Konservativ die Umwelt schützen

Viele kennen vermutlich schon die Seite, auf der Annie Leonard für eine grüne Umweltpolitik wirbt. Wer sie noch nicht kennt, sollte sie sich auf jeden Fall ansehen, denn sie ist ein kleines didaktisches Wunder und sehr unterhaltsam. Aber, wie alle didaktischen Wunder, eine gefällige Verkürzung.
Annie Leonard kommt zu dem bekannten Ergebnis, dass sich die weltweite Umweltzerstörung durch einen politischen grünen Weg abwenden lässt. Dieses Ergebnis hängt am Ende ihres Vortrages ziemlich haltlos, weil sie bis zu diesem Punkt eigentlich ganz gut die Akteure der Misere benannt hat: und das sind zu allererst die Konsumenten! Sie werden zwar von Unternehmen und deren Werbung verführt und von der Politik als Käufer betrachtet, aber sie sind es doch letztlich selbst, die sich verführen lassen. Wieso also wirbt sie am Ende für eine neue Politik?
Ganz einfach: weil alles andere eine Moralpredigt wäre. Sie müste Dinge sagen wie „Seid bescheiden“, „Macht nicht jede Mode mit“, „mäßigt eure Begierden“ etc… das klingt ziemlich christlich und deswegen ziemlich konservativ. Aber genau diese Forderungen sind das Einzige, was der Umwelt wirklich helfen kann. Es ist natürlich viel komfortabler, einfach zu kaufen, was man will und sich von seiner Wochenzeitung einreden zu lassen, dass die eigentlichen Bösewichter die Großkonzerne und Politiker sind – und welche Zeitung kann es sich schon leisten, ihre Kunden zu ermahnen? Aber die Triebfeder hinter der ausufernden Produktion von Müll ist eben das gedankenlose und gierige Kaufverhalten. Es gibt eine sehr kleine und elitäre Gegenbewegung wie den Versand „manufaktum“, der von einem grünen Unternehmer gegründet wurde. Und gerade das ökologisch korrekte Angebot dieses Kaufhauses sieht über weite Strecken einfach unglaublich konservativ aus. Vieles gehörte zum Alltag der 50er Jahre.
Das Ganze ist allerdings als Nobel-Kaufhaus angelegt und wird niemals die Massen versorgen können. Trotzdem zeigt es ganz anschaulich, dass ökologisches Konsumverhalten konservativ ist.
Die Politik wird keine Wunder vollbringen und keine Energiequellen auftun, die keine Nebenwirkungen haben. Umweltschutz beginnt nach wie vor mit so Banalitäten wie Auto stehen lassen, die alten Kleider auftragen, endlich auf Papier gedruckte Medien abbestellen (dafür gibt es mittlerweile wirklich keinen Grund mehr), technische Geräte so lange wie möglich reparieren lassen und nicht einfach zu ersetzen, etc… klingt ziemlich spießig. Viel spießiger, als sich weltmännisch über den Green New Deal auszulassen.
Von Politikern wird man so etwas nicht hören, weil sie ihre Arbeit gerne aufgewertet sehen. Von den Medien ebenfalls nicht, weil die Leser Kunden sind und keine Moral-Predigten hören wollen. Wer Umweltschutz wirklich ernst nimmt, drückt das nicht über sein Wahl- sondern über sein Konsumverhalten aus. Der Kern des Problems ist nicht die falsche Parteizugehörigkeit oder das falsche Weltbild, sondern eine Menge kleiner falscher Entscheidungen der Haushalte.

Christliche Wirtschaftspolitik in 3 Minuten

Kapitalismus und Sozialismus sind sich mindestens in einer Frage einig: entscheidend für das Wohl eines Volkes ist das richtige Wirtschafts“system“. Und genau das ist offensichtlich falsch:
Die meisten magischen Kulturen beispielsweise kennen vermutlich keine staatliche Lenkung des Wirtschaftslebens, und dennoch haben sie nichts entwickelt, was dem wirtschaftlichen Verhalten der Industrienationen auch nur ähnlich sieht. Andererseits haben sich in „sozialistischen Staaten“ mit einer Politik der Enteignung und Lenkung nie Gesellschaften entwickelt, in denen Besitz wirklich keine Rolle mehr spielte.
Sowohl der Kapitalist als auch der Sozialist haben ihre Rechnung ohne den Menschen gemacht. Es sind nämlich Menschen, die planvoll wirtschaften oder in den Tag hinein leben, es sind Menschen, die gierig sind oder deren Ideal in Armut besteht.

Welche Konsequenzen hat diese Beobachtung aber für die Wirtschaftspolitik? Zunächst einmal die, dass sie bestimmte Dinge NICHT tut, nämlich die Wirtschaft anzukurbeln, indem sie der Wirtschaft mehr Skrupellosigkeit durchgehen lässt, oder das Elend abbauen will, indem sie mehr umverteilt (das Experiment ist schon oft genug gescheitert).

