Der Beweis gegen die Existenz des Meeres

Glauben Sie, dass es das Meer gibt? Vermutlich ja. Noch. Aber ich werde Ihnen streng geisteswissenschaftlich beweisen, dass es das Meer nicht gibt.

Gehen Sie in Gedanken ans Meer und zeigen Sie mal darauf. Da gibt es Stellen, die trocken sind, manche die mehr oder weniger nass sind und einen größeren Bereich, der regelmäßig überspült wird. Aber wo genau soll das Meer sein? Finden Sie es nicht mehr? Die Grenze zwischen Land und Meer scheint überholt zu sein. Oder ist es weiter draußen? Da ist Wasser, aber das gibt es auch an  Land, das ja gerade nicht Meer ist. Und dann gibt es ja noch das Brackwasser. Ein klarer Beweis dafür, dass das  Konzept vom Meer eigentlich überholt ist.

Ehe und Familie im Grundgesetz

Im letzten Beitrag habe ich nassforsch behauptet: „Wer die Ehe zwischen Mann und Frau gegenüber der homosexuellen Beziehung nivellieren will, kämpft gegen das Grundgesetz.“
Zu meiner Überraschung musste ich lesen, dass das Bundesverfassungsgericht diese Bedenken zumindest für den Fall der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft nicht sieht (ob es zu der Frage nach einem Adoptionsrecht Homosexueller steht, weiß ich nicht, bin aber für Hinweise auf entsprechende Urteile dankbar). Die Begründung kann man auf der Homepage einsehen: www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg64-02.html

Am Ende des Textes erscheinen zwei Einzelpositionen, die an der Abstimmung zwar nichts geändert haben, aber immerhin als namentlich gekennzeichnete Beiträge einsehbar sind. Die beiden Gegner des Urteils verweisen im Kern auf das gleiche Problem: das Bundesverfassungsgericht habe mit seinem Urteil nicht die Strukturprinzipien der Ehe geschützt.

Ich bin überzeugt, dass der Einwand trifft, weil das Bundesverfassungsgericht in seiner Frage nicht von der Institution sondern von den ganz konkreten einzelnen Ehen ausgegangen ist.
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Politische Wissenschaft

Das Bundesministerium für Justiz hat eine Studie in Auftrag gegeben, in der die Lebenssituation von Kindern in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften untersucht werden sollte. Das Ergebnis war: den Kindern geht es nicht schlechter, wichtig ist nur die Qualität der Beziehung zu den Eltern, nicht deren sexuelle Orientierung.
Die Frankfurter Rundschau fand das Ergebnis gleich so vorhersehbar, dass sie ein bisschen genervt tat, dass so eine Frage überhaupt gestellt wird, aber immerhin sei ja jetzt auch dem Letzten klar, dass man Homosexuelle nicht die Adoption vorenthalten oder sie in irgendeiner Form schlechter als andere Paare stellen dürfe.
Genau das war auch schon vorher das Anliegen von Frau Zypries. Wie konnte sie so sicher sein, dass eine wissenschaftliche Studie sich so passgenau in ihr politisches Profil fügt? Die folgende kleine Kritik könnte den Teil einer Antwort liefern. „Politische Wissenschaft“ weiterlesen

Struktur und Meinung

Die Älteren unter uns können sich vielleicht noch an Eva Herman erinnern. Sie war Journalistin und wurde aus ihrem Berufsstand ausgespuckt, weil sie die politisch falsche Meinung über Autobahnen hatte oder so ähnlich. Aber eigentlich war allen ziemlich klar, dass ihr eigentliches Vergehen ihr Versuch war, in diversen Veröffentlichungen die Rolle der Frau als Mutter zu stärken.
Der nahe liegende Vorwurf, sie sei ja selbst eine Karrierefrau, die sich nicht aufs Muttersein beschränkt habe, kam natürlich prompt und traf voll ins Schwarze. Aber dieser Vorwurf offenbarte eigentlich ein Dilemma mit weitreichenden Folgen: es ist aus strukturellen Gründen unmöglich, eine andere Position als den Feminismus in der Öffentlichkeit zu finden. Alle Frauen, die in Politik und Medien arbeiten, haben sich bereits für ein Modell entschieden, je mächtiger und einflussreicher sie sind, desto stärker kommt dieser Effekt zum Tragen. Auf diese Weise kann sich eine politische Haltung in kürzester Zeit parteiübergreifend durchsetzen, ohne, dass sie jemals diskutiert oder ernsthaft in Frage gestellt wurde.
Das psychologische Konzept, das dabei im Hintergrund arbeitet, ist der bekannte Wunsch des Menschen, kognitive Dissonanzen zu vermeiden. Also im Klartext bedeutet es, dass Menschen versuchen, Widersprüche zwischen Leben und Denken oder Gefühlen und Denken zu vermeiden. Das klingt integer, weil man im ersten Moment an die Fälle denkt, wo sich das Handeln an den Überzeugungen orientiert. Die Vermeidung kognitiver Dissonanzen ist aber in der Regel eine kognitive Vermeidung, d.h. das Denken wird an das Handeln angepasst.
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Der Turmbau zu Babel

