Obama im Krieg

Die USA beteiligen sich an einem Militärschlag gegen das Regime in Lybien. Unter George W. Bush haben sie sich auch mit Militärschlag gegen einen Diktator gewendet, aber der Einsatz wurde in Europa völlig anders bewertet. Am deutlichsten ist der Stimmungswandel in Frankreich zu sehen: dort herrschte unter Bush brüske Ablehnung und heute beteiligen sie sich aktiv an dem Einsatz. Aber auch die Grünen bedauern offensichtlich, dass Deutschland sich nicht am Krieg beteiligt – sorry, die neue Wortwahl ist jetzt „militärisches Engagement“. Wie dem auch sei: Deutschland hat sich enthalten, ist aber sehr um eine ausgewogene Stimmung bemüht – und unterstützt den Krieg indirekt, indem es sich in Afghanistan stärker engagiert. Sowohl in Lybien als auch im Irak wurden die Menschen von einem grausamen Despoten unterdrückt, wobei der Zustand im Irak sogar noch schlimmer gewesen sein soll. Darüber hinaus bestand die – von der Weltgemeinschaft anerkannte – Gefahr eines Angriffes durch Giftwaffen, die aber während der langen Vorphase des Krieges beseitigt wurden, so dass der letzte Nachweis bis heute fehlt. Wäre Deutschland mit in den Krieg gezogen, wenn die Menschen im Irak auf Demonstrationen beschossen worden wären? Warum nicht dann, wenn willkürlich Menschen erschossen werden – und ohne große öffentliche Aufmerksamkeit? War das wirklich der große Unterschied zur Obama-Regierung? Würde Europa einen Angriff auf den Iran oder Nord-Korea unter Obama ebenso scharf verurteilen, wie einen Krieg unter Bush? Das wird kaum jemand ernsthaft annehmen.

Waren die alten Vorwürfe gegen Bush zu ungenau? „Obama im Krieg“ weiterlesen

Atombombe für den Iran – Kein Wasser für die „amerikanische Rechte“


Wasser auf die Kriegspropaganda-Mühlen“ so titulierte Ralph Sina vom WDR-Hörfunkstudio Washington seinen Kommentar zu einem NYT-Artikel vom 3.10.09, in dem dieses renomiertre Flagschiff der Liberalen resumiert, der Iran könne offenbar eine „funktionierende“ Atombombe bauen.

Sina beginnt: „Die nicht gerade als Kriegstreiberin bekannte „New York Times“ zündete einen nicht ungefährlichen Sprengsatz: Der Iran könne jederzeit die Atombombe bauen. Ausreichendes Wissen und Material seien vorhanden, meldet die Zeitung – und beruft sich auf einen Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO).“
Anschließend zitiert er vor den neuen IAEO-Einschätzungen in sich stimmig klingende Aussagen „der amerikanischen Rechten“ um schließlich folgendermassen schwach und inkonsequent zu enden: „Reißerische New-York-Times-Aufmacher, die längst bekannte Fakten mit unbewiesenen Vermutungen kombinieren, leisten nicht nur in Tel Aviv der „Pro-Krieg“-Fraktion Vorschub.“
Hier findet Ihr den kompletten Kommentar:
http://www.tagesschau.de/kommentar/atomruestungiran100.html

Ich wusste nicht richtig, was das jetzt für eine Eigensubstanz sein sollte, die man ja von einem gut bezahlten deutschen in Washingtonm stationierten Journalisten erwarten dürfte und meldete mich auf dem Tagesschau-Server mit folgendem Kommentar zum Kommentar, der offensichtlichmittlerweile schon durch die ARD-Zensur gekommen ist:
http://meta.tagesschau.de/id/28358/wasser-auf-die-kriegspropaganda-muehlen#comment-1350

Sehr geehrter Herr Sina,
verstehe ich Sie richtig, dass der einzige Punkt, der Ihnen im Zusammenhang mit der New-York-Times-Meldung zur iranischen Atombombe Sorgen bereitet, die Tatsache ist, dass die „amerikanische Rechte“ nachträglich Recht behalten und in Ihrem Einfluß gestärkt werden könnte? Wie ideologisch hilflos kann man denn noch argumentieren?
Soweit ich es mitbekommen habe, werden iranische atombestückte Mittelstreckenraketen neben Israel auch deutsches Territorium bedrohen. Ich weiß nicht, ob Sie Kinder haben … Ich habe welche und um die mache ich mir nun sehr große Sorgen und nicht darum, dass bitte bitte Bush und seine Neokonservativen nicht doch noch Recht behalten sollten … sie werden wahrscheinlich noch in einigen anderen Punkten Recht behalten!
Wenn Obama das Raketenschild über Osteuropa aus dem Grund abziehen wollte, dass Iran von der Produktion der Atombombe noch über 10 Jahre entfernt sei … dann müsste er es jetzt konsequenterweise um so stärker forcieren … und bitte schön gerne auch in Deutschland!
In der Hoffnung auf einen mutigen israelischen Präventivschlag verbleibe ich mit freundlichen Grüßen aus Brandenburg

Einen Nachtrag hätte ich mittlerweile für Herrn Kollegen Sina: Möge er doch mal folgenden Kommentar vom liberalen NYT-Chefkommentator Friedman lesen:
http://www.nytimes.com/2009/10/04/opinion/04friedman.html?
Fazit: Wir werden müde im Krieg gegen den Terror … die Bad Boys allerdings werden immer kreativer (inzwischen explodieren beispielsweise die ersten Bomben im Rektum der Jihad-Kämpfer!!). Wir brauchen daher nicht nur mehr Truppen, sondern auch mehr Überzeugung … und das gelte vor allen Dingen für Obama: „If he seems ambivalent, no one there will stand with us and we’ll have no chance. If he seems committed, maybe — maybe — we’ll find enough allies. Remember, the bad guys are totally committed — and they are not tired.