Das einzige, was ein Staat wirklich machen kann, ist das Eigentum – das Kapital – der Bürger zu schützen. Eigentlich sollte wirtschaftliches Handeln zwar immer von der Liebe bestimmt sein, aber der Staat kann nicht ins Herz sehen und darf daher nur eingreifen, wenn ein handfestes Vergehen vorliegt. Und das ist spätestens dann erreicht, wenn jemand seine Existenzgrundlage verliert.
Hier unterscheidet sich christliche Wirtschaft sowohl von Kapitalismus als auch von Sozialismus: der Kapitalismus sieht kein größeres Problem darin, wenn ein kleiner unrentabler Betrieb von einem größeren geschluckt wird – da ja der Allgemeinnutzen wächst. Und der Sozialismus würde, damit genau das nicht geschieht und sich immer mehr Kapital bei immer weniger Menschen anhäuft, während die anderen verelenden, gleich alle enteignen.

Christliche Wirtschaftspolitik muss hingegen den kleinen Betrieb schützen, weil er die Lebensgrundlage seines Besitzers. Sie verbietet also kein Eigentum sondern schützt es gerade bei allen! Und sie sieht im Gegensatz zum Kapitalismus auch das Elend des Einzelnen und opfert ihn nicht dem Allgemeinnutzen – der dann in Form von schlechterer Qualität und höheren Preisen durchaus leiden darf. Ansonsten besteht aber Entscheidungsfreiheit in allen Handelsbeziehungen, so wie ja auch sonst ein größtmögliches Maß an Freiheit anzustreben ist.

Diese Wirtschaftspolitik vermeidet zum Einen eine Kapitalakkumulation auf Kosten einer größer werdenden Gruppe abhängig arbeitender Menschen und sie rückt die Bedeutung des Erbes wieder neu in den Blick. Das Erbe ist der Anteil, den ich nicht erarbeitet habe, sondern der mir aus Gnade zufällt. Diesen Gedanken scheinen heute wenige guten Gewissens und offen genießen zu können, aber er ist wichtig, weil er das Bewusstsein der Abhängigkeit von Gott fördert.
Der Angestellte hingegen wird nur für seine Leistung bezahlt. Sein Wert bestimmt sich nach seiner Funktion (auch hier ist es kaum ein Zufall, dass die Lehre vom freien Markt im gleichen Land und im gleichen Jahrhundert entstanden ist, wie die Evolutionstheorie!) und sowohl Kapitalismus als auch Sozialismus verwenden ihn in ihrem Sinn: im einen Fall wird der Mensch zu einem Teil in einer Bewegung im anderen Fall zu einem Rädchen im Getriebe. In beiden Fällen ist der Mensch durch seine Funktion oder Aufgabe bestimmt.
Eine christliche Wirtschaftsethik muss dagegen deutlich machen, dass ein Mensch sich weder sein Existenzrecht selbst erkämpfen muss, noch von der Gruppe zugeteil bekommen. Es fällt ihm von Gott zu und ist für andere nicht verfüg- und verhandelbar. Und diese Gnade kommt nirgendwo besser zum Ausdruck als im Erbe eines Kapitals.
Es ist also die höchste Aufgabe einer christlichen Wirtschaftspolitik, gerade die kleinsten Unternehmen und Familienbetriebe vor Übergriffen zu schützen und auch nach einem Zusammenbruch wieder aufzurichten – eventuell durch entsprechende Insolvenzverfahren, an deren Ende dann nicht das Null-Konto, sondern wieder das lebenserhaltende Eigenkapital steht.

„Du sollst nicht zum Pfande nehmen den unteren und oberen Mühlstein; denn damit hättest du das Leben zum Pfand genommen.“
(5Mo 24,6)

Politische Entscheidungen könnten so aussehen (nur eine Auswahl):
– Abschaffung der Erbschafts-, Unternehmens – und aller möglicher anderen Steuern, von deren Existenz ich gar nichts wissen will…
– Abbau der Dokumentationspflichten für kleine Unternehmen und die weitestgehende Vereinfachung eines Einstiegs in die Selbstständigkeit
– ein unternehmerfreundliches Insolvenzrecht mit dem Recht, das eigene Unternehmen nach einem Verkauf jederzeit wieder zurück zu kaufen.
– das Verbot von Geschäftskettenbildung u.ä.
– Mindestlöhne (jemandem nicht genug zum Leben zu geben, obwohl er arbeitet, ist mit nichts zu entschuldigen)
– strenges Vorgehen gegen Preisdumping
– Arbeitsangebote für Arbeitslose statt Sozialleistungen
– vermutlich fällt mir später noch mehr ein… (in den Kommentaren gehe ich z.T. näher auf diese Punkte ein)

Kostenloser Derek-Prince MP3-Predigt-Download auf Online-predigt.de gestoppt

Wie ich gerade im Blog von H. Richert lesen konnte, dürfen auf www.online-predigt.de keine Derek Prince MP3-Predigten mehr heruntergeladen werden. Die Reakteure von Online-predigt.de schreiben:

Seit dem 01. Juli 2007 dürfen wir leider die MP3 Botschaften von Derek Prince nicht mehr zum kostenlosen Download anbieten. IBL Deutschland hat die Genehmigung zur Veröffentlichung zurückgezogen und entschieden, daß diese nur noch gegen Gebühr erhältlich sind.

