln der Mediendemokratie. Aber diese Inszenierungen sind aus mindestens zwei Gründen bedenklich:

Erstens entstehen so eben nicht nur Schaukämpfe, sondern auch echte Gewalt. Es gilt immer, den schmalen Grat nicht zu verlassen und gleichzeitg gefährlich und gewalttätig genug zu sein, um die Medien anzulocken, aber nicht zu übertreiben, um keine schlechte Presse zu bekommen. Nur beherrschen eben nicht alle diese Kunst, und die Anwesenheit von Gewalttätern bei den Demonstrationen war für niemand eine ernsthafte Überraschung.
Wenn die Medien es für ihre vornehmste Pflicht halten, immer vor allem dann zu berichten, wenn Blut fließt oder zu fließen droht, dann machen sie sich schuldig, diese Gewalt zu fördern. Die ZEIT ist da keine Ausnahme und hatte auch ihre Titelseite der Straßenschlacht gewidmet. In allen Krisengebieten der Welt werden mittlerweile Schaukämpfe, Schauunruhen, Schaudemonstrationen iniziiert, bei denen es zu ganz realen Verletzungen und sicher nicht selten zu Toten kommt. In den Medien wird auf den Schau-Charakter immer nur hingewiesen, wenn das Anliegen inhaltlich angeprangert werden soll.

Zweitens sind diese Spielregeln zutiefst undemokratisch. Sie bevorzugen die junge akademische Mittelschicht, die genug Zeit und geistige Ressourcen besitzt, um sich politisch zu engagieren. Und sie bevorzugt alle, die bereit sind, in Maßen Gesetze zu übertreten.
Und obwohl sie ständig mit dem Habitus auftreten, Druck „von unten“ zu machen und damit stillschweigend die Zustimmung der restlichen Bevölkerung für sich in Anspruch nehmen, handelt es sich zunächst nur um eine kleine politisch aktive Gruppe, die erfolgreich das Bild vermittelt, es gebe ungefähr zwei Positionen, die man zur Globalisierung einnehmen kann: vor dem Zaun und dahinter. Damit gibt ein kleiner Teil der Bevölkerung seiner Meinung möglicherweise ein weit größeres Gewicht, als es die Qualität seiner Argumente erwarten ließe. Und das ist schlichtweg undemokratisch.

Meines Erachtens gehört es nun zu einem starken Bürgertum, sich zumindest bei wichtigen Themen (ich bin noch nicht einmal sicher, ob „Globalisierung“ ein sinnvoll fassbares Thema ist, geschweige denn ein wichtiges) aus intelligent gesuchten Quellen ein eigenes Bild zu verschaffen, oder – was vermutlich der bessere Weg ist – , sich der Berichterstattung völlig zu enthalten.

Denn man muss ganz nüchtern feststellen, dass sich alle politischen Medien in Deutschland in diesen Tagen in ihrer Berichterstattung an den beiden Punkten schuldig gemacht haben: sie waren gewaltfördernd und undemokratisch.