In diesem Sinne … bleibt wach und schreibt Kommentare!
Euer wanderprediger
Atombombe für den Iran – Kein Wasser für die „amerikanische Rechte“

Türkischstämmige Frauenrechtlerin und deutscher Evangelikaler einig: GRÜNE unwählbar!

Interessanterweise gibt es zwischen der türkischstämmigen Frauenrechtlerin Seyran Ates und mir, einen wertkonservativen bibeltreuen Evangelikalen eine biographische Gemeinsamkeit:
Wir haben beide früher GRÜN gewählt und warnen heute eindringlich andere Menschen davor dies ebenfalls zu tun.
In der heutigen Ausgabe meiner GRUEN-LIBERALEN (und im übrigen ehemals konservativen) Tageszeitung DIE WELT erklärt Seyran Ates, warum sie die GRÜNEN aus großer Enttäuschung heraus seit vielen Jahren nicht mehr wählt
Bei den Grünen begegnet man den meisten Kopftuchträgerinnen und VerteidigerInnen des Kopftuchs, den meisten Kulturrelativisten und Multikulturalisten. Den meisten Grünen ist sehr schwer zu erklären, warum ein eigener Straftatbestand Zwangsheirat so wichtig ist, und dass Ehegattennachzug für Frauen ohne Deutschkenntnisse selten einen Segen darstellt. Bei der doppelten Staatsbürgerschaft sind die Grünen schon mal eingeknickt, und von Parallelgesellschaften will ein Grüner selten was hören. Eine kritische Diskussion über Moscheebauten kann den einen oder anderen Grünen sehr aggressiv machen.
All diese Punkte sind in der Tat bei den GRÜNEN mehr oder weniger scharf zu kritisieren. Vor allen Dingen aber in Kombination mit dieser bessermenschlichen Verlogenheit und dem Drang vor offensichtlichen Problemen die Augen zu verschließen oder gar mit der Faschismuskeule zu antworten … kommt es immer öfter zu dem Ergebnis, dass sich in Mitten unserer Gesellschaft das Gegenteil von den propagierten GRÜNEN Zielen (Frauenrechte, Selbstbestimmung, friedliches Miteinander unterschiedlicher Kulturen) entwickelt.

Mein Ansatzpunkt ist natürlich nicht uuunbedingt ein feministischer …
Einst selbst Parteimitglied bei den GRÜNEN (Die größten Kritiker der Elche waren früher …), habe ich mich im Rahmen meiner Rückbesinnung auf ein christlich-biblisches Menschenbild dieser Partei zunehmend entfremdet. OK das ist alles ein weites Feld. Ich möchte nicht langweilen und es daher kurz machen: Ich werde eine These formulieren, dann schnell die Lupe auf ein mich ausgesprochen irritierendes Detail richten und das ganze dann schließlich mit einem kleinen Clou enden lassen … Was im übrigen eine probate Methode für Blogautoren ist, die größer erscheinen wollen, als es ihre intellektuelle Substanz hergibt…
These: Die strategisch brillianten 68er – in dessen Tradition die GRÜNEN ja unbestritten stehen – haben wesentliche christlich-abendländische Werte-Grundlagen, die Ehe zwischen Mann und Frau sowie die Familie als Kernzelle der Gesellschaft erfolgreich dekonstruiert, die Rückbesinnung auf einen gesunden Patriotismus durch unsägliche Faschismusdefinitionsausweitungsdiskurse blockiert und durch die sexuelle Revolution sowie linksalternative Sozialingenieurstechniken eine Verwahrlosung weiter Teile der Unterschicht zu verantworten.
Lupe: Sie sind ja lobenswerterweise mutige Streiter gegen Präimplantations-Diagnostik und Stammzelltherapie. Das Absurde ist nur: Wird das im Reagenzglas von den GRUENEN Löwenmüttern heftigst gegen die Reproduktionsindustrie verteidigte Embryo in den Uterus einer Frau eingepflanzt, ist es plötzlich zum Abschuß durch Abtreibung freigegeben, sofern sich die Frau dafür entscheidet … Zu diesem absurden Antagonismus gesellt sich nun auch noch die interessante Konstellation, dass deren Heilsbringer und Weltenretter der gute Barak Obama die böse Stammzelltherapie forciert!
Clou: Vielleicht sehnen sich sogar die GRUENEN in einiger Zeit nochmal nach dem guten alten George W. Bush – wie jeder weiss, ein entschiedener Stammzellforschungsgegner – zurück!

Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger
Türkischstämmige Frauenrechtlerin und deutscher Evangelikaler einig: GRÜNE unwählbar!

