Wie wird man später über das Zeitalter der Abtreibung sprechen?

Das ist nicht schwer zu sagen, man benötigt keinerlei hellseherische Fähigkeiten:
1. Irgendwann wird die Zeit kommen, in der spätere Generationen mit unserer Zeit abrechnen werden.
2. Man wird einen neuen Begriff finden, der die Sache in den Augen der später lebenden treffender bezeichnet und die Bezeichnung „Abtreibung“ als Euphemismus für das Zerschneiden und Vergiften von Kindern im Mutterleib empfinden.
3. Man wird sich aber darauf einigen, dass die Kirche vor allem Schuld daran gewesen sei.
4. Es wird zahllose Bücher geben, in denen Atheisten nachweisen, dass das Schweigen zur Abtreibung flächendeckend in Deutschland war und nur ganz vereinzelte Gruppen es überhaupt gewagt haben, das Thema mal öffentlich anzusprechen. Diese Gruppen könnten aber kaum etwas am Gesamteindruck der Kirche ändern.
5. In den Büchern wird nachgewiesen, dass die Katholische Kirche Beratungsscheine ausgestellt haben. Und die Katholische Kirche wird verzweifelt aber unerhört nachzuweisen versuchen, dass sie das ja dann geändert hat.
6. Und man wird darin alle Zitate von Kirchenleuten finden, die sich sogar aktiv für Abtreibung eingesetzt haben und sogar zu den politisch aktivsten Gruppen überhaupt gerechnet werden müssen.
7. Insgesamt wird man daher das Christentum als Hauptschuldner ansehen und die Abtreibung als weitere Schuld der Kirche.
8. Die Theologen werden sich dann überbieten, nachzuweisen, dass Abtreibung mit dem Christentum überhaupt nicht vereinbar sei und die Kirche damals (mal wieder) völlig in die Irre gegangen ist.
9. Die ganzen Bilder von abgetriebenen und zerstückelten Föten, die jetzt auf dem Index stehen, werden dann in jedem Geschichtsbuch auftauchen. Der Lehrer wird mit seiner Klasse Dokumentarfilme sehen, in denen Ausschnitte aus medizinischen Lehrfilmen enthalten sind und die Abtreibung in aller Grässlichkeit detailtreu darstellen.
10. Schüler werden fassungslos die Frage stellen: Wie war so etwas möglich? Wussten die Leute nichts davon?

Abtreibung und Rassismus

Das Herz aller Ungerechtigkeit ist der Stolz. Der Stolz überhebt uns über andere Menschen und entbindet uns aller Gesetze. Ein Herrscher, der willkürlich urteilt, erscheint uns daher selbstherrlich, ebenso wie ein Mensch, der andere nach seinen eigenen Vorstellungen richtet. Am deutlichsten ist die Ungerechtigkeit dort, wo ein Mensch von anderen Menschen getötet wird, weil diese sich in ihrem Wahn eine Welt ausgedacht haben, in der sie darüber zu befinden haben, welchem Mensch es bestimmt ist zu leben. Und unter diesen Fällen sind die am schlimmsten, in denen dieses Urteil dem Menschen anhaftet, sobald er überhaupt gezeugt ist, also zum frühest möglichen Zeitpunkt.
Aus diesem Grund empört uns der Rassismus ebenso wie die Abtreibung: beide gestatten es Menschen, ein Todesurteil über andere Menschen zu fällen, weil sie ihnen in ihrer Welt keinen Platz zum Leben zubilligen. Für die strukturellen Gemeinsamkeiten spielt es keine Rolle, ob diese Regeln von Einzelpersonen oder von Gemeinschaften oder sogar Staaten erfunden werden.

Alternativer Nobelpreis für Abtreibungsärztin

Nobelpreise sind die höchste Zier jeder wissenschaftlichen Laufbahn. Daneben wird seit 1980 noch der sog. „alternative Nobelpreis“ vergeben, der vor allem Leistungen honorieren soll, die nicht wissenschaftlich bahnbrechend sind. Die naheliegende Erklärung, es handle sich vielleicht um die Auszeichnung besonders aufopferungsvoller Arbeiten ist ebenso wenig richtig. Man muss hier eher von einem politischen Preis sprechen, denn ausgezeichnet wird der Einsatz für alles, was Politikern im linken Spektrum wichtig ist.
In diesem Jahr wurde u.a. die Kölner Frauenärztin Monika Hauser ausgezeichnet. Ich zitiere die Begründung auf tagesschau.de:

„Sie werde wegen ihres Einsatzes für vergewaltigte Frauen in Kriegs- und Krisengebieten geehrt, erklärte die Right-Livelihood-Stiftung in Stockholm. Hauser setzte sich mit ihrer Organisation „medica mondiale“ unermüdlich dafür ein, dass Opfer von „schrecklicher sexueller Gewalt“ Hilfe, soziale Anerkennung und Entschädigung erhielten.“