Die Geschichte vom Turmbau zu Babel steht in Genesis 11. Sie taucht zwar in fast jeder größeren Kinderbibel auf, wird jenseits des 7. Lebensjahres aber weder von Christen noch von Nicht-Christen viel beachtet . Dabei berichtet die Geschichte von einer hochinteressanten Phase, einer sehr frühen menschlichen Gesellschaft. Die Situation, in der sich die Menschen befanden, war überaus heikel:
Die Gruppe wuchs und begann, unübersichtlich zu werden. Vermutlich bildete sich schon auf einer sehr frühen Stufe so etwas wie Lokalpatriotismus, die Leute aus der Sippe X konnten die aus der Sippe Y nicht leiden, die Bauern hatten Vorbehalte gegenüber den Handwerkern und die Viehhirten gegenüber den Ackerbauern, die Sesshaften gegenüber denen, die eigentlich lieber weiterziehen wollten…
Bis zu diesem Zeitpunkt lebten alle in einer großen und immer größer werdenden Gruppe, aber nun wurde die Frage virulent, wie man den Zusammenhalt der Gemeinschaft sichern können würde. Denn, dass die Notwendigkeit bestand, haben die damaligen Oberhäupter offenbar so gesehen. Und man kann sich leicht vorstellen, welche Sorgen sie mit der Vorstellung eines Auseinanderbrechens der Gemeinschaft verbanden: wenn die Sippen nicht mehr zusammen halten würden, wären sie in kürzester Zeit befeindet. Diese Erfahrung dürften sie zu diesem Zeitpunkt schon gemacht haben. Die Menschen befanden sich außerhalb der Gemeinschaft im rechtsfreien Raum und ahnten wohl instinktiv, dass sie einander zum Wolf werden würden – zumindest außerhalb des Rudels.

Woher kam dieses ängstliche Zusammenglucken? „Der Turmbau zu Babel“ weiterlesen

Ein Kampf gegen das Christentum

Konkret geht es um einen christlichen Kongress für Therapie und Seelsorge, auf dem es (wie beim Christival neben vielen anderen auch) Seminare zur Therapie Homosexueller gibt. Ein Aktionsbündnis mit prominenter politischer Unterstützung hat diesem Kongress den Kampf angesagt. Gleichzeitig stellen die Organisatoren in ihrem Flyer aber folgendes fest:
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Homosexualität in der Bibel

In diesem Beitrag geht es um eine Besprechung einzelner Kapitel des Buchs „Streitfall Liebe“ von Valeria Hinck. Auf der Homepage von „zwischenraum“ ist dieses Buch kostenlos als Download erhältlich. Ich werde daher einzelne Kapitel kommentieren, ohne sie noch einmal zusammenzufassen. Für die Auswahl der Kapitel und in den Kapitel für bestimmte Abschnitte gibt es verschiedene Gründe, in der Regel habe ich aber Argumente übersprungen, wenn ich den Eindruck hatte, sie seien ihrerseits von anderen Argumenten abhängig, auf die ich schon eingegangen bin. Falls Sie den Eindruck haben, ich hätte doch noch etwas Wichtiges übersehen oder ich sollte doch noch ein weiteres Kapitel kommentieren, dann merken Sie das ruhig als Kommentar oder über die Kontaktseite an. Ich werde versuchen, den Punkt zu ergänzen.
Ich hoffe, dass ich das Thema „Homosexualität“ danach erst mal etwas ruhen lassen kann, weil mir einige andere Themen eigentlich mehr unter den Nägeln brennen…

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Artikel des Monats April 2008