Struktur und Meinung

Die Älteren unter uns können sich vielleicht noch an Eva Herman erinnern. Sie war Journalistin und wurde aus ihrem Berufsstand ausgespuckt, weil sie die politisch falsche Meinung über Autobahnen hatte oder so ähnlich. Aber eigentlich war allen ziemlich klar, dass ihr eigentliches Vergehen ihr Versuch war, in diversen Veröffentlichungen die Rolle der Frau als Mutter zu stärken.
Der nahe liegende Vorwurf, sie sei ja selbst eine Karrierefrau, die sich nicht aufs Muttersein beschränkt habe, kam natürlich prompt und traf voll ins Schwarze. Aber dieser Vorwurf offenbarte eigentlich ein Dilemma mit weitreichenden Folgen: es ist aus strukturellen Gründen unmöglich, eine andere Position als den Feminismus in der Öffentlichkeit zu finden. Alle Frauen, die in Politik und Medien arbeiten, haben sich bereits für ein Modell entschieden, je mächtiger und einflussreicher sie sind, desto stärker kommt dieser Effekt zum Tragen. Auf diese Weise kann sich eine politische Haltung in kürzester Zeit parteiübergreifend durchsetzen, ohne, dass sie jemals diskutiert oder ernsthaft in Frage gestellt wurde.
Das psychologische Konzept, das dabei im Hintergrund arbeitet, ist der bekannte Wunsch des Menschen, kognitive Dissonanzen zu vermeiden. Also im Klartext bedeutet es, dass Menschen versuchen, Widersprüche zwischen Leben und Denken oder Gefühlen und Denken zu vermeiden. Das klingt integer, weil man im ersten Moment an die Fälle denkt, wo sich das Handeln an den Überzeugungen orientiert. Die Vermeidung kognitiver Dissonanzen ist aber in der Regel eine kognitive Vermeidung, d.h. das Denken wird an das Handeln angepasst.
„Struktur und Meinung“ weiterlesen

„Sexueller Totalitarismus“

Unter dem gleichnamigen Titel ist derzeit ein aufschlussreicher Essay der Publizistin Gabriele Kuby auf der Homepage des christlichen Informationsforums „Medrum“ zu lesen.
Auch wenn ich an dieser Stelle vor ihrer Marien-Begeisterung warnen möchte, ist dieser Text in meinen Augen lesenswert.

TIME: Neo-Calvinismus im Trend …

Aus dem TIME-Magazin wird hier auf TheoKonservativ ja gerne mal zitiert. Ich erinnere nur an die Wahl von G.W. Bush zum Mann des Jahres 2004 oder die Titelstory über die 25 einflußreichsten Evangelikalen in den USA. Das evangelikale Medienmagazin pro berichtet nun, über eine interessante Trendschau in der aktuellen TIME-Ausgabe. Es werden dort 10 Ideen vorgestellt, die gerade die Welt verändern. Auf Platz 3 findet sich nicht – wie man anhand der weltweiten Missionserfolge denken würde – die charismatisch-pfingstlerische Lehre, sonderen interessanterweise der Calvinismus. Als Begründung liefert TIME-Autor DAVID VAN BIEMA für mich nicht nachvollziehbar, an erster Stelle die Tatsache, dass in der christlichen Pop-Musik nicht mehr der Kumpel-Jesus der 80er im Vordergrund stehe, sondern der kleine unscheinbare Mensch im Gegensatz zum großen Allmächtigen.

Wer jetzt denkt, als nächstes müsse aber eine wasserdichte Begründung folgen, erhält im Anschluß leider nur ein paar Äußerungen von zwei Meinungsbildnern der us-evangelikalen Szene:
Ted Olsen, Chefredakteur von „Christianity Today“, etwa habe geschrieben: „Jeder weiß, wo die Energie und die Leidenschaft in der evangelikalen Welt steckt.“ Ähnliche Ansichten vertreten die „Pioniere“ des Neu-Calvinismus, John Piper aus Minneapolis, Mark Driscoll aus Seattle und Albert Mohler von der „Southern Baptist Convention“. Die Bibel, die Calvinisten bevorzugen, die „ESV Study Bible„, sei nach ihrem ersten Druck ausverkauft gewesen, und Weblogs von Reformierten wie „Between Two Worlds“ seien unter Christen sehr beliebt.
Collin Hansen, Autor des Buches „Young, Restless, Reformed: A Journalist’s Journey with the New Calvinists„, schrieb: „Viele junge Menschen wuchsen in einer Kultur von Zerbrochenheit, Scheidung, Drogen oder sexuellen Versuchungen auf. Sie haben viele Freunde: Was sie brauchen, ist Gott.“ Albert Mohler sage: „In dem Moment, wo jemand Gott biblisch definiert, kommt er zu Schlüssen, die traditionell calvinistisch sind.“

Ich gebe gerne zu, dass ich selber teilweise von calvinistischem Denken geprägt wurde und mich die reformierten Diskurse – vor allen in den USA – interessieren. Von einem neuen Megatrend bin ich jedoch noch nicht wirklich überzeugt. Ich muss jedoch zugeben, dass die Calvinisten in den USA sich zur Zeit sehr intensiv und konstruktiv mit dem Thema KULTUR und POSTMODERNE auseinandersetzen und trotzdem in der Diskussion mit dem „Lager“ der Emerging Church die entscheidenden Grenzen ziehen, ohne gleich das Kind mit dem Bade auszuschütten. Diese souveräne und überlegene Diskussion mit den jungen Wilden der emerging-church-Bewegung könnte für eine weltweite Aufwertung mitverantwortlich sein. Let´s wait and see!

