Artikel des Monats April 2008

AUF-Partei
[auf-partei.de] Gründung des Landesverbandes Berlin
Bücher
[crosswalk.com] Amy E. Black: Beyond Left and Right
Die Linke
[achgut] Henryk M. Broder: Autoritäre Opportunisten von links
Eva Hermann
[pro] Eva Herman bei „Spring“: Über Karriere und Familie
Evangelikale
[merkur.de] Evangelische Allianz – Tragbalken des Protestantismus
Familie
[pro] In „Cicero“: „Der Staat greift nach der Familie“
Gender Mainstreaming
[idea] Prof. Günter Rohrmoser: Deutschland arbeitet an „biologischer Selbstabschaffung“
[WELT] Gerhard Amendt: Jeder setzt sich selbst die Grenzen
George W. Bush
[WELT] Richard Herzinger: In zentralen Fragen hat sich Bush beim Nato-Gipfel doch durchgesetzt
Homosexualität
[idea] Christliche Therapiezentren: Wir bedrängen Homosexuelle nicht
Irak
[WELT] Richard Herzinger: Amerikaner vom Erfolg ihres Konzepts überrascht
Iran
[anti-anti-americanism.com] International Iran-conference in Berlin
Islamisums
[PI] PI-Interview mit Hans-Olaf Henkel
Italien
[blogkon] Zefirelli über die Kulturhegemonie der Linken
Kreationismus
[WELT] Till-r. Stoldt: Der Allmächtige erobert den Bio-Unterricht
Lobpreis
[crosschannel.de] CrossCharts
Mormonen
[bodenpersonal] Die „polygamistische Sekte“
Neo-Atheismus
[pro] Britischer Philosoph: Was Atheisten im Schilde führen
Prophetien
[idea] Vorsicht bei ausländischen Prophetien über Deutschland
US-Evangelikale
[taz] Marcia Pally: Der Wandel der Evangelikalen
[christiantoday.com] Bill Hybels: The DNA of effective leadership
[christianitytoday.com] Yes, Nominal Evangelicals Exist
US-Wahl
[nyt] Maureen Dowd: Hillary or Nobody
[charismamag.com] Drew Dyck: The Preacher Who Dared to Be President
[commentarymagazine.com] Peter Wehner: The High Cost of Hillary

Um welchen Preis sollen Christen in die Politik gehen?

Die Ankündigung einer neuen christlichen Partei hat mich zunächst begeistert, aber je mehr ich darüber nachdenke, desto weniger schmeckt mir der Gedanke. Man hat sich als Wähler vielleicht damit abgefunden, dass eine Partei nicht alle Ideale verwirklichen kann, die sie gerne verwirklichen würde, und dass bei der derzeitigen Parteienmenge (die durch die „AUF-Partei“ noch erhöht würde) Entscheidungen immer stärker von Kompromissen geprägt sind als noch vor 30 Jahren. Aber – Gewöhnung hin oder her – dürfen Christen eine Entscheidung treffen, die sie nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können? Ich kann es doch als Wähler nicht verantworten, Geschwister mit einem Mandat zu beauftragen, in dem sie nicht ohne zu sündigen überleben können.

Und darüber hinaus gibt es noch ein erheblich ernsteres Problem: AUF nennt sich zwar „christlich“, will aber eine Dachpartei für Evangelikale und Katholiken sein. Als Grundlage verweist die Homepage auf die „jüdisch-christliche Ethik“, das deutsche Grundgesetz und dann, für meinen Geschmack etwas zu beiläufig, auf das Glaubensbekenntnis, das Vater-Unser und die zehn Gebote.
Dass die Partei christlich ist, kann man am ehesten noch am Glaubensbekenntnis erkennen, denn die zehn Gebote sind ja bekanntlich auch Juden wichtig und das Vater-Unser ist zwar das Gebet für Christen, aber ich würde nicht so weit gehen zu sagen, dass jeder, der das Vater-Unser betet, als Christ angesehen werden kann.
Bleibt also das Glaubensbekenntnis, in dem doch der christliche Glaube zusammengefasst werden soll: aber selbst hier kann man strenggenommen nicht mit Katholiken ehrlich den gleichen Text sprechen. Denn ein Katholik wird an der Stelle „eine heilige, katholische Kirche“ auch dann an seine eigene Kirche denken, selbst wenn er sich dazu herabließe, die reformatorische Fassung („heilige, christliche/allgemeine Kirche“) zu sprechen, während ein Protestant bei dem Wort „Kirche“ an jede andere Organisation denken kann als an die Katholische Kirche. Denn man darf nicht vergessen, dass es bis heute kein einheitliches Verständnis von Kirche zwischen beiden Organisationen gibt!
Und an der Stelle „Vergebung der Sünden“ ist für den Katholiken noch längst nicht geklärt, wieviele Sünden er darüber hinaus aber doch noch bezahlen muss (z.B. im Fegefeuer).

Im Glaubensbekenntnis kommt also nicht in hinreichender Klarheit das Evangelium vor, durch das ein Christ sich wirklich vom Nicht-Christen unterscheidet. Noch bevor die AUF-Partei also gestartet ist, hat sie alles aufgegeben, wofür ein Christ lebt, nämlich das Evangelium! Dazu passt dann auch die Einladung der Partei zum „Internationalen Kongress Treffpunkt Weltkirche“.

Gerade im Hinblick auf unsichere Christen halte ich es für dringend geboten, lieber auf eine politische Mitwirkung zu verzichten, als auch nur einen Hauch an Unsicherheit über den Heilsweg Gottes an den Menschen zu lassen. Und ein ökumenischer Kongress ist eine theologische Nebelmaschine, die mehr Schaden anrichtet als die gottloseste Partei, weil er das Herzstück des Glaubens angreift. Zwischen allen Wölfen wird der Wolf im Schafspelz den größten Fang machen.