Warum möchten die Grünen so gerne mit Kindern über Sexualität sprechen?

Der Kulturkampf ist in Baden Württemberg voll entbrannt. Zankapfel ist der neue grün-rote Bildungsplan für „Akzeptanz sexueller Vielfalt“, der fächerübergreifend  dafür sorgen soll, dass Schüler Homosexualität und diverse andere Spielarten, deren Unterscheidung offenbar wichtig geworden ist, gut finden. „Warum möchten die Grünen so gerne mit Kindern über Sexualität sprechen?“ weiterlesen

Die Sexualisierung von Klein(st)kindern ist unter Grünen nach wie vor virulent

Heute werden Politiker der Grünen sich nicht mehr offen für Sex zwischen Erwachsenen und Kindern stark machen. Aber es ist auch keineswegs ein Thema, dass man zu den Akten legen kann, wie die Entwicklung der Lehrpläne in genau den Bundesländern beweist, die Rot-Grün oder sogar Grün-Rot regiert werden. Gerade Baden-Württemberg (das einzige Bundesland mit einem grünen Ministerpräsidenten) bietet einen Sexualkundeunterricht, der weit über die Aufklärung hinaus geht, woher die Kinder kommen. In einem Artikel der Welt gibt es aber auch Beispiele aus Nordrhein-Westfalen, das rot-grün regiert wird. Das Ziel der neuen Sexualpädagogik ist ganz offenbar nicht, vor Gefahren durch Aufklärung zu schützen, sondern eine Sexualmoral zu vermitteln – natürlich eine rotgrüne mit ganz viel Sex zwischen Männern und Frauen. Offensichtlich gibt es nach wie vor Bildungspolitiker, denen an einer möglichst frühen Sexualisierung von kleinen Kindern gelegen ist.

Wozu werden Kinder heute erzogen?

Ich habe in den letzten Tagen einen Aufsatz gelesen (ich weiß nicht mehr, wie die Autoren hießen), in dem offensichtlich Nicht-Christen über christliche Erziehung sagten, sie stehe vor dem Dilemma, einerseits Kinder zu Autonomie erziehen zu wollen, gleichzeitig aber schon die klare Vorgabe habe, sie zu Christen zu erziehen, weil sie sonst verloren gingen. Stimmt das? Natürlich, nur gibt es dieses Dilemma in jeder Erziehung. Stelleln Sie sich vor, ein radikaler Grüner hat Kinder – was ja zum Glück selten genug vorkommt. Und stellen Sie sich vor, eines der Kinder würde anfangen, Fleisch zu essen, während ein radikaler Grüner höchstwahrscheinlich Vegetarier oder Veganer ist. Wird er dem Kind hier Freiheit lassen oder seine Speisegebote an die Kinder weitergeben? Wie wird er zu sagen haben, wenn seine Tochter beschließt, Hausfrau und Mutter zu werden? Oder wenn sie ein behindertes Kind nicht abtreiben möchte? Wie wird seine Erziehung aussehen, wenn seine Tochter mit dem Sex lieber bis zur Ehe warten möchte oder abfällig über Homosexuelle spricht? Wird er da wirklich die Autonomie seines Kindes über seine eigenen Werte stellen? Und ich führe die Liste gerne noch weiter, damit man sieht, dass es wirklich eine Menge an Werten sind: Sein Kind findet Atomkraftwerke besser als riesige Parks von Windrädern, es kauft lieber billiges als Öko-Gemüse, es ist bei den Wahlen in Deutschland und (noch schlimmer) in Amerika immer für die falsche Seite und fängt an Bibel zu lesen. Es wird evangelikaler Christ und geht jeden Sonntag in den Gottesdienst. Später schickt es seine Kinder nicht auf eine Gesamtschule, sondern auf ein Gymnasium (wobei das tatsächlich viele linke Politiker gerne tun, auch wenn sie allen anderen deswegen ein schlechtes Gewissen machen) und liest ihnen biblische Geschichten vor. Vielleicht interessiert es sich noch nicht einmal für Politik und findet Glück in seinem Familienleben während es die Demonstrationen ganz entspannt an seinem Haus vorbei ziehen lässt.

Wie wird der radikale Grüne darauf reagieren? Wird er das Kind in seinem Weg ermutigen, wenn er selbst nicht davon überzeugt ist, allein, weil er weiß, dass die Autonomie seines Kindes das höchste Gut ist? Nein, er wird durch seine Reaktionen beweisen, dass er durchaus höhere Güter kennt als Autonomie, denn die hört schon bei der Frage auf, woher man seinen Strom bezieht.

Die Frage ist: Machen Christen es denn grundsätzlich anders? „Wozu werden Kinder heute erzogen?“ weiterlesen

Wie werden heute Kinder erzogen?

