Was bedeutet der „Besondere Schutz“ von Ehe und Familie nach dem GG?

Die Schutzpflicht der Ehe ist weder eine Pflicht zur Bevorzugung von Ehepaaren noch zur Benachteiligung anderer Gesellschaftsformen. Sie nimmt den Gesetzgeber aber in die Pflicht, sensibel zu sein für die strukturellen Gefahren, denen Ehe und Familie ausgesetzt sind. Darüber hinaus verpflichtet sie ihn, ausreichende Maßnahmen zu ergreifen, um diese Gefahren abzuwehren.

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Was bleibt von Artikel 6?

Es geht nach der Entscheidung des Bundestags für das Adoptionsrecht von Schwulen und Lesben jetzt um die Frage, ob dieses Gesetz mit Artikel 6 des Grundgesetzes vereinbar ist. Für manche scheint es an der Stelle nur um die Frage zu gehen, ob man den Paragraph 6 ändern muss, dabei ist es keineswegs sicher, dass eine Änderung des Grundgesetzes tatsächlich mehrheitsfähig wäre, was nach meinem laienhaften Verständnis auch das Aus für das Adptionsrecht für Schwule und Lesben bedeuten würde.

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Wann kommt endlich die Lebenspartnerschaft für alle Volljährigen?

Statt eine „Ehe für alle“, die wirklich niemand will, brauchen wir eine abgeschwächte Lebenspartnerschaft für alle. Die Forderung nach einer Ehe für alle kann niemand ernsthaft wollen. „Wann kommt endlich die Lebenspartnerschaft für alle Volljährigen?“ weiterlesen

Europäischer Menschengerichtshof schwächt nicht die Autonomie der Kirche sondern fordert klare Regelungen

Im konkreten Fall ging es um einen Organisten, dem von der katholischen Kirche wegen „Ehebruchs und Bigamie“ gekündigt wurde. Der europäische Menschengerichtshof hat die Kündigung für illegal erklärt und dem Organisten einen Schadensersatz von 40.000€ zugesprochen.

In verschiedenen Medien und Foren wurde diese Entscheidung vorschnell so verstanden, dass die Autonomie der Kirchen durch das Urteil geschwächt wurde und Ehebruch akzeptiert werden müsse. Genau darum ging es bei diesem Urteil aber nicht, „Europäischer Menschengerichtshof schwächt nicht die Autonomie der Kirche sondern fordert klare Regelungen“ weiterlesen

Warum die Grünen nicht glücklich machen

Wer einen gut lesbaren Überblick über den gegenwärtigen Stand der Glücksforschung sucht, wird möglicherweise mit dem Buch „Die Glückshypothese – Was und wirklich glücklich macht“ von Jonathan Haidt glücklich.
Haidt versucht, moderne Erkenntnisse der Glücksforschung und Weisheiten alter Kulturen in einer gemeinsamen Glücksformel zu vereinigen. Dabei muss man dazu sagen, dass die Auswahl alter Weisheit etwas eng geraten ist, aber interessant sind vor allem seine Informationen zur Forschung. Und obwohl er sich als „liberal“ bezeichnet, drängt ihn sein Forschungsgebiet weit ins Lager der Konservativen – viel weiter, als es ihm selbst bewusst zu sein scheint. Glücklich sind nämlich Menschen, die verheiratet sind, Kinder haben, zu einer Religionsgemeinschaft gehören und in einer Gesellschaft mit klaren moralischen Maßstäben leben.
Gerade die Faktoren „verheiratet“ und „religiös“ sind so mächtig, dass viele andere, kleinere Faktoren sie nicht aufwiegen können. Zur Veranschaulichung konstruierte er zwei Leben, die er folgendermaßen beschreibt: „Warum die Grünen nicht glücklich machen“ weiterlesen

Ehe und Familie im Grundgesetz

Im letzten Beitrag habe ich nassforsch behauptet: „Wer die Ehe zwischen Mann und Frau gegenüber der homosexuellen Beziehung nivellieren will, kämpft gegen das Grundgesetz.“
Zu meiner Überraschung musste ich lesen, dass das Bundesverfassungsgericht diese Bedenken zumindest für den Fall der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft nicht sieht (ob es zu der Frage nach einem Adoptionsrecht Homosexueller steht, weiß ich nicht, bin aber für Hinweise auf entsprechende Urteile dankbar). Die Begründung kann man auf der Homepage einsehen: http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg64-02.html

Am Ende des Textes erscheinen zwei Einzelpositionen, die an der Abstimmung zwar nichts geändert haben, aber immerhin als namentlich gekennzeichnete Beiträge einsehbar sind. Die beiden Gegner des Urteils verweisen im Kern auf das gleiche Problem: das Bundesverfassungsgericht habe mit seinem Urteil nicht die Strukturprinzipien der Ehe geschützt.