Die Autoren von tagesschau.de berichten ohne kritische Zwischentöne. Allerdings auch ohne, die ganze Wahrheit zu benennen. Denn worin die „Hilfe“ besteht, kann man an dieser Stelle bestenfalls erahnen, denn die scheint doch ein wesentlicher Teil der Leistung von Frau Hauser zu sein, wenn man nicht davon ausgeht, dass sie selbst die Frauen entschädigt. Und als Frauenärztin besteht ihre honorierte Leistung auch nicht in der Traumabehandlung. Tatsächlich wird Frau Hauser geehrt, weil sie Frauen und Mädchen zur Abtreibung ermutigt und die Abtreibungen vermutlich auch selbst durchführt. Etwas deutlicher – aber immer noch wie am Rande – wird das in einem Artikel in der „emma“ beschrieben.
Leider hätte sie den Nobelpreis selbstverständlich nicht bekommen, wenn sie dafür gesorgt hätte, dass die Kinder von vergewaltigten Frauen auf deren Wunsch in anderen Familien vermittelt werden und auf diese Weise am Leben bleiben könnten. Sie hätte ihn auch nicht erhalten, wenn sie ein Heim für Kinder vergewaltigter Frauen errichtet hätte. Dieser Preis unterstützt keine Leistung, die Menschen hilft, sondern ist ein Koma-Kissen für das Gewissen.
Frau Hauser verweist natürlich auf die „dramatischen Folgen“ einer „erzwungenen Geburt“, nur leider sind die dramatischen Folgen einer Abtreibung bei den Frauen (Post-Abortion-Syndrom) ebenfalls dramatisch, wobei das größte Drama, nämlich das getötete Kind noch gar nicht berücksichtigt ist!
Der Laudatio wird das keinen Abbruch tun, denn bei einem alternativen Nobelpreis hat niemand den Anspruch auf wissenschaftliche Korrektheit oder gar Transparenz und kann daher ganz ungehemmt seine politischen Ansichten feiern.

„Sie wissen, dass die solches tun, nach Gottes Recht den Tod verdienen; aber sie tun es nicht allein, sondern haben auch Gefallen an denen, die es tun.“ (Röm 1,32)

Der Mythos von der sexuellen Revolution

Die 68er feiern sich selbst: der Spiegel hat seine letzte Ausgabe dem Thema gewidmet und der Stern beginnt gleich eine ganze Serie zum Thema. Dass diese beiden Zeitungsgiganten sich immer noch mit dem Flair der jugendlich machtlosen Proteste zu umgeben versuchen, wäre vermutlich peinlich, wenn man sich nicht daran gewöhnt hätte.
Da in diesem Zusammenhang oft von der „sexuellen Revolution“ die Rede ist (und weniger von der absurd hohen Anzahl von Scheidungen, Abtreibungen, Drogentoten, Gewalt, Aids, Teenagerschwangerschaften, Dauererotisierung des öffentlichen Lebens und der Vernachlässigung der Kinder) möchte ich hier nur auf diesen Punkt eingehen.
Also: Haben die 68er trotz der katastrophalen Bilanz wenigstens den Sex verbessert?

Auch wenn die Zeitungen darüber wenig berichten, gibt es Studien, die genau dieser Frage nachgegangen sind:

http://www.welt.de/print-wams/article118396/War_die_Ehe_in_den_fuenfziger_Jahren_aufregender_als_heute.html

Den folgenden Link habe ich hereingenommen, weil er noch mal mit Studien belegt, dass die scheinbar spießige Einrichtung der Ehe der sicherste Weg zu regelmäßigem Sex ist:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,445767,00.html

Die Revolution war ein Ausbruchsversuch aus einem Gefängnis, dass möglicherweise gar kein Gefängnis war. Und heute haben viele Menschen offenbar nicht mehr sondern weniger Sex. Dieser Umstand mag etwas erstaunen, weil wir subjektiv überall von Sex umgeben sind. Aber es ist eben kein wirklicher Sex sondern eine Fülle von Pseudoangeboten. Jeden Tag sehe ich an hundert Litfasssäulen, Partyeinladungen und Reiseanbietern Frauen, die scheinbar kurz vor dem Orgasmus nur darauf warten, dass irgend ein Passant kommt und…
Aber die nüchterne Wahrheit ist – jaja, die meisten werden es schon geahnt haben: diese Frauen wollen gar nichts von den Passanten. Sie kriegen Geld dafür, dass sie so aussehen, als täten sie es.
Ich bin wirklich erstaunt, dass sie die Deutschen so etwas gefallen lassen und ihr wirkliches Sexualleben gegen ein Leben in ständiger unerfüllter Gier eintauschen.
Wenn das mal keine missratene Revolution ist…

Und hier noch etwas zu einem beliebten Feindbild der 68er. Denn schlimmer als die Ehe ist für sie nur „Kein Sex vor der Ehe“:
http://de.answers.yahoo.com/question/index?qid=20070305133620AAqtCrt