Kann das Christentum Privatsache sein?

Schon C.S. Lewis schrieb in seinem Essay über „Gliedschaft“ (mir liegt nur die deutsche Übersetzung vor), dass die Ansicht, Religion solle sich auf den privaten Bereich zurück ziehen, „paradox, gefährlich und natürlich“ sei. Schon damals (in den spätern 50er und 60er Jahren) bedeutete diese Forderung für ihn, die Religion „ans Ende des Regenbogen“ zu verbannen. Denn während die Öffentlichkeit behauptet, die Religion sei etwas für Menschen wenn sie allein sind, füge sie mit unterdrückter Stimme hinzu: „Und ich werde dafür sorgen, dass du niemals allein sein wirst.“

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Was machen Kinder eigentlich im Kindergarten?

Der folgende Bericht entstand, nachdem ich einen Tag lang in einem Kindergarten hospitieren konnte.

Im Kindergarten gibt es in der Regel eine Phase, in der die Eltern ihre Kinder bringen und eine Phase, in der keine Eltern mehr kommen sollten. Die erste Phase ist dadurch bestimmt, dass Erzieher hoch pädagogisch direkt neben den Kindern sitzen und mit ihnen malen oder vorlesen. Die zweite Phase ist dann etwas entspannter, dann kann man sich mal zusammen setzen und etwas plaudern oder ein paar Sachen am Computer erledigen.

Zwischen den typischen Kindergartenkindern laufen teilweise auch kleine Kinder wie Henri (Name ist erfunden) herum. Er ist knapp 2 und wirkt etwas verloren. Um mit anderen Kindern zu spielen, ist er noch zu klein, Spielzeug, mit dem Kinder sich auch längere Zeit mal alleine beschäftigen können, ist zu kompliziert. Henri wirkt etwas rastlos und weint viel. Als eine Erzieherin die andere anspricht, dass jemand in ihrer Gruppe weint, sagt die abwehrend „Ja, das kommt vor, das legt sich gleich wieder“.

Wer den Kindern beim Spielen zu sieht, staunt zunächst darüber, wie viel Aggressivität diese Spiele enthalten. Dass sie sich regelmäßig auf alle erdenliche Weise töten wollen, scheint normal zu sein. Die Mittel sind vielfältig: totzaubern, erschießen, erschlagen etc.. Erzieher springen in der Regel nur dann ein, wenn kleine Jungs allzu offensichtlich einen Gegenstand als Pistole hoch halten. „Hey, hey, hey, gib das sooooofort her! Das wollen wir hier nicht sehen!!!“

Wenige Minuten später kippt die Stimmung und es kommt zu einer Rangelei – ca. 70cm neben zwei Erzieherinnen, die in ein Gespräch über Kollegen und die Personalpolitik vertieft sind – aber niemand greift ein. Dabei fällt ein Junge, prellt sich die Hüfte und beginnt zu weinen. Erst jetzt bemerkt eine Erzieherin, was los ist und sagt scharf „Aufstehen! Nix passiert!“

Er erklärt ihr unter Tränen, was tatsächlich passiert ist und der Übeltäter wird kurz darüber belehrt, dass man nicht schubsen darf.

Im Stuhlkreis singen die Kinder jetzt ein Lied. Offenbar liebt die Erzieherin fröhliche Lieder und stellt den Kassettenrecorder ganz laut. Für Henri offenbar schon zu laut, denn er weint wieder. Aber eine echte Frohnatur lässt sich von Kindern ja nicht die gute Laune verderben, deswegen wird das Lied bis zum bitteren Ende gesungen. Das nächste Lied ist dann leiser und heißt „Nackidei“ (von Rolf)

„Der Eber sagt zu seiner Frau, hör zu du kleine süße Sau, wir machen heut‘ ’ne Schweinerei, und gehen‘ mal wieder Nackidei. usw“

Die Kinder grölen das Lied aus vollem Hals mit („Nackidei, Nackidei, keiner findet was dabei…“), sie haben es offenbar schon oft gesungen.