Ich bin überzeugt, dass der Einwand trifft, weil das Bundesverfassungsgericht in seiner Frage nicht von der Institution sondern von den ganz konkreten einzelnen Ehen ausgegangen ist.
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„Kulturkampf 2.0“

Ich möchte hier nur auf einen Artikel von Dr. Thomas Schirrmacher hinweisen, der den Begriff des „Kulturkampfes 2.0“ geprägt hat. Der Aufsatz ist Bestandsaufnahme, historische Bewertung und Appell.

http://www.medrum.de/?q=content/der-aufziehende-kulturkampf-20

Hinzuzufügen gibt es nicht viel, außer, dass der Kampf gegen das Christentum der einzige wirkliche Kampf gegen die Verfassung ist, den die Gesellschaft wirklich zu befürchten hat – nur dass er so offen ausgetragen wird, dass der Verfassungsschutz sich wohl nicht damit beschäftigen muss. Dieser Punkt wird von Christen soweit ich sehe noch zu wenig betont.
Wer die Ehe zwischen Mann und Frau gegenüber der homosexuellen Beziehung nivellieren will, kämpft gegen das Grundgesetz (vgl. zu diesem Punkt den zeitlich nachfolgenden Beitrag; Anm. MW). Wer den staatlichen Religionsunterricht abschaffen möchte, kämpft gegen das Grundgesetz. Wer den besonderen Schutz der Religionsgemeinschaften abschaffen möchte, kämpft gegen das Grundgesetz, ebenso wie derjenige, der die staatliche Sonntagsruhe abschaffen möchte.
Das Grundgesetz hat nicht nur verschiedene Freiheiten gesichert, sondern auch das Verhältnis von Staat und Kirche und die Institution der Familie geschützt. Leider haben sich insbesondere die Grünen angewöhnt, in jedem politischen Gegner geradezu reflexhaft einen Verfassungsfeind zu sehen, (und wo das nicht geht, muss das Grundgesetz eben geändert werden), und gerade deshalb ist es wichtig, ihnen das Grundgesetz nicht als persönliches Spielzeug zu überlassen. Auf gute bestehende Ordnungen darf man sich als Christ berufen, solange es sie gibt.

Türkischstämmige Frauenrechtlerin und deutscher Evangelikaler einig: GRÜNE unwählbar!

Interessanterweise gibt es zwischen der türkischstämmigen Frauenrechtlerin Seyran Ates und mir, einen wertkonservativen bibeltreuen Evangelikalen eine biographische Gemeinsamkeit:
Wir haben beide früher GRÜN gewählt und warnen heute eindringlich andere Menschen davor dies ebenfalls zu tun.
In der heutigen Ausgabe meiner GRUEN-LIBERALEN (und im übrigen ehemals konservativen) Tageszeitung DIE WELT erklärt Seyran Ates, warum sie die GRÜNEN aus großer Enttäuschung heraus seit vielen Jahren nicht mehr wählt
Bei den Grünen begegnet man den meisten Kopftuchträgerinnen und VerteidigerInnen des Kopftuchs, den meisten Kulturrelativisten und Multikulturalisten. Den meisten Grünen ist sehr schwer zu erklären, warum ein eigener Straftatbestand Zwangsheirat so wichtig ist, und dass Ehegattennachzug für Frauen ohne Deutschkenntnisse selten einen Segen darstellt. Bei der doppelten Staatsbürgerschaft sind die Grünen schon mal eingeknickt, und von Parallelgesellschaften will ein Grüner selten was hören. Eine kritische Diskussion über Moscheebauten kann den einen oder anderen Grünen sehr aggressiv machen.
All diese Punkte sind in der Tat bei den GRÜNEN mehr oder weniger scharf zu kritisieren. Vor allen Dingen aber in Kombination mit dieser bessermenschlichen Verlogenheit und dem Drang vor offensichtlichen Problemen die Augen zu verschließen oder gar mit der Faschismuskeule zu antworten … kommt es immer öfter zu dem Ergebnis, dass sich in Mitten unserer Gesellschaft das Gegenteil von den propagierten GRÜNEN Zielen (Frauenrechte, Selbstbestimmung, friedliches Miteinander unterschiedlicher Kulturen) entwickelt.