… Das ist so ungefähr eine der traurigsten Nachrichten dieses Jahr für mich. Ich habe mir die Predigten auf mp3 immer auf dem Weg zur Arbeit angehört und wollte mir eigentlich seit langem mal „irgendwann“ alles von Derek Prince runterladen …
Derek Prince ist ja mittlerweile eine Art Klassiker der Charismatischen Moderne. Ich kann mich an eine Predigt erinnern, da ist er so richtig aus dem Häuschen darüber wieviele Menschen er durch das Radio und die Kassetten erreichen kann und das dies letztendlich sogar die Wiederkunft Christi beschleunigen könnte.
Ich denke die Verbreitungsmöglichkeiten durch MP3 hat er vor seinem Tod nicht mehr in ihrer ganzen Tragweite realisieren können, bezweifle aber, dass er dieser Sperrung der MP3-Dateien auf http://www.online-predigt.de zustimmen würde.
Ich muss ehrlich zugeben ich hatte ein paar subversive Web2.0-Distributionsstrategien abgewogen … schön wäre ja eine Derek-Prince-based Wikipedia über biblische Theologie mit intelligenten Excerpten seiner Bücher und Predigten oder eine Art Derek-Prince-Napster-Service … denn als christlicher Ministry dürfen sie mich Bruder ja eigentlich nicht verklagen 😉
Kleiner Scherz …
Mit freundlichen Grüßen
wanderprediger

Folgende Antwort erreichte mich gerade von crosslife.eu, wo man die Derek-Prince-MP3-Predigten jetzt kostenpflichtig herunterladen kann …

Hallo Wanderprediger,

ich verstehe sicherlich Ihren Unmut und bin auch nicht über diese Kommerzialisierung des Wortes Gottes glücklich!

Mit Online-predigt.de haben wir vor nahezu 5 Jahren ein Projekt realisiert welches MP3 Predigten kostenlos jedermann zur Verfügung stellt. Mein Herz brennt nach wie vor dafür Gottes Botschaften kostenlos zur Verfügung zu stellen. Nun aber, nach vielen Jahren werden ca. 1600 Predigten pro Tag von online-predigt.de heruntergeladen. Dieser Ansturm hat letztendlich einige christliche Organisationen dazu bewogen die Genehmigung für die Veröffentlichung von MP3-Predigten bei online-predigt.de zurück zu ziehen.

So ist das auch mit IBL-Deutschland mit Derek Prince Botschaften gewesen. Erst vor 3 Wochen erhielten wir das Schreiben, daß alle Derek Prince Dateien vom online-predigt.de Server gelöscht werden sollen.

Bitte verstehen Sie das richtig, daß nicht wir (crosslife.eu) im Fall Derek Prince für diesen Schritt verantwortlich sind, sondern allein IBL Deutschland.

Crosslife.eu möchte alle christl. Organisationen auf einer kostenpflichtigen Audio Plattform versammeln, damit der Internet User ein breites Spektrum christlicher Audio-Dateien zur Auswahl hat und nicht lange im „Dschungel“ der Internetlandschaft suchen muss.

Viele Organisationen sind auf den Verkauf von Audio Medien angewiesen und können Ihr „Material“ nicht kostenlos herausgeben.

Interessanterweise hat sich vor 5 Jahren noch niemand darüber beschwert, daß Derek Prince Botschaften nicht kostenlos erhältlich sind! Erst durch den „Erfolg“ von online-predigt.de und die über 420 MP3-Dateien von Derek Prince wurde das zur Normalität. Man sieht, wie das (christliche) Volk verwöhnt ist …

Der Erlös der Verkäufe bei crosslife.eu geht an die jeweiligen Anbieter. Crosslife.eu stellt lediglich die Technik und verwaltet die Zahlungen.

Da uns in den letzten Tagen immer wieder ähnlich lautende Mails wie Ihre erreichen, denke ich daß diese soeben geschilderte Darstellung verkannt wird. Vielleicht sollten wir noch deutlicher auf crosslife.eu die Vision des Projektes beleuchten.
Mit freundlichen Grüßen,
crosslife.eu

Ich habe es noch nicht richtig verstanden, aber es scheint also so zu sein, dass die selben Leute die online-predigt.de machen, diejenigen MP3-Predigten, die von den Urhebern zurückgezogen werden jetzt sozusagen „in Kommission“ auf der online-Plattform crosslife.eu verkaufen.
Wenn man wohlwollend ist kann man sagen: Cleveres Geschäftsmodell! Die machen eine Not zur Tugend und beherrschen so den kommerziellen, wie nicht-kommmerziellen „Markt“ für christlichen predigt-Download … Na ja immerhin haben diese Jungs von online-predgt-de eine Menge dafür getan, dass Derek Prince jahrelang kostenlos herunterladbar war … da hält sich mein Zorn in Grenzen und ich brauche die Sonne nicht darüber untergehen zu lassen. (vgl. Eph 4,26) Gottes Segen für Eure Arbeit und Vorsicht in der Welt des Mammons 🙂 wp

Kostenloser Derek-Prince MP3-Predigt-Download auf Online-predigt.de gestoppt