Der Krieg um die nächste Generation

Die Diskussion um die Krippenplätze dreht sich in Deutschland um die Frage, ob Frauen eher arbeiten oder ihre Kinder betreuen sollten.
Ich möchte hier nur auf einen Nebeneffekt der staatlichen Kinderbetreuung hinweisen, der in diesem Zusammenhang wohlweislich nicht thematisiert wird: wer Kinder betreut, prägt!

Neben den Einflüssen aus Medien und Politik (die Schule ist politisch so stark bestimmt, dass ich sie hier nicht eigens aufführen musste) dürfte ein maßgeblicher Teil der Prägung nach wie vor durch die Erziehung stattfinden. Die Arbeit der Eltern ist also die direkte Konkurrenz zu Medien und Politik. Sie muss daher zum Feindbild jedes engagierten Gesellschafts-Verbesserers werden.

Der ehemalige Generalsekretär der SPD, Olaf Scholz, erklärte in einem Interview mit dem Deutschlandfunk am 03.11.2002: „Wir wollen die Lufthoheit über die Kinderbetten erobern!“

Aus diesem Grund ist es nicht denkbar, den Eltern finanziell die Freiheit zu ermöglichen, zwischen verschiedenen Lebensentwürfen zu wählen. Kinder müssen in öffentliche Erziehungsanstalten.
Das tückische an diesem Punkt ist die Tatsache, dass Politik und Medien hier an einem Strang ziehen:
Die Medien liefern die Schreckensmeldungen aus den Familien und halten die Schreckensmeldungen aus Kinderheimen oder Kindertagesstätten klein. Hier nur ein paar Fundstücke aus dem Internet:
http://www1.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/nds888.html
http://www.papa.com/paPPa-Forum/viewtopic.php?p=56788&sid=72ab6eb1961f8ade53b609b3ffa6268d

Bei diesen Berichten muss man berücksichtigen, dass hier in der Regel die Eltern auf den Missbrauch aufmerksam werden, was in Kinderheimen beispielsweise nicht funktioniert. Wer entdeckt den Missbrauch, wenn die Kinder den größten Teil des Tages nur mit den Mitarbeitern der „Kinderkrippe“ verbringen? Hier haben keine Nachbarn ein Auge auf die Entwicklung der Kinder und die Eltern nur noch sporadisch Zeit. Dazu kommt die Frage, ob die Kinder sich ihren Eltern überhaupt noch in den wenigen gemeinsamen Zeiten ihren Eltern so öffnen können, damit solche Verletzungen überhaupt ans Licht kommen!

Trotzdem haben die Medien es geschafft, beim Thema „Gewalt gegen Kinder“, die Eltern in den Blick zu rücken.

Die Politik nimmt diesen Ball dankbar auf und hat jetzt ein Gesetz auf den Weg gebracht, nach dem es den Jugendämtern schon auf den ersten Verdacht durch Nachbarn möglich sein soll, sich in die Familie einzuschalten. Bislang brauchte das Jugendamt dafür handfeste Gründe.

Hier geht es nicht um die Frage, ob man „links“ oder „rechts“, christlich, konservativ, liberal oder anarchistisch ist, sondern allein darum, ob man bereit ist, seine Freiheiten auch gegen den geballten Willen von Medien und Politik zu behaupten.

Wann funktioniert Demokratie?

Was ist die wichtigste Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie?
Der Freiheitswille der Bevölkerung? Der kann zu blutigen Revolutionen oder Bürgerkriegen führen, die hinterher dankbar in eine Diktatur eingetauscht werden (wie z.B. nach der Franz.Rev.).

Ist es eine freie Presse? Wohl kaum, denn erstens ist eine funktionierende Demokratie ohne freie Presse denkbar. Zweitens kann die freie Presse das Wahlergebnis ebenso negativ beeinflussen wie eine gelenkte. Man kann also bestenfalls sagen, dass eine zurückhaltende, ausgewogene und bürgernahe Berichterstattung die Wahlentscheidungen der Bürger positiv beeinflussen kann. Aber den direkten Nutzen der freien Presse hat tatsächlich nur die Presse.

Was ist dann die wichtigste Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie?
Die Antwort dürfte ebenso eindeutig wie unpopulär sein:

1. Voraussetzung ist der Glaube an einen Gott, der über der Regierung steht. Nur dadurch sind Regierungen abwählbar. Diese Voraussetzung ist aber nur dann erfüllt, wenn alle Bürger einen Zugang zu der Offenbarung Gottes haben. Solange der König sich zwar einem Gott unterordnet, aber hinter verschlossenen Türen den Rat seiner Hofmagier einholt, macht es für das Volk keinen Unterschied, ob der König sich als Gott versteht oder nicht. Diese Voraussetzung ist nicht durch eine allgemeine Akzeptanz verschiedener „Werte“ zu erreichen, die dann gleichsam als Bürgerwille über der Regierung stehen. Denn allgemeine Akzeptanz ist unsichtbar! Der einzelne Bürger kann nur durch die Medien einen Blick auf sie werfen, wodurch aber eine Diktatur der Medien entsteht. Sie allein bestimmen, was allgemein akzeptiert ist, welche Umfragen veröffentlicht werden und was sie der Regierung als Bürgerwillen präsentieren. Diesen Zustand haben wir leider in Deutschland erreicht. Die einzige Möglichkeit, diese Voraussetzung zu erfüllen, ist eine schriftlich fixierte und gesellschaftlich anerkannte, religiöse und damit unantastbare Grundlage für Leben und Glauben der Menschen. Und selbst dann ist die Voraussetzung nur erfüllt, wenn der Laie auch Zugang zu ihr hat. Was nützt eine heilige Schrift, wenn sie nur von einer Experten-Kaste ausgelegt werden darf? Dann wäre es kein Unterschied zu dem Fall mit dem König und seinen Hofmagiern. Es ist nicht erstaunlich, dass eine Regierung lieber eine kleine Gruppe respektabler Gelehrter um sich hat. Diese kann sie nach eigenem Gusto einsetzen und mit stattlichen Gehältern bestechen. Das Ergebnis verdient es noch nicht einmal, eine „Aristokratie“ genannt zu werden.

2. Voraussetzung ist eine Kultur, der Unterordnung. Eine Gesellschaft wird nur dann dauerhaft demokratisch regiert werden, wenn die Mehrheit bereit ist, sich an Spielregeln zu halten, auch wenn sie der Gegenpartei nützt. Ist das nicht der Fall, kommt es zum Bürgerkrieg und danach ist alles möglich.

Fehlt die erste Voraussetzung, kann eine Regierung nicht abgesetzt werden – es entsteht eine Scheindemokratie, in der immer wieder das Oberhaupt im Amt bestätigt wird. Fehlt die zweite, kann keine neue Regierung gebildet werden und es kommt zum Bürgerkrieg.
Es ist daher kein Wunder, dass die Demokratie ihren Siegeszug in protestantischen Kirchen begann und seitdem nicht zu stoppen ist. Durch die Anerkennung der Obrigkeit als Gottes Dienerin und den allgemeinen Zugang zu einer heiligen Schrift erfüllt sie die Voraussetzungen wie keine zweite Religion. Die Demokratie kann mit Einschränkungen kopiert werden. Aber selbst dann nur, wenn die beiden Voraussetzungen zu einem Mindestmaß erfüllt werden.