Die charismatische Bewegung ist meiner Meinung nach zur Zeit gemeinsam mit einigen ihrer angesehendsten Leiter wie z. B. Rick Joyner und Peter Wagner in einer Glaubwürdigkeitskrise: Hat man sich vom Todd-Bentley-Lakeland-Skandal aus dem letzten Sommer noch nicht richtig erholt … da gibt es schon wieder neue Nachrichten: Nach der Scheidung von seiner Frau Shonnah hat der umstrittene Erweckungsprediger jetzt wieder geheiratet, und zwar seine Mitarbeiterin Jessa Hasbrook, mit der er eine Affäre hatte.

Charisma-Herausgeber Lee Grady schreibt dazu:
„…haben wir Charismatiker anscheinend immer noch die Angewohnheit, Gaben höher zu bewerten als den Charakter. Es ist fast so, als würde der Zweck die Mittel heiligen. (Wenn ein Prediger die eigene Ehe ruiniert, sich schnell scheiden lässt und eine Jüngere heiratet, dann ist das Wichtigste, ihn schnell wieder auf die Kanzel und zur Krankenheilung zurückzuholen). Das ist eine Perversion biblischer Integrität. Gott kann jedem Gaben des Heiligen Geistes geben, [vonnöten] sind ehrenhafte Gefäße, die diese Gaben in Würde, Demut und Reinheit tragen.“
Dem ist zunächst erst mal nichts weiter hinzuzufügen …
Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger

TIME: Neo-Calvinismus im Trend …

Obama machts möglich: Embryonenverbrauchende Stammzelltherapie beginnt

Weltweit zum ersten Mal werden jetzt in den USA embryonale Stammzellen im Menschenversuch eingesetzt. Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat wenige Tage nach der Amtsübernahme von US-Präsident Barack Obama, den Antrag der kalifornischen Firma Geron dazu genehmigt. Forscher wollen die von Embryonen gewonnenen Stammzellen querschnittsgelähmten Menschen injizieren und hoffen dass diese sich in deren Rückenmark ansiedeln und die Funktion der zerstörten Zellen übernehmen. Die Folge wäre dann, dass Gelähmte wieder Laufen können.

Obama hatte bereits vor seinem Amtsantritt eine liberalere Haltung in der Stammzellenforschung angekündigt. Dazu wollte er die Blockierung der Forschungsgelder für die Stammzellforschung durch George W. Bush aufheben.

Auf den Zusammenhang zwischen dem Amtsantritt Obama´s und der FDA-Zulassung geht DIE WELT wie folgt ein:
„Die Firma Geron hatte ihren 21 000 Seiten starken Antrag für die klinische Studie im März 2008 eingereicht. Die US-Arzneimittelkontrolleure betonten jetzt zwar, dass es keinen Zusammenhang der Genehmigung mit der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Barack Obama gebe. Die „New York Times“ zitierte aber den Verantwortlichen des Forschungsprogramms in Kalifornien, Robert N. Klein, der die Entscheidung in eine „unmittelbare Beziehung zum Regierungswechsel“ stellte.“

„Change!“ – das gilt nun also auch für die Stammzelltherapie. Wir stehen also kurz vor dem Dammbruch! Obama bringt uns auf dem Weg zur industriellen Verwertung von Embryonen. Ich sehe einen massiven wirtschaftlichen Bedarf an Embryos am Horizont. Wo werden zur Zeit die meisten Embryos „freigesetzt“? Richtig: Bei Abtreibungen … Zyniker werden sagen, dass es vor diesem Hintergrund des steigenden Embryonenbedarfs Sinn mache, wenn Barak Obama gleichzeitig eine staatliche Abtreibungsförderung forciert.
Aber auch die Verwendung von sog. „überzähligen Embryonen“, das sind Embryonen, die im Rahmen einer In-vitro-Fertilisation erzeugt wurden und nicht zur Herbeiführung einer Schwangerschaft verwendet wurden ist moralisch nicht weniger verwerflich. Wahrscheinlich wird diese Methode auf Dauer den Anforderungen der Forschung ebenfalls nicht mehr genügen. Wir treten also zwangsläufig ein in das Zeitalter, in dem Embryonen im Labor gezeugt, genetisch manipuliert, patentiert und geklont werden.

Interessant in diesem Zusammenhang fand ich ja schon immer die Haltung der GRUENEN: Sie sind ja lobenswerterweise mutige Streiter gegen Präimplantations-Diagnostik und Stammzelltherapie. Das Absurde ist nur: Wird das im Reagenzglas von den GRUENEN Löwenmüttern heftigst gegen die Reproduktionsindustrie verteidigte Embryo in den Uterus einer Frau eingepflanzt, ist es plötzlich zum Abschuß durch Abtreibung freigegeben, sofern sich die Frau dafür entscheidet … Zu diesem absurden Antagonismus gesellt sich nun auch noch die interessante Konstellation, dass deren Heilsbringer und Weltenretter der gute Barak Obama die böse Stammzelltherapie forciert!