AUF-Partei
[auf-partei.de] Gründung des Landesverbandes Berlin
Bücher
[crosswalk.com] Amy E. Black: Beyond Left and Right
Die Linke
[achgut] Henryk M. Broder: Autoritäre Opportunisten von links
Eva Hermann
[pro] Eva Herman bei „Spring“: Über Karriere und Familie
Evangelikale
[merkur.de] Evangelische Allianz – Tragbalken des Protestantismus
Familie
[pro] In „Cicero“: „Der Staat greift nach der Familie“
Gender Mainstreaming
[idea] Prof. Günter Rohrmoser: Deutschland arbeitet an „biologischer Selbstabschaffung“
[WELT] Gerhard Amendt: Jeder setzt sich selbst die Grenzen
George W. Bush
[WELT] Richard Herzinger: In zentralen Fragen hat sich Bush beim Nato-Gipfel doch durchgesetzt
Homosexualität
[idea] Christliche Therapiezentren: Wir bedrängen Homosexuelle nicht
Irak
[WELT] Richard Herzinger: Amerikaner vom Erfolg ihres Konzepts überrascht
Iran
[anti-anti-americanism.com] International Iran-conference in Berlin
Islamisums
[PI] PI-Interview mit Hans-Olaf Henkel
Italien
[blogkon] Zefirelli über die Kulturhegemonie der Linken
Kreationismus
[WELT] Till-r. Stoldt: Der Allmächtige erobert den Bio-Unterricht
Lobpreis
[crosschannel.de] CrossCharts
Mormonen
[bodenpersonal] Die „polygamistische Sekte“
Neo-Atheismus
[pro] Britischer Philosoph: Was Atheisten im Schilde führen
Prophetien
[idea] Vorsicht bei ausländischen Prophetien über Deutschland
US-Evangelikale
[taz] Marcia Pally: Der Wandel der Evangelikalen
[christiantoday.com] Bill Hybels: The DNA of effective leadership
[christianitytoday.com] Yes, Nominal Evangelicals Exist
US-Wahl
[nyt] Maureen Dowd: Hillary or Nobody
[charismamag.com] Drew Dyck: The Preacher Who Dared to Be President
[commentarymagazine.com] Peter Wehner: The High Cost of Hillary

Das Patriarchat ist im Christentum unverzichtbar

Die Hierarchie zwischen Mann und Frau wird im NT nicht nur mit dem Schöpfungsbericht (1. Tim 2,13 vor dem Fall und 1.Tim 2,14 nach dem Fall) begründet, sondern auch mit dem Verhältnis des Menschen zu Gott.
Der Mann ist Abglanz Gottes, die Frau Abglanz des Mannes (ebenfalls eine kulturübergreifende Argumentation mit dem Schöpfungsbericht, hier nach 1. Kor 11,7-11).
Noch wichtiger ist die Stelle in Eph. 5,23: „Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch der Christus das Haupt der Gemeinde ist…“

Dies kann man im Zusammenhang mit der Anforderung an Älteste lesen, dem eigenen Haus gut vorzustehen (1.Tim 3,4). So wird deutlich, dass der „christliche Feminismus“ entweder die Ordnung in der Familie abschaffen oder umkehren muss. Nun ist die Ehe aber ein Bild für unsere Beziehung zu Gott oder zu Christus, wie folgende Stellen belegen:
Jes 61,10 Ich freue mich im HERRN, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet, wie einen Bräutigam mit priesterlichem Kopfschmuck geziert und wie eine Braut, die in ihrem Geschmeide prangt.
Jes 62,5 Denn wie ein junger Mann eine Jungfrau freit, so wird dich dein Erbauer freien, und wie sich ein Bräutigam freut über die Braut, so wird sich dein Gott über dich freuen.
Jer 2,2 Geh hin und predige öffentlich der Stadt Jerusalem und sprich: So spricht der HERR: Ich gedenke der Treue deiner Jugend und der Liebe deiner Brautzeit, wie du mir folgtest in der Wüste, im Lande, da man nicht sät.

Da also die Ehe ein Bild für die Beziehung zwischen Gott/Christus und der Gemeinde ist, stellt der Feminismus das Evangelium in Frage.
Denn wie sollte jemand das Bild hassen und das Original lieben können? Ein Christ wird in dem Verhältnis von Mann und Frau -und hier gerade in dem ungleichen Verhältnis- an seinen Erlöser erinnert. Umgekehrt stört sich der Feminismus an der Erlösungsbedürftigkeit des Menschen und der Rolle Christi als unseres Retters, der sich für uns hingibt, weil es ihn an das Rollenmodell zwischen Mann und Frau im Patriarchat erinnert. Es ist daher kein Wunder, dass Feministinnen an Paulus nicht nur seine Texte über die Ehe kritisieren, sondern auch und noch ausführlicher seine Erläuterungen der Gnade (vgl. hierzu das Buch „Paulus“, hg. von Claudia Janssen).

Eine beliebte Stelle des „christlichen Feminismus“ ist Gal 3,28: „Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“ Allerdings geht es hier erstens nur um getaufte Christen (V.27), zweitens und vor allem geht es um das Erbe Abrahams (V.29), und das treten Frauen selbstverständlich ebenso an wie Männer.
Wer daraus ein Argument gegen jede Form von Autorität ableiten möchte, denn nur dann wäre es konsequent, muss erklären, weshalb Abraham zwar der Vater des Glaubens aber nicht der Vater der Anarchie war.

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