Im Gespräch mit den Kindern erfahre ich, dass manche von Ihnen nach dem Kindergarten direkt von der Tagesmutter abgeholt werden und erst am Abend ihre Eltern sehen. Was sie aus dem Urlaub erzählen spricht dafür, dass sie ihre Urlaube in sog. „Familien-Hotels“ verbringen, in denen Kinder den ganzen Tag von Erziehern beschäftigt werden, damit die Eltern endlich mal Zeit für sich haben.

Das Spiele-Angebot im Kindergarten ist natürlich nicht so groß wie das Angebot im eigenen Kinderzimmer – und es ist auch nicht an den Interessen der einzelnen Kinder ausgerichtet. Wohl aber am Interesse der Angestellten, denn die meisten Spielsachen haben den Vorteil, dass sie sich leicht zusammen räumen lassen. An Playmobil oder größere Lego-Landschaften ist da natürlich nicht zu denken. Vorrangig wird mit Buntstiften gemalt – und immer wieder Buntstifte, Prickelbretter – und ein paar Brettspiele.

Was aber sogar Henri an diesem Tag gelernt hat, ist dies: es gibt niemanden, der sich für dich interessiert, solange er kein Geld dafür bekommt.

Ein neues Kapitel in der Geschichte der Jugend

Wenn sie von einem teen-blog hören, der im Monat auf über eine Million Hits kommt, was vermuten Sie dort? Eine Musik-Plattform? Einen schwerpunktlosen Rahmen für Kontakte mit Foren und Chats?
Der Megablog, an den ich denke, ist zwar ein wirklicher teen-blog, der von Teenagern selbstständig organisiert und betrieben wird, aber es geht dort um eine Bewegung, die von den Initiatoren „Rebelution“ genannt wird. Gemeint ist eine Rebellion gegen die niedrigen Erwartungen an Teenager in der Gesellschaft und eine Revolution mit dem Ziel, Teenager zu einem Leben als verantwortliche Menschen anzuleiten.

Die Gründer der Kampagne haben ein Buch über ihre Ziele geschrieben, das im Deutschen unter dem Titel „Yes you can“ erschienen ist. Sie erzählen dort von früheren Zeiten, in denen 17jährige ganze Kriegsschiffe befehligt haben, das Rote Kreuz erfanden oder wurden offizieller Landvermesser von Culpeper Couny in Virginia. Danach haben die Autoren mal gegoogelt, was sie unter den Stichworten „Teens“ und „Erwartungen“ finden. Offenbar konnte der Suchautomat nicht glauben, wonach er da suchen sollte und schlug erst mal folgende Kombinationen vor:
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Schulmassaker-Standardposting: Diesmal in Ansbach …

… gerade lese ich auf GoogleNews von einem Schulmassaker in Ansbach … ohne es zu wissen … um wieviel wollen wir wetten dass es sich WIEDER um einen Täter handelt, der METAL hörte und/oder KILLERSPIELE spielte?
Meine Frage an Dich lautet: Was wollen wir gemeinsam gegen diese Hasskultur … man kann auch sagen gegen diese Hassindustrie unternehmen?

http://blog.theocons.de/index.php/seuche-des-boesen-amok-laeufe-an-schulen [21.11.07]
Meine Prognose von damals:

„ok weiter … Denken wir mal 8 Jahre weiter … Meine Prognose: diese Amokläufe werden immer häufiger und brutaler, weil dieser Medien/Justiz-Komplex – anstatt durchzugreifen – die Täter zu Opfern macht und weil man unfähig ist die Wurzeln des Übels herauszureißen. Die Folge: Verdrängung … Aufgabe … Gewöhnung. Hurra, wir kapitulieren! Wir leben in einer Gesellschaft, die hochausgebildete Eliten dafür bezahlt für alle gesellschaftlichen Probleme Lösungen zu entwickeln. Ich will jetzt gar nicht eingehen auf liebevoll elaborierte Präventionsmodelle gegen Jugendgewalt von gut bezahlten deutschen Sozial-Ingenieuren. Meiner Meinung nach sind die meisten von ihnen blind für die wahren Ursachen der Amokläufe … blind weil sie unfähig sind in ihrem alles umarmenden Verständnis das Prinzip der Rebellion zu verurteilen, denn sie entstammen ja häufig selbst dem Zeitalter der Jugendrevolte und verklären diese autobiographisch …
Meiner Meinung nach liegen die Ursachen in dem Kult der Jugend-Rebellion, im exorbitant wachsenden Medienkonsum der Jugendlichen der immer stärker von dem Global Player Hassindustrie dominiert wird. Dies geschieht Hand in Hand mit einer Hinführung der Jugendlichen zu der Sphäre des Okkulten.
Schon im Rahmen der Reflexion zu den Ereignissen in Erfurt haben einige Journalisten sich mit diesem neuen Industriezweig auseinandergesetzt, der sich in den letzten Jahren in jugendlichen Subkulturen entwickelt hat, aber zunehmend auch die „Normalos“ in unserer Nachbarschaft erreicht. Zu dieser Hassindustrie gehören neben extremen Metalspielarten (Death Metal, Black Metal etc.), gewaltverherrlichenden und oft okkulten Communities auch große Teile der Computerspielindustrie. Hier sind vor allem die Ego-Shooter-Spiele und Okkult-Spiele zu nennen. … “

Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger

http://www.stern.de/politik/panorama/:Christian-Pfeiffer-Killerspielen-Die-Spiele-Psyche/587888.html
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,194999,00.html
http://www.forumromanum.de/member/forum/forum.php?action=std_show&entryid=1019859242&USER=user_638&threadid=2

Schulmassaker-Standardposting: Diesmal in Ansbach …

Norman Rockwell’s Faith of America

Norman Rockwell's Faith of America
Weißt Du noch vor 30 Jahren … als die Welt für uns noch in Ordnung war? Unendlich lange Sommer … Bonanzarad-Rennen am Waldrand … regelmässige Invasionen in die dortigen Molchbiotope … Ganze Tage wurden im Schwimmbad verbracht. Köpper vom 3er, Chlorgeruch in der Nase … Mädchen, die ständig nassgespritzt .. geduckt oder sonstwie geärgert werden wollten. Dann mit 50 Pfennig zum Kiosk … Ahoi-Brause … Lakritzschnecken … Kirschlutscher … alles wurde mit Begeisterung verschlungen … und wenn es auf dem Heimweg trotzdem ne Unterzuckerung gab, wurde sich auf Sauerampfer und wilde Erdbeeren gestürzt. Zuhause ging es dann weiter mit amerikanischen 50er/60er-Jahre Serien wie Flipper, Lassie … selbst Hochokkultes wie Bezaubernde Jeany wurde genossen … und natürlich Die Waltons … Womit wir bei der Mutter aller heilen Welten angekommen wären … den Vereinigten Staaten von Amerika vor der 68er-Revolte und ihrer zuckersüßen Apologeten.
Ich möchte Euch einen der bekanntesten Vermittler dieser Welt vorstellen: Norman Rockwell … Er war ein amerikanischer Maler und Illustrator des frühen 20. Jahrhunderts. Rockwells Arbeiten sind einerseits oft ausgesprochen konservativ-patriotisch im besten Sinne [wie z.B. auch „Ist das Leben nicht schön“ von Frank Capra ], bieten andererseits aber einen reichen Schatz an sehr schönen Bildern aus den Bereichen Familie, Kindheit und Alltag. Gelegentlich zeigen sie auch gesellschaftlich relevante Probleme aus einer unaufgeregt bürgerlichen Sicht. Typischerweise werden bei Rockwell menschliche Schwächen karrikierend und teilweise ausgesprochen ironisch dargestellt …

Viele seiner religiösen Motive , können zwar aus heutiger Sicht unseren hohen evangelikal-fundamentalistischen Anforderungen nach jeglicher Vermeidung von interreligiösen Dialog in keinster Weise genügen … 😉
Trotzdem: Uns Konservativen zeigt Norman Rockwell „Die gute alte heile Welt“ …

Hey hat da einer „Kitsch!“ gerufen??? 🙂

Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger
Norman Rockwell’s Faith of America

Wie Familie und Kirche die bürgerlichen Freiheiten sichern (sollten)