Vielleicht sehnen sich sogar die GRUENEN in einiger Zeit nochmal nach dem guten alten George W. Bush zurück!

Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger
Obama machts möglich: Embryonenverbrauchende Stammzelltherapie beginnt

Good Bye Mr. President G. W. Bush!

Am Samstag kam auf BBC World News eine weitere Folge von „intelligence squared“. Thematisch diskutierte man diesmal die populäre These, Bush sei der schlechteste US-Präsident der letzten 50 Jahre gewesen. Als einer der letzten deutschen Bush-Freunde möchte ich vor allen Dingen auf die Reden seiner beiden namhaften Verteidiger William Kristol, dem Papst der amerikanischen Neokonservativen und Karl Rove, dem erfolgreichen Wahlkampfregisseur von G. W. Bush hinweisen.
Ich denke, dass unseren Kindern in 20 Jahren wesentlich mehr Hintergrundinformationen zur Amtszeit von G. W. Bush zur Verfügung stehen werden als uns heute und man seine Entscheidungen dann in einem anderen Licht sehen wird.

Kurzer Exkurs: Im 20. Jahrhundert wurde die Welt von zwei großen Totalitarismen in Geiselhaft genommen: 1. Faschismus und 2. Kommunismus. Die Welt wurde massgeblich durch den Einfluss der USA von diesen beiden Totalitarismen befreit. Zur Zeit hat ein dritter Totalitarismus der freien Welt den Krieg erklärt: Der Islamo-Faschismus. Diese Ideologie strebt nach der Weltherrschaft. Ich glaube nicht, dass wir ohne die Führung der USA gegen diese Macht irgendeine Chance haben. Ich bin G. W. Bush dankbar, dass er gegen alle Apeasement-Stimmen wie kein anderer dem Islamofaschismus mutig die Stirn geboten hat!

1. G. W. Bush hat die Welt von einem der gefährlichsten Dikatatoren aller Zeiten befreit: Saddam Hussein: Er tötete ca. 500.000 Menschen (u.a. mit chemischen Massenvernichtungswaffen), ließ sich als Reinkarnation Nebukadnezars feiern und wollte Israel vernichten. … Übrigens Massenvernichtungswaffen, 2002 waren wir doch alle überzeugt, dass Saddam diese Waffen hatte. Der Irak-Krieg wurde übrigens aufgrund eines BND-Berichtes über Saddams Massenvernichtungswaffen begonnen! Ich möchte ausserdem daran erinnern, dass der libysche Staatschef Gaddafi durch die harte und konsequente Haltung des amerikanischen Präsidenten dem Terrorismus abgeschworen hat.
2. G. W. Bush hat durch den War against Terror in Afghanistan und im Irak die riesigen Scharen islamofaschistischer Heißsporne, hunderte von Millionen junger Männer in der Arabischen Welt (und den Migrationsghettos Europas!), die nichts besitzen als ihren Zorn [s. Sloterdijk in Cicero 0806] fern von den USA gehalten … Dass es Bush gelang, einen weiteren großen Anschlag auf die USA zu verhindern grenzt doch an ein Wunder! Es sind unter G. W. hunderte Anschlagpläne in den USA rechtzeitig vereitelt worden … Meine Prognose: unter Obama kommt der Super-Anschlag … dann werden die Amerikaner vielleicht erkennen, wie sicher sie unter G. W. Bush lebten!
3. G. W. Bush konnte mit der Auswahl des begnadeten Generals David Petraeus (US-Präsidentschaftskandidat 20016?) und der Konzeption der Truppenaufstockung im Irak (The Surge) den schon verloren geglaubten Sieg im Irak gegen massiven Widerstand der Demokraten sichern … Übrigens: Woran erkennt man, dass es für die USA gut läuft im Irak? -> In den deutschen Medien gibt es keine Irak-Meldungen mehr … Ausser irgenwelche Irre werfen mit Schuhen auf den US-Präsidenten und befriedigen unbewusste deutsche Bush-Attentatsehnsüchte …
3. G. W. Bush verweigerte eine Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls, welches die USA zum Hauptzahlmeister gemacht hätte und deren Hauptglobalisierungskonkurenten China und Indien kostenlos durchgewinkt hätte … ein wirtschaftliches Selbstmordprogramm für die USA … Auf das Thema Klimaschwindel muß ich in diesem Zusammenhang ja nicht extra eingehen …
4. Bush war ein starker Freund Israels.
5. No Child Left Behind Act (NCLB) ist ein Bildungsgesetz, mit der G. W. Bush die Qualität der öffentlichen Schulen der Vereinigten Staaten deutlich verbessert hat.
6. Indem G.W. Bush John Roberts und Sam Alito im Supreme Court installiert hat und Roberts zum Obersten Richter ernannt hat, hat er es auf Jahrzehnte hinaus konservativ geprägt … dies machen sich Obama-Fans nicht wirklich klar!
7. G. W. Bush ist ein wiedergeborener Christ, „Ein Mann des Glaubens

Mr. President, ich danke Ihnen für Ihren Mut!
Mit brüderlichen Grüßen
wanderprediger
Good Bye Mr. President G. W. Bush!