Mein Ansatzpunkt ist natürlich nicht uuunbedingt ein feministischer …
Einst selbst Parteimitglied bei den GRÜNEN (Die größten Kritiker der Elche waren früher …), habe ich mich im Rahmen meiner Rückbesinnung auf ein christlich-biblisches Menschenbild dieser Partei zunehmend entfremdet. OK das ist alles ein weites Feld. Ich möchte nicht langweilen und es daher kurz machen: Ich werde eine These formulieren, dann schnell die Lupe auf ein mich ausgesprochen irritierendes Detail richten und das ganze dann schließlich mit einem kleinen Clou enden lassen … Was im übrigen eine probate Methode für Blogautoren ist, die größer erscheinen wollen, als es ihre intellektuelle Substanz hergibt…
These: Die strategisch brillianten 68er – in dessen Tradition die GRÜNEN ja unbestritten stehen – haben wesentliche christlich-abendländische Werte-Grundlagen, die Ehe zwischen Mann und Frau sowie die Familie als Kernzelle der Gesellschaft erfolgreich dekonstruiert, die Rückbesinnung auf einen gesunden Patriotismus durch unsägliche Faschismusdefinitionsausweitungsdiskurse blockiert und durch die sexuelle Revolution sowie linksalternative Sozialingenieurstechniken eine Verwahrlosung weiter Teile der Unterschicht zu verantworten.
Lupe: Sie sind ja lobenswerterweise mutige Streiter gegen Präimplantations-Diagnostik und Stammzelltherapie. Das Absurde ist nur: Wird das im Reagenzglas von den GRUENEN Löwenmüttern heftigst gegen die Reproduktionsindustrie verteidigte Embryo in den Uterus einer Frau eingepflanzt, ist es plötzlich zum Abschuß durch Abtreibung freigegeben, sofern sich die Frau dafür entscheidet … Zu diesem absurden Antagonismus gesellt sich nun auch noch die interessante Konstellation, dass deren Heilsbringer und Weltenretter der gute Barak Obama die böse Stammzelltherapie forciert!
Clou: Vielleicht sehnen sich sogar die GRUENEN in einiger Zeit nochmal nach dem guten alten George W. Bush – wie jeder weiss, ein entschiedener Stammzellforschungsgegner – zurück!

Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger
Türkischstämmige Frauenrechtlerin und deutscher Evangelikaler einig: GRÜNE unwählbar!

Norman Rockwell’s Faith of America

Norman Rockwell's Faith of America
Weißt Du noch vor 30 Jahren … als die Welt für uns noch in Ordnung war? Unendlich lange Sommer … Bonanzarad-Rennen am Waldrand … regelmässige Invasionen in die dortigen Molchbiotope … Ganze Tage wurden im Schwimmbad verbracht. Köpper vom 3er, Chlorgeruch in der Nase … Mädchen, die ständig nassgespritzt .. geduckt oder sonstwie geärgert werden wollten. Dann mit 50 Pfennig zum Kiosk … Ahoi-Brause … Lakritzschnecken … Kirschlutscher … alles wurde mit Begeisterung verschlungen … und wenn es auf dem Heimweg trotzdem ne Unterzuckerung gab, wurde sich auf Sauerampfer und wilde Erdbeeren gestürzt. Zuhause ging es dann weiter mit amerikanischen 50er/60er-Jahre Serien wie Flipper, Lassie … selbst Hochokkultes wie Bezaubernde Jeany wurde genossen … und natürlich Die Waltons … Womit wir bei der Mutter aller heilen Welten angekommen wären … den Vereinigten Staaten von Amerika vor der 68er-Revolte und ihrer zuckersüßen Apologeten.
Ich möchte Euch einen der bekanntesten Vermittler dieser Welt vorstellen: Norman Rockwell … Er war ein amerikanischer Maler und Illustrator des frühen 20. Jahrhunderts. Rockwells Arbeiten sind einerseits oft ausgesprochen konservativ-patriotisch im besten Sinne [wie z.B. auch „Ist das Leben nicht schön“ von Frank Capra ], bieten andererseits aber einen reichen Schatz an sehr schönen Bildern aus den Bereichen Familie, Kindheit und Alltag. Gelegentlich zeigen sie auch gesellschaftlich relevante Probleme aus einer unaufgeregt bürgerlichen Sicht. Typischerweise werden bei Rockwell menschliche Schwächen karrikierend und teilweise ausgesprochen ironisch dargestellt …

Viele seiner religiösen Motive , können zwar aus heutiger Sicht unseren hohen evangelikal-fundamentalistischen Anforderungen nach jeglicher Vermeidung von interreligiösen Dialog in keinster Weise genügen … 😉
Trotzdem: Uns Konservativen zeigt Norman Rockwell „Die gute alte heile Welt“ …

Hey hat da einer „Kitsch!“ gerufen??? 🙂

Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger
Norman Rockwell’s Faith of America

Politische Wissenschaft

Das Bundesministerium für Justiz hat eine Studie in Auftrag gegeben, in der die Lebenssituation von Kindern in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften untersucht werden sollte. Das Ergebnis war: den Kindern geht es nicht schlechter, wichtig ist nur die Qualität der Beziehung zu den Eltern, nicht deren sexuelle Orientierung.
Die Frankfurter Rundschau fand das Ergebnis gleich so vorhersehbar, dass sie ein bisschen genervt tat, dass so eine Frage überhaupt gestellt wird, aber immerhin sei ja jetzt auch dem Letzten klar, dass man Homosexuelle nicht die Adoption vorenthalten oder sie in irgendeiner Form schlechter als andere Paare stellen dürfe.
Genau das war auch schon vorher das Anliegen von Frau Zypries. Wie konnte sie so sicher sein, dass eine wissenschaftliche Studie sich so passgenau in ihr politisches Profil fügt? Die folgende kleine Kritik könnte den Teil einer Antwort liefern. „Politische Wissenschaft“ weiterlesen