Familie und Kirche erscheinen vielen als eng. Die Kirche wacht über der Lebensführung ihrer Mitglieder und die Eltern über dem Leben der Kinder. Man könnte also das Gefühl haben, dass beide Institutionen eigentlich nur eine Quelle der Einschränkungen sind, die es abzuschütteln gilt. Tatsächlich sind diese Institutionen die Voraussetzungen dafür, dass der Staat einen Gang runter schalten kann. Wo es kein Verbrechen gibt, braucht man auch kein Gesetz. Erst wenn das Verbrechen auftaucht, spricht man von einer „Gesetzeslücke“. Und selbst wenn es das Gesetz gibt, muss der Staat die Kontrolle nur so weit treiben, wie es das Maß an Gesetzesübertretungen erfordert. Wenn z.B. das Betreten einer Wiese verboten ist – z.B. weil dort ein Nistgebiet einer vom aussterben bedrohten Vogelart ist – und sich alle daran halten, genügt ein einfaches Schild und niemand muss sich darum kümmern. Wenn alle paar Jahre mal ein Chaot das Gebiet betritt, wird sich daran nicht viel ändern. Wahrscheinlich genügt sogar zunächst ein Schild „Bitte nehmen Sie Rücksicht auf brütende Gänse“ o.ä., und erst später ist ein ausdrückliches Verbot nötig. Zunächst kommt man mit Bußgeldern, später wird mit Anzeigen gedroht. Wenn es häufiger vorkommt, dass Spaziergänger das Verbot missachten, wird aber irgendwann jemand nötig, der regelmäßig dort die Grenzen abgeht und gegebenenfalls Bußgelder verhängt. Je nachdem, wie reizvoll das Betreten ist, oder vielleicht, weil es zum politischen Kampfplatz wird, reicht ein einzelner Aufpasser nicht mehr aus, und man fängt an, gewaltige Zäune zu bauen, Überwachungskameras zu installieren, die Strafen zu verschärfen etc… oder das Verbot einfach von der Masse überrennen zu lassen.
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Struktur und Meinung

Die Älteren unter uns können sich vielleicht noch an Eva Herman erinnern. Sie war Journalistin und wurde aus ihrem Berufsstand ausgespuckt, weil sie die politisch falsche Meinung über Autobahnen hatte oder so ähnlich. Aber eigentlich war allen ziemlich klar, dass ihr eigentliches Vergehen ihr Versuch war, in diversen Veröffentlichungen die Rolle der Frau als Mutter zu stärken.
Der nahe liegende Vorwurf, sie sei ja selbst eine Karrierefrau, die sich nicht aufs Muttersein beschränkt habe, kam natürlich prompt und traf voll ins Schwarze. Aber dieser Vorwurf offenbarte eigentlich ein Dilemma mit weitreichenden Folgen: es ist aus strukturellen Gründen unmöglich, eine andere Position als den Feminismus in der Öffentlichkeit zu finden. Alle Frauen, die in Politik und Medien arbeiten, haben sich bereits für ein Modell entschieden, je mächtiger und einflussreicher sie sind, desto stärker kommt dieser Effekt zum Tragen. Auf diese Weise kann sich eine politische Haltung in kürzester Zeit parteiübergreifend durchsetzen, ohne, dass sie jemals diskutiert oder ernsthaft in Frage gestellt wurde.
Das psychologische Konzept, das dabei im Hintergrund arbeitet, ist der bekannte Wunsch des Menschen, kognitive Dissonanzen zu vermeiden. Also im Klartext bedeutet es, dass Menschen versuchen, Widersprüche zwischen Leben und Denken oder Gefühlen und Denken zu vermeiden. Das klingt integer, weil man im ersten Moment an die Fälle denkt, wo sich das Handeln an den Überzeugungen orientiert. Die Vermeidung kognitiver Dissonanzen ist aber in der Regel eine kognitive Vermeidung, d.h. das Denken wird an das Handeln angepasst.
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„Sexueller Totalitarismus“

Unter dem gleichnamigen Titel ist derzeit ein aufschlussreicher Essay der Publizistin Gabriele Kuby auf der Homepage des christlichen Informationsforums „Medrum“ zu lesen.
Auch wenn ich an dieser Stelle vor ihrer Marien-Begeisterung warnen möchte, ist dieser Text in meinen Augen lesenswert.

Nein zu schwul-lesbischen Zensur-Forderungen für den „6. Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge“

Am 20. Mai beginnt in Marburg der „6. Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge“. Schwulen- und Lesbenverbände sowie linksorientierte Kreise werfen dem von der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge (Frankenberg/Nordhessen) veranstalteten Kongress vor, dass dort Referenten auftreten, „die Homosexuelle zu Heterosexuellen therapieren wollen“ und stellen Verbots- und Zensur-Forderungen für diese Veranstaltung auf. Als Gegenreaktion wurde am 20.04.09 von 370 Persönlichkeiten die „Initiative für Freiheit und Selbstbestimmung“ gestartet. Eine Online-Unterzeichnung der Erklärung ist möglich …

Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger

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Was ist ein Weltaidstag?

An einem Weltaidstag geht es um drei Ziele „Aufklärung, Schutz und Solidarität“. Dabei kann man die Botschaft viel einfacher und klarer formulieren: Es geht um freien Sex mit Kondomen. Über die Schwächen von Kondomen soll nämlich gerade nicht aufgeklärt werden. So bekennt Ann Furedi aus England auf einem Abrteibungskongress ganz offen:

„Mein Sohn“, so sagt Ann Furedi, „soll in einer Welt leben, in der er soviel Spaß mit Sex haben kann wie er will. Und wir wissen doch, dass Verhütung nicht funktioniert. Wir brauchen Abtreibungen als Sicherungssystem. Es wird mehr Abtreibungen geben, wenn mehr Frauen Spaß beim Sex haben – und das ist doch nicht schlecht“.
Und wenn die Verhütung mit Kondomen nicht sicher funktioniert, dann auch nicht der Schutz vor Geschlechtskrankheiten. Das Risiko ist nicht groß und die Ausfälle der Kondome beruhen meist auf Fehler in der Verwendung. Aber ein gewisses Risiko bleibt bestehen auf das man auch ehrlicherweise hinweisen sollte – wenn man die Aufklärung schon vollmundig als erstes Ziel eines Weltaidstages nennt.

Das dritte Ziel bestätigt leider, was Frau Furedi schon über die Sicherheit von Verhütungsmitteln allgemein sagt: es gibt sie nicht. Denn wenn man gleichzeitig die Verwendung von Kondomen jedem von riesigen Plakatwänden und von allen Seiten einschärft und gleichzeitig mit den Infizierten seine Solidarität erklärt, dann ist das ein stillschweigendes Bekenntnis, dass es in einer Gesellschaft, in der es keine eheliche Treue mehr gibt, auch trotz Kondomen selbstverständlich immer zur Verbreitung von Geschlechtskrankheiten kommen wird. Gleichzeitig will man aber das Thema „Treue“ nicht anrühren. Es werden unglaubliche Geldmengen in die AIDS-Forschung gesteckt und der unaufhaltsame Tod durch die Immunschwächekrankheit billigend in Kauf genommen, um Sex nicht an die Ehe binden zu müssen (es geht nicht um Sex, davon haben Verheiratete ohnehin mehr als Unverheiratete), sondern um die Ehe!
Es geht nicht um die Frage, ob Sex für Menschen wichtig ist, sondern ob man den Anspruch der Treue noch erträgt, Sex nur mit einen einzigen Menschen zu praktizieren. Das Thema „AIDS“ könnte so einfach vom Tisch sein. Und dabei hätten vermutlich viele derjenigen, die am Weltaidstag dem Mainstream folgen gar keine Probleme mit dem Anspruch der Treue und träumten vielleicht selbst einmal von einer lebenslangen Beziehung. Aber an diesem Tag werden sie aufgefordert, diese Träume aufzugeben, ein gewisses Ansteckungsrisiko und Abtreibung als Verhütungsergänzung billigend in Kauf zu nehmen und ihren Wunsch nach freiem Sex über alle anderen Wünsche zu stellen. Man kann daher ohne Risiko die Aufgabe eines Weltaidstages so beschreiben:
Ein Weltaidstag ist einfach das umständliche Bekenntnis einer Gesellschnaft, ihre Sexualität nicht mehr im Griff zu haben.