Im letzten Beitrag habe ich behauptet, dass die Frage, wer für die Kindererziehung zuständig ist, nicht beantwortet ist. In diesem Beitrag möchte ich versuchen, aufgrund persönlicher Beobachtungen und Fragen ein vorsichtiges Bild davon zu entwickeln, wie Erziehung heute tatsächlich funktioniert.

Natürlich gibt es noch das ganze Repertoire an klassischen Erziehungsmitteln, wie Fernseh- oder Computerspiele-Verbot, oder kleinen Kindern werden Dinge weggenommen, wenn sie nicht ordentlich damit umgehen… Diese für das Kind etwas nervigen aber vergleichsweise harmlosen Erziehungsmittel werden oft durch stärkere ergänzt. Nun stehen sowohl Eltern als auch Kita-Mitarbeiter und Lehrer vor dem Dilemma, dass eigentlich jede Form von Herrschaftsausübung über die Kinder (denn genau das Bedeutet es „Gewalt“ auszuüben, also jemanden zu über-wältigen) verpönt ist, andererseits alle darunter leiden, wenn es niemand tut. Die Eltern haben eigentlich lt. Artikel 6 des Grundgesetzes den Erziehungsauftrag. Allerdings wird dort nicht ausgeführt, welche Erziehungsmittel ihnen dafür zu Verfügung stehen. Jede Form von Gewalt sollen sie vermeiden, d.h. es bleiben eigentlich nur noch Loben, Belohnen und bei besonders schweren Fällen Betteln. „Ermahnen“ und „Gebote“ werden zwar teilweise auch noch in den Kanon der „positiven Erziehungsmittel“ aufgenommen, aber wenn eine Ermahnung und die Übertretungn der Gebote keine Konsequenzen hat, durchschauen Kinder das ziemlich schnell.

Schulen haben es da erheblich besser. Sie stellen professionelle Erzieher, die auf dem neuesten Stand der pädagogischen Forschung aus- und weitergebildet und daher im Gegensatz zu Eltern über jeden Verdacht erhaben sind. Sie können ganz entspannt bestrafen, ohne dass sich jemand daran stört: Sonderaufgaben, Klassenbucheinträge, Nachsitzen, Ausschluss vom Unterricht oder notfalls auch von der Schule – oder gleich von allen Schulen, je nach schwere der Verstöße (wobei man im Gespräch mit Lehrern natürlich immer sofort merkt, dass die eigentlich Schuldigen am Fehlverhalten der Schüler die Eltern sind, die in der Erziehung versagt haben…).

Diese Situation ist allerdings im Umbruch begriffen, „Wie werden heute Kinder erzogen?“ weiterlesen

Wer erzieht eigentlich die Kinder?

Diese Frage taucht offenbar auf Elternabenden auf. Lehrer beklagen sich, dass die Kinder mit fast jeder Generation schlechter erzogen sind und sehen die Schuld bei den Eltern. Die verweisen darauf, dass mittlerweile fast in jeder gut bürgerlichen Familie beide Elternteile berufstätig sind und sie ihre Kinder kaum sehen. Ihnen fehlt schlichtweg die gemeinsame Zeit mit ihren Kindern, um sich ernsthaft um ihre Erziehung zu kümmern. Da sich an der Stelle schnell alle einig darin sind, dass die Berufstätigkeit beider Elternteile  ja auch höchst wünschenswert und politisch absolut gewollt sei, geht die ursprüngliche Frage leicht unter:  wer erzieht die Kinder? Solange gut erzogene Kinder in der Schule abgegeben werden, macht es natürlich Spaß, sich einfach nur noch um die religiöse und weltanschauliche Prägung der Kinder zu kümmern, aber mittlerweile wird deutlich, dass man bei dieser Aufgabenteilung die Erziehung schlichtweg übersehen hat. Die Eltern sehen ihre Aufgabe darin, Geld zu verdienen und sich selbst zu verwirklichen und werden auf jede erdenkliche Weise dabei unterstützt. Die Lehrer sind dafür überhaupt nicht ausgebildet und der Lehrplan ist mit Inhalten so gut gefüllt, dass sie keine Zeit haben, individuell jedes Kind in seiner Persönlichkeitsentwicklung zu begleiten, zu fördern und – zu bestrafen. Und da es unpopulär ist, Kinder erziehen zu wollen, will niemand so richtig offiziell zu dieser Aufgabe stehen. Die Frage bleibt daher unbeantwortet und wird mit jeder Generation von neuen Kindergarten- und Schulkindern drängender.

Kann das Christentum Privatsache sein?