Palin-Bashing im Netz

Es ist auffallend, wie gerne in Deutschland politisch unliebsame Protagonisten als geistig minderbemittelt hingestellt werden, auch wenn das meistens absolut unangebracht ist. Ich kann mich beispielsweise noch sehr gut erinnern, wie geschockt einige Bush-Dauerkritiker waren als sie erfuhren, dass G.W. Bush einen höheren IQ hat als sein damaliger demokratischer Herausforderer Kerry [-> Luft anhalten: Bush intelligenter als Kerry . :-)) ]. Mittlerweile hat man sich anscheinend auf die evangelikal-patriotische amerikanische Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin eingeschossen. Liest man in den Kommentarbereichen von Palin-Artikeln [-> ] fühlt man sich fast an das Spiessrutenlaufen von Eva Herrman nach dem Kerner-Interview erinnert.
Ich kenne diese Denkweise noch aus meinen eigenen linksradikalen Zeiten Ende der Achtziger. Was haben wir uns die Schenkel geklopft, wie „doof“ doch der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl sei. Es gab tausende von Büchern mit dämlichen Kohl-Zitaten und diesen schönen Aufkleber wo sich der in unseren Augen vollkommen dämliche Kohl mit dem heissen Bügeleisen an der Backe mit „Hier Kohl!“ meldete. Ein Aufkleber über den wir uns damals natürlich alle köstlich amüsiert haben.
Eine gute Freundin von mir aus der Szene schätzte seinen IQ allen Ernstes mal <100.
Dann kam die Wiedervereinigung … die ganze Welt [vor allem ausserhalb Deutschlands] sprach plötzlich vom Staatsmann Kohl, der den Mantel der Geschichte ergriff und ähnlich pathetische Sachen … dabei tat er in unseren Augen doch das vollkommen Falsche, denn die Teilung Deutschland war doch die gerechte Strafe für den Holocaust … Langsam begriffen wir, dass wir irgendwie diejenigen waren, die falsch lagen … Kohl wurde nun auch in linken Blättern zunehmend mit Respekt behandelt. Mit einem mal stoppten die Kohl-Witze und wir bemerkten, dass wir einer ideolgischen Mem-Kampagne auf den Leim gegangen waren.
Ich glaube Sarah wird uns in ein paar Jahren als US-Präsidentin noch alle überraschen 🙂
Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger
Palin-Bashing im Netz

J. Lee Grady [Charisma Magazine]: Das Leben nach Lakeland: Lektionen aus geistlicher Verwirrung

Viele wissen, dass ich Ältester in einer charismatischen Gemeinde innerhalb der EKD bin. Ich würde sagen, dass ich sehr gut in diese Gemeinde passe, denn dort beobachtet man sehr sehr kritisch die Charismatiker-Szene und versucht alles was da so an Strömungen reinkommt zu prüfen und nur das Gute zu behalten bzw. anzuerkennen. Die Erweckungsbewegung von Todd Bentley in Lakeland wurde von uns mit ziemlich skeptischen Blicken beobachtet und von meinem Pastor kann ich sagen, dass er von Anfang an dagegen war.
Mittlerweile sind die Eheprobleme Bentleys sehr in den Vordergrund getreten … hinterher sind wir ja nun alle klüger und sagen uns, dass wir ja von Anfang an skeptisch waren. Selbst der in charismatischen Kreisen sehr geachtete Pastor Kopfermann, der Bentley geprüft und für gut erachtet hatte, ist mittlerweile ein wenig zurückgerudert.
Wie so oft hat der in meinen Augen ausgesprochen nüchterne Leiter der charismatischen Gemeindeerneuerung Dr. Heinrich Christian Rust, die Situation von Anfang an sehr realistisch eingeschätzt.
Es steht die Frage im Raum: Ist die Charismatische Bewegung denn überhaupt noch in der Lage neue Strömungen geistlich zu prüfen? Ich erinnere mich gut an einen Lehrtext von Derek Prince, wo dieser die Meinung vertrat, dass die Charismatiker dem Antichristen in ihrer Gier nach Wundern und Zeichen in Schaaren hinterherlaufen würden.

Das Ganze ist natürlich ein Fest für die Charismatiker-Fresser, die wussten es ja schon immer. Allerdings hält es einige von ihnen nicht davon ab ins Deutsche übersetzte Artikel von gestandenen amerikanischen Charismatikern auf ihren anticharismatischen Server zu stellen [-> http://www.betanien.de/pdf/LifeAfterLakeland.pdf ].
In der Anlage erhaltet Ihr daher die gekürzte deutsche Übersetzung einer ausgezeichneten Selbstkritik aus dem charismatischen Lager Amerikas. Der Autor ist J. Lee Grady, er ist Redakteur der amerikanischen Zeitschrift Charisma Magazine.
Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger

Originaltitel: Life After Lakeland: Sorting out the Confusion
Zur Person: J. Lee Grady ist Charismatiker und Redakteur der amerikanischen Zeitschrift Charisma Magazine. Er hat sich mehrfach kritisch zu Themen wie dem Wohlstandsevangelium, Prophetie und Erweckung zu Wort gemeldet.
Quelle: http://fireinmybones.com/, 13. August, 2008
Übersetzer: Georg Walter
Hinweis: der Artikel wurde leicht gekürzt
Die Ankündigung, dass Todd Bentley sich von seiner Ehefrau trennen will, erschüttert unsere Bewegung (die pfingstlich-charismatische Bewegung, Anmerk. des Übersetzers) – und auf Fragen müssen Antworten gefunden werden.
So sollte das alles nicht enden.
Der Evangelist Todd Bentley hatte die Erweckung in Lakeland als die größte pfingstliche Ausgießung des Geistes seit der Azusa Street (in der Azusa Street, Los Angeles begann 1906 die Pfingstbewegung, Anmerk. des Übersetzers). Von der Rednertribüne eines riesigen Zeltes in Florida predigte Bentley zu Tausenden, so dass viele für Gebet nach vorne kamen. Viele behaupteten, von Taubheit, Blindheit, Herzproblemen, Depressionen und ein Dutzend weiterer Erkrankungen in den Gottesdiensten in Lakeland, die über 100 Abende ohne Unterbrechung abgehalten wurden, geheilt worden zu sein. Bentley verkündigte selbstsicher, dass Dutzende von Menschen während dieser Erweckung von den Toten auferstanden waren.
Aber in dieser Woche, einige Tage, nachdem der kanadische Prediger angekündigt hatte, nicht länger nach Lakeland kommen zu wollen, teilte er seinem Mitarbeiterstab mit, dass seine Ehe vor dem Aus stehe. Sein Leitungsteam gab eine öffentliche Bekanntmachung heraus, wonach er und seine Frau, Shonnah, sich trennen. Diese Nachricht schockierte alle Fans, die Bentley verehren und betrübte jene, die seine Glaubwürdigkeit schon seit dem Beginn der Lakeland Erweckung Anfang April in Frage stellten.
Ich bin traurig. Ich bin enttäuscht. Und ich bin zornig. Hier einige der vielen, vielen Fragen zu diesem Fiasko:
Warum pilgerten so viele Leute aus der ganzen Welt nach Lakeland, um einen Evangelisten zu sehen, der ernsthafte Glaubwürdigkeitsprobleme von Anfang an hatte?
Um es offen zu sagen: Wir sind einfach total leichtgläubig.
Von der ersten Woche der Erweckung in Lakeland an hielten viele Christen mit geistlichem Unterscheidungsvermögen die Lehren und Praktiken von Bentley für fragwürdig. Sie empfanden Unbehagen darüber, als er berichtete, wie er in seinem Hotelzimmer mit einem Engel redete. Sie spürten, dass etwas nicht stimmen konnte, als er ein T-Shirt mit einem Skelett trug. Sie fragten sich, warum ein Mann Gottes sich am ganzen Leib tätowieren ließ. Sie waren entsetzt, als er berichtete, wie er einen Mann stieß und ihm unter Gebet die Zähne ausschlug.
Aber denjenigen, die auf den Erweckungszug nach Lakeland aufgesprungen waren, wurde vom Prüfen abgeraten. Man erwartete von ihnen, dass sie alles schluckten und einfach folgten. Die Botschaft war klar: „Das ist Gott. Stelle keine Fragen.“
Ein Teil dieses Mangels an geistlichem Unterscheidungsvermögen geht zurück auf den Eifer für Gott. Wir sind geistlich hungrig – was etwas Gutes sein kann. Aber manchmal essen hungrige Menschen alles, was sie bekommen können.
Viele von uns ziehen die unüberhörbare Demonstration von Wundern und Zeichen dem Bibelstudium in der Stille vor. Dennoch müssen wir uns heute der traurigen Tatsache stellen, dass unser zügelloser Eifer
ein Zeichen geistlicher Unreife darstellt. Unsere kindlichen Gelüste nach dem Wilden und Verrückten führte uns dazu, dumme Dinge zu tun. Es ist schon zu viel Zeit verstrichen; wir sollten längst erwachsen sein.
Warum hat in Lakeland niemand Bentleys wohlwollende Kommentare über William Branham in Frage gestellt?
Das erstaunt mich. Branham geriet in eine fürchterliche Verführung am Ende seines Dienstes, bevor er im Jahre 1965 starb. Er behauptete von sich, er sei die Reinkarnation von Elia – und bis heute gibt es Nachfolger von ihm in einer sektenartigen Gruppierung. Als Bentley der Welt ankündigte, dass derselbe Engel, der die Heilungserweckung (unter Branham) in den 1950er Jahren brachte, nun auch in Lakeland erschienen war, wäre es für seine gesamte Zuhörerschaft an der Zeit gewesen, den Raum fluchtartig zu verlassen.
Warum korrigierte niemand diese Verirrung von der Kanzel? Gottesfürchtige Leiter sollten die Schafe vor Irrlehre bewahren und ihnen nicht löffelweise die Verführung zur Speise geben. Nur Gott weiß, wie sehr sich dieses Gift von Lakeland ausgebreitet hat, um andernorts Wurzeln zu fassen. Möge Gott uns vergeben, dass wir es zugelassen haben, dass Gottes Wort so leichtfertig beschmutzt wurde.