Schon C.S. Lewis schrieb in seinem Essay über „Gliedschaft“ (mir liegt nur die deutsche Übersetzung vor), dass die Ansicht, Religion solle sich auf den privaten Bereich zurück ziehen, „paradox, gefährlich und natürlich“ sei. Schon damals (in den spätern 50er und 60er Jahren) bedeutete diese Forderung für ihn, die Religion „ans Ende des Regenbogen“ zu verbannen. Denn während die Öffentlichkeit behauptet, die Religion sei etwas für Menschen wenn sie allein sind, füge sie mit unterdrückter Stimme hinzu: „Und ich werde dafür sorgen, dass du niemals allein sein wirst.“

„Kann das Christentum Privatsache sein?“ weiterlesen

Wie sähe eine kinderfreundliche Regelung zwischen Betreuungsgeld und KitaPlatz aus?

Der Religionskrieg um die Kinderbetreuung macht offenbar viele für die naheliegendsten Lösungen blind. Die Gegner des Betreuungsgeldes führen vor allem die hohen Kosten an, die Nachteile, die Kindern aus bildungsfernen Schichten für die eigene Karriere entstehen können und dass sie einfach nicht wollen, dass das Bild der Frau als Mutter „zementiert“ wird.

Die Befürworter verweisen auf den finanziellen Druck, der auf Eltern lastet und ihnen im Extremfall die Wahlmöglichkeit, die Erziehung und Prägung der Kinder selbst zu übernehmen, entzieht. Da sie die Kita-Plätze der anderen Eltern mit ihren Steuergeldern aber mitfinanzieren, soll das Betreuungsgeld allzu starke Ungerechtigkeit abfedern.

Das Schöne an festgefahrenen Debatten ist der Umstand, dass man die Argumente leicht zusammen fassen kann.

Tatsächlich gäbe es eine Lösung, die beiden Ansätzen gerecht werden könnte, d.h. die allen genannten Einwänden gerecht wird – außer dem Vorwurf, das Betreuungsgeld sei teuer, weil das ohnehin nicht ernst gemeint ist (gleichzeitig wird der Regierung vorgeworfen, sie wolle damit das Geld für die Kita-Plätze sparen…). Selbstverständlich ist die Betreuung der Eltern für den Staat erheblich billiger als die Betreuung durch staatliche Erzieher. Ich habe mir daher erlaubt, dieses Argument nicht zu berücksichtigen. „Wie sähe eine kinderfreundliche Regelung zwischen Betreuungsgeld und KitaPlatz aus?“ weiterlesen

Europäischer Menschengerichtshof schwächt nicht die Autonomie der Kirche sondern fordert klare Regelungen

Im konkreten Fall ging es um einen Organisten, dem von der katholischen Kirche wegen „Ehebruchs und Bigamie“ gekündigt wurde. Der europäische Menschengerichtshof hat die Kündigung für illegal erklärt und dem Organisten einen Schadensersatz von 40.000€ zugesprochen.

In verschiedenen Medien und Foren wurde diese Entscheidung vorschnell so verstanden, dass die Autonomie der Kirchen durch das Urteil geschwächt wurde und Ehebruch akzeptiert werden müsse. Genau darum ging es bei diesem Urteil aber nicht, „Europäischer Menschengerichtshof schwächt nicht die Autonomie der Kirche sondern fordert klare Regelungen“ weiterlesen

Wovon gibt es im Kindergarten zu wenig, wovon zu viel?

In Kindergärten gibt es zu wenig

  • Playmobil
  • Lego
  • die Möglichkeit, an derselben Stelle weiter zu spielen, an der man am Tag vorher aufgehört hat
  • zu töpfern
  • sich die Füße in Pfützen schmutzig zu machen
  • gute Bücher, die zu den Interessen des jeweiligen Kindes passen
  • Trost, wenn man weint
  • Ruhe, wenn man sich auf ein Spiel konzentrieren möchte
  • Gelegenheiten, seine Lieblingslieder zu hören
  • die Möglichkeit, mit einem Erwachsenen gute Kinderfilme anzusehen
  • Zeit und Interesse, um über die großen Fragen des Lebens zu diskutieren
  • abwechslungsreiches Essen

 

Dafür gibt es zu viel

  • Banden (man gehört zur Bande und ordnet sich bedingungslos unter oder man wird bedroht – auf diese Weise lernen Kinder früh, sich in einer Anarchie zurecht zu finden) und daher
  • Angst vor anderen Kindern
  • Streit, der nur dadurch beigelegt werden kann, dass die schwächeren Kinder sich zurück ziehen müssen
  • unterforderndes Spielzeug
  • Unruhe
  • schlecht erzogene Kinder, die den Wortschatz der anderen unnötig ergänzen