Ein bekannter pfingstlicher Evangelist… sagte zu mir: „Jetzt bin ich davon überzeugt, dass ein großer Teil der charismatischen Bewegung dem Antichristen folgen wird, wenn er auftreten sollte, denn sie haben kein geistliches Unterscheidungsvermögen.“ Aua. Hoffentlich lernen wir dieses Mal unsere Lektion und begegnen dem nächsten Schwindler mit größerer Vorsicht. (Der bekannte pfingstlich-charismatische Bibellehrer Derek Prince warnte schon in den 1990er Jahren vor dem Mangel an Bibelkenntnis und Unterscheidungsvermögen unter Charismatikern und kam ebenso zu dem Schluss, dass viele wundersüchtige Charismatiker leichte Beute für den kommenden Antichristen sein werden. Anmerk. des Übersetzers)
Warum sagte God TV den Menschen, dass „jede Kritik an Todd Bentley dämonisch“ ist?
Diese lächerlich Aussage wurde in der Tat in einer Vorankündigung auf God TV (TV-Sender, der die Veranstaltungen in Lakeland live übertrug, Anmerk. des Übersetzers) gemacht. Tatsächlich wurde auch die Warnung ausgesprochen, dass jeder, der auf Kritik an Bentley hören würde, seine Heilung verlieren könne.
Dies ist sektiererische Manipulation in schlimmster Form. Die Bibel sagt uns, dass die Beröer edle Gläubige waren, weil sie die Schrift untersuchten, „ob es sich auch so verhielte“ (Apg.17:11). Doch im Falle von Lakeland wurde ein aufrichtiges Prüfen mit dem Verstand als ein Zeichen der Schwäche gedeutet. Man erwartete von den Leuten, zuerst zu springen und dann die Augen zu öffnen.
Nur weil wir an die Kraft des Heiligen Geistes glauben, bedeutet dies nicht, dass wir unser Gehirn am Eingang zur Gemeinde abgeben. Es ist uns geboten, die Geister zu prüfen. Jesus will, dass wir Ihn mit unserem Herz und unserem Verstand lieben.
Aufgrund des Skandals in Lakeland… werden einige vielleicht der Gemeinde den Rücken zukehren und sich einer wachsenden Zahl verbitterter Christen anschließen. Andere werden vielleicht totalen Schiffbruch im Glauben erfahren. Das hätte man vermeiden können, wenn Leiter sich deutlicher mit ihren Einwänden zu Wort gemeldet hätten und die Menschen dazu gedrängt hätten, ihre geistlichen Erfahrungen an Gottes Wort zu prüfen.
Warum legte eine Gruppe von anerkannten geistlichen Leiter am 23. Juni öffentlich die Hände im Sinne einer Ordination zum Dienst auf? Wussten Sie um seine persönlichen Probleme?
Diese kontroverse Zeremonie wurde von Peter Wagner organisiert, der den Eindruck hatte, dass Bentleys größter Mangel darin bestand, keinen geistlichen Schutz (engl. spiritual covering) zu haben. Er bat die kalifornischen Pastoren Che Ahn und Bill Johnson zusammen mit dem kanadischen Pastor John Arnott darum, Bentley die Hände aufzulegen, um ihn unter ihre geistliche Obhut zu bringen.
Bentley hat solch einen geistlichen Schutz sicherlich dringend nötig. Kein Dienst sollte heute alleine agieren, ohne dass geprüft wird, auf Ausgewogenheit geachtet wird und weiser Ratschlag vorhanden ist… Dennoch bleibt die Frage bestehen, ob es weise war, Bentley vor laufender Kamera in einem Aussendungsgottesdienst zu bestätigen, der teilweise eher einer Krönungszeremonie glich.1
Im Nachhinein gilt, es wäre es besser gewesen, mit Bentley in einem Hinterzimmer über seine persönlichen Probleme zu sprechen.
Ich glaube, dass Wagner, Ahn, Johnson und Arnott nichts von Bentleys Problemen wussten, bevor sie ihn ordinierten… Aber ich glaube auch, dass sie sich ebenso wie Bentley und die Verantwortlichen von God TV mit einer klaren öffentlichen Entschuldigung an den Leib Christi wenden sollten, weil sie Bentleys Dienst zu früh ins Rampenlicht stellten.
Kann irgend etwas Gutes daraus entstehen?
… wir müssen nach dem Echten trachten, nicht nach der Imitation. Wahre Erweckung wird von Zerbruch, Demut, Gottesfurcht und Buße begleitet sein – und nicht von Arroganz, Selbstdarstellung, Effekthascherei und substanzlosem Starrummel, wie man dies in Lakeland erlebt hat.
Wir leben in einer Zeit nie da gewesenen moralischen Zerfalls und geistlicher Kompromisse in unserer heutigen Nation. Ich empfehle jedem in der charismatischen Bewegung dringend, für Bentley, seine Frau Shonnah und seine drei kleinen Kindern zu beten… Lasst uns beten, dass Gott diesen betrüblichen Fehlschlag zu einer wunderbaren Wiederherstellung führt.
J. Lee Grady [Charisma Magazine]: Das Leben nach Lakeland: Lektionen aus geistlicher